Kategorie-Archiv: IG Potsdamer Straße

Über Pfosten und den Radweg Bülowstraße

„Das Alte abgelegt, das Neue angefangen. Wer am Ende Vergangenes versteht, kann Neues erst empfangen.“ Dieser Gedanke, gepostet heute zum Neuen Jahr von der Agentur A-Vitamin aus der Körnerstraße, lenkte meine Gedanken direkt zum Radweg Bülowstraße.

Dies war verständlicherweise keine logische Verknüpfung, eher eine assoziative, weil dieser Radweg sich so lange bewegte zwischen alt/neu, und begonnen/

Radweg Buelow klein 29

Auch schloss sich kein Versuch des Verstehens an, eher ein kurzes Rekapitulieren nach dem Motto: Was als Letztes geschah Weiterlesen

An der Graswurzel der Politik

Die Mediengestalterin Gabriele Hulitschke eckte im Osten immer wieder an, weil sie sich nicht anpassen wollte. Ihre Suche nach Freiheit führte sie ins Ehrenamt.

Eine Frau, viele Ämter

Gleisdreieckpark Berlin, an der Schnittstelle zwischen Ost- und Westseite des Parks, zwischen Kreuz- und Schöneberg. Zwei blonde Touristen mit ratlosem Blick nähern sich der dunkelhaarigen Frau, die dort in der Landschaft herum steht, die Hände in den Taschen ihrer Jeans. Sie suchen das Technikmuseum, in diesem weitläufigen Niemandsland hilft ihnen auch ihr Reiseführer nicht weiter. Gabriele Hulitschke runzelt kurz die Stirn und überlegt, sie streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht; es ist sehr windig. Weiterlesen

Zech und Dombrowsky: zwei Kommunikationsfachleute und ihr Kiez

Zahllose Design-Agenturen, Ateliers und Ausstellungen bevölkern die Berliner Gentrifizierungszentren. Sei es Grafikdesign, Produktdesign oder freie Gestaltung, wer immer einen Fuß in die Stadt der StartUps und Kreativen setzt, formuliert angesichts der Bilderflut oft vorschnell einen Überbegriff. In der Kommunikationbranche ist es nicht anders: „Es ist wie mit der IT-Branche – fast niemand weiß, was dabei eigentlich gemacht wird“ kritisiert Uta Zech.

Zusammen mit dem Betriebswirt und Grafik Designer Walter Dombrowsky führt sie ein Unternehmen, das beide Berufungen miteinander vereint. Die Kombination, bei der viele sich vor Unwissenheit verlegen am Hinterkopf kratzen müssen, ist für die studierte Germanistin und Theaterwissenschaftlerin simpel: Die natürliche Entwicklung einer Idee durch Ausdruck und Darstellung – „man muss sich nur die eigenen Gedankenprozesse genau ansehen.“ Weiterlesen

Vom Anwohner zum Vorsitzenden zum Anwohner

Von HU-Gastbloggerin Makiko

Axel Drenckhan war lange Zeit Vorsitzender der Interessengemeinschaft Potsdamer Strasse. Heute ist er Anwohner und beobachtet das Geschehen aus der Distanz.

Axel Drenckhan kam 1997 als Student nach Berlin, “aus einem ganz kleinen Ort zwischen Hamburg und Berlin.” Damals zog er in das Studentenwohnheim in der Potsdamer Strasse 61 und lernte Dieter Funk von der Joseph-Roth-Diele kennen.

Auch beim Interview sitzen wir in dem gemütlich und liebevoll eingerichteten Lokal neben Touristen und Stammgästen und trinken unsere Spezi. Axel Drenckhan erzählt wie er aus Zufall Vorsitzender der Interessengemeinschaft wurde. „Ich wurde zu einer der Versammlungen vom Quartiersmanagement mitgenommen. Und plötzlich war ich Vorsitzender, weil niemand anders es werden wollte.“ Zehn Jahre engagierte er sich für das Geschehen rund um die “Potse”. Projekte wie der “Kunstkiez Potsdamer Strasse” und “Bücherbasar” wurden in dieser Zeit verwirklicht. Ziel war die Imageverbesserung der Straße, die damals von Drogen, Prostitution, und Leerständen in Wohnungen und Läden geprägt war. “Wir stellten große Pflanzentonkrüge auf, damit hier mehr Grün reinkommt.” Weiterlesen

Vollblutunternehmer Keding

Von Gastblogger Jannis

 Aufgaben muss man sich selber stellen“, stellt Henning Keding fest. Seine Lebensaufgabe hat er sich jedoch nicht selbst gestellt. Die fand ihn als er 17 Jahre alt war.

