Category Archives: Essen und Trinken

Eis Vannini – Eisdiele und Pizzeria

TRADITIONELL. ITALIENISCH. FAMILIÄR.

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Foto: Carmen Jasmyn Hoffmann

Rasant geht es zu an der Schwelle von Kreuzberg und Schöneberg. An der Ecke Pallas und Postdamer Straße lockt das Eiscafé Vannini mit kreativer Sortenvielfalt aus eigener Herstellung. Ein buntes Angebot mit herzlich familiärem Charakter. Und das bereits seit den frühen siebziger Jahren. Der Relaunch vor einigen Jahren brachte neues Leben in die Potsdamer Straße 172 – und auch in den gelernten Maler und Lackierer Fabian Incannova. Die Rezepte bringt er aus der Heimat mit, variiert sie leidenschaftlich und veredelt die traditionellen Rezepte mit jungem Erfindergeist. “Eis ist mein Leben”, gesteht der Fabian Incannova. Genau das wissen auch seine Kunden zu schätzen: Seine Passion zum Eis spiegelt sich in jeder Kugel wider. Im multikulturellen Schöneberg kommen auch seine Gäste aus vielen Ländern dieser Welt. Das Eis und der familiäre Charakter des Cafés lässt sie immer wieder erscheinen. Mit Pizza hat er das Angebot erweitert. Fabian und seine Frau Seda Incannova bringen den La-den voran, die gute Seele des Betriebs ist aber seine Mutter: „Sie strahlt, sie brüllt und liebt ihre Gäste.” ( Text: Göran Halit )

Geheimtipps_Eis Vanini_Portrait_KartePotsdamer Str. 172, 10783 Berlin

Telefon: 030 216 84 57

Montag bis Sonntag 9.00 bis 23.00 Uhr

Joseph Roth in Berlin: Modernität aus der Retrospektive

Offensichtlich ziehen sich die Resultate urbanen Wandels durch die Potsdamer Straße: Neue Ausstellungen in der ehemaligen Druckerei des Tagesspiegels, unzählige Casinos, die mit ihrer Werbung die Erdgeschosse prachtvoller Altbauten bedecken und, bei der Kreuzung zur Goebenstraße angekommen, Sozialbauten: parzellierte Hochhäuser, bei denen die dicht aneinander liegenden Balkons abwechselnd von Satellitenschüsseln verdunkelt, von tropischen Gewächsen überwuchert oder in dem kargen Grau des Betons gehalten sind. Die Eindrücke können zweifelsfrei begeistern. Angesichts der zusammenhangslosen Mischung fragt sich der ein oder andere Spaziergänger jedoch auch mal: Wo bin ich hier eigentlich?

Joseph Roth, 1926

Joseph Roth, 1926

Berlin beherbergt zahllose passionierte Flaneure, die sich von dieser Vielfalt nicht beirren lassen. Im letzten Jahrhundert haben einige von ihnen ihre Eindrücke der Stadt für die Nachwelt festgehalten. Heute noch liefern uns die Stadtchroniken von Walter Benjamin oder Franz Hessel eine detaillierte Sicht auf die Entwicklungsgeschichte von Berlin. Einer dieser Flaneure war Joseph Roth. Niemanden hat das zusammengewürfelte Gesicht der Stadt mehr gestört als den Schreiber, der in den Zwanzigern auch die Potsdamer Straße bewohnt hat.

Er liebte die Individualität und hatte einen Hang zum Mystischen, aber wenn die Geschichte und die Herkunft eines Individuums in kunterbuntem Mischmasch untergeht, fand seine Faszination keinen Ansatz mehr. Ob loyale Kriegsveteranen oder Nachfahren eines Adelsgeschlechts, begünstigt durch den Monarchen: Die Protagonisten in Joseph Roths Romanen haben diesen bewussten und meist ehrenhaften Hintergrund. Aber je frommer und gewissenhafter ihre Ursprünge, desto härter prallt ihre indolente Gesinnung auf die Grausamkeit der Gegenwart. Und damit ist keine Zeit gemeint, die ein Historiker versucht nachzusinnen – es ist die Zeit eines Epikers mit starrem Blick auf aktuelles Zeitgeschehen. Der Leser spürt diese zeitliche Spannung und eine sehnsüchtige Nostalgie in dem melodischen Prosa vom „Radetzkymarsch“, „Hiob“ oder dem „Hotel Savoy“. Die Lektüreerfahrung geht über den Schreibstil hinaus und die inhaltlichen Dissonanzen scheinen den pulsierenden Nerv einer Metropole heute noch genauso akkurat zu treffen wie das Berlin in der kulturellen Blüte der Zwanziger.

„Berlin ist ein Labor der Moderne“

JosephRothDiele

Joseph-Roth-Diele, Potsdamer Straße 75

Wenig scheint sich an dieser Feststellung geändert zu haben. „Die Spannung bei Roth gibt’s natürlich heute noch“ erklärt ein Kellner aus der Joseph-Roth-Diele, die vor zwölf Jahren im Nachbarhaus von Roths Unterkunft gegründet wurde. „Heute ist es eben mehr ein gesellschaftlicher Konflikt.“ Dabei deutet er auf die Prostituierten, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite dem Verkehr auf der Potsdamer Straße zuwinken. Es sind Eindrücke von einer sozialen Baustelle, von einem Schauplatz neuer Konflikte und kultureller Kollisionen – das im Licht der Kerzen und Kronleuchter schillernde Restaurant, tapeziert mit Büchern und Zitaten, bleibt ein vereinzeltes Kleinod im Geiste Roths Lieblings-Gaststätte, „Mampes gute Stube“.

Was heute eine Vielzahl unterschiedlicher Ursprünge und Kulturen ausmacht, war zu Zeiten Roths eine Spannung zwischen Kriegsflüchtigen aus allen Teilen Europas, Rückkehrende aus russischer Gefangenschaft und einem sich anbahnenden Nationalsozialismus. Aber Roth hat nie Kritik an kultureller Vielfalt geübt. Sein Blick hat die Probleme vielleicht deutlicher gesehen als wir heute dazu in der Lage sind:

„Die Fassade der neuen Zeit macht mich unsicher“

Mit dieser Anmerkung versehen veröffentlicht Roth einen Artikel über Architektur in der Münchner illustrierten Presse, 1929. Durchgehend aus der Ich-Perspektive berichtet Roth emotional aufgeladen von seiner Abneigung gegen den Eklektizismus der Moderne: Ein Kabarett, das man auch für ein Krematorium halten könnte, ein Kino, das in der Hast einer bevorstehenden Reise mit einem Bahnhof verwechselt wird. Wir können heute an seinen Erfahrungen aus der Metropole anknüpfen, die sich nicht darum bemüht einen kohärenten Stil zu bewahren: „Man kannte genau die Gesetze der Verlogenheit und agnoszierte unfehlbar den Ersatz, wo man das Echte erblickte.“

Neben den stilistischen Divergenzen nährt sich Roths Abneigung gegen Berlin auch am zwischenmenschlichen Umgang. In dem Artikel, „Bei den Heimatlosen“, den er 1920 für die die Neue Berliner Zeitung geschrieben hat, behandelt Roth die Menschlichkeit oder eher die Unmenschlichkeit, mit der Emigranten und Asylbewerber in Berlin konfrontiert werden. Grammatikalisch verschrobene Reverse, unumgängliche Bürokraten und modrige Behausungen – Hindernisse, die heute noch den Einwanderern ihr Asyl nicht gerade einladend gestalten. Die Zeit liest aus der Artikelsammlung von Joseph Roth in Berlin“  konsequenterweise heraus, dass er „für die falschen Sorgen der Gutbetuchten (…) nur Verachtung übrig“ hat. 

Ein Bekenntnis zum Gleisdreieck

Berlin ist zusammengewürfelt. Das ist keine Kritik an der Internationalität oder der Vielseitigkeit der Stadt. Es ist eine Tatsache – nur der Umgang damit scheint Roth unbeholfen. Menschliche Kooperation, einen genauen Blick auf das Umfeld und eine sinngemäße Weiterentwicklung des Bestehenden proklamiert er für die Rettung von Berlin. In seinem Artikel über das Gleisdreieck singt er deshalb eine Hymne auf die Technisierung: 

Gleisdreieck 1912

Gleisdreieck um 1912, Berlin

„Man müsste sich mit Inbrunst zu ihrer Grausamkeit bekennen, in ihren tödlichen Wirkungen die Ananke sehen und viel lieber nach ihren Gesetzen untergehen sollen als nach den Humanen der sentimentalen Welt glücklich werden.“

Heute verziert eine Parkanlage die glänzenden, eisernen Adern der Stadt und wir müssen uns erneut fragen: Ist das genuine Charisma einer Stadt im Gestaltungs- und Projektwahn verloren gegangen? Und noch entscheidender: Ist die Eigenheit in der Architektur, in der Kunst und der technischen Entwicklung von Berlin sogar eine Voraussetzung für die Offenheit gegenüber anderen Kulturen und den wachsenden Menschenmassen? – Joseph Roths Beschreibung seiner Gegenwart beantwortet es unverkennbar: Ja!

Ein Gedanke, den Joseph Roth vor 90 Jahren in der Frankfurter Zeitung in seinem poetischen Stil der Berichterstattung manifestiert hat, lässt uns heute erneut die Ideale und Trends unserer Zeit überdenken. Spannung, Pessimismus, Eigenheit – sie haben ein exaktes Gesicht der Zeit gezeichnet und eine Kritik formuliert, die nicht an Aktualität verloren hat.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Centers der Humboldt Universität

von HU-Gastblogger Vincent

Tuk Tuk – indonesisch durch und durch

TRADITIONELL. VERWURZELT. VERMITTELND.

Geheimtipps_TukTuk_Portrait

Foto: Carmen Jasmyn Hoffmann

Christian Adelius hat das Tuk Tuk 2012 übernommen. Und so hält der ge-
lernte IT-Manager ein traditionsreiches Restaurant am Leben. Seit den Achtzigern besteht das Tuk Tuk – es ist das älteste indonesische Restaurant Deutschlands, für das gehobene Qualität und Tradition zum Markenzeichen geworden sind. Seine Mitarbeiter kommen aus Indonesien, seine Rezepte und Gewürze bleiben indonesisch, das Ambiente bleibt indonesisch – durch und durch traditionell, sodass auch der indonesische Botschafter regelmäßig einkehrt. Eines haben beide sogar gemeinsam: Sie wollen Vermittler sein von Kultur und Tradition. Der eine auf politischer Ebene, der andere über die Gastronomie. Erfahrung hatte er keine: „learning by doing” heißt die Devise. Seine IT-Kenntnisse sind hier äußerst hilfreich – Marketing macht er online und verzahnt die neu erlernten gastronomischen Kenntnisse mit seiner Basis. Eine gute Mischung für einen harten Kampf um einen Platz an der Sonne. Die Konkurrenz an asiatischen Alternativen ist in der Metropole groß. Doch seine Motivation ist ohnehin nicht nur eine wirtschaftliche – Adelius möchte die indonesische Kultur und Tradition bewahren. Die Potsdamer Straße ist der richtige Ort dafür, findet Adelius. Hier sieht er viel Potenzial – auch in Zukunft. ( Text: Göran Halit )

Geheimtipps_TukTuk_KarteGroßgörschenstr. 2, 10827 Berlin
Telefon: 030 781 15 88
info@tuk-tuk.de
www.tuk-tuk.de
Montag – Donnerstag, Sonntag 17.00 bis 23.00 Uhr
Freitag – Samstag 17.00 bis 24.00 Uhr

Vom Anwohner zum Vorsitzenden zum Anwohner

Von HU-Gastbloggerin Makiko

Axel Drenckhan war lange Zeit Vorsitzender der Interessengemeinschaft Potsdamer Strasse. Heute ist er Anwohner und beobachtet das Geschehen aus der Distanz.

Axel Drenckhan kam 1997 als Student nach Berlin, “aus einem ganz kleinen Ort zwischen Hamburg und Berlin.” Damals zog er in das Studentenwohnheim in der Potsdamer Strasse 61 und lernte Dieter Funk von der Joseph-Roth-Diele kennen.

Auch beim Interview sitzen wir in dem gemütlich und liebevoll eingerichteten Lokal neben Touristen und Stammgästen und trinken unsere Spezi. Axel Drenckhan erzählt wie er aus Zufall Vorsitzender der Interessengemeinschaft wurde. “Ich wurde zu einer der Versammlungen vom Quartiersmanagement mitgenommen. Und plötzlich war ich Vorsitzender, weil niemand anders es werden wollte.” Zehn Jahre engagierte er sich für das Geschehen rund um die “Potse”. Projekte wie der “Kunstkiez Potsdamer Strasse” und “Bücherbasar” wurden in dieser Zeit verwirklicht. Ziel war die Imageverbesserung der Straße, die damals von Drogen, Prostitution, und Leerständen in Wohnungen und Läden geprägt war. “Wir stellten große Pflanzentonkrüge auf, damit hier mehr Grün reinkommt.” Continue reading

Sofram – Mediterrane Kochkunst

Leidenschaftlich, routiniert, erfinderisch.

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Seher Yavuz | Foto: Carmen Jasmyn Hoffmann

Es klingt so einfach, wenn Seher Yavuz von ihrem persönlichen Erfolgsrezept spricht: „Frisch und jeden Tag neu“ – so kocht Yavuz im Sofram. Die Karte wechselt täglich, denn gekocht wird, was der Markt hergibt und die Inspiration hervorbringt. Insider wissen das nicht nur, sondern wissen es vielmehr zu schätzen. Die Karte mit wechselnden Hauptgerichten, allerlei Kleinigkeiten, aber auch einer Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten lockt die Gäste immer wieder in ihr Restaurant. Mediterran mit türkischem Akzent: Leidenschaft und Erfahrung kitzeln immer wieder neue Kreationen aus der Köchin und Gastronomin heraus. Seitdem sie 13 ist, fasziniert sich Yavuz für das Kochen. Auch der erste unternehmerische Rückschlag hat sie und ihren Mann nicht aus der Bahn geworfen, als die Wende ihre Gäste in die „Mitte” lockte – mit Kampfgeist haben sie das Sofram aufgebaut: In der Potsdamer Straße wird das Sofram geschätzt, denn Qualität und Atmosphäre münden in gute Kritiken. Natürlich ist ihr klar: Ohne gute Planung, die Yavuz als treibende Kraft des Soframs selbst übernimmt, und die Nähe zu ihren Gästen kommt kein Gastronom voran, der sich nicht auf einen Niedrigpreiskampf einlassen möchte: „Ich wünsche mir, dass die Menschen wissen, dass ich das alles mit viel Liebe mache“. Die meisten wissen es bereits. ( Text: Göran Halit )

Geheimtipps_Sofram_Karte

Potsdamer Straße 137, 10783 Berlin
Telefon: 030 219 64 168
rizi@web.de

Montag bis Sonntag 10.00 bis 24.00 Uhr

EBE ANO – Nigerian Soul Food

Afrikanisch, kreativ, einzigartig.

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Valentine Nnamani | Foto: Carmen Jasmyn Hoffmann

Verwinkelt und dennoch gut besucht zeigt sich das Ebe Ano in der Pohlstraße. Im rustikalen Ambiente, mit grob verputzten Backsteinwänden, lockt das interkulturelle Unternehmerpaar mit einer bunten Vielfalt an traditionell nigerianischen Gerichten. Fleischesser, Vegetarier und auch Veganer finden im Ebe Ano das Passende: „Soul Food” im afrikanischen Gewand – im Ebe Ano isst die Seele mit. Als einziges nigerianisches Restaurant in Berlin ist es ein Treffpunkt für die nigerianische Community geworden, findet aber ebenfalls Anklang bei den zahlreichen Kulturen, die auf der Potsdamer Straße verkehren. „Es ist genau das, was wir wollten“, sagt Valentine Nnamani, der bereits auf Sylt als Koch arbeitete. Seit 2009 führt Nnamani mit seiner Frau – das italienische Temperament des Restaurants – den Laden. Und er läuft immer besser: Mundpropaganda und gute Erfahrungen der Gäste lassen das etwas entlegene Ebe Ano aufblühen. Nicht zuletzt wegen der Mischung aus traditioneller Küche, die Nnamani in kreativen Variationen weiterentwickelt und so Tradition und Moderne verzahnt.

Geheimtipps_Ebe Ano_KartePohlstr. 52, 10785 Berlin
Telefon: 030 47 38 45 90
www.ebe-ano.de | info@ebe-ano.de
Ebe Ano auf Facebook

Montag bis Freitag 12.00 bis 23.30 Uhr
Samstag 15.00 bis 24.00 Uhr und Sonntag 15.00 bis 23.00 Uhr

 

Text: Göran Halit

Kein Bock auf Bockwurst?

Pauls Deli

Von HU-Gastblogger Hannes. Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Winterkurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität.

Es gibt sogar Club Mate. Was aussieht wie ein schickes Café in Mitte, ist die Caféteria der Paul Gerhardt Diakonie. Im Raum nebenan treffen sich Bewohner des anliegenden Altersheimes mit ihren Rollatoren. Es gibt Sandwiches und Wok-Gerichte, im Kühlregal stehen Smoothies.

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Und alle helfen mit

Von HU-Gastblogger Carsten.

Der 2003 gegründete, gemeinnützige Verein “Förderverein der Allegro-Grundschule e.V.” besteht aus Lehrern, Erziehern, Eltern und Freunden der Schule. Alle 56 Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und auch die Kinder können sich aktiv einbringen. Die Mitglieder versuchen die pädagogische Arbeit an der Schule in allen Bereichen möglichst gut zu unterstützen und zu fördern. Dafür wurden mehrere Projekte und Aktionen ins Leben gerufen, denen noch viele weitere folgen sollen.

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Da die Allegro-Grundschule nur Gelder vom Staat über einen immer geringer werdenden Etat verwalten darf, wurde der Förderverein ins Leben gerufen. Dieser darf im Gegensatz zur Schule auch Spenden sammeln und damit gezielt Projekte mit Geldern außerhalb dieses staatlichen Etats finanzieren.

Der Verein beschränkt sich jedoch nicht nur auf Finanzielles. Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit ist die aktive Beteiligung am schulischen Geschehen. Durch die enge Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern lässt sich der Lernweg der Kinder deutlich besser fördern. Ausdruck findet diese Zusammenarbeit z. B. in Form von Projekten zur Erlernung einer ausgewogenen Ernährung schon während der Schulzeit.

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Porträt von Sophia

Das Porträt ist entstanden im Rahmen des Winterkurses “Online-Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität.

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Das Eis ist gebrochen, als ich Sophia nach Australien frage: neun Monate Work’n’Travel nach dem Abi, die Ostküste entlang, drei Wochen Sydney, Arbeit auf einer privaten Pferdefarm, zwischendurch jede Menge Ausflüge, dann Brisbane und dreieinhalb Monate auf einer Bananenplantage. „Fließbandarbeit”, klagt Sophia, doch ihre Stimme lässt vermuten, dass sie das im Nachhinein nicht mehr so schlimm findet: „Das Hostelleben war sehr bereichernd”.
Auf ihrer Tour schreibt sie einen Reiseblog, „für meine Familie, unter anderem, um ihnen nicht ständig am Telefon berichten zu müssen, wo ich bin.”
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Helmut Millan – Ein Schwabe Auf Umwegen

…. ein Portrait von HU-Gastblogger Henrik

Mehr als 250 pedalbetriebene Taxis rollen durch Berlin. Ihre Fahrer erleben die Stadt anders als Fussgänger oder Autofahrer. Einer von ihnen ist Helmut Millan aus Mitte.  Er fährt seitmehr als 14 Jahren Rikscha-Taxi in der Hauptstadt. Hierher verschlagen hat den gebürtigen Schwaben aus Ulm vor fast 30 Jahren die Liebe: „und dann bin ich da geblieben“ sagt er.Helmut Millan Berlin Rikscha Tours

Mittlerweile ist der 54 jährige verheiratet und hat einen 6 jährigen Sohn, welcher öfters mit der Rikscha in die Kita gebracht wird, was er „sehr genießt“. Denn Papa ist Gründer sowie Geschäftsführer bei Berlin Rikscha Tours,  „einem der führenden Anbieter für Stadtrundfahrten “ aus Berlin Mitte. Er fährt Touristen und Berliner bis zu 19 Stunden täglich sicher und gemütlich durch den Großstadtdschungel, getreu dem Motto: „Der Luxus der Langsamkeit“.

Angefangen hat der gelernte Einzelhandelskaufmann dabei nach einem Bandscheibenvorfall 2000 im Velo-Taxi, allerdings sind chinesische Rikschas „schneller, leichter zu warten, sie sind wendiger, besitzen eine Federung sowie einen Rundumblick“.

Seine Lieblingsstrecke verläuft durch den idyllischen Tiergarten, hier kann man abseits der lauten Strassen die Natur genießen und auch mal mit den Gästen reden während der Fahrt. „Wenn man nicht mit den Gästen ins Gespräch kommt hat man den falschen Beruf“ sagt der ausgebildete Stadtführer. Sogar seine Frau Alexandra lernte Helmuth über einen Fahrgast in seiner Rikscha indirekt kennen.

Auch im Fernsehen war er schon zu sehen, bei einem Kurzauftritt im ZDF Film Bella Familia an der Seite von Andrea Sawatzki. Seine Passion gilt aber nicht dem Film, sondern dem Reisen: Er lebte zeitweise in Australien und hat mit der transsibirischen Eisenbahn China erreicht, wo er fast ein Jahr lang blieb und die Menschen sowie ihre Kultur zu schätzen lernte. „Vor allem das Essen hat mich stark geprägt“ sagt er. Sein Favorit: Chau-Tse. Von exotischeren Speisen wie Tiger-Phönix-Suppe (Suppe mit Katzenkopf), lies er dann aber doch lieber die Finger … und „down under“ kostete er unter anderem Känguru und Krokodil.

Auch wenn er am liebsten noch den Rest der Welt erkunden würde, vor allem Afrika und Südamerika, schlägt sein Herz ganz und gar für Berlin. Er engagierte sich im Bürgergremium Quartiermanagement Tiergarten Süd und ist aktives Mitglied in der Interessengemeinschaft Potsdamer Strasse sowie der IG Friedrichsstrasse. Dabei steht er der Modernisierung des Viertels durchaus positiv gegenüber, es entstehen ja schließlich auch „sehr schöne und viele neue Bauten hier“.

Privat schiebt er eher eine ruhige Kugel, vorzugsweise in einer Snooker-Bar. Seit 1985 spielt er erfolgreich diese Variante des Billards, war sogar schon bei verschiedenen nationalen Meisterschaften dabei. Der Snooker-Tisch dürfte neben diversen Büchern und seiner Familie übrigens auch keinesfalls auf einer einsamen Insel fehlen.