Legoland Discovery Centre Berlin

Giraffe aus 375.000 Duplosteinen

Von Gastbloggerin Lisa

Wenn Erwachsene wieder zum Kind werden

Empört lese ich auf der Homepage des Legoland Discovery Centre Berlin:   „Erwachsene müssen von mindestens einem Kind begleitet werden“. Doch zu meiner Erleichterung entdecke ich, dass alle zwei Monate ein Erwachsenen Fan-Abend angeboten wird, an dem Kinder keinen Zutritt haben.

Lego begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Die erste Bekanntschaft machte ich mit Lego Duplo, den größeren Legosteinen für Kleinkinder. Später fand ich Begeisterung an klassischen Legobausteinen und ließ meiner Kreativität freien Lauf. Noch heute fasziniert mich der Kult um den Stein, allerdings eher in Form von Videospielen.
Ich habe mich gefragt, ob es anderen Erwachsenen genauso ergeht und habe den Fan-Abend besucht.

Das Legoland, welches sich in der Potsdamer Straße 4, 10785 befindet, öffnet um 18:30 seine Pforten für die Legofans.
Kurz vor der Eröffnung. Ich stelle mich in die Warteschlange und bestaune die sechs Meter hohe Giraffe, die im Eingangsbereich steht und verkürze mir so die Wartezeit.
Unter den Besuchern befindet sich jung und alt. Aber alle über 18 Jahre.
Ich komme mit einem Pärchen hinter mir ins Gespräch. Sie haben ihr Ticket geschenkt bekommen und warten schon seit Anfang des Jahres auf diesen Abend. So wie ich, wissen sie noch nicht, was sie gleich erwartet und sind schon etwas aufgeregt.
Ich bezahle, gehe eine Treppe hinunter, einen kurzen Flur entlang und dann sehe ich endlich weshalb ich gekommen bin: Lego.

Der Spaß geht los

Ich bestaune einige bekannte Orte Berlins als Miniaturmodell, wie das Brandenburger Tor, die U-Bahn und den Potsdamer Platz. Durch Knöpfe können kleine Events ausgelöst werden, wie der Mauerfall oder eine Heißluftballonfahrt. Der Raum füllt sich und es stoßen drei alberne Mitarbeiter zu uns. Sie geben uns eine kindgerechte Einweisung zum Ablauf des Abends.

Madame Tussauds unter den Linden

Wir bekommen noch etwas Zeit um uns „Miniberlin“ anzusehen und werden dann zur „Drachenbahn“ weitergeleitet. Diese fährt uns langsam durch eine dunkle mittelalterliche Szenerie mit Rittern, Folterkeller und Drachen, natürlich alles aus Lego.

Nach der Fahrt kommt endlich das, worauf alle gewartet haben. Wir können endlich spielen! Viele runde Tische mit eingesenkten Schalen, gefüllt mit Lego, stehen für uns bereit. Schnell sind alle Plätze belegt und die Gespräche untereinander werden ruhiger, denn jetzt wird gespielt und nach den richtigen Bausteinen gesucht. Der Raum ist erfüllt mit Gelächter und kramenden Legogeräuschen. Jeder hat sichtlich Spaß beim Bau seiner eigenen Kreationen.
Und einige durchwühlen frech die Schalen der anderen. „Hier kämpft jeder für sich“, höre ich jemanden sagen.

Der Abend ist noch lange nicht vorbei

Ein Mitarbeiter unterbricht das rege Bauen und teilt uns mit, dass wir uns jetzt einen 4D Film ansehen. Eine Unlust zieht durch den Raum. „Danach könnt ihr weiterbauen und ihr dürft eure gebauten Legoteile auch gerne mitnehmen“. Die Stimmung steigt wieder. Und tatsächlich, einige nehmen ihre selbstgebauten Autos mit ins Kino. Wir sehen einen Kurzfilm mit Charakteren aus dem „Lego Movie“. Mit einigen erwachsenengerechten Witzen, wie etwa der Änderung des Titelliedes aus urheberrechtlichen Gründen, kommt der Film gut an.

Nach dem Film findet eine Pause mit Snacks statt. Ich nutze die Zeit und frage drei junge Leute, warum sie an diesem Abend teilnehmen. „Wir sind alle mit Lego aufgewachsen und ich war früher oft mit meinen Eltern im Legoland in Dänemark. Und als einer von uns Lego Star Wars für sich entdeckt hat, wurden wir auch wieder angesteckt“.

Nach der kleinen Pause wird uns kindgerecht erklärt wie Legosteine hergestellt werden und wir bekommen ein kleines Andenken.
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit eine Kleinigkeit zu gewinnen. Jeder hat zehn Minuten Zeit, um ein Auto zu bauen, dass den Sprung über eine Schanze schaffen muss und keine Teile verlieren darf. Wessen Auto es geschafft, hat bekommt bei der Siegerehrung eine kleine Überraschung, auch die Verlierer gehen nicht leer aus.
Wer mag darf noch ein wenig spielen bis der Abend um 22 Uhr beendet wird oder darf schon in den Legoshop gehen, in dem man einen Legostein gravieren lassen kann oder sein eigenes Legomännchen bauen darf.

Lego-Shop

Wenn Erwachsene den Alltag vergessen und einfach nur mal spielen, ist das die 16€ Eintritt auf jeden Fall wert. Und dafür wird einem auch viel geboten. Ich selbst hatte viel Spaß und kann jedem so einen Abend im Lego Discovery Centre empfehlen. Und wer mal wieder einen kindischen und sorgenfreien Abend ohne Kinder verbringen möchte, ist bei den Erwachsenen Fan-Abenden bestens aufgehoben. (nächster Termin: 18.Mai 2017)

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Center der Humboldt Universität.

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Kon-Tiki – Pallas – Lilli Flora – Terra Petra

Eine Feuer so zu errichten, dass es von oben nach unten brennt. Und dann auch unten noch die Zugluftfuhr verschließen. „Das kann niemals funktionieren,“ stöhnt ein versierter Gartenkenner und verdreht mehrmals die Augen, als die anderen Workshopteilnehmer*innen einfach nur der papiernen Gebrauchsanleitung folgen wollen.

Zehn Neugierige stehen in den Pallasgärten um den Kon-Tiki Ofen herum. Die Initiatoren Julian Bohländer und Maik Billing sind genauso aufgeregt wie alle anderen. Sehr fachkundig führen sie zunächst in die Kunst des Kon-Tiki und der Terra Petra ein. Eifrig studiert haben sie im Internet und auch schon gefachsimpelt. Beim GartenPlausch des Projektes GartenAktiv im Schöneberger Norden haben sie den Vortrag „Mit Terra Petra den Boden verbessern“ gehalten. Sie haben auch Spender*innen mit ihrer Begeisterung motiviert den Ofen zu finanzieren, der jetzt zwischen den hohen Fassaden des Pallasseums, der Gründerzeitbauten der Pallas- und Winterfeldtstraße steht und fachgerecht befeurt seinen Teil dazu beitragen wird, den Gärten wunderbarste Erde zu bescheren.

Diesen Samstag – das Sommerfest schöne[wort]_tage 2017 – habe sie zur Initiation, zur ersten Feuerprobe erwählt. Der Gartenkenner gibt sein Feuerzeug und guck skeptisch. Flammen lodern auf [ Händeklatschen ] Holz kohlt nur wenig [ Besorgnis ] Flämmchen ersterben [Pusten, nachlegen – Augen verdrehen ]. Und dann endlich – das Feuer brennt locker von oben nach unten [ Phew ].

Nun heißt es erstmal zuwarten, fachsimpeln, beim Bühnenprogramm des Festes zuschauen oder die Planzen, Gemüse und Blüten des Gartens bestaunen.

Die Pallasgärten in der Pallasstraße – benannt nach dem Naturforscher Peter Simon Pallas ( 1741 – 1811 )

Der Pallaspark entstand auf der Fläche eines großen Parkplatzes. Anfang 2000 kam die Umbenennung bzw Benennung, weil Parkplätze ja gemeinhin keine Namen haben. Seitdem begleitet das Quartiersmanagement Schöneberger Norden den Prozess des Urban Gärtnerns im PallasPark – der mehr ist als ein Park.

Viel ist geschehen seitdem. Und heute gibt es den Verein Pallasgärten e.V., der auf Facebook eine blumenbunte Seite betreibt und sich und die Gemeinschaftsgärten so beschreibt: Wir sind GärtnerInnen aus der Nachbarschaft und treffen uns mehrmals in der Woche. Darüber hinaus gibt es viele gemeinschaftliche Aktionen mit dem benachbarten Interkulturellen Garten der Künste, wie das Kulturfest schöne(w)ort_tage. Wir setzen uns u.a. für den Erhalt und den Anbau seltener und vergessener Pflanzenarten, Umweltbildung und die Herstellung und Verbreitung von Terra Preta ein. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Austausch mit anderen Gemeinschaftsgärten in Berlin.

Ein Blick ins Schwarze
Die Berichterstatterin schaut circa 90 Minuten später wieder in das Kon-Tiki und sieht eine schwarze, breiige, flüssige Masse. Das mit dem nach unten brennen scheint geklappt zu haben. Nun werden die nächsten Schritte unternommen werden. Und irgendwann gibt es dann diese schwarze, satte Erde, von der ein bisschen in einem Beutel andachtsvoll herumgereicht und begriffen wird. Ein Geschenk von irgendwoher, um das Ziel schon mal in den Händen halten zu können.

Lilli Floras Leben hingegen zerfloss im Grauen
Und dann ändert sich die Stimmung abrupt. Da steht Bezirkstadträtin Christiane Heiß und Bertram von Boxberg auf der Bühne erklären kurz den Hintergrund zur Umbenennung des Parks. Gila aus Israel spricht nur Englisch und berichtet ihre Familiengeschichte. Die Berichterstatterin ist froh, diese Sprache zu verstehen und alles aus erster Hand hören zu kommen bevor dann für die Festbesucher*innen die deutsche Übersetzung folgt.

Lilli Flora war Gilas Tante. Sie lernte sie nie persönlich nur durch Erzählungen kennen. Für kurze Zeit lebten sie und Lilli mit ihren Eltern – nachdem sie aus ihrem eigenen Haus aufgrund der Nazi-Gesetze vertrieben worden waren – in der Pallasstraße 12. Sie waren Kinder, ab einem bestimmten Zeitpunkt durften sie die Wohnung nicht mehr verlassen, nicht mehr mit den anderen Kindern spielen, schon gar nicht den Pfadfindern beitreten.

1939 wurde Gilas Mutter mit einem Kindertransport nach England geschickt und damit gerettet. Lilli blieb in Berlin, die Familie musste noch einmal umziehen und dann wurde sie mit ihrer Mutter am 19. Oktober 1942 nach Riga deportiert und dort in den Wäldern erschossen.

Gilas Mutter war die einzige Überlebende der gesamten Familie. Sie emigrierte von England aus nach Israel. Sie gründete eine Familie, lernte das Leben wieder zu lieben. Sie starb am 15. Juli 2013 – also genau vier Jahre bevor Gila hier im PallasPark steht und ihre Familiengeschichte erzählt. Gila sagt, ihr Name bedeute Freude und sie wünsche sich, dieser Park solle immer voller lachender Kinder sein, egal woher sie kämen.

Inzwischen hat es angefangen zu regnen und es sind kaum noch Kinder auf dem Fest. Eine Gruppe Menschen begleitet die Gäste noch in Richtung Parkeingang, wo ein Schild enthüllt wird. Die Neuköllner Blechbläser waren so freundlich, ihren Live-Auftritt zunächst mit getragener Musik dem Anlass anzupassen. Doch dann versuchen sie es noch mit genuiner Festmusik. Doch der Regen ist stärker geworden. Das Fest ist vorbei.

Mit den Gemeinschaftsgärten und dem Namen ist dieser Flecken im Schöneberger Norden ein spezieller Begegnungsort, der seine Balance nun wieder neu zu finden hat. „Ich gehe in den Lilli-Flora-Park“, wer das in Zukunft sagt, möchte vielleicht nur Möhren ernten oder Terra Petra bestaunen. Von nun an wird dann auch Lilli Flora dabei sein – irgendwie.

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Ist offline Videos ausleihen Schnee von gestern? – Wie die Berliner Videotheken aussterben

Von HU-Gastblogger Sebastian

Filme gucken. Ein Hobby für viele. Wie wirkt sich die wachsende Bequemlichkeit Filme bei Onlineanbietern zu schauen statt offline auf die Verleiher aus?

VOM GEFÜHL DES AUSLEIHENS

Es ist dieses besondere Gefühl: Ich betrete die Räumlichkeit, als erstes leuchten und reflektieren mir die prall gefüllten Regale durch all ihre bunten Hüllen und Covers entgegen. Davor kündigt bereits ein Plakat, hinter dem Schaufenster, die neu erscheinenden Filme für den aktuellen Monat an. Die Vorfreude wird geschürt, nebenbei plane ich im Kopf bereits Woche für Woche die einzelnen Filmabende.

Ein Rückzugsort

Schon seit ein paar Jahren (genaues Jahr unbekannt) ist die Videothek für mich eine willkommene Abwechslung zum stressigen Alltag geworden. Fast wie ein Rückzugsort, wenn ich das Stichwort Entschleunigung betrachte: Ein Ritual, sich einmal die Woche (m)einen Film auszuleihen und (mit Freunden) zu gucken.

Es ist dieses besondere Gefühl, wenn du alle Verkäufer/-innen kennst, sie dir freudig entgegenlächeln und deinen Besuch schätzen. Denn offline kennt man sich eben noch persönlich. Zu meinem Besuch gehört natürlich auch ein regelmäßiger Meinungsaustausch über neue Filme, Filmklassiker und allem was dazugehört.

Von Empfehlungen und Freunden

Bei all dieser Vertrautheit, können Empfehlungen gegeben werden, die nicht wie in einer Online-Videothek auf einem Algorithmus basieren, der einfach nur deine bisher angesehenen Filme analysiert. Also zückst du die laminierte Ausleihkarte, die vor jeder einzelnen Filmhülle steht und gehst damit zum Tresen.

Ein anderer Teil dieses besonderen Gefühls ist es, wenn du mit deinem besten Freund dorthin gehst und die Hälfte der Zeit damit verbringst, dich überhaupt auf einen Film festzulegen. Schlimmstenfalls kennt nämlich der eine schon die eine Hälfte und der andere die andere Hälfte der Filme. Auch hier wirkt der Mensch hinterm Tresen oft vermittelnd, indem er wilde Wortgefechte erst schlichtet und dann den richtigen Film vorschlägt, den noch keiner von beiden gesehen hat.

Der Gang zum Thresen

Es ist eben dieses besondere Gefühl, wenn du wie ein kleines Kind an der Theke stehst, die Kunden- und Ausleihkarte stolz überreichst und der Verkäufer parallel zu einem weiteren Dialog mit dir den entsprechenden Film raussucht, um die leere Filmhülle mit Inhalt zu füllen.

Das Ende naht?!

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2017. Schritt für Schritt haben sich schon einige Videotheken aus dem Geschäft verabschiedet. Die für mich schönen Zeiten, wie oben beschrieben, scheinen vorbei …
Zeit für mich, der ganzen einmal Sache auf den Grund zu gehen!
Zunächst vergleiche ich Offline- mit Online-Angeboten:

Die Konkurrenz

Bei den schier unzähligen Online-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime, Sky (HD), Maxdome, um nur einige zu nennen, ist es Gang und Gäbe, gemütlich vom heimischen Sofa aus per Tastendruck die Qual der Wahl zu haben. Dabei schlagen klassische Filmmedien, in diesem Falle die Bluray, diese Anbieter in punkto Qualität um Längen!

Hat den Kampf schon 2014 verloren: World of Video in der Bülowstr. 101

Preisstruktur

Umso erstaunlicher und unverständlicher, dass Online-Leihangebote aktuell fast dreimal teuer sind (Zum Vergleich: Videothek ein Film 1€/Geschäftstag VS Vodafone Select 4,99€/3 Geschäftstage). Abgesehen davon, dass es oft, wie im Beispiel genannt, keine Option auf „weniger“ gibt und Dinge mitbezahlt werden müssen, die nicht unbedingt gebraucht werden. Zum Beispiel, wenn ich einen Film online drei Tage ausleihen muss, obwohl ich nur einmal an einem Tag gucken möchte. Warum 5€ für drei Tage zahlen, wenn ich nur einen Tag brauche bzw. maximal zwei, wenn ich zu faul bin und ihn erst am Folgetag zurückbringe.

Schon immer haben die Videotheken auch die normale Bequemlichkeit der Personen miteingerechnet und die Preise entsprechend human gestaltet. Fast jeder weiß, dass sich die Wenigsten nach einem gemütlichen Filmabend danach noch einmal aufrappeln, um den Film am gleichen Geschäftstag zurückzubringen.
Online hingegen, liest sich das bei Amazon Video so: „Sie haben 30 Tage, um ein geliehenes Video zu starten und dann 48 Stunden, um es anzusehen.“

Wie das Geschäft läuft

Ich verabredete mich für ein paar Interviewfragen zum einen mit den Mitarbeitern aus der heimischen Videothek, die zum Zeitpunkt des Artikelschreibens in zwei Tagen am 29.03.17. mit einem Räumungsverkauf schließt und zum anderen mit Mitarbeitern in der noch geöffneten Filiale in Schöneberg (Martin-Luther-Straße 34), die beide der gleichen Kette „Video World“ angehören.
Im persönlichen Gespräch erfahre ich zunächst, dass wahrscheinlich auf kurz oder lange Sicht entweder alle Filialen bis 2018 schließen oder auf höchstens zwei Filialen minimiert werden.
Die genauen Ursachen dafür sind auch den Mitarbeitern unbekannt. Geschäftlich scheint es gut zu laufen. Ich vermute für mich persönlich, dass vielleicht die Gewinnspanne zu niedrig ist, wenn am Ende der Umsatz – Ladenmiete – Personalkosten betrachtet wird.

Angebotsvergleich

Vom Filmangebot her, können die Videotheken nur teilweise nicht mehr mithalten. Von den neuesten Filmen ausgehend, sind die Videotheken klar im Vorteil! Neue Filme erscheinen oft Wochen vorher exklusiv vor Handel und Online-Anbietern zum Ausleihen. Woran es langfristig mangeln wird, ist die begrenzte Lagerfläche. Einige Filialen betrifft das mehr oder weniger, aber mit immer weiter zunehmender Filmanzahl, werden nicht alle Filme den Weg ins ewige Archiv finden oder nach Jahren aus selbigen aussortiert werden müssen.
Hier haben die Online-Anbieter durch den Ausbau von Servern eindeutig den langfristigen Vorteil, dass sie Filme für solange verfügbar machen können, wie sie selbst existieren. Aktuell arbeiten sie aber immer noch daran, weitere ältere Filme in die sogenannte „Cinemathek“ aufzunehmen, um sie zu komplettieren.

Filiale an der Prinzenallee: Bald Vergangenheit

Trend verschlafen?!

„Man habe den Online-Trend verschlafen“ heißt es durchgängig. Was das allerdings genau heißt, weiß niemand so recht. Ich frage nach: „Wie hätte man dem Online-Trend denn besser entgegenwirken können?“, woraufhin meistens eher Stillschweigen herrschte.

Eine vermeintliche Lösung gab es schon einmal bei manchen Anbietern: Das (Rück)Versenden der Videos per Post. Einfach den Film in den beim Ausleihen mitgelieferten Postumschlag in den nächstgelegenen Briefkasten werfen. Manchmal brachten die Anbieter auch einfach direkt Briefkästen an der Filiale außen an, damit die Kunden auch außerhalb der Öffnungszeiten die Filme zurückgeben können.

Doch das wurde scheinbar nie so richtig angenommen. Die Kosten durch die Postsendung wurden höher, der Verwaltungsaufwand ebenso.
Dass die Briefkästen noch heute ungenutzt im Lager meiner Filiale rumstehen und auf ihren Einsatz warten, verdeutlicht das Scheitern, dem Online-Trend auf diese Art und Weise entgegenzuwirken.

Kurzfazit

Am Ende bleibt mir nur übrig festzustellen, dass es für die Mitarbeiter und mich unbekannte Ursachen-Wirkungen gibt, die sich scheinbar außerhalb unserer Wahrnehmung befinden.
Vielleicht war es auch einfach an der Zeit. Der Name Videothek ist an sich ja schon ein altbackener, schließlich werden Videos schon lange nicht mehr angeboten, seit dem Durchbruch der DVD, die wiederum auch schon vom Nachfolgeformat Blu-Ray langsam abgelöst wird. Vielleicht ist die Bequemlichkeit wichtiger, von der Couch aus Filme auszuleihen, als das nostalgische Gefühl, ein echtes Medium in der Hand zu halten?
Vielleicht ist Videos offline ausleihen auch einfach nicht mehr hip genug?!

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

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Das Grünflächenamt auf dem Magdeburger Platz?!

Auf der Nachbarschaftsplattform nebenan.de waren in letzter Zeit mehrmals Aufrufe von der AG Magdeburger Platz des Stadtteil-Forums Tiergarten-Süd zu lesen. So auch vor vier Tagen: Seit einigen Wochen trifft sich die Arbeitsgruppe Magdeburger Platz des Stadtteil-Forums regelmäßig auf dem Platz und rodet Brennnesseln. Am kommenden Samstag [ heute – 6.5.2017 ab 11 Uhr] nun werden wir dann auf den ersten 200 m² bearbeiteter Fläche säen können, bald werden dort Kornblumen statt Brennnesseln sprießen.
An diesem Tag können wir auch mit weiterer Unterstützung rechnen, da wir uns an dem berlinweiten Aktionstag Berlin machen beteiligen.
Kommen auch Sie, bringen wir Leben auf den Platz, damit wir uns dort wohlfühlen können.

Doch wie wir nun aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, ist heute vielleicht gar nicht sooo viel zu tun oder es sind – im besten Fall – noch viel mehr freie Flächen zum Säen vorhanden. Denn seit einigen Tagen ist das Grünflächenamt-Mitte auf dem Magdeburger Platz tätig. Rupft die Brennnesseln, die doch die AG beackert.

Ob das was mit dem Aktionstag zu tun hat? Der Ankündigung, dass MitarbeiterInnen der Berliner Woche unterstützend mit dabei sein werden? Oder gar mit dem Besuch vom Stellvertretenden Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat Ephraim Gothe bei der Sitzung des Stadtteil-Forums Anfang Mai? Dort wurde er auch auf den Magdeburger Platz angesprochen, denn das Stadtteilforum hat einen ausführlichen Beschluss zu der gesamten Materie erstellt. Seine Antwort war mit Informationen des Grünflächenamtes unterfüttert, dazu später mehr.

Dass der Madgeburger Platz grüne Anteilnahme dringend nötig hat, sah auch HU-Gastblogger Lukas bei einem kurzen Besuch dort vor wenigen Wochen. Hier sein Beitrag:
Der Magdeburger Platz ist seit über 20 Jahren sehr vernachlässigt worden und benötigt dringend eine Umgestaltung. Gartenbau und Pflege sind seit langem eingestellt. In den letzten Jahren ist kaum passiert und Prostitution und Drogenhandel sind allgegenwärtig. HU-Gastbloggerin Steffi schrieb bereits vor einem Jahr darüber einen Artikel

In meinem ersten Artikel  in diesem Jahr schrieb ich über die beiden Landschaftsarchitektur-Studenten Lars und Luisa, die sich mit der Umgestaltung des Magdeburger Platzes in ihren Abschlussarbeiten beschäftigten.

Mit beiden Konzepten in der Hand ging ich daraufhin persönlich zu dem Platz um mir Anwohner-Meinungen einzuholen. Wie reagieren sie auf den Platz und die mögliche Umgestaltung?

Es ist der erste richtig warme Tag in diesem Jahr. So warm, das man sogar nur im T-Shirt draußen sitzen kann . Die Sonne scheint und der Himmel ist strahlend blau. Gegen 14 Uhr, an diesem Märztag, sitze ich auf einer der Parkbänke auf dem Magdeburger Platz und lasse ihn auf mich wirken.

Man sieht, dass hier wenig Arbeit investiert wird bzw. nur das Nötigste. An einer Stellen liegt ein Stapel gesägter Äste, die der nächst kräftige Windstoß vermutlich eh mitgenommen hätte.

Der Platz ist fast menschenleer, Wenige finden den Weg hierher. Gegenüber sitzen 2 Männer, eine Frau stößt mit ihrem Hund dazu. Scheinbar verbringen die drei öfter gemeinsame Stunden auf dieser Bank. Auf einer anderen Bank arbeitet eine junge Frau an ihrem Laptop. Ein Vater schaut seinem Sohn beim Schaukeln zu. Ein Mann schlendert eisleckend über den Platz.

Ich erhebe mich von der doch recht ungemütlichen Parkbank, um dem Skater, der sich gerade eine Zigarette dreht, ein paar Fragen zu stellen. Er ist Mitte 20 und verbringt gerade sein Mittagspause auf dem Magdeburger Platz, da er direkt um die Ecke arbeitet. Auf die Frage hin wie er den Platz findet antwortet er: „Nicht so schön, aber immerhin etwas grün“. Er weiß um die Probleme der Prostitution, groß aufgefallen sind sie ihm jedoch noch nicht (ich schätze tageszeitbedingt). Ich zeige ihm die Entwürfe von Lars und Luisa. „Wäre eine schöne Idee, nur ob sich das wirklich so lohnt ist eine andere Sache?

Ich spreche eine ältere Frau an, die sich gerade auf eine Bank gesetzt hat. Merklich unangenehm ist ihr die Situation und versucht mich abzuwimmeln: „Ich lebe hier erst seit Kurzem, dazu kann ich nichts sagen.“ Ich verabschiede mich höflich und setze mich ein paar Bänke weiter. Nach 5 Minuten kommt sie zu mir und fängt dann doch ein Gespräch an. Ich erfahre, dass sie nur heute ausnahmsweise hier sitzt, da sie krank ist. Normalerweise läuft sie viel oder fährt Fahrrad im Gleisdreieck oder am Landwehrkanal.

Ich frage warum sie so selten auf dem Magdeburger Platz ist, da sie ja direkt um die Ecke wohnt. „Das hier ist Pornografie vom Feinsten. Das ist ja nicht zum Aushalten. Das ist seit 50 Jahren schon so und das wird sich auch nicht mehr ändern“, sagt sie empört.

Ob sich der Magdeburger Platz ihrer Meinung nach verändert hat über die Jahre, frage ich. „In den 60ern gab es hier noch Gartenbau und man hat den Rasen gesprengt im Sommer. Die Pflege wurde aber vor circa 20 Jahren eingestellt.

Sie findet die Konzepte der Umgestaltung ansprechend und fügt hinzu: „Ich würde öfter hier her kommen, wenn es denn schöner wäre“.

Zum Abschied verrät mir die Frau sogar ihren Namen. Elvira.

Entwurf Lars Schöberl

Ich mache noch ein paar Bilder und mich dann auf den Heimweg. Schön ist der Platz nicht. Circa eine Stunde war ich dort und habe nicht mehr als 20 Menschen dort gesehen (und das bei schönstem Frühlingswetter). Auch ich bin der Meinung – hier sollte sich etwas ändern.
Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

Das Bezirksamt und die Entwürfe
Doch wie lautet nun die Reaktion des Grünflächenamtes auf diese Pläne. Misslich am Gestaltungsvorschlag sei – so übermittelt Stadtrat Gothe – dass Tiergarten-Süd gerade als Quartiersmanagement-Gebiet ausgelaufen sei. Dies sei ein ungünstiger Zeitpunkt. Und schließlich sei der Park gerade im Jahr 2000 umgestaltet worden. Im Herbst 2016 sei – auch auf Wunsch der AnwohnerInnen – ein Zaun installiert worden. Ein moderates Auslichten wäre vielleicht möglich. Doch aus Gründen des Naturschutzes sei ein Kahlschlag undenkbar. Und aufgrund der finanziellen Ausstattung des Amtes  sei an eine Beleuchtung und deren Unterhalt nun gar nicht so denken.

Doch so schnell lassen sich die Menschen, die sich seit Jahren hier engagieren, nicht abwimmeln. Das sei eine sehr konkrete Antwort auf einen nicht sehr konkret gemeinten Plan, einen Denkanstoß, um den Platz wieder zu beleben, gibt jemand zu bedenken.

Und da nun einmal ein Stadtrat direkt vor Ort bei den Menschen ist, kommt die Bitte um eine Terminvermittlung bei Bezirksstadträtin Sabine Weißler, zuständig aber nicht terminoffen für Fragen zu Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz im Bezirk Mitte von Berlin.

Das im Weiteren auftauchende * bezieht sich auf die Eröffnung des Zaunes und Pressetermines mit Carsten Spallek und Jürgen Götte, die am 15.8.2016 stattfand. Die beiden Herren erhielten fröhlich bunte Erinnerungsstücke, damit sie sich doch bald wieder auf den Platz betätigen können. Carsten Spallek hat inzwischen in Berlin-Mitte das Ressort gewechselt. Herr Götte ist weiterhin im Straßen- und Grünflächenamt Berlin-Mitte tätig.

Das Statement eines weiteren AG-Mitgliedes: 2000 ist schon eine Weile her. – Hört! Hört! – Heute, im Jahr 2017, sollten sich Leute dafür stark machen dürfen, dass es eine Umgestaltung gibt. Außerdem hat sich die Prostitution anders entwickelt. Immer wenn es Wahltermine gibt* oder ein Stadtrat in den Kiez kommt, werden die Brennnesseln geholt. Wir machen seit Wochen eigene Gärtneraktionen. Wir brauchen kontinuierliche Aktionen und keine Hauruckaktionen vor Politikerbesuchen.

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Das Lidl-Bike – grüne Welle auf der Potsdamer Straße

Gestern gegen 20.30 Uhr fuhr die Critical Mass von Norden her kommend auf die Potsdamer Straße ein. Die BesucherInnen des Gallery Weekends fanden das sehr unterhaltsam. Die abbiegenden Autofahrer – darüber gibt es keine direkten Zitate . Auf jeden Fall hatten die RadfahrerInnen nicht nur den nicht vorhanden Fahrradweg, sondern eine gesamte Fahrspurseite in der kompletten Länge für einige Zeit mit grüner Welle auch bei Rot für sich.

Critical Mass am 28. April 2017

Wie es sich sonst so auf der Potsdamer Straße radelt und dann auch noch mit einem Leihfahrrad beschreibt HU-Gastbloggerin Jette

„ Auto oder Fahrrad?“
Ich wohne am Stadtrand und bin mal wieder viel zu spät dran für mein Seminar in der Humboldt Universität.  Mein Blick wandert zwischen unserem Auto vor der Tür und meinem Fahrrad hin und her: Wie komme ich am schnellsten hier weg? Ich überlege kurz und entscheide mich für mein Rad. In den meisten Fällen ist man in der Berliner Innenstadt so schneller unterwegs als mit dem Auto. Weiterlesen

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Kultursensible Pflege – Wie weit sind wir und wo muss noch nachgebessert werden?

Der demographische Wandel geht auch nicht an den Menschen mit Einwanderungsgeschichte vorbei. Ganz besonders die sogenannten Gastarbeiter*innen der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts sind im pflegebedürftigen Alter angekommen und sehen sich mehr und mehr mit Herausforderungen konfrontiert, ihren Bedürfnissen entsprechende Einrichtungen zu finden.

Dieses Thema wird in den unterschiedlichen Diaspora-Gemeinschaften immer wichtiger und „brennender“ diskutiert. Allem Anschein nach scheinen die sogenannten kultursensiblen Angebote die Nachfrage kaum zu decken. Hinsichtlich des zu erwartenden steigenden Bedarfs wollen wir mit zwei Expertinnen dieses wichtige Thema erörtern und diskutieren. Wie sieht kultursensible Pflege aus? Wieviel Angebote müssen noch geschaffen werden? Wie ist die aktuelle Gesetzgebung hinsichtlich des Faktors Kultursensibilität zu bewerten? Wie wird die weitere Entwicklung in dem Sektor, auch im Hinblick auf die zu uns gekommenen, geflüchteten Menschen, gesteuert werden müssen? Ich wurde von der AG Migration Tempelhof-Schöneberg von Ayten Doğan und Orkan Özdemir eingeladen, um diese und weitere Fragen am 04. April 2017 beim Treffen im Huzur zu besprechen.

