Category Archives: Essen und Trinken

EBE ANO – Nigerian Soul Food

Afrikanisch, kreativ, einzigartig.

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Valentine Nnamani | Foto: Carmen Jasmyn Hoffmann

Verwinkelt und dennoch gut besucht zeigt sich das Ebe Ano in der Pohlstraße. Im rustikalen Ambiente, mit grob verputzten Backsteinwänden, lockt das interkulturelle Unternehmerpaar mit einer bunten Vielfalt an traditionell nigerianischen Gerichten. Fleischesser, Vegetarier und auch Veganer finden im Ebe Ano das Passende: „Soul Food” im afrikanischen Gewand – im Ebe Ano isst die Seele mit. Als einziges nigerianisches Restaurant in Berlin ist es ein Treffpunkt für die nigerianische Community geworden, findet aber ebenfalls Anklang bei den zahlreichen Kulturen, die auf der Potsdamer Straße verkehren. „Es ist genau das, was wir wollten“, sagt Valentine Nnamani, der bereits auf Sylt als Koch arbeitete. Seit 2009 führt Nnamani mit seiner Frau – das italienische Temperament des Restaurants – den Laden. Und er läuft immer besser: Mundpropaganda und gute Erfahrungen der Gäste lassen das etwas entlegene Ebe Ano aufblühen. Nicht zuletzt wegen der Mischung aus traditioneller Küche, die Nnamani in kreativen Variationen weiterentwickelt und so Tradition und Moderne verzahnt.

Geheimtipps_Ebe Ano_KartePohlstr. 52, 10785 Berlin
Telefon: 030 47 38 45 90
www.ebe-ano.de | info@ebe-ano.de
Ebe Ano auf Facebook

Montag bis Freitag 12.00 bis 23.30 Uhr
Samstag 15.00 bis 24.00 Uhr und Sonntag 15.00 bis 23.00 Uhr

 

Text: Göran Halit

Kein Bock auf Bockwurst?

Pauls Deli

Von HU-Gastblogger Hannes. Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Winterkurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität.

Es gibt sogar Club Mate. Was aussieht wie ein schickes Café in Mitte, ist die Caféteria der Paul Gerhardt Diakonie. Im Raum nebenan treffen sich Bewohner des anliegenden Altersheimes mit ihren Rollatoren. Es gibt Sandwiches und Wok-Gerichte, im Kühlregal stehen Smoothies.

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Und alle helfen mit

Von HU-Gastblogger Carsten.

Der 2003 gegründete, gemeinnützige Verein “Förderverein der Allegro-Grundschule e.V.” besteht aus Lehrern, Erziehern, Eltern und Freunden der Schule. Alle 56 Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und auch die Kinder können sich aktiv einbringen. Die Mitglieder versuchen die pädagogische Arbeit an der Schule in allen Bereichen möglichst gut zu unterstützen und zu fördern. Dafür wurden mehrere Projekte und Aktionen ins Leben gerufen, denen noch viele weitere folgen sollen.

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Da die Allegro-Grundschule nur Gelder vom Staat über einen immer geringer werdenden Etat verwalten darf, wurde der Förderverein ins Leben gerufen. Dieser darf im Gegensatz zur Schule auch Spenden sammeln und damit gezielt Projekte mit Geldern außerhalb dieses staatlichen Etats finanzieren.

Der Verein beschränkt sich jedoch nicht nur auf Finanzielles. Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit ist die aktive Beteiligung am schulischen Geschehen. Durch die enge Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern lässt sich der Lernweg der Kinder deutlich besser fördern. Ausdruck findet diese Zusammenarbeit z. B. in Form von Projekten zur Erlernung einer ausgewogenen Ernährung schon während der Schulzeit.

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Porträt von Sophia

Das Porträt ist entstanden im Rahmen des Winterkurses “Online-Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität.

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Das Eis ist gebrochen, als ich Sophia nach Australien frage: neun Monate Work’n’Travel nach dem Abi, die Ostküste entlang, drei Wochen Sydney, Arbeit auf einer privaten Pferdefarm, zwischendurch jede Menge Ausflüge, dann Brisbane und dreieinhalb Monate auf einer Bananenplantage. „Fließbandarbeit”, klagt Sophia, doch ihre Stimme lässt vermuten, dass sie das im Nachhinein nicht mehr so schlimm findet: „Das Hostelleben war sehr bereichernd”.
Auf ihrer Tour schreibt sie einen Reiseblog, „für meine Familie, unter anderem, um ihnen nicht ständig am Telefon berichten zu müssen, wo ich bin.”
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Helmut Millan – Ein Schwabe Auf Umwegen

…. ein Portrait von HU-Gastblogger Henrik

Mehr als 250 pedalbetriebene Taxis rollen durch Berlin. Ihre Fahrer erleben die Stadt anders als Fussgänger oder Autofahrer. Einer von ihnen ist Helmut Millan aus Mitte.  Er fährt seitmehr als 14 Jahren Rikscha-Taxi in der Hauptstadt. Hierher verschlagen hat den gebürtigen Schwaben aus Ulm vor fast 30 Jahren die Liebe: „und dann bin ich da geblieben“ sagt er.Helmut Millan Berlin Rikscha Tours

Mittlerweile ist der 54 jährige verheiratet und hat einen 6 jährigen Sohn, welcher öfters mit der Rikscha in die Kita gebracht wird, was er „sehr genießt“. Denn Papa ist Gründer sowie Geschäftsführer bei Berlin Rikscha Tours,  „einem der führenden Anbieter für Stadtrundfahrten “ aus Berlin Mitte. Er fährt Touristen und Berliner bis zu 19 Stunden täglich sicher und gemütlich durch den Großstadtdschungel, getreu dem Motto: „Der Luxus der Langsamkeit“.

Angefangen hat der gelernte Einzelhandelskaufmann dabei nach einem Bandscheibenvorfall 2000 im Velo-Taxi, allerdings sind chinesische Rikschas „schneller, leichter zu warten, sie sind wendiger, besitzen eine Federung sowie einen Rundumblick“.

Seine Lieblingsstrecke verläuft durch den idyllischen Tiergarten, hier kann man abseits der lauten Strassen die Natur genießen und auch mal mit den Gästen reden während der Fahrt. „Wenn man nicht mit den Gästen ins Gespräch kommt hat man den falschen Beruf“ sagt der ausgebildete Stadtführer. Sogar seine Frau Alexandra lernte Helmuth über einen Fahrgast in seiner Rikscha indirekt kennen.

Auch im Fernsehen war er schon zu sehen, bei einem Kurzauftritt im ZDF Film Bella Familia an der Seite von Andrea Sawatzki. Seine Passion gilt aber nicht dem Film, sondern dem Reisen: Er lebte zeitweise in Australien und hat mit der transsibirischen Eisenbahn China erreicht, wo er fast ein Jahr lang blieb und die Menschen sowie ihre Kultur zu schätzen lernte. „Vor allem das Essen hat mich stark geprägt“ sagt er. Sein Favorit: Chau-Tse. Von exotischeren Speisen wie Tiger-Phönix-Suppe (Suppe mit Katzenkopf), lies er dann aber doch lieber die Finger … und „down under“ kostete er unter anderem Känguru und Krokodil.

Auch wenn er am liebsten noch den Rest der Welt erkunden würde, vor allem Afrika und Südamerika, schlägt sein Herz ganz und gar für Berlin. Er engagierte sich im Bürgergremium Quartiermanagement Tiergarten Süd und ist aktives Mitglied in der Interessengemeinschaft Potsdamer Strasse sowie der IG Friedrichsstrasse. Dabei steht er der Modernisierung des Viertels durchaus positiv gegenüber, es entstehen ja schließlich auch „sehr schöne und viele neue Bauten hier“.

Privat schiebt er eher eine ruhige Kugel, vorzugsweise in einer Snooker-Bar. Seit 1985 spielt er erfolgreich diese Variante des Billards, war sogar schon bei verschiedenen nationalen Meisterschaften dabei. Der Snooker-Tisch dürfte neben diversen Büchern und seiner Familie übrigens auch keinesfalls auf einer einsamen Insel fehlen.

Bestechende Fischküche – Mediterranes in der Potsdamer Straße

Geschrieben von HU-Gastblogger Ulrich

In der Theke des Atlantik Fischladen in der Potsdamer Straße 166 liegen 50 verschiedene Fischsorten. Im angrenzenden Restaurant werden diese zu unterschiedlichsten Gerichten verarbeitet. Stammgäste lieben die täglich wechselnde Fischsuppe.

 

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Zuerst gab es den Fischladen, ein kleiner Raum mit mediterranem Flair, bunten Farben und Seefahrer-Dekoration. Zwei Jahre später kam das Restaurant hinzu, ein ebenfalls kleiner Raum, vor dem zur Winterzeit die Gäste in einem improvisiert wirkenden Plastikvorbau sitzen. In der warmen Jahreszeit hingegen stehen die Tische des Restaurants über den Vorbau hinaus weit zur Straße hin. Das hat seinen eigenen Charme: Es trägt dazu bei, dass man sich während des Besuchs wie in einer Oase der Erholung inmitten des hektischen Treibens auf der viel befahrenen Potsdamer Straße fühlt. Continue reading

Von Autos zu Wein zu Genuß & Kunst

Geschrieben von Gastbloggerin Laura

Einst ein netter Kfz-Verleih mit kleinem, aber feinem Weinregal – heute ein reiner und noch feinerer Weinhandel – „Autos und Weine“ wurde 1981 von drei jungen Freunden gegründet. Werner Puzicha – einer der Männer der ersten Stunde – ist heute der Geschäftsführer.

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Werner Puzicha betreibt zwei Weinläden

Der Weinhandel wurde so erfolgreich, dass man sich ausschließlich ganz  diesem Geschäft widmen wollte. So wurde die Autovermietung im Oktober 2012 – nach mehr als 30 Jahren – beendet. Den Namen „Autos und Weine“ behielt man bei – er hatte sich über diese lange Zeit einfach etabliert und eingeprägt – ganz besonders natürlich bei den Stammkunden. Continue reading

Die asiatische und afrikanische „Macht“ im Tiergarten

Geschrieben von HU-Gastblogger Clemens

Die asiatische und afrikanische „Macht“ im Tiergarten

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Für viele Menschen bedeutet asiatisch Essen einfach nur Ente süß-sauer, Chicken Curry oder Sushi und von der afrikanischer Küche kennen viele nicht einmal ein Gericht. Ein Besuch bei „Asia Might“ in der Kurfürstenstraße 33 kann da Abhilfe schaffen, denn den Betreibern – die daneben das sri-lankische Restaurant AaDAVA in der Bergmannstrasse 27 betreiben – liegt die internationale Küche am Herzen.

Das „Asia Might“ ist ein nun schon seit fast zehn Jahren bestehender asiatischer und afrikanischer Supermarkt. „Might“ ist englisch und heißt übersetzt „Macht“. Ganz im Sinne der schillernden geschichtlichen Bedeutung der Kurfürstenstraße besteht mitten im Tiergarten somit eine asiatische und afrikanische „Macht“.

Warum sind Sie vor gut zehn Jahren gerade an die Kurfürstenstraße gezogen?
Weil die Kurfürstenstraße sehr zentral gelegen ist und so für alle gut zu erreichen ist. Unsere Kunden, auch viele Stammkunden, kommen aus allen Teilen Berlins, daher ist eine zentrale Lage besonders wichtig.

Wie setzt sich denn Ihre Kundschaft zusammen? Ist diese national und international?
Unsere Kundschaft ist durchmischt, zu ihr gehören aber auch Botschafter. Viele Fahrer der Botschafter kommen aus Sri Lanka und kennen unseren Laden und empfehlen uns sogar.

 Warum gerade eine Kombination aus „Asia“ und „Afro“ Supermarkt? Ein Geschäft ließe sich doch auch mit ausschließlich asiatischen oder ausschließlich afrikanischen Erzeugnissen füllen.
Asia Might 3Zunächst haben wir ausschließlich asiatische, insbesondere sri-lankische Produkte angeboten. Das afrikanische Angebot hat sich erst mit der Zeit entwickelt. Erst als wir auch die afrikanische Küche kennen gelernt haben, haben wir mehr und mehr Produkte in
unserem Laden angeboten.

Was bieten Sie denn für Spezialitäten der asiatischen und afrikanischen Küche an?
Wir bieten Fisch, Fleisch – auch Halal-Produkte, da viele Afrikaner Muslime sind –, Gemüse, Wurzeln, natürlich Reis und vieles mehr. Wir verkaufen zum Beispiel die Blätter der Süßkartoffel – die oft für Eintöpfe und Suppen verwendet werden –, Rinderhaut bzw. -füße und Pansen. Oft gekauft werden auch Okra und Maniok.

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Und was genau sind Okra bzw. Maniok?
Okra ist eine Gemüsepflanze, dessen Schoten gegessen werden. Sie erinnert geschmacklich an grüne Bohnen. Von Maniok werden hauptsächlich die Wurzelknollen als Nahrungsmittel verwendet, die z.B. wie Kartoffeln serviert werden können. Aber auch die Kügelchen im Trend-Getränk Bubble-Tea bestehen aus Tapioka, der Stärke der Maniokwurzel.

Wenn auch Sie diese exotischen Spezialitäten testen wollen, dann schauen Sie doch einfach im „Asia Might“ in der Kurfürstenstraße 33 vorbei. Die Öffnungszeiten sind: Mo-Sa 09:00-22:00 Uhr.

Super Meister – Tiergarten Fleischer

Von HU-Gastbloggerin Iryna

Wann waren Sie das letzte Mal beim Fleischer? Zum Teil ist es schon eine vergessene Erfahrung, die mit der Erscheinung von Supermärkten in den Hintergrund getreten ist. Falls Sie jedoch kein Vegetarier sind und ein nettes “Retro-Einkaufen” genießen möchten, ist ein Besuch bei der Fleischerei Staroske in Tiergarten-Süd genau richtig.

Schwein, Kalb, Hühnchen, Wurst, Sülze, Schinken. Alles steht hier bereit zur Verfügung und wartet, gekauft und gekostet zu werden. Nach der langen Überlegung, ob Ihnen heute Gulasch oder Spagetti Bolognese lieber wäre, stellen Sie fest, dass ein paar Wiener Würstchen auch nicht schlecht wären. Diese Selbstverständlichkeit der großen Auswahl ist zumindest für eine Person nicht so selbstverständlich – für den Fleischer.

Herr Staroske ist der Inhaber der Fleischerei Jörg Staroske an der Potsdamer Straße 116 und dazu natürlich ein Fleischer. Den Betrieb hat er von seinen Eltern übernommen, die im Jahre 1981 von der Pohlstraße hierher umgezogen sind. Und nun kann man hier schon mehr als 30 Jahre die Leckereien genießen.

In diesem grotesken Gebäude, wo einmal Marlen Dietrich gewohnt hat, geht es sehr früh los. Um 4 Uhr morgens stehe ich auf/dann wird das Geschäft aufgebaut/dann kommen die Heimtiere/diese müssen zerlegt werden/später wird das Ganze geschnitten/sortiert/verwurstet/ach ja und dazwischen muss man auch beim Verkauf aushelfen, erzählt Herr Jörg Staroske von seinem Alltag.

Dass der Alltag des Fleischers nicht nur auf das Fachgeschäft und Würstchenherstellung eingeschränkt ist, zeigt auch das Foto an der Wand, das unwillkürlich die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auf dem sind nämlich Herr Staroske, sein Team und Kanzlerin Angela Merkel zu sehen. Das war ein Sommerfest, wo wir auch unsere Waren verkauften und Frau Merkel einen Rundgang gemacht hat, erklärt Herr Staroske bescheiden.

An der anderen Wand hängen weitere Beweise eines vielseitigen Lebens des Geschäfts an der Potsdamer Straße 116: Urkunde vom Fleischerwettbewerb. Vielleicht ist dieser einem nicht so bekannt wie die Olympiade, aber durch solche Aktionen entsteht eine objektive Meinung über die angebotenen Produkte. Und diese sind in der Fleischerei Staroske mit der Auszeichnung für die gute Qualität versehen.

Die Fleischqualität ist ja immer so eine Frage. Wenn man zu Hause den Kühlschrank öffnet, könnte der „angenehme“ Geruch schon darauf hinweisen, dass es mit dem Ding nicht alles stimmt. In einem Wettbewerb läuft alles natürlich ganz anders. Da arbeitet eine Fachjury, die Fleischproben skrupulös analysiert und auswertet.

Aber sogar die Fleischer werden nicht nur zu riechen ausgebildet:

Fleischstruktur/Farbe/Geruch/Trockenheit/Beschaffenheit der Fasern gehören zu den wichtigsten Kriterien einer guten Fleischware. Herr Staroske meint, das Ganze werde gelernt und sei mit der Zeit viel schneller erkennbar.

Um eine Fleischerei zu betreiben, muss man aber nicht nur gut riechen können, sondern auch Kontakte knüpfen. In so einer großen Menge von Fleischherstellern ist es einfach, sich zu verlieren. Benutzung von Antibiotika, die Lebensbedingungen der Tiere, die Schlachtung. Alles muss berücksichtigt werden, wenn man will, dass die Waren gut ankommen.

Wir arbeiten mit unterschiedlichen Bauernhöfen aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und teilweise Mecklenburg-Vorpommern. Sie sind alle streng kontrolliert und verzichten auf jede Art von Antibiotika, verrät Herr Staroske. Dies beantwortet vielleicht den Neugierigen ihre Frage, wie man so lange erfolgreich das Geschäft betreiben kann. Herr Staroske teilt netterweise auch seine Meinung mit: Was muss man machen um Erfolg zu haben? fragt er nochmal nach. Ganz simpel: grundanständig arbeiten, gute Waren produzieren, menschlich passen.

Naschpirat – Wahre Fruchtgummischätze im Schöneberger Kiez

Von HU-Gastblogger Sascha Lawrenz

Der Naschpirat hat seine Piratenspelunke mitten im SchönebergerKiez – in der Bautzener Straße 14. Naschpirat, so bezeichnet sich Emmanuel selbst – auch sein eigens gegründetes Fruchtgummilabel heißt so. In seiner Spelunke, also dem Ladengeschäft in der Bautzener Straße, beherbergt er wahre Fruchtgummischätze. Ansporn für den Autor genug, sich ein eigenes Bild davon zu machen.

Das ist Emmanuel – oder eben der Naschpirat

 

Der Naschpirat ist 43, gelernter Schauwerbegestalter, der auch mal Kommunikationswissenschaften in Potsdam studiert hat und sich später mit seinem Fruchtgummilabel, das auch Naschpirat heißt, selbstständig gemacht. „Pirat sein ist meine Lebenseinstellung und das schon seit dem ich ein kleines Kind war“ befindet Emmanuel selbst, der eine Piratenflagge am Revers trägt und einen Totenkopfring am Mittelfinger. Pirat sein meint bei Emmanuel übrigens richtig Pirat sein, dass sieht man auch an seinem Ladenlokal und an seinem „Äußeren“, ein bisschen schräg eben. Vielleicht auch eine Erklärung, woher das Pirat in “Naschpirat” stammt.

Betritt man das Ladenlokal – oder eben die Spelunke – in der Bautzener Straße, nimmt man sofort einen süßlichen Geruch war. Es duftet nach allerlei Gummibärchen und Ähnlichem, schon recht angenehm. Warum er eigentlich in der Bautzener Straße gelandet ist, so gar nicht zentral und in vermeintlicher Kundennähe, ist ganz einfach: „Es war ein Zufall, weil ich dringend Lagerräume gesucht habe“, stellt Emmanuel beiläufig fest. Seine Fruchtgummis werden unter anderem auch auf Wochenmärkten verkauft, die Standutensilien lagert er dafür auch in der Bautzener Straße.

Das Innenleben der Spelunke

 

Die Fruchtgummis sind „nichts von der Stange“ und eben auch „nichts für jedermann“, da sie in kleineren Tüten besonders gestaltet und verpackt werden. So gibt es auch süße Tüten zu speziellen  Themen, die sich besonders als Geschenkideen eignen: Geburtstage, Hochzeiten, Feste. Außerdem noch fast einen Meter lange Gummischlangen, saure Totenköpfe und und und. Um es mal abzukürzen: Die gewöhnliche Tüte mit Goldbären kann da nicht mithalten – was aber auch nicht gewollt ist. „Hier gibt es nur Sachen, die es im Supermarkt so nicht gibt“ stellt Emmanuel stolz fest. Natürlich sind die Preise dann auch nicht wie im Supermarkt, aber Stammkunden wüssten selbst diese zu schätzen.

Die Fruchtgummis werden nur aus dem europäischen Ausland bezogen – vermehrt wird auf Fruchtgummis wert gelegt, die frei von Gelatine sind und nur mit natürlichen Inhaltsstoffen auskommen. Um das Geschäft effizienter zu betreiben, könnte Emmanuel auch einen Teil aus China bestellen. „Da ich aber nicht 20 E’s in meinen Produkten enthalten haben möchte, kommt das gar nicht in die Tüte“, stellt Emmanuel überzeugt fest. Deswegen wird es in der Zukunft auch nur beim europäischen Ausland bleiben – und auch da achtet er auf die Qualität.

Geballte Vielfalt von Fruchtgummis

 

Verkauft wird nicht nur im Lokal in der Bautzener Straße, sondern auch auf Wochenmärkten. Da ist einfach der Bezug zum Kunden. Deswegen steht er auch wöchentlich auf dem Winterfeldtmarkt und bringt die Fruchtgummis unters Volk.

Insgesamt lohnt sich ein Besuch schon – wenn man eine Fruchtgumminascherei der besonderen Art sucht. Wer sich vorab mal ein Bild vom Naschpiraten machen möchte, kann sich ein Video davon auf youtube anschauen.

Einen Bezug zur Piratenpartei übrigens streitet der Naschpirat vehement ab: „Ich bin politisch neutral“, sagt Emmanuel, „obwohl die Piratenpartei schon einmal angefragt hatte, etwas gemeinsam zu kreieren“. Pirat sein ist für Emmanuel aber ein Lebensgefühl und keine Modeerscheinung.