Vollblutunternehmer Keding

Von Gastblogger Jannis

 Aufgaben muss man sich selber stellen“, stellt Henning Keding fest. Seine Lebensaufgabe hat er sich jedoch nicht selbst gestellt. Die fand ihn als er 17 Jahre alt war.

Es begann mit einem Boom in der Fernseh- und Radiobranche. Vater Keding revolutionierte den Reparaturservice in Berlin. Die Männer mit weißen Kitteln, Koffern und Auto schwirrten durch Berlin. Später auch Hamburg, Düsseldorf und Köln. Insgesamt gab es sechs Standorte. In den 50ern war Keding eine feste Größe, das Unternehmen lief wie geschmiert.

Das jähe Ausscheiden des Vaters aus dem Geschäft warf den jungen Keding ins kalte Wasser. „Ein Lösungskonzept musste her,“ sagt er rückblickend. Er reagierte schnell, schloss alle Standorte außerhalb Berlins, genug für einen 17-Jährigen und konzentrierte sich auf das Kerngeschäft – Antennentechnik.  Es galt, sich auf einem hart umkämpften Markt zu behaupten und als vollwertiger Geschäftspartner akzeptiert zu werden. „Ich musste mir einen Bart wachsen lassen“ , auch äußerlich nahm Keding lieber zwei Sprossen auf der Entwicklungsleiter auf einmal.

Nach Jahren des Übergangs und Kampf mit der Konkurrenz, war Keding fähig, den Wandel der Branche frühzeitig zu erkennnen. Er schwang um auf den Vertrieb von Antennentechnik und konnte sich damit schnell am Markt positionieren. Ein Erfolgsrezept war sein Anspruch, auch die ausgefallensten Produkte zu führen und sich abzugrenzen von den „0815 Firmen“.

Antennen und Satellitentechnik für Fernsehen bilden heute das wichtigste Standbein des Unternehmens. Hinzu kam in den 70ern noch die Sparte der Sicherheitstechnik. Keding erarbeitete sich schnell einen guten Ruf, bald fiel sein Name, wenn es um scheinbar unlösliche Probleme ging.

Aus Spezialisierung, Zuverlässigkeit und strategischer Kompetenz entwickelte sich das Unternehmen zu seiner jetzigen Form, der Keding GmbH & Co.KG

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Inzwischen muss Keding nicht mehr an vorderster Front dabei sein, 16 Mitarbeiter zählt er zu seinen Unterstützern. Einige von ihnen sind seit 30 Jahren dabei, andere noch länger: „Ich bin stolz darauf, dass ich manche Mitarbeiter bis zur Rente beschäftigen konnte,“ sagt der Unternehmer, dem der Zusammenhalt und das Wohl der Mitarbeiter sehr am Herzen liegen. Sein Unternehmen lebt von Kommunikation. Er pflegt langjährige Kundenbeziehungen und weiß oft genau, welcher Monteur zu welchem Kunden passt.

Auch wenn Keding inzwischen ein Büro im ersten Stock bezogen hat, um „manchmal meine Ruhe zu haben“ , möchte er sich noch nicht zurücklehnen. Noch steht er lieber im Geschäft und ist nah an allen Vorgängen. Außerdem könne er nicht vor seiner Mutter aufhören, die arbeite mit 89 Jahren schließlich auch noch im Unternehmen. Doch er ist sich sicher, dass Keding Antennen- und Sicherheitstechnik auch nach ihm gut aufgestellt sein wird und zeigt sich zufrieden mit der Meisterung seiner Lebens-Mammutaufgabe.

 

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Sommerkurses 2014 “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen”des Career Center der Humboldt Universität.

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