Kultursensible Pflege
Aus „Gastarbeitern“ werden Migranten, die nun in ihrem Alter, wie viele, pflegebedürftig sind. Aufgrund ihrer Herkunft, stellt dies jedoch für das Pflegepersonal eine große Herausforderung dar, denn sie müssen immer öfter kulturelle, religiöse und spirituelle Wünsche des zu Pflegenden berücksichtigen. Hier ist die Kompetenz und die Toleranz des Pflegenden gefragt. Es kann sein, dass Sie mit den Wünschen vielleicht nicht so gut vertraut sind. So kann es passieren, dass es zu Missverständnissen kommt, welche die Pflege behindern. Dies kann bei einem Migranten auch ein Gefühl der Diskriminierung hervorrufen. Darum muss kultursensibel gepflegt werden, doch dies ist leichter gesagt, als getan. Es ist wichtig zwischen Kultur, Religion und Nationalität zu unterscheiden, denn beispielsweise ist nicht jeder Türke automatisch Moslem.

Mit der Zeit wurden bereits Fortschritte für eine Bessere Umsetzung gemacht. Migranten werden mehr und mehr in Pflegekonzepte einbezogen. Es werden Pflegekräfte mit Migrationshintergrund eingestellt, die wertvolle Erfahrungen mitbringen und somit auch eine würdevollere Betreuung und Pflege ermöglichen.

SPD Bundestagabgeordnete Mechthild Rawert erklärt, dass es nicht reichlich genug Untersuchungen zu den Kulturkreisen gibt, was eine große Aufgabe ist, um erst einmal die „kultursensible Pflege“ zu verstehen und umsetzen zu können. Wie ist das Familienverständnis? Wie sieht es mit der Männer-/ und Frauenrolle aus? Es kann kein allgemeingültiges Konzept zur Pflege und Betreuung geben.

Eine wachsende Zahl von Altenpflegeeinrichtungen möchten sich migrations-, kultur- und religionssensibel aufstellen. Es wird an einer Projektplanung gearbeitet die unter anderem die Personal-, Qualitäts- und Organisationsentwicklung umfasst. Maßnahmen sollen anschließend in die Strukturen eingebaut und beständig gemacht werden.

 

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Privates und öffentliches Spielen in der Großgörschenstraße

Von HU-Gastblogger Falk

In Berlin gibt es zu wenig Spielplätze, heißt es. Wie ist die Situation in der Großgörschenstraße?


Am Straßenanfang gibt es einen Spielplatz. Ach echt ? Ja, auf dem Dach eines Lidl Supermarkts befindet sich ein selten genutzter, privater Spielplatz, der nur den direkten Anwohnern zur Verfügung steht. Ich selbst habe auch versucht den Spielplatz zu betreten. Leider musste ich mich an einem verschlossenen Tor in einer hinteren Gasse geschlagen geben. Ein anderer Weg hat sich mir leider nicht gezeigt.

Am anderen Ende der Großgörschenstraße gibt es einen weiteren Spielplatz. Diesmal sogar einen öffentlichen Spielplatz, welcher auch wenig genutzt wird. Das ist  jedoch kein Wunder, da sich dieser  zur Zeit nicht in bestem Zustand befindet.

Diskussionen und Beschwerden, die zur öffentlichen Nutzung des Spielplatzes auf dem Lidl Dach führen sollten, haben bisher  nicht zu  Ergebnissen geführt. Bei dem anderen Spielplatz ist bereits bei der Planung die Beteiligung der AnwohnerInnen sehr wichtig, denn das Projekt wird vom Quartiersmanagement Schöneberger Norden betreut.

Am 4. April gab es – nach einer Ideenwerkstatt im März – eine Info-Veranstaltung, um die Ergebnisse vorzustellen. Bei beiden Veranstaltungen ging es darum, bei den Umbaumaßnahmen der Spielanlage konstruktiv mitzuwirken.

Wie sieht unser neuer Spielplatz aus ? 
Momentan befindet sich auf dem Spielplatz ein Geodom, sowie eine Anlage mit alten, unbrauchbaren Fitnessgeräten. So hat eine Abstimmung schließlich ergeben, dass von den bisherigen Geräten, sechs Geräte neu beschichtet und umgestellt werden. Zwei Geräte sollen näher an den Geodom gerückt werden. Die restlichen Geräte sollen dann einen Bereich für richtige Sportfreaks bilden. Dabei sollen 4 Fitnessgeräte weiter verwendet werden. Drei neue Kalisthenie Geräte sollen erneuert werden und dauerhaft in den Bestand aufgenommen werden. Somit ergibt sich ein vielfältiges Bewegungsangebot, damit den Erwachsenen beim Aufpassen auf die Kinder auch nicht langweilig wird.

Falls die Erwachsenen doch lieber nur zusehen wollen, wie  ihre Kinder abschwitzen, ohne selbst auch nur eine Schweißperle zu verlieren, können diese auch ganz einfach Platz auf den Hockerbänken nehmen, welche neu gebaut werden. Damit  der durch die Fitnessgeräte umgeräumte Platz gut genutzt wird und man von den Bänken aus keine Langeweile bekommt, wird gleich daneben eine Tischtennis-Platte gebaut. Diese kann  optional auch als Tisch fungieren. Zusätzlich soll am Eingangsbereich hinter dem Zaun ein weiterer Sitzbereich entstehen.

Graffiti auf dem Spielplatz
Eine weitere interessante Neuerung ist es, dass die umliegenden Mauern, welche dem Bezirksamt gehören, zukünftig für  Graffiti  verwendet werden dürfen. Die Mauern sind zwar jetzt schon voll gesprüht, aber zukünftig sollen die Mauern eine professionelle Übungswand sein. Hierzu hat sich der gerade mal 350 m entfernte  Graffiti Laden Legacy in der Yorckstraße bereit erklärt, junge, unerfahrene Anfänger bei ihren ersten Sprüherfahrungen zu begleiten. Es geht vor allem darum, gewisse Codex Regeln zu beachten. Beispielsweise wann, ob und wie man ein anderes „Kunstwerk“ übersprühen darf. Außerdem lernen die Teilnehmer auch die richtige  Entsorgung der Sprühdosen und weitere Umgangsregeln.

Ausblick
Im Großen und Ganzen wird gehofft, dass so für jeden etwas dabei ist. Auf jeden Fall wird dann schon mal ein Spielplatz ab Herbst 2018 in vollem Umfang genutzt werden können.Der Bau der Spiel – und Fitnessanlage soll ab Frühling nächsten Jahres starten.

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Falk

Portrait über F. M.
Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Kurses Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen des Career Centers an der Humboldt Universität

 

 

F., sein Leben und er

Mein Name ist D. und ich habe heute die Ehre, F. zu interviewen. ‚Wie kam es dazu?‘, fragen Sie sich sicher. Kurzgefasst: Ich habe den lieben Mann am Eingang unserer Redaktion kennengelernt und wir haben uns nebeneinandergesetzt.

Da ich kurz zuvor mit ihm gesprochen habe, hatten wir die Gelegenheit genutzt um uns ein wenig auszutauschen. Nach einem kurzen Wortwechsel erfuhr ich, dass F., genau wie ich, Informatik studiert.

Zu Beginn hatte mich interessiert, warum F. denn Informatik studiert.

F.: „Weil man gute berufliche Aussichten hat.“

[F. überlegt kurz und sieht sich schnell um]

„Weil Informatik die Welt ist. Selbst hier in dem Kurs haben wir PCs und sind auf sie angewiesen. Sogar das Interview. Ohne die Informatik könnten wir dieses Gespräch mit unseren Handys nicht
aufnehmen.“

An der Humboldt Universität zu Berlin läuft zurzeit in der Informatik die Prüfungsphase. Als ich fragte welche Prüfungen er denn so vor sich hat und wie seine Vorbereitungen laufen, erzählte er mir, dass er dieses Semster eine Menge Module belegt.

Auf meine Reaktion, dass es ganz schön viel sei, antwortete er kurzerhand, dass er damit schon irgendwie durchkommt.

Ich lobte ihn und fragte gleichzeigt, ob er denn viel gelernt habe. Seine Antwort kam kurz: „Nö.“

Aber er erzählte mir, dass er letztes Semester sehr viel geschafft hat und fest davon überzeugt ist, er wird es auch nochmal schaffen. Wenn er so viel Gas gibt, dann wird er es ja sehr eilig haben. Mich hat interessiert, was er denn nach dem Abschluss machen will und wie er sein Geld verdienen mag. Darauf kam eine rasche Antwort und er erzählte mir von künstlicher Intelligenz. Die Robotertechnik in der Industrie findet er sehr spannend. Er hat mir von autonomen Fahren berichtet und er erklärte mir warum wir keine Ampeln bräuchten, wenn alle auf selbstfahrende Fahrzeuge umsteigen.

Er wirkte sehr begeistert und bewies wieder, dass Informatik die Welt ist.

Um etwas von dem Fach wegzukommen, stellte ich ihm die Frage, wie er denn seine Freizeit verbringt.

Der blonde Bursche antwortete, dass er gerne verreist. „Am liebsten in die Sonne.“ Er erwähnte, dass er zur abwechslung auch demnächst Snowboarden geht.

Als dann plötzlich mein Magen knurrte, einigten wir uns, dass wir später gemeinsam etwas essen gehen.

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GartenPlausch im Schöneberger Norden

von HU-Gastblogger Uwe

WASSER UND ERDE FÜR DEN SCHÖNEBERGER NORDEN

Graphik: gruppe F

Seit Anfang des Jahres 2017 gibt es den „GartenPlausch“ im Schöneberger Norden. Jeden zweiten Donnerstag im Monat treffen sich KiezgärtnerInnen in der Kiezoase Steinmetzstrasse 68, um zu fachsimpeln, sich erste Informationen zu holen oder sich zu vernetzen. Organisiert werden diese Treffen von der gruppe F, die das Projekt GartenAktiv bis Ende 2018 durchführt.

,,Genüssliche Verführungen“
Der Tagungsraum ist ansprechend mit kleinen lukullischen Genussmöglichkeiten, wie verschiedenen Keksgebäck,  schmalen Käsestangen, Kaffee und Tee, Wasser und Saft  ,,verführerisch“ ausgestaltet worden. Bereits jetzt vermittelt sich mir hier eine angenehme fast heimische Atmosphäre. Da mir noch etwas  Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung bleibt, spreche ich kurz mit Frau Walther: ,,Die gruppeF hat ja einige Projekte in Berlin, an denen sie organisatorisch beteiligt ist, es sind momentan 3 gärtnerische Projekte  wie u.a. das Projekt Brunnengärten im Weddinger Brunnenviertel sowie ein weiteres Gemeinschaftsgarten-Projekt in Staaken.“

Der Sitzungsraum füllt sich gegen 17 Uhr sehr rasch, der Andrang ist so groß, dass die vorhandenen Sitzgelegenheiten zu Beginn der Veranstaltung nicht ausreichend sind. Mehr als 15 Personen – Anwohner und ehrenamtlich Aktive – nehmen an dem Gartenplausch teil.

150 grüne Orte im Schöneberger Norden – kartiert von der Gruppe F für das Projekt Gartenaktiv

Unter den Anwesenden sind auch zwei Mitarbeiterinnen der  Gewobag MB, die für den dortigen Bereich im Schöneberger Norden als Wohn/Hausverwaltung zuständig sind. Zum einen  ist es Frau Silke Jensen, von der Mieterberatung der Gewobag, zum anderen ist es Frau Brigitte Naumann, die zuständige Kundenbetreuerin  der Gewobag für diesen Bereich des Schöneberger Nordens.

Das heutige Hauptthema lautet: Wasser sammeln /gewinnen mit der Gewobag und der gruppe F

Nach den gemachten Erfahrungen der letzten Jahre mit einer, immer wieder aufkommenden Wasserknappheit in warmen Sommermonaten ist seit längerem der Wunsch der Anwohner präsent, für die Pflege von Hoch-Beeten und sonstigen Grünpflanzen und Gemüseanbau,  alternative Bewässerungs-und Wassersammlungsmöglichkeiten zu entwickeln bzw. neue Möglichkeiten nachzufragen. Dabei geht es heute konkret um die Aufstellung von ,,Regenwassertonnen“.

Entstehende Problematiken
Hier treten sogleich erhebliche Probleme auf. ,,Die Gewobag hat mit dieser Art von Projekt noch relativ wenig Erfahrung,“ bemerkt Brigitte Naumann. ,,Auch muss die technische Machbarkeit und die Wartungsverantwortung für diese Wassertonnen für die Erfordernisse der Gewobag –Hausverwaltung sicher gestellt werden.“

Zu beachten ist hierbei unter anderem, dass die Regen –bzw. Wassertonnen nach oben hin nicht offen sein dürfen, da darin dann kleine Kinder verunfallen könnten. Auch müssen diese Tonnen auf versickerungsfähiger Fläche stehen und mit einem Fallrohranschluss an der Hauswand angebunden sein.

Klar, dass die Gewobag generell bereit ist, zur Aufstellung von Wassertonnen. Voraussetzung ist jedoch auch die technische Machbarkeit und das Sicherstellen, wer für die Wassertonnen verantwortlich sein wird. Eine Veranstaltungsteilnehmerin fragt nach, ob die Wassertonnen auch vor dem Haus auf dem Bürgersteig stehen könnten? Die Antwort erfolgt prompt, dass die Aufstellung von Regen-oder Wassertonnen auf der Straße durch die Gewobag aufgrund der Sicherungspflicht im öffentlichen Straßenraum und der erhöhten Vandalismusgefahr keine Zustimmung erhalten kann.

