Kategorie-Archiv: IG Potsdamer Straße

„Wir müssen uns vergegenwärtigen, wer das Hausrecht hat.“

Carsten Spallek is not amused.

Der Bezirksstadtrat möchte gerne über seine letzte Erfolgsgeschichte in Tiergarten-Süd plaudern. Vor einem Jahr – kurz vor der Berliner Senatswahl – hatte er den langersehnten Zaun um den Magdeburger Platz eröffnet. Die Gießkanne und Schäufelchen, die ihm damals die AG Magdeburger Platz des Stadtteil-Forums Tiergarten-Süd überreichte ständen bei ihm zu Hause, erzählt er, und erinnerten ihn immer wieder daran, wie er als damaliger Bezirksrat für Bezirksstadtrat für Stadtenwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung hier Gutes her gebracht hätte.

Die Moderatorin unterbricht in sanft. Nun sei ein Jahr später, er – Carsten Spallek – sei inzwischen Stadtrat für Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Schule, Sport und Facility Management sowie zuständig für die Zentrale Vergabestelle. In dieser Funktion sei er zum Stadtteil-Forum eingeladen, ein Kennen lernen soll sein. Der Paul-Gerhardt-Raum ist mit über 30 Forumsmitgliedern und Besucher*innen gut gefüllt. Und dann ist sie da – die Allegro-Grundschule und sie wird zum Hauptthema an diesem Abend Anfang September 2017. Übrigens ist es wieder kurz vor einer Wahl. Dieses Mal im Bund. Das ist aber Zufall.

Ihnen sind Kinder ein hohes Gut
Katja Kaba, Vorsitzende der Gesamtelternvertretung der Allegro-Grundschule, erhält das Wort. „Es ist viel Bewegung und das ist gut,“ schickt sie voraus. Sie redet ruhig und mit Bedacht. Kurz vor den Sommerferien, sei plötzlich das Erdgeschoss gesperrt worden. Die Kinder hätten in den letzten drei Tagen des Schuljahres nachmittags nicht mehr betreut werden können. Dass mit dem lang verhandelten Einzug der KiTa Maulwurf Umbaumaßnahmen anständen, hätten sie gewusst, doch wann es soweit sei, diese Information hätte sie nur sehr kurzfristig erreicht. Eine Umzugsfirma sei gekommen, um die Möbel, die die Lehrer*innen und Schüler*innen nicht selbst transportieren konnten, umzuräumen. Die Volkshochschule sei auch wieder eingezogen. Ja und der Computerraum und auch der Serverraum seien nun verschlossen. Es könnte sein, dass die Schule nun ohne Internet auskommen müsse.

Die Berechnung des Schulentwicklungsplan (2,1 Züge) sei falsch, es seien 2,74 Züge. Die Pläne für den Umbau, noch aufgestellt von der Vorgängerin Sabine Smentek seien im Bezirksamt verschwunden. Es gäbe jetzt auf einmal drei Räume weniger. Daraufhin hätte das Bezirksamt kreativ gerechnet und auf einmal seien die notwendigen Raumgrößen verkleinert worden, so dass auf einmal Räume als Klassenräume gälten, die vorher nicht gezählt worden seien.

Wir begrüßen, dass sich der Bauleiter bei der Schulbegehung im Juli viel aufgeschrieben hat,“ sagt Frau Kaba. „Doch wir würden uns auch freuen, wenn wir nähere Erläuterungen darüber bekämen, ob es einen Zeitplan gibt.“ Der Bauleiter hätte zu bedenken gegeben, dass die Geschwindigkeit des Umbaus sich verzögern können. Dies hänge von der Schulelternschaft ab.

Ich werde hellhörig. Was ist damit gemeint? Eine Arbeitsbeschreibung à la, dass im BA nicht gearbeitet werden könnte, wenn ständig Fragen von den Eltern kämen? Ein Hinweis nun mal Ruhe zu geben. Ich sinniere darüber etwas vor mich hin.

Fläche ist ein wichtiger Rohstoff geworden
Derweil bedankt sich Herr Spallek über die Erwähnung, dass das Bezirksamt und auch er schon mehrfach in der Schule gewesen sei mit verschiedenen Vertreter*innen. Die Schule bekäme mehr Aufmerksamkeit als jede anderen Schule. „Wir haben dasselbe Ziel,“ sagt er, „aber unterschiedliche Rahmenbedingungen. Wenn dann behauptet wird, man sei nicht in Kontakt, dann möchte ich das klar und deutlich zurückweisen. Ich finde es auch nicht okay, wenn dann die Umzugsfirma an der Arbeit behindert wird, erzeugt das Stress und Mehrkosten.“

Herr Spallek spricht von gemessenen und gefühlten Temperaturen, von unterschiedlichen Raumberechnungen. „Natürlich haben sie gefühlt nicht genug Räume, wenn sie Räume abgeben müssen. Doch ob die Anzahl der Räume zu wenig oder angemessen ist, das bestimmt die Schulaufsicht und das ist die gemessene Temperatur. Fläche ist ein wichtiger Rohstoff geworden.“

Er liest aus einem Brief vor, dass der Schulserver in den Ferien verlegt und wieder angeschlossen werden solle. „Es soll noch mal geschaut werden, wie Räume zusammen gelegt werden können. Ich kann mich nur auf das Schulamt beziehen, da kann ich nichts machen, wenn dann auch noch die Senatsverwaltung sagt, dass die Flächen ausreichend sind. Das ist das, worauf ich mich stütze.“

Kommunikation ist manchmal Zuhören ohne zu Hören
Eine Mutter meldet sich zu Wort und bekennt sich, eine Teilnehmer*in an der Behinderung gewesen zu sein. 5 Minuten hätten sie auf der Treppe gestanden, die Umzugsleute hätten derweil eine Zigarette geraucht. Das sei wohl keine wesentliche Störung des Ablaufes gewesen.

Andere Eltern weisen das Argument zurück, dass es anderen Schulen noch schlechter ginge. Oder dass woanders Container stehen und die Schüler*innen aus noch schwierigeren Verhältnissen kämen. Sie weisen darauf hin, dass wir in einem reichen Land wohnten, wo eine gute Schulbildung und Bildungstk doch für alle möglich sein sollten. Außerdem seien auch hier an der Schule die JÜL Klassen mit 26 Kindern so eng besetzt wie an anderen Schulen. Sie seien da alle im selben Boot und würden sich auch gegenseitig unterstützen. Ob es keine Möglichkeit gäbe, den Mangel besser zu verwalten?

In den vielen Jahren, die ich die Schule nun begleite ( von der Fusion Grips- und Fritzlar-Homberg-Schule zur Allegro-Grundschule), den Gesprächen bezüglich der Verkleinerung und des Einzugs der Kita-Maulwurf, den unzählichen Hiobsbotschaften bezüglich Umbauten, Toilettenstrangsanierung und v.m. habe ich begonnen die Allegro-Menschen – von der Schulleitung über Kollegium zu Erzieher*inne zu Eltern mit Schüler*innen – zu bewundern. Dass sie trotz all diesem den Schulalltag nicht nur abwickeln, sondern auch noch viele wertvolle Projekte durchzuführen, Musik, Kunst und Lesen nicht zu kurz kommen zu lassen. Diese Menschen halten sich doch hier täglich auf, denke ich, sie müssen doch wissen, ob Räume zu groß, zu klein, passend für Schulunterricht, für Betreuung oder für Musikunterricht sind. Ich habe den Eindruck, dass das Bezirksamt zwar hört aber nicht zuhört.

Und dann sagt er Herr Spallek diesen Satz. „Wir müssen uns vergegenwärtigen, wer das Hausrecht hat.“

Ich höre diesen Satz als Drohung und sage das auch. Und ich schlage vor, dass der Herr Spallek doch mal einen Monat in der Schule arbeiten solle. Der Vorschlag kommt auf keiner Seite gut an. War ja auch nur eine Idee!

Die Moderatorin zeigt Empathie. Herrn Spallek stände ja wirklich mit dem Rücken zur Wand. Er spricht von Highlander Thematik (?), wiederholt den Begriff Schulplatztsunami, der auf Berlin zukomme, für den er schon vor Wochen kritisiert wurde. Sagt, das mit dem Hausherren sei keine Drohung, kein Downsizen, sondern schlichtweg eine Tatsache. „Sparen bis es quietscht, das sind alles Altlasten,“ sagt er. „Ich habe gelernt, dass Sparen etwas anderes ist als Streichen. Ja es geht um intelligentes Flächenmanagement. Ich habe gelernt, dass die Schülerzahlen steigen. Ich muss versuchen, rechtzeitig die Räume zur Verfügung zu stellen. Schulbau dauert 5 – 8 Jahre. Sagen sie mir später nicht, ich habe beschwichtigt.“

Stadtteilkoordinator Michael Klinnert sieht es anders. „Es geht doch nicht darum, die Mangelsituation weiter zu verwalten. Sondern in Richtung Qualität zu gehen. Es gab die Zusammenlegung der beiden Grundschulen, viel Streit um Bedarfszahlen und Flächenrechnungen. Das haben die Leute hier schon damals damals nicht verstanden. Qualität sollte unsere Zielrichtung sein, besonders bei der Schule. Diese Schule kommt überhaupt nicht zur Ruhe, weil sich ständig etwas verändert. Wir wollen, dass Eltern hier aus dem Quartier ihre Kinder einschulen.“

Und dann kommt mehrmals ein Hinweis von Herrn Spallek, der unbedingt hier dokumentiert werden muss. Der Hinweis darauf, dass doch vielleicht im Lernhaus noch Raummöglichkeiten seien. Nicht sofort, aber vielleicht später. Wenn denn die gemessene Temperatur ebenfalls steigt.

Schulanfang 2017/2018
In der Sitzung der AG Schule im Quartier des Stadtteil-Forums Tiergarten-Süd berichtet Schulleiterin Flemig, dass die Umbaumaßnahmen im Gange seien, doch kaum zu merken sind. „Bisher gibt es keine Lärmbelästigung, denn das Lernhaus ist direkt gegenüber, nicht die Klassenräume. Bisher gab es noch keine Klagen. Die Baucontainer und das Gerümpel, dass ausgeräumt werden musst, ist weg vom Hof. Und ansonsten ist die Tür jetzt halt zu. Wir bekommen nichts mit.“

Das etwas passiert, dass gebaut sei, dass sich die Situation wieder einmal ändere sei zu akzeptieren. Schwierig sei der Schwebezustand.

Chapeau vor dieser Gelassenheit.

Die Wissenswerkstatt der Staatsbibliothek

von HU-Gastbloggerin Martina

Besuch eines Workshop in der STABI

Kennt ihr das?

Wegen  gefühltem Zeitmangel legt der Bibliotheksnutzer oder Student  die Bücher oder Medien für eine anstehende  Fristverlängerung schnell und hastig vor, um danach  möglichst zügig  die Bibliothek wieder zu verlassen. Der ,,durchrauschende “ Leser  verweilt nur kurz in einer Bibliothek und das meistens ohne nach links oder rechts zu schauen.Ich gehörte auch zu den hastigen und durchrauschenden Bibliotheksnutzern,  leider  unbewusst und  regelmäßig beim  Besuch der Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße. 33 in 10785 Berlin.

Die Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin (kurz genannt: STABI )

Auch die vielen örtlichen Ausstellungen und Infos zu verschiedenen Veranstaltungen bei der STABI (Abkürzung für Staatsbibliothek zu Berlin) zogen an mir wie in einem ,,Zeitrausch“ vorbei! Das sollte sich nun endlich ändern! Aus einem jahrelang praktizierten ,,Vorbeilaufen“ plante ich  nun endlich ein ,,Stehenbleiben“ein.

Was steckt hinter einer ,,Werkstatt“ für Wissen?

Ich wollte mich  den interessanten Angeboten der Staatsbibliothek widmen und  vor allem endlich herausfinden, was hinter dem Namen Wissenswerkstatt der STABI steckt? Der Name klang interessant! Ich stellte fest, dass zur  Wissenswerkstatt der Staatsbibliothek  unzählige Angebote wie z.B. Workshop, Werkstattgespräche, Ausstellungen uva. zählen, die in der Potsdamer Straße 33 und im Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek stattfinden.

Diese ,,Wissenswerkstatt“ lag nun  endlich nach längerer Zeit  in meinem Interessenfokus.  Anhand eines Flyers  und einer umfassenden Internet-Recherche entschied ich mich aus dem breiten Angebot der möglichen Veranstaltungen der Werkstattgespräche für den Workshop  mit dem Titel: Publish or perish?,  eine Veranstaltung für Promovierende. Was  versteckte sich hinter dieser Redewendung publish or perish? So recherchierte  ich erstmal vorab im Internet und auf der Seite der STABI.

Diese Redewendung stand  für ,,Veröffentliche oder gehe unter“ und meinte den Druck und die vielen Probleme, den Promovierende  mit ihren Dissertationen u.a.  ausgesetzt sind. Mehr dazu wollte ich nun in dem Workshop erfahren. Denn: Man weiß nie, ob man vielleicht später auch eine Dissertation schreiben möchte? Dieses Wissen könnte dann später nützlich sein.

Wenn es mein  Zeitfenster noch erlauben sollte, wollte ich auch einen Blick in die Ausstellung: ,,Bibel-Thesen-Propaganda. Die Reformation erzählt in 95 Objekten“ wagen.

Zu diesen zwei kostenlosen Veran-staltungen nahm ich gleich einen guten Bekannten mit, der bisher nie Bücher bei der  STABI auslieh, also keinen Benutzerausweis für die Bibliothek besitzt. Das war möglich,  denn die Angebote der Veranstaltungen der Wissenswerkstatt sind für alle Besucher generell kostenlos und nicht an einen Nutzerausweis der Staatsbibliothek gebunden! Den  konkreten Veranstal-tungsraum konnte ich leider auf der Internetseite und Infos der STABI nicht finden.

Blick in die  Ausstellung : Bibel-Thesen-Propaganda

Kurz vor dem Besuch des Workshop, schaute ich mir nun die Ausstellung im Dietrich- Bonhoeffer-Saal an, die im  Foyers der  Staatsbibliothek lag:,, Bibel-Thesen-Propaganda.“ Das Jahr 2017 ist das sog. ,,Luther-Jahr“, es bedeutet 500 Jahre Reformation. Die Ausstellung beinhaltete die Zeit der Reformation durch Martin Luther und seine Thesen. Zu oft bin ich an dieser nur vorbei gesaust. Durch diese Präsentation wurde ich daran erinnert, dass genau vor 500 Jahren die 95 Thesen von Martin Luther in Wittenberg veröffentlicht worden sind und diese weltweite  Veränderungen brachten. Außer mir waren einige weitere interessierte Ausstellungs-Besucher anwesend, die an einer organisierten Führung teilnahmen.

Der Empfang zum Workshop

Von einem der Dozenten der Veranstaltung wurden wir am Informationspunkt der STABI freundlich empfangen: ,, Woher haben Sie die Information für die heutige Veranstaltung?“ wurde gleich zu Beginn erfragt. Alle schon anwesenden Teilnehmer  gaben kurz daraufhin  Antworten und los ging es in einem  ,,zügigen Laufschritt“ zum Veranstaltungsort. Jetzt wusste ich endlich , wo der Workshop stattfindet, im  Hörsaal : Raum 320. 

Der besondere Hörsaal

Endlich bekam ich den Raum zu sehen, der im Internet leider nicht näher beschrieben und ausfindig zu machen war. Es gab keine Karte der Räume  für die zusätzliche Veranstaltungen, nur einen Plan für die  Leseräume. Gleich zu Beginn wurde von den Dozenten auf die besondere Beschaffenheit des Hörsaals : Raum 320 aufmerksam gemacht. Man entschuldigte sich, dass dieser keine Fenster habe und somit eine schlechte Klimatisierung zu erwarten sei.

Als Problem-Lösung wurden einfach 2 Eingangs-Türen des Hörsaals während der gesamten Veranstaltung weit offen gelassen. Das war für mich eine relativ ungewöhnliche,  eine nicht ganz ausreichende, aber verbessernde  Lösung für die Luftzufuhr. Der Raum füllte sich mit vielen Teilnehmern, mit insgesamt 28 Personen, hiervon  waren 22 Frauen und 6 Männer im von mir  geschätzten Altersdurchschnitt von ca. 28-50 Jahren.

Der besondere Hörsaal : Raum 320 ,,ohne Fenster“

Der Workshop  ,,Publish or perish  wurde von 2 Dozenten geleitet, einem wissenschaftlichen Fachreferenten sowie einem  juristischen Mitarbeiter / wissenschaftlichen Bibliothekar, der u.a. für die Erläuterung einiger rechtlicher Problematiken bei der Erstellung und Veröffentlichung von Dissertationen zuständig ist.

Viele interessante Themen, die für Promovierende wirklich wichtig sind wie: ,,Urheberrecht, Verlagsrecht, Bildrecht, Was ist ein Plagiat“? u.va. wurden im Rahmen einer umfangreichen Power-Point-Präsentation mit zusätzlicher Frage-und Diskussionsmöglichkeit von diesen  2  Dozenten vorgestellt. Überraschender Weise waren alle diese Informationen auch für mich, ohne ,,momentane“ Dissertations-Absichten nicht nur für meine generelle Studienzeit sehr hilfreich, sondern auch für das Verfassen meiner wissenschaftlichen Hausarbeiten. Diese Informationen  kommen ansonsten in einem überwiegend generalisierten Bachelorstudiengang  immer viel zu kurz!

Am Ende der Veranstaltung war es auch noch möglich, durch Hinterlassen der eigenen Email-Adresse, alle genannten Infos des Workshops per Mail zu erhalten. Ich war sehr positiv überrascht, dass ich diese wirklich umfang-reichen Infos und Links zu den Themen vollumfänglich erhielt und somit alles nochmal in Ruhe nachlesen konnte.

Mein besonderes Interesse / Fragen

Ich fragte eine Teilnehmerin, die ich in einer von mir eingelegten Pause auf dem Flur traf, ob Sie schon öfter in dieser Veranstaltung war?  ,,Nein, bei dieser zum ersten Mal. Aber ich habe schon andere Veranstaltungen der  STABI  besucht mit internationaler Dozenten-Besetzung. Das war sehr interessant und hat mir gut gefallen.“ Bei einem weiteren Teilnehmer fragte ich nach der Veranstaltung, ob dieser schon ein Verlag für seine Dissertation hat? ,,Nein, leider noch nicht. Deshalb bin ich zu dieser Veranstaltung gekommen, um die entsprechenden Hinweise zu erhalten.“

Im Anschluss der 3 Stunden-Veranstaltung  wurden von mir die Dozenten befragt:,,Wie gut wird diese Veranstaltung besucht, die aus vier verschiedenen Workshop-Teilen  besteht?“ Ich bekam folgende  Auskunft von ihnen: ,, Diese Veranstaltung ist immer brechend voll. Wir hatten sogar schon mehr als 60 Teilnehmer hier!“ Der juristische Mitarbeiter erklärte weiterhin: ,, Diese Art von Workshop für Promovierende  gibt es etwa seit dem Jahr 2013.“ Mich interes-sierte weiterhin, warum für die 2-3 stündige Veranstaltung  keine Pause eingeplant wird, da ich damit etwas Schwierigkeiten hatte: ,, In den ersten Termin stecken wir immer sehr viel Information rein, sodass eine wirkliche Pause nicht möglich ist.“

Eine weitere Fragestellung wollte ich unbedingt beantwortet haben:,,Warum gibt es im Hörsaal denn keine Fenster?“ Daraufhin erklärte mir einer der Dozenten ,,Weil das Gebäude schon etwas älter ist und damals so gebaut wurde.“ Der  wissenschaftliche Fachreferent erweckte den  Eindruck,  damit auch nicht wirklich  zufrieden zu sein. ,,Gab es schon immer zwei Referenten für diesen Workshop?“ war eine meiner weiteren Fragen, denn generell ist man an nur eine vortragende Person gewöhnt. ,,Konzeptionell wurde diese Veran-staltung auf 2 Referenten ausgerichtet, da die einzelnen Fachthematiken auch recht unterschiedlich sind. Für weitere ausführliche Fragen können Sie sich auch an die zuständige Fachmitarbeiterin unseres Referates wenden“. Am Ende meines Interviews wurde mir die Möglichkeit genannt, weitere evtl. zusätzliche Fragen per E-mail oder Telefon beantwortet zu bekommen, da die Dozenten nach dieser langen Veranstaltung nun auch eine ,,Erholung“ benötigten.

Die ,,Kuschelecken“ und viel Entspannung nach dem Workshop im Foyer

Die STABI hat viele Sitzmöglichkeiten, wo man ungestört und in Ruhe verweilen kann, da die gesamte Örtlichkeit über ein großzügiges und weitläufiges Areal verfügt. Leider viel zu selten habe ich diese angenehme Atmosphäre genutzt, so aber an diesem Tag endlich ausreichend Zeit eingeplant. Abschließend wurde beim Verweilen in einer der vielen angenehmen ,,Ruhe-Ecken“ nach der Veranstaltung von mir folgender Entschluss gefasst und  dieser gegenüber meinen Mitbesucher geäußert:,,Die STABI ist wirklich ein Ort zum Verweilen und Erkunden, deshalb beabsichtige ich weitere Veranstaltungen und Ausstellungen zu besuchen. Ab sofort wird mehr Zeit dafür eingeplant!

Mein eingeladener Mitbesucher stimmte dieser Entscheidung positiv zu und sagte, dass er beim nächsten Besuch auf jeden Fall mit dabei wäre, denn auch ihm hat die Veranstaltung und die Ausstellung gefallen und die Ruhe-Ecken erst recht.

Wer möchte, kann während der Öffnungszeiten in der Potsdamer Straße 33, in 10785 Berlin  vorbei schauen und sich auch von dem ,,speziellen älteren Charme“ der STABI und den interessanten Angeboten der Wissenswerkstatt persönlich  ,,überraschen“ lassen!

Viel Spaß dabei!

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GartenPlausch im Schöneberger Norden

von HU-Gastblogger Uwe

WASSER UND ERDE FÜR DEN SCHÖNEBERGER NORDEN

Graphik: gruppe F

Seit Anfang des Jahres 2017 gibt es den „GartenPlausch“ im Schöneberger Norden. Jeden zweiten Donnerstag im Monat treffen sich KiezgärtnerInnen in der Kiezoase Steinmetzstrasse 68, um zu fachsimpeln, sich erste Informationen zu holen oder sich zu vernetzen. Organisiert werden diese Treffen von der gruppe F, die das Projekt GartenAktiv bis Ende 2018 durchführt. Weiterlesen

„Verooonika, der Bagger ist da“ – Familiengarten Kluckstraße in Not

Von HU-Gastbloggerin Kaya

Vorabmeldung: Am Donnerstag, den 14. April zwischen 10 und 16 Uhr wird auf dem Gelände gegärtnert bzw sind GärtnerInnen dabei, das Grün vor dem Baggern zu retten. Wer dabei helfen möchte, geht am besten direkt dorthin und packt an, wo es etwas zu tun gibt. 

Es ist ruhig, dafür, dass wir uns mitten in Berlin befinden. Der Familiengarten in der Kluckstraße ist ein kleines grünes Idyll. Am Zaun hängen Schilder mit Aussagen wie „Wir gärtnern ohne Torf.“ Da juckt mein nachhaltig interessiertes Näschen und ich tauche ab ins langsam aufblühende Grün und lasse die Großstadt hinter mir. Nichts scheint diesem Ort etwas anhaben zu können. Weiterlesen

Biobistro Radieschen

Von HU-Gastblogger Sebastian

Ein Besuch im Biobistro Radieschen in der Pohlstr. 61

Mittagszeit. Zeit für eine gesunde Stärkung! Montag bis Freitag von 9-16 Uhr öffnet das Biobistro Radieschen seine Pforten, um hungrige Büroangestellte, Anwohner und alte Stammkunden gleichermaßen zu verköstigen. Ich durfte mit der Besitzerin Semira Sahyazici über das vegan-vegetarische Konzept ihres Bistros sprechen:

Es ist kurz vor 11 Uhr, die Ruhe vor dem (An)Sturm. Spezialisiert auf den Mittagstisch, findet der Hochbetrieb meistens von 12-14 Uhr statt. Während in der Küche die Vorbereitungen noch auf Hochtouren laufen, beginnen Semira und ich mit unserem Interview. Sie empfängt mich sehr freundlich, alles wirkt hier sehr familiär und vertraut. Noch bevor wir überhaupt zum eigentlichen Interview kommen, fragt sie mich nach meinem leiblichen Wohlbefinden, ob ich nicht gern etwas zu Essen oder Trinken mag und bietet mir einen Powersmoothie an, den ich dankend annehme. Wirklich sehr zuvorkommend und ein Sinnbild für Semiras Ansichten und Überzeugungen, auf die ich im Verlaufe noch zu sprechen komme. Weiterlesen

Der Hörtest – ein Angstauslöser?

von HU -Gastbloggerin Martina

Besuch des Geschäftes ,,Das Hörwerk“ in Schöneberg
Habt ihr euch schon einmal gefragt, ob das Missverstehen von einigen Wörtern wie ,,Stahl oder Schal“ nicht ein ,,Versehen“ sondern ein vermindertes Hörvermögen sein könnte?

Krankenkassen und  Zeitungen berichteten, dass die Schwerhörigkeit in der Bevölkerung massiv zugenommen hat, gravierend auch bei   den Kindern und Jugendlichen. Mögliche Ursachen sind: Dauerhaftes Hören von zu lauter Musik beim Besuch von Clubs / Popkonzerten, aber auch die ,,gefährliche Dauerbeschallung“ über Mini-Kopfhörer wie es u.a. bei dem  Gebrauch von MP3 Playern der Fall ist.

Das Problem mit der ,,aufgeschobenen“  Schwerhörigkeit
Auf meine anfängliche eigene Vorrecherche und Frage  zur steigenden Anzahl von Schwerhörigen in der Bevölkerung, bekomme ich folgende Antwort von der Geschäftsinhaberin ,,Das Hörwerk“: Weiterlesen

„Bin ich schön?“ – fragt die schlitzblättrige Buche im Kleistpark

Von HU-Gastbloggerin Kaya

Naturdenkmale nahe der Potsdamer Straße. „Ahh, Bäume!“ denke ich beglückt, genau mein Thema. Seit einem forstwirtschaftlichen Unikurs und dem Buch von Peter Wohlleben „Das geheime Leben der Bäume“ sind mir meine Waldspaziergänge noch lieber geworden. Bevor ich mir ‚meinen‘ Baum aussuche, sammele ich ein paar Fakten.

Auf der Liste der Berliner Naturdenkmale sind 605 Denkmale verzeichnet. Diese sei aber nicht aktuell, erfahre ich vom Bezirksamt; einige Bäume stehen nicht mehr. Neuausweisungen – so der Fachjargon – gab es wohl 2001 das letzte Mal. Aus der Liste wähle ich ‚meinen‘ Baum. Weiterlesen

Back to the roots – Ein Rheinländer auf den Spuren seiner Berliner Wurzeln

Im Gedenken an Matthias Kühnel
Ich war hoch erfreut, dass Matthias Kühnel 2014 zu einem Interview einwilligte und auch, dass dann der unten stehende Artikel über ihn erscheinen konnte. Denn so offen und hilfsbereit und rührig er im Kiez auch war, so wenig wollte er  – außer im persönlichen Kontakt – im Netz über sich preisgeben. Mit Bildern schon gar nicht. Und auch von seiner Laufbahn als Fotograf kann man nicht finden und das nicht nur damit zu tun, dass er sich der analogen Fotografie verschrieben hatte.

Doch fragte man NachbarInnen und seine MieterInnen, dann war viel Freundliches zu hören. Autoverleih, mit Anpacken bei Umzügen oder Reparaturen, Ratten bis in den Gleisdreieckpark bringen, wenn sie bei ihm im Gewerbehof auftauchten. Weiterlesen

Ahorn muss Platin weichen

Das Stadtquartier Bautzener Straße heimst in den letzten Monaten einen Preis nach dem anderen ein. Es erhielt es die höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ( DGNB) auch Platin-Zertifikat und seit März 2016 ist es Preisträger des Berliner Wettbewerbs KlimaSchutzPartner des Jahres.

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Warum freuen sich die Nachbarschaft denn nun nicht über dieses ökologische, nachhaltige, behutsame Bauvorhaben?

Die Bautzener Brache war als wichtige Biotopflächenanteil ausgewiesen,“ betont A. Bähr, eine der drei Anwohnerinnen, die Ende April eine Einwohnerversammlung zu der Bebauung initiierten. „Hier wuchsen vor den Rodungsarbeiten allein vier verschiedene Ahornarten: Berg-Ahorn, Spitz-Ahorn, Eschen- Ahorn, Rot-Ahorn, neben Weiden, Robinien und Wildkräutern. In der Abendschau am 25. April wurde medienwirksam gezeigt, dass auf dem Dach des Paul Löbe-Hauses ein neuer Bienenstand eingeweiht wurde. Hier, wenige Kilometer südlich davon, holzten sie gerade einen Teil der Bienenweide meiner Völker und der meiner Nachbarimker rücksichtslos ab.“

Seit im Oktober 2012 die erste Informationsveranstaltung zur Bebauung der Bautzener Straße stattfand – also lange bevor klar wurde, welch hohe ökologische Standards die Grünfläche zubetonieren würden – rumort es im Gebiet. Es gab eine Einwohnerversammlung (Mai 2013), die erste Bürgerbeteiligung (September 2014 bis Oktober 2014), im November 2015 lag dann die Auswertung der umfangreichen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und der Eingaben der BürgerInnen vor. Es folgte der zweite Beteiligungsschritt der Träger öffentlicher Belange (Januar 2016 bis Februar 2016), die jetzige Einwohnerversammlung vom 28. April und bis zum 11.5. 2016 läuft noch die Öffentliche Auslegung des B-Plan 7-66VE, bei dem die AnwohnerInnen ihr Recht wahrnehmen können, gegen diese Bauprojekt Einwände vorzubringen.
Einsicht in die Unterlagen
Weitere Informationen zur Situation rund um die Bautzener Brache

Flyer-Bautzener-Brache

Einwände senden an: Amt für Stadtentwicklung Schöneberg, Rathaus Schöneberg stadtplanung@ba-ts.berlin.de

Zwischen diesen Bürgerbeteiligungsterminen waren Investor und Bezirksamt weiter tätig, ohne jedoch bei den AnwohnerInnen den Anschein zu erwecken, dass ihre Einwände eingearbeitet würden. Zu der letzten Einwohnerversammlung am 28. April 2016 erschien nun eine Mannschaft aus circa 20 BezirkspolitikerInnen, ExpertInnen, ArchitektInnen, LandschaftsplanerInnen und dem Investor.

Mit ihnen saßen circa 150 AnwohnerInnen in der Mensa der Havelland Grundschule, um sich zu informieren, an vielen Stellen ein ironisches „Hört, hört“ zu bekunden und an anderen laut ihren Unmut auszudrücken.

Die Kontrahenten kennen sich, viele der Argumente werden seit Jahren wiederholt und ping-pong-mäßig ausgetauscht. An diesem Abend herrscht mal wieder klarer Frust bei den AnwohnerInnen. Denn was ist noch zu erwarten, wenn die Bagger bereits unterwegs sind, obwohl doch das Beteiligungsverfahren noch läuft?

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Anders als auf anderen umstrittenen Bauflächen gibt es auf der Bautzener Brache, einem ehemaligen Eisenbahngelände, keinen Rechtsanspruch des Eigentümers auf Baurecht. Die Brache ist nach wie vor nach §35 BauGB Außenbereich. Ein Baurecht ist an diesem Ort einzig eine Willensentscheidung der Politik und kann an dieser Stelle versagt werden.

Es gibt eine Alternative !
Welche Chance kann in solch einer Situation ein neuer und umfangreicher Alternativvorschlag haben, den Matthias Bauer bei der Einwohnerversammlung vorbrachte erläuterte? Ist es das richtige Objekt am falschen Platz, fragte er und beamte gleich einen Alternativbauplatz auf die Leinwand.

Doch zuvor erläuterte er anschaulich, wie das Gebiet zwischen Landwehrkanal und Sachsendamm in den nächsten Jahren durch Baumaßnahmen verdichtet wird.

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Seinen fundierten Erläuterungen, folgte seine simple Frage. Wie wäre es denn, wenn die Wunderwohnungen ein paar hundert Meter weiter südlich zwischen der Monumenten- und Kolonnenstraße auf dem Gelände der BSR gebaut würden? „Das Grundstück ist ein bisschen kleiner, doch bekommt man ein städtebauliche Kante geschlossen, da ist jetzt eine Lücke,“ erläuterte er. „Es ist nachts ein Parkplatz, der tagsüber leersteht. Auf diese Weise könnte die Bautzener Straße im Grünsystem integriert bleiben.“

BSR

Der richtige Platz für das Bautzener Stadtquartier?

Schade, dass nach 2 Stunden Statements von Experten und circa 25 Minuten Statements durch die BesucherInnen keine Zeit zum Austausch mehr gab. Dann hätte der Ping-Pong-Ball vielleicht die Platte verlassen und hätte doch noch einmal erneut und dann auch anders geschlagen werden können.

Das richtige Projekt
Die Präsentation des Projektes hatte die ersten 45 Minuten der Veranstaltung eingenommen. „Mir ist wichtig, Ihnen noch mal zu sagen, dass wir von der ersten öffentlichen Vorstellung des Projektes, alles so wie vorgestellt eingehalten haben,“ begann der Investor. „Wegen der klimatischen Durchlüftung haben wir viele Sorgen gehabt. Wir mussten höhere Schallvorschriften hinnehmen, was sich auch finanziell nieder geschlagen hat.“ Er sprach von Bioenergie und dass alle Wohnungen mit Abwasserwärme zu heizen seien. Dass er die kontrollierte Wohnraumbelüftung an anderer Stelle kennen gelernt habe und diese nicht nur funktioniere, sondern ihn auch begeistere. Dass man zur Zeit einen Parkplatz für zwei Wohnungen plane und wenn diese nicht gebraucht würden, bereit sei, zusätzlich 600 Stellplätze für Fahrräder zu schaffen. Es gäbe eine Lärmschutzwand wegen der S-Bahn. Man käme über den noch zu bauenden Biomarkt auf der anderen Straßenseite später in den Gleisdreieckpark. „Was wir versprochen haben, wird bis heute eingehalten,“ betonte er zum Schluss noch einmal.

Der Architekt betonte für ihn sei das „Bauvorhaben ein Glücksfall, weil ich hier einen Bauherrn hatte, der Nachhaltigkeit sehr unterstützt hat. Die ganze Energieseite ist so konsequent durchgeführt, wie ich es noch nie vorher gesehen habe.“ Der geplante Supermarkt käme – da unterirdische – ohne unschönen Baukörper aus, die kleinen Läden garantierten eine lebendige Straßenfront. Der Großgörschenplatz würde multifunktional. Und da seien dann ja auch noch die Sport- und Fitnessflächen im Bereich Yorckstraße.

Schöner Supermarkt unter der Erde

Günstige Mietwohnungen würden entstehen, nur 10% seien über 100 qm groß, der Fokus sei auf kleinen bezahlbaren Wohnungen. „Es war ein Glücksfall, dass wir einen Bauherrn haben, der Mietwohnungen baut, die in verantwortlicher Hand bleiben und nicht schnell veräußert werden,“ begeisterte er sich am Ende noch einmal.

Dann sprach eine Landschaftsarchitektin von 13.000 qm Außenanlagen, drei Innenhöfen mit Kleinkinderspielbereich, zwei größeren Spielbereichen, einem Biotopflächenanteil. Die 39 geschützte Bäumen, die gefällt worden wären, würden durch 72 Ersatzpflanzungen kompensiert, plus den 39 Bäume auf der Tiefgarage. Ein Grundstück würde nicht bebaut und dem Park zugeschlagen. Wachsen solle Efeu und wilder Wein, Pflanzen, die über das ganze Jahr blühen und einheimisch seien.

A. Bähr hatte die Argumente der AnwohnerInnen umfassend erläutert.  Unter anderem sagte sie:  „Die Bautzener Brache ist die notwendige Verbindung zum Gleisdreieckpark. Sie ist das fehlende Stück für eine durchgehenden Fahrrad- und Fußgängerverbindung im Grünen. Die Radwegverbindung zwischen dem Südkreuz und dem Potsdamer Platz kann entlang der Bautzener Brache ohne ungünstige Umwege über die Monumentenbrücke geführt werden. Die Bautzener Brache ist Teil der Belüftungsschneise entlang der Bahntrassen. Die Bautzener Brache ist ein notwendiges Teilstück des Biotopverbunds.
Wieso wird der Wert dieser natürlichen Ressourcen in Berlin nicht erkannt und geschützt?
Wieso wird dieses Gelände, für das kein Baurecht erteilt werden muss, an einen Investor verhökert?
Wieso wird nicht ernsthaft an einem grundlegenden Konzept gearbeitet, wie mit den Natur- und Grünflächen, vor allem unter den Bedingungen des Klimawandels und Artenschwunds umgegangen werden sollte?“

Dagegen die Einschätzung von Wolfram Siewert, Landschaftsarchitekt und beauftragt mit der Umweltprüfung: „Die Bilanz hat gezeigt, dass nicht viel wertvolle Sachen da waren. Ein Vergleich mit dem, was geplant wird, hat ergeben, dass es keine Verschlechterung gibt.“ Siewert erläuterte weiterhin, dass Bodenverunreinigungen beseitigt wurden, das Klima keine erheblichen Beeinträchtigungen erführe. Für die Fledermäuse seien jetzt schon Ersatzniststätten geschaffen und dem Girlitz, der unter besonderer Beobachtung in Berlin steht, würde auch nichts passieren.

Warum gerade hier?
Also alles paletti und ein Schelm, wer denkt, dass das Grundstück gegenüber seinem eigenen Baumarkt Hellweg an der Yorckstraße so wertvoll ist, dass Alternativen nie auch nur ansatzweise bedacht wurden?

Wir haben diese Einwohnerversammlung als Anwohnerinnen beantragt, weil wir in den Jahren unserer kritischen Beobachtung der Bauplanung immer mehr den Eindruck gewannen, dass hier entlang der Bautzener Straße unter allen Umständen den Wünschen des Investors entsprochen werden soll,“ bringt A. Bähr vor.“Entgegen aller Einwände der Nachbarschaft, des BUNDs, des Bezirks und der Senatsverwaltung, entgegen Einwände der IHK und der Polizei und anderer Träger öffentlicher Belange soll hier gebaut werden. …. Für uns Nachbarinnen soll der Eindruck entstehen, dass es sich hier um ein Vorzeigeprojekt für den sozialen Wohnungsbau handele, so sehr wird Werbung für das Projekt gemacht, so sehr werden Einwände und Bedenken dem Willen hier zu bauen untergeordnet.

Einwohnerversammlung_Anke Bähr_Präsentation-006

„Wie wird die Wohnqualität sein im Bautzener Stadtquartier?“

Tatsächlich aber handelt es sich hier um ein Projekt eines Privatinvestors, der vor allem ein Interesse hat: Er will auf diesem Grundstück, das bisher kein Baurecht hat und dass er sehr günstig als Brachland im Außenbereich erwerben konnte gewinnbringend investieren. Allein durch die Schaffung von Baurecht wird der Wert der 2,2 ha großen Fläche um mehr als das 10fache steigen. Und dazu verhelfen ihm insbesondere unsere Bezirksstadträtin Frau Dr. Klotz und der Amtsleiter für Stadtentwicklung Herr Kroll, die dem Investor unter allen Umständen Baurecht und die Baugenehmigung verschaffen wollen.

Natürlich sieht der Bezirk das anders. Bereits vor der Veranstaltung war ein sechsseitiges Statement von Bezirksstadträtin Frau Dr. Klotz verteilt worden. Doch aufgrund der vermehrt bei ihrem Vortrag erklingenden Unmutsäußerungen verlas sie dieses nicht vollständig. Hier das Abschlusszitat aus dem Statement, dass sie, wenn nicht wortwörtlich dann doch sinngemäß vorbrachte.

Der vorgelegte Bebauungsplan für das neue Quartier Bautzener Straße wird sicherlich diejenigen nicht überzeugen, die gegen jedweden Neubau auf dieser Bahnbrache sind – so wie an vielen anderen Stellen in der Stadt auch. Innerhalb des vorgegebenen Rahmens (privater Eigentümer, notwendiger Wohnungsneubau, Grünflächenversorgung, Lärmschutzproblematik) stellt der Bebauungsplan einen ausgewogenen Weg dar, der die unterschiedlichen Interessen zum Ausgleich bringt.

Den Wunsch einiger Anwohner_innen dort nicht zu bauen, kann ich zwar nachvollziehen. Eine öffentliche Grünanlage wird aber kein privater Investor auf dem Gelände realisieren und der Bezirk ist dazu nicht in der Lage. Berlin wird in den kommenden Jahren einen deutlichen Bevölkerungszuwachs, vor allem in den Innenstadtbereichen erleben. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und kleinen Haushalten wird größer werden. Hier haben wir die Chance einen kleinen Teil dieser Nachfrage zu befriedigen. Das neue Quartier ist bestens an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und das Radwegenetz wird auch an dieser Stelle ausgebaut. Das vermeidet zusätzlichen Autoverkehr und ist damit ein Beitrag zum Klimaschutz.

Wird es einen Effekt bei diesem Bauvorhaben haben, dass die Welt drum herum sich seit 2012 inzwischen stark verändert hat?

Politik, die die Bewohner nicht befragt, die ist von uns auch nicht mehr gefragt,“ eröffnete ein Anwohner, den Teil der Veranstaltung, auf der BürgerInnen zu Wort kamen.

Können die AnwohnerInnen jetzt nur noch zuschauen, ob ihre Befürchtungen sich bewahrheiten?

Ich wohne seit 16 Jahren in Bautzener Straße 2,“ sagt eine Anwohnerin „direkt gegenüber dem neuen Fitness. Ich glaube, dass wir Wohnungsbau brauchen. Doch warum prüft niemand in dieser Stadt den Leerstand. Wie zum Beispiel im Riemers Hofgarten. Wir brauchen kleine Wohnungen, ich kann aber aus meiner 4,5 Wohnung nicht raus, weil kleinere Wohnungen teurer sind. Und hier in der Bautzener Straße mangelt es an großen Wohnungen.“

Ich bin ein bisschen überrascht über den Tenor dieser Einwände,“ gibt ein junger Mann zu bedenken. „Ich hätte gedacht, dass die Leute hier nicht nur an sich und Grünflächen denken, sondern auch an die Leute die Wohnungen suchen. Wir müssen etwas gegen Verdrängung tun, aber dafür sind privaten Investoren nicht die Lösung.“

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„Wir ändern nichts mehr, auch wenn noch so lange protestieren,“ sagt ein älterer Mann, der von sich sagt, sich früher politisch betätigt zu haben und deshalb aus Erfahrung spricht. „Aus meinem Fenster gucke ich nur noch auf schreckliche Architektur. Die roten Häuser am Lokdepot und jetzt diese Architektur. Was will der Architekt uns damit sagen, mit der Architektur, auf die ich jetzt immer schauen muss.“

Viele sind unzufrieden, mit dem was Dialog genannt wird, aber was viele nicht als Dialog empfinden,“ führt eine andere aus. „Wir wissen von der Wohnungsnot, wir haben jetzt gehört, dass der Gleisdreieckpark verkleinert wird, wir haben gelernt, dass mehr Verkehr kommen. Dann sind da ganz viele offene Fragen. Bei anderen Projekten gibt es ein Controlling, bei dem das Projekt immer wieder mit den sich ändernden Bedingungen abgeglichen wird. Wird es einen Effekt bei diesem Bauvorhaben haben, dass die Welt drum herum sich inzwischen verändert hat?“

Bleiben in diesem Prozess nur Fragen offen?

Paṣam Baklava – Eine Bäckerei aus Tausendundeiner Nacht

Von Gastbloggerin Damjana Panic

Eine der besten Adressen um in Berlin eine leckere türkische Baklava zu genießen, ist das Paṣam Baklava in der Goebenstraße in Schöneberg. Im Schaufenster stehen wunderschöne große türkische Teekannen und erinnern an eine Zeit aus Tausendundeiner Nacht. Betritt man das Geschäft, kommt einem auch schon der süße Duft von frisch gemachtem Baklava entgegen: zehn verschiedene Sorten bietet der Familienbetrieb an. Typisch für die Füllung des türkischen Baklava sind die Pistazien.

Eine süße Sünde aus Tausendundeiner NachtDer Begriff „Baklava“ stammt aus dem Türkischen und hat Verwandtschaft zum Mongolischen mit dem Wort „Wickeln“. Baklava ist ein Gebäck aus Blätter- bzw. Filoteig, und wird je nach Region mit Walnüssen, Mandeln oder Pistazien gefüllt. Roh wird es in diverse Formen geschnitten oder einzeln gefaltet zusammengelegt, gebacken und während es noch heiß ist, mit Sirup aus eingekochtem Zuckerwasser übergossen und zum Abkühlen ruhen gelassen. Traditionell wird das Baklava mit starkem, schwarzem Mokka angeboten, wobei seine Bitterkeit durch die Süße des Baklavas aufgehoben wird. Weiterlesen