Ayan Filipino Streetfood: Das ist es!

Von Gastbloggerin Lisa

Seit einem Jahr kann man im „Ayan Filipino Streetfood“ traditionell philippinisch essen gehen und einen besonderen Teil der Potsdamer Straße auf sich wirken lassen.

Von der Potsdamer Brücke aus sind es fünf Minuten Fußweg zum „Ayan Filipino Streetfood“. Vorbei an Carglass, der Galerie Michael Janssen und dem Blumenstudio Bohner. Ein Kontrastprogramm zum aufgedonnerten Potsdamer Platz, von dem ich gerade komme. „Ayan“ lässt sich hier leicht als neuer Laden identifizieren.

Die Schilder sind in hellem Grün mit einer aufgehenden Sonne über dem Namen. Die selbe Sonne, die auf der Flagge der Philippinen abgebildet ist. Drinnen ist es gemütlich, schätzungsweise haben hier 20 Leute Platz.12422345_1007627182606941_1287942275_o

Die Inneneinrichtung ist schlicht gehalten, bis auf die mit Bambus verkleidete Theke und die Decke, die mit Bast verziert ist. Alles selbst gemacht, erzählt mir Bulawan, der Ladenbesitzer. Bulawan ist 30 Jahre alt und hat vor knapp einem Jahr mit einem traditionell philippinischen Streetfood-Laden den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Eigentlich war das ursprünglich gar nicht der Plan, eigentlich wollte er es nach seiner Ausbildung als Hotelfachmann in der Fünf-Sterne-Hotelerie und seiner jahrelangen Arbeit als Barkeeper gemütlich angehen lassen. Zweimal die Woche einen Stand auf einem Streetfood Markt, das hatte er sich überlegt. Aber dann kam es anders, weil ein Freund ihn auf den Laden aufmerksam machte.12422428_1007627172606942_389261652_o
Die Gegend kannte er schon vorher. Sein kleiner Bruder ist hier zum Kindergarten und zur Schule gegangen und den hat er öfters abgeholt. So konnte er auch die Entwicklung beobachten. „Als das noch eine Verlagsgegend war, war hier mehr los. Jetzt ist es schon ein bisschen ruhiger geworden. Auch seit der Tagesspiegel weg ist. Ab dem Varieté Wintergarten Richtung Potsdamer Platz wirkt die Straße jetzt irgendwie dunkler und heruntergekommener.“

Bei einem Blick aus dem Fenster sieht man den „Dalmacija Grill“ auf der anderen Seite der Straße, ein kroatisches Restaurant dessen Reklametafel in beige mit dunkelgrünen Buchstaben eher wie die einer Eckkneipe anmutet. Tatsächlich wirkt es so, als wäre dieser Teil der Straße vergessen worden.

Die philippinische Küche, erklärt Bulawan, vereine viele asiatische Einflüsse, darunter chinesische und malaysische, aber – aufgrund der Kolonialisierung – auch die der spanischen.

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Die Streetbox mit Riesengarnelen am Spieß mit Reis und Papaya-Salat und die Streetbox mit gefüllten Tintenfischen. Dazu gibt es unterschiedliche Soßen: Scharfes Bananenketchup, Soja-Essig-Soße und Chili-Soße.

 

Bulawan hat in seiner Zeit als auszubildender Hotelfachmann umsonst in einer Sterneküche mitgeholfen und sich so einiges abschauen können. Außerdem ist er in den letzten fünf Jahren zusammen mit seiner Frau und seinem Bruder oft auf den Philippinen gewesen – insgesamt zwanzig Inseln von den über 7000 haben sie besucht. Dort hat Bulawan auch gearbeitet. Mal in Hotels, mal in Luxusresorts, mal in kleinen heruntergekommenen Streetfood-Läden. Er wollte so viele Eindrücke wie möglich mitnehmen, um authentisch und original zu bleiben. Denn das sei das Wichtigste, findet er.

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Probiert habe ich das „Ginataan“ im Glas, eine warme, süße Suppe mit  Reisbällchen, Tapiokaperlen und unterschiedlichen Früchten und Wurzeln. Dazu New York Cheese Cake und den Carrot Cake, den der Chef zuvor zurecht als seinen Lieblingskuchen angepriesen hat.

Es sei schade, wenn ausländisches Essen zu sehr an den deutschen Gaumen angepasst werde. „Nicht was die Schärfe angeht, das ist okay, wenn man das etwas angleicht. Aber ansonsten muss man sich schon mal was trauen.“ Es gibt nur zwei andere Läden in Berlin, die auch philippinische Speisen servieren. Traditionell philippinisches Essen ist schwer zu finden. Bei Ayan ist sogar das Bier, das ich zu meiner Hauptspeise trinke, von dort.

Die Gegend wird mir bei längerem aus dem Fenster schauen immer sympatischer, die meisten Menschen kommen von der Arbeit, nur vereinzelt wird flaniert. Ich habe das Gefühl, die Leute sind fast alle in ihr Leben vertieft. Ich kann verstehen, warum man hier einen Laden aufmachen will.

Der Name „Ayan“, mit Betonung auf dem zweiten ‚a‘, ist ein philippinischer Ausdruck, erzählt mir Bulawan. Es bedeute soviel wie „Das ist es!“ und sei damit eine perfekte Beschreibung für das Gefühl, das er hatte, als er zum ersten mal den Laden betrat: „Ich habe das Restaurant gesehen und wusste sofort: Ayan!“

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität.

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