Wasser marsch?
In der Gruppe beginnen nun Diskussionen über die Möglichkeit der Installierung von Wasserhähnen an den Gebäudewänden. Leider sind auch hier die technischen Voraussetzungen nicht unerheblich. Frau Naumann von der Gewobag weist daraufhin, dass bereits viele existierende Wasserhähne zurück gebaut werden mussten.

Gemeinsam mit den ExpertInnen von der gruppeF werden dann weitere Informationen gegeben. Bei der Nutzung von Außenwasserhähnen am Haus müssen diese mit einem notwendigen Wasserrücklaufstopp ausgestattet sein, aufgrund der Legionellen–Gefahr. Denn bei „toten Ecken“ im Wassersystem, wo abgestandenes Wasser verbleibt, besteht die Gefahr, dass sich diese gefährlichen Bakterien bilden. Das Wasser muss also immer im ,,Fluß“ sein. Ein Rücklaufstopp ist notwendig. Auch wird der Einbau von Wasserzählern empfohlen, denn sonst werden die Kosten für’s Blumengießen auf die gesamte Hausgemeinschaft umgelegt. Die entsprechenden Kosten für die regelmäßige Wartung müssten von der gärtnerisch aktiven Nutzergruppe getragen werden.

Ein Teilnehmer stellt resümierend fest, dass die Gewobag generell zum Aufstellen von Regenwassertonnen bereit, soweit die technische Machbarkeit und deren Verantwortung für die Tonnen sicher gestellt werden kann. Die Vertereterinnen der Gewobag und der gruppeF versichern, dass sie diesbezüglich in Kontakt bleiben werden, um die Modalitäten zu klären. Alle Beteiligten sind daran natürlich interessiert und wollen selbst auch am Ball bleiben. Das Thema des effektiven Wassersammelns wird weiterhin ein wichtiger Gesprächspunkt bleiben.

Neben ein paar kleineren anderen Thematiken kommt es zu einem weiteren für mich interessanten, überraschenden, weil nicht angekündigten  Thema: Der Beschaffung und Verwendung von Pflanzenerde. Aber! Wer braucht denn jemals so viel Erde?

Einige der Teilnehmer erwähnen zu Beginn: Den groben Kompost, der aus Grünschnitt des Straßen- und Grünflächenamtes hergestellt wird, kriegen wir ja unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Qualität reicht aber nicht für den Anbau von Nutzpflanzen aus. Letztes Jahr hatten wir ja bereits einen größeren Umfang an Erde aus Aktionsfonds-Mitteln erhalten.“

Lieferung von 5 Tonnen Erde auf einem nur 3,5 Tonnen  tragenden LKW
,,Es wurden uns ja im letzten Jahr  mit einem 3,5 Tonnen LKW  ganze 5 Tonnen zu verwendende Erde geliefert,“ merkt ein Veranstaltungsteilnehmer an. Ich bin ziemlich beeindruckt von der angegebenen  Menge und kann mir nur sehr schwer vorstellen, wie diese Massen an Pflanzenerde Verwendung finden können. Und ob nun wirklich so viel Erde verbraucht werden kann?

Kurz darauf werde ich jedoch diesbezüglich von zwei Anwesenden eines Besseren belehrt: ,,Zu Beginn dachten wir, es sei uns sehr viel Erde geliefert worden,“ sagt eine Gärtnerin. Doch dann sei es doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen.

Neuer Bedarf für 2017: Ganze 15 Tonnen Erde!!
Diesmal liegt der Bedarf allein für diese Initiative locker bei circa 15 Tonnen Erde für das Jahr 2017. Das bedeutet 300% Mehrbedarf, gar nicht schlecht! Im Anschluss wurden von den anwesenden Gärtnern bereits Wünsche für die diesjährige Oberboden-Lieferung an das Projekt GartenAktiv gesammelt. Als spätester Liefertermin für die Erde wurde der 12.05.2017 genannt.

Auch gab es an diesem Diskussionsabend noch weitere sehr interessante Themenschwerpunkte, wie das Durchführen von Bodenproben in bestehenden Beeten sowie die Qualität der gelieferten Erde. Viele Gärtner wollen wissen, ob der Oberboden ,,schadstoffbelastungsfrei“ für den Gemüseanbau verwendbar ist oder aber wie man auch die Herstellung von hochwertiger Pflanzenerde selbstständig in Angriff nehmen kann, z.B. durch das sog. „Kon-Tiki“ System.

Ebenso wurde angesprochen, in wieweit es Pflanzenarten gibt, die wenig Pflege und Wasser benötigen wie z.B. Steppengräser, Lavendel oder auch spezielle Züchtungen. All diese Themen werden zu einem am 13. April beim nächsten GartenPlausch aufgegriffen.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Cnters an der Humboldt Universität zu Berlin.

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Uwe

Vom Schreibtisch in den Seminarraum: Der gebürtige Tempelhofer Uwe hat jahrelang im öffentlichen Dienst gearbeitet, wollte aber immer gerne studieren. Was zunächst nur eine Idee war, ist letztendlich zu einem Bachelorstudium 
der Kulturwissenschaften  und Geschichte an der Humboldt Universität zu Berlin geworden.
Hierbei zeigt er sich ambitioniert: Sobald er die letzten Kurse seines Bachelorstudiums in der Tasche hat, will er noch einen Masterstudiengang absolvieren. „Die Kurse sind so interessant, ich will unbedingt weitermachen!“ Aber bevor das soweit ist, schnuppert Uwe erst einmal in den Online-Journalismus hinein und belegt einen Kurs, in dem er Recherchieren und Bloggen lernt.
Das ist ja das Gute an der Uni: dass man sich ausprobierenund neue Ideen verwirklichen kann. Und Ideen gehen Uwe nie aus. Er ist immer optimistisch und liebt es, Zukunfstpläne zu schmieden. Gerade träumt er davon, während seines Masterstudiums ein Semester im Ausland zu verbringen,„am liebsten in den USA“. Er ist bereits mit dem Wohnmobil durch die Staaten  gereist und war von der Schönheit des Landes begeistert. Besonders fasziniert haben ihn die weiten, unendlichscheinenden Straßen. „Wenn ich daran denke, mit einer Harley über die Highways zu fahren – das will ich unbedingt nochmal machen!“ sagt er und lächelt. 
Am Wochenende lässt Uwe es gern entspannt angehen und schaut sich Filme oder seine aktuelle Lieblingsserie „The Walking Dead“ an. Zombies und Zombiefilme findet er spannend – am liebsten würde er sogar seine bald anstehende Bachelorarbeit über die kulturwissenschaftliche Bedeutung der auferstandenen Toten schreiben. „Was der Prof wohl dazu sagen würde?“ Hoffentlich ja! 
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