Kein Event ohne Luftballons

Von Gastblogger Christoph

Erstellt im Rahmen des Kurses „Online-Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ am Career Center der Humboldt Universität, Sommersemester 2012

Ob beim Berliner Marathon, Parteifesten, Betriebsfeiern und vielleicht auch bei der Eröffnung des Berliner Flughafens, sofern es soweit kommt, feiern die Menschen und überall, wo es etwas zu zelebrieren gibt, sind Luftballons nicht weit von entfernt.

Das wusste die Familie Reisemann bereits schon im Jahre 1955 und eröffnete damals in Friedenau eines der ersten Luftballonfachgeschäfte, denn für das Dekorieren ist die Familie schon immer überregional bekannt gewesen.

Angefangen hat alles mit drei Mitarbeitern und ist nun zu dem Kleinunternehmen BärenLuftballons und einem Team von 20 Leuten angewachsen.

Angesiedelt ist der Betrieb seit den letzten 25 Jahren in der Kurfürstenstraße 31/32 in einem Hinterhof und als ich den bunten Laden betrete, beobachte ich ein geschäftiges Treiben: Zwei Frauen sind sich noch unsicher über Größe und Platzierung des Ballondrucks, eine andere Dame wundert sich über die riesigen silbernen Ballongasflaschen im Eingangsbereich.

Neben Riesen- und Herzballons gibt es auch Figurenballons für jeden Anlass. Sei es ein Ballon in Form eines Brautpaares, realitätstreue Fußballballons oder auch Biene Maja bzw. Langnasen Luftschiffe.

Das Hauptgeschäft wird aber nicht auf der Ladenfläche, sondern im Internet abgewickelt und die Lieferungen werden teilweise bis nach Skandinavien und weiter verschickt, schließlich wird nicht nur in Deutschland gefeiert, erzählt uns die freundliche Mitarbeiterin.

Bei einer Sache wird sie jedoch ernst. „Wenn mir jemand zu meinem Geburtstag einen Ballon schenkt, sehe ich das als einen sehr schlechten Witz“. Seit über 10 Jahren ist sie im Geschäft tätig. „Das Betriebsklima ist sehr angenehm und wo hart gearbeitet wird, wird schließlich auch hart gefeiert“, sagt sie lächelnd. Nach Ballons wird man aber auch auf der Betriebsfeier suchen müssen, wird uns verraten.

Was die skurrilste Veranstaltung war für die Ballons angefordert wurden, frage ich sie und es braucht keine langen Überlegungen. „Einmal hat ein russischer Vater für sein einjähriges Kind eine gewaltige Ballontraube in allen erdenklichen Farben ins Adlon bestellen lassen. Da merkt man schon manchmal, dass die Wertigkeit von Dingen bei manchen Menschen verschoben ist.“

Auf die Frage, wie sie das Quartier Potsdamer Straße und Umgebung wahrnimmt, antwortet die ältere Frau, dass sie lediglich morgens kommt und abends wieder geht. Doch es habe sich schon viel verändert. Immer mehr Künstler und Galerien wandern aufgrund der niedrigen Mietpreise und der Nähe zum Potsdamer Platz in den Westteil der Potsdamer Straße.                          „Früher, als hier noch der Drogenstrich war,  sei es schon ganz schön schlimm und teilweise gefährlich gewesen. Die heutigen Prostituierten stören ja schließlich niemanden. Man grüßt sich, fragt wie das Geschäft läuft – meist schlecht und wünscht sich noch einen schönen Tag.“

Einen und noch viele weitere schöne Tage wünschen wir dem Bärenballon Team!  Auf weitere 57 Jahre farbenfrohe Ballons!

Artikel von Christoph P. geschrieben im Rahmen des Kurses „Online-Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ am Career Center der Humboldt Universität, Sommersemester 2012

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Eine Antwort zu “Kein Event ohne Luftballons

  1. Neulich habe ich erfahren, dass die Luftballons gar nicht mehr in der Kurfürstenstraße bedruckt werden, sondern außerhalb von Berlin, Bestellungen dauern deshalb einen Tag länger. Anwohner sollen sich beschwert haben über den Lärm der Druckerei. Schade, dass funktionierendes Gewerbe aus der Stadt verdrängt wird! Während gleichzeitig Gewerbebauten geplant werden, die keiner will – an der Kurfürsten ein paar Meter weiter auf dem Platz vor Möbel-Hübner.

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