Wenn Zähne im Kiez Wurzeln schlagen

Von HU-Gastbloggerin Rhonda

„Mitunter sitzt die ganze Seele, in eines Zahnes dunkler Höhle“, hat Wilhelm Busch einmal geschrieben. Dr. Raissa Brandmann stimmt dem zu. Zähne verraten einiges über den Menschen, von dem eigenen Umgang mit dem Körper bis hin zu lang zurückliegenden Kindheitserfahrungen.

brandmannFrau Dr. Brandmann arbeitet in der Zahnarztpraxis Brandmann. Die Praxis in der Potsdamer Straße 160 ist dabei nur eine der insgesamt drei äußert modern gestalteten Praxen in Berlin. Aber sie ist, wenn man so will, das Herzstück. Denn Frau Dr. Brandmanns Schwiegervater, Dr. medic. stom. Jefim Brandmann, gründete direkt gegenüber vor ca. 30 Jahren dort seine erste Praxis. Seitdem gibt es die Brandmanns im Kiez an der Potsdamer Straße, auch wenn die ursprüngliche Praxis zugunsten der neuen geschlossen wurde. Für Dr. Raissa Brandmann ist das etwas Besonderes: Kunden, die schon vor 30 Jahren gekommen sind, bringen heute ihre Kinder mit zum Zahnarzt. Zugleich, betont sie, ist der Kiez lebhafter geworden, sodass immer wieder neue Kunden vorbei kommen, „es ist immer was los!“.

Die Brandmann Praxen sind ein Familienbetrieb. So arbeitet nicht nur Frau Dr. Brandmann und ihr Schwiegervater zusammen, sondern auch die zwei Söhne von Jefim Brandmann, Daniel und Mark, gehören zum Team. Dass sei bei Zahnärzten nicht unüblich, erzählt Raissa Brandmann, auch ihre Eltern sind Zahnärzte.

Für die Brandmann-Praxen ergibt sich durch die generationsübergreifende Zusammenarbeit ein schönes Zusammenspiel: Kiezverankerung, langjähriger Berufserfahrungen und Vertrauen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite steht die Praxis für ein modernes Praxisdesign, permanent technologische Erneuerung, umweltgerechte Materialverwendung und einen guten Internetauftritt (u.a. Facebook, Twitter).

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Besonders aber an den Brandmann-Praxen scheint ihr spezieller Umgang mit so genannten AngstpatientInnen zu sein. „Die meisten unserer ÄrztInnen haben langjährige Erfahrungen mit AngstpatientInnen“, erzählt Dr. Raissa Brandmann. Und auch die ArzthelferInnen haben spezielle Fortbildungen gemacht, wie den PatientInnen ein möglichst angenehmer und angstfreier Praxisaufenthalt ermöglicht werden kann. Auch simple Tricks helfen manchmal schon viel weiter: Filme angucken und Musik hören zum Beispiel.

Die Brandmann-Praxis, so kann man zunächst festhalten, lässt sich besten Gewissens weiter empfehlen.

Nun gibt es jedoch auch bei Zahnärzten jene bösen Vorurteile, die im Hinterkopf schwirren: Zahnärzte, das sind die, die einem das Geld aus der Tasche zocken. Dr. Raissa Brandmann reagiert auf die Frage gelassen. Es gibt immer schwarze Schafe in diesen Berufen, solche die den Kunden 40.000 Euro Rechnungen aufbrummen. Dr. Jessim Brandmann, hat in einem Interview mal gesagt: „Wenn ich Gesundheitsminister wäre, würde ich den Patienten stärker einbinden und die Kosten transparenter machen, um die vorhandenen Ressourcen gerechter zu verteilen.“ Dr. Raissa Brandmann teilt diese Einschätzung. Viele Abrechnungsverfahren seien viel zu kompliziert und erscheinen intransparent. Außerdem sei eine größere Beteiligung der Kassen dringend notwendig.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität

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Eine Antwort zu “Wenn Zähne im Kiez Wurzeln schlagen

  1. Angstpatienten ist so ein interessantes Wort. Wir hatten früher immer einen Familienzahnarzt, der sich um alle gekümmert hat. Sind die Zahnärzte ok, braucht man keine Angst zu haben. Sie geben sich auch meist Mühe, dass man keine Schmerzen empfindet.

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