Es begann mit einem Boom in der Fernseh- und Radiobranche. Vater Keding revolutionierte den Reparaturservice in Berlin. Die Männer mit weißen Kitteln, Koffern und Auto schwirrten durch Berlin. Später auch Hamburg, Düsseldorf und Köln. Insgesamt gab es sechs Standorte. In den 50ern war Keding eine feste Größe, das Unternehmen lief wie geschmiert. Weiterlesen

Haare braucht man für alles: Cocoon-Hairshop

von Gastbloggerin Rocio

2014-08-04 17.10.30

Melion Abraha

Dunkelbraun mit Rotstich“ bemerkt Melion Abraha fachmännisch zu mir, als er mir die verschiedenen Haarfarben seiner KundInnen aufzählt. Um uns herum dreht sich alles um Haare: Echthaar, Clip-ons, Extensions, Perücken, Instant Wave in allen nur erdenklichen Farben. An der Wand stehen zwei große goldene Spiegel, dort flechten Profis die Haarteile nach Wunsch direkt ein. Gerade steht dort sein Gepäck, morgen schon geht es in den Urlaub nach Eritrea, neben Berlin seiner zweiten Heimat. Wir befinden uns im Cocoon-Hairshop in der Potsdamerstraße 199. Draußen rauscht der Feierabendverkehr am hellerleuchteten Schaufenster vorbei. Innen herrscht ein geschäftiges Treiben, in dem sich Melion Abraha freundlich Zeit nimmt, um meine Fragen zu beantworten. Weiterlesen

Auf den Spuren der Salons der 20er

von Gastbloggerin Angelina

Auf den Spuren der Salons der 20er

Image-0089_hochformatAm Eingang Sandstein –Stuckfassade. Durch die Einfahrt warten weiß verklinkerte Hinterhöfe. In hörbarer Nähe die Potsdamer Straße, die den Feierabend durch Busse und Autos einläutet. Hindurch zum zweiten Hinterhof. In den ersten Stock des ehemaligen Maggi-Hauses. Plötzliche Ruhe. In einigen Ecken hört man noch Leute in dem alten industriellen Haus arbeiten.

So auch Ralph Mayer. Er ist noch in einem Gespräch. Die Tür zum Büro steht offen. Ich sehe einen großen Loft. In einem Regal sehe ich zwischen Diercke Atlas, BGB und der Bibel, Kant und Wagners Tannhäuser, Bücher über das MOMA Berlin, über Stillleben und ein dickes Buch über die Potsdamer Straße. Auf seiner Internetseite beschreibt sich Mayer selbst als: „Bekennender Kunstfan, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat.“ Weiterlesen

Der Zufallsjournalist-Dieter Blümmel

von Gastbloggerin Janina L.

Dieter Blümmel, der geschäftsführende Gesellschafter des Grundeigentum Verlages, schlug die Laufbahn des Journalisten durch Zufall ein. Auch der Umzug des Verlages an die Potsdamer Straße war eher eine Zweckheirat, als eine gewünschte Entscheidung.

Der in der Nähe von Heidelberg geborene Journalist, studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie und wollte ursprünglich Lehrer an einem Gymnasium werden. Aufgrund seiner, wie er es nennt, einfachen Familienverhältnisse, musste Dieter Blümmel sein Studium selbst finanzieren.  Er begann in Heidelberg, zog dann aber nach Berlin, wo er circa ein Jahr später – Anfang der 1970ger Jahre im Theater seine journalistische Geburtsstunde erlebte. Weiterlesen

Viktor Grandgeorg – Architekt des Cyberspace

Von HU-Gastblogger Robert

Vor über 20 Jahren hätte Viktor Grandgeorg nicht gedacht, dass JavaScript in solchen Ausmaßen Verwendung finden wird. Die Vorteile und Probleme dieser Scriptsprache waren noch nicht ganz klar, die Webentwicklung steckte noch in den Kinderschuhen.

Inzwischen hat sich innerhalb des Webdevelopments Unglaubliches getan und Herr Grandgeorg ist seit seinem Studium an der Freien Universität in Berlin diesen Weg mitgegangen.  Weiterlesen

Jahrhundertwende an der Potsdamer Straße

Von HU-Gastblogger Pascal

Während eines Interviews mit dem Direktor des Berliner Hotels „Alt-Berlin“ kommen familiäre Geschichte, persönliche Ambitionen und das Hotel an der Potsdamer Straße zur Rede. Wir fingen mit seiner Mitgliedschaft in der Interessengemeinschaft Potsdamer Straße an.

DSC00520Im Innenhof neben den restaurierten Brunnen fand das Interview statt. Es begann mit Fragen um sein Gewerbe. Der Direktor des Hotel Altberlin betont den Charme und das Ambiente seines Hauses. Es ist im Stil der Gründerzeit gehalten, vom Interieur bis zum Kleidungsstil der Angestellten.  Das Hotel ist außerdem Mitglied im „Verbund für historische Gasthäuser und Hotels“ und gleichzeitig das einzige aus Berlin. Seine Eltern sind Gesellschafter des Hotels, speziell seine Mutter hatte die Idee für das Ambiente im Stil der Jahrhundertwende. Von ihr stammt auch „Rikes Gasthaus“, wo Gäste mit den preußischen Rezepten seiner Urgroßmutter gespeist werden. Rikes Gasthaus ist im Hotel ansässig. Weiterlesen