Kategorie-Archiv: Einkaufen

Graffiti – gehasst, verdammt, vergöttert

Für manche ist Graffiti eine Last der Großstadt, für andere die Lust an dieser. Auf jeden Fall verlangt diese Kunstform jedem eine Position ab. Denn ganz ungefragt einverleibt sie sich öffentlichen Raum. Die Protagonisten sind in der Regel junge Männer, aber auch präsente Frauen, aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus. Gestützt werden sie von der Subkultur des Hip-Hop und der Mehrheit der Jugend. Auf der anderen Seite erzürnen sich alle vier Teile der Gewaltenteilung und ein großer Teil der Bevölkerung.

Ghettostars als Ansage

Streitbare Kunst - 2008 am U-Bhf Blissestraße

Streitbare Kunst – 2008 am U-Bhf Blissestraße

Während Berlin als die Graffitihauptstadt Europas gilt, ist Schöneberg eine zentrale Säule dieser. Hier wiederum ist die Sprühergruppe Ghettostars (GHS) die Ansage an die Stadt. Vom hässlichen, triefenden Tag mit einem selbstgemacht Marker in der U-Bahn, über silbern besprühte ganze S-Waggons, whole cars im Fachjargon, bis zur Leinwandmalerei in Galerien – die Gruppe GHS als Berliner Urgesteine trotzen jeder Aufteilung einerseits in das kreative, bunte und anderseits ins hässliche, schwarze Graffiti. Sie sind seit über zwanzig Jahren der lebende Beweis, dass es das eine ohne das andere nicht gibt.

 Eroberung der Stadt Weiterlesen

Von Medien, Kultur und Straßenstrich

Ursprünglich aus Heidelberg, wohnt Michael Müller seit 1989 in Berlin. Ich traf ihn in seiner Wohnung in der Nähe der Kurfürstenstraße, in der er mit seiner Familie lebt und von der aus er auch arbeitet.

Kultur zum Mitnehmen

Dr. Müller, seines Zeichens Kunsthistoriker, ist Unternehmer. Zusammen mit seinem Geschäftspartner, der sich auf die Beratung von Museen spezialisiert hat, gründete er 2007 das Unternehmen Culture to go. Der Focus des Unternehmens liegt auf der Beratung von Kultureinrichtungen im Bereich der Kommunikation/Social Media, sowie deren technische Umsetzung.

CTG - Culture to go

Die Idee kam ihm bei seinem Aufenthalt in Los Angeles. Zu dieser Zeit wurden in den USA die Breitbandfrequenzen versteigert. Damals konnten sich nur wenige ein Smartphone, wie es heute kaum wegzudenken ist, vorstellen. Jedoch war er von der Idee „egal wo man steht Medien abzurufen“ begeistert. Praktisch heißt das heute: die Webseite eines Museums so zu optimieren, dass jeder direkt auf seinem Smartphone, plattformunabhängig und ohne lästiges Installieren von Apps, eine Führung bekommt. Weiterlesen

Bestechende Fischküche – Mediterranes in der Potsdamer Straße

Geschrieben von HU-Gastblogger Ulrich

In der Theke des Atlantik Fischladen in der Potsdamer Straße 166 liegen 50 verschiedene Fischsorten. Im angrenzenden Restaurant werden diese zu unterschiedlichsten Gerichten verarbeitet. Stammgäste lieben die täglich wechselnde Fischsuppe.

 

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Zuerst gab es den Fischladen, ein kleiner Raum mit mediterranem Flair, bunten Farben und Seefahrer-Dekoration. Zwei Jahre später kam das Restaurant hinzu, ein ebenfalls kleiner Raum, vor dem zur Winterzeit die Gäste in einem improvisiert wirkenden Plastikvorbau sitzen. In der warmen Jahreszeit hingegen stehen die Tische des Restaurants über den Vorbau hinaus weit zur Straße hin. Das hat seinen eigenen Charme: Es trägt dazu bei, dass man sich während des Besuchs wie in einer Oase der Erholung inmitten des hektischen Treibens auf der viel befahrenen Potsdamer Straße fühlt. Weiterlesen

Von Autos zu Wein zu Genuß & Kunst

Geschrieben von Gastbloggerin Laura

Einst ein netter Kfz-Verleih mit kleinem, aber feinem Weinregal – heute ein reiner und noch feinerer Weinhandel – „Autos und Weine“ wurde 1981 von drei jungen Freunden gegründet. Werner Puzicha – einer der Männer der ersten Stunde – ist heute der Geschäftsführer.

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Werner Puzicha betreibt zwei Weinläden

Der Weinhandel wurde so erfolgreich, dass man sich ausschließlich ganz  diesem Geschäft widmen wollte. So wurde die Autovermietung im Oktober 2012 – nach mehr als 30 Jahren – beendet. Den Namen „Autos und Weine“ behielt man bei – er hatte sich über diese lange Zeit einfach etabliert und eingeprägt – ganz besonders natürlich bei den Stammkunden. Weiterlesen

Verkiezter Rewe an der Potsdamer Straße

Geschrieben von HU-Gastblogger Florian

Der Rewe in der Potsdamer Straße 128 ist mittlerweile eine Institution im Kiez. Inhaber Sulaf Ahmed hat ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen seiner Kunden. Er weiß also wo der Schuh des Kiezes drückt und engagiert sich dementsprechend seit Jahren für Verbesserungen.

ReweSulaf Ahmed empfängt mich in seinem kleinen Büro. Hinter ihm mehrere Überwachungsbildschirme. Ein Schrank, ein Telefon. Alles in allem wenig dekadent. Die Tür bleibt meistens offen. Immer wieder sagen Bekannte Hallo.
Ein „Hallo“ und „Guten Tag“  von mir reicht aus um mich zu entlarven.
„Woher aus Österreich kommen Sie?“
„Wiener Speckgürtel“
„Ah. Aber hoffentlich nicht aus dem Burgenland?“
„Nein, um Gottes Willen!“
Die Burgenländer sind die Ostfriesen Österreichs. Das Wichtigste ist geklärt. Nun gehts zur Sache: Weiterlesen

Reine KopfSache

Kopfsache - der neue LadenSeit einem guten Jahr ist KopfSache nun in dem neuen Laden in der Potsdamer Straße 114. Verkleinert von 250qm auf 120qm mit angeschlossenem Schulungsraum.

 

Welche Veränderungen hat es noch gegeben: „Ehrlich gesagt hat sich bei uns nicht soviel verändert außer der Adresse,“ sagt Mario Matalla, der das Geschäft weiterhin mit seinem Partner Oliver Strehle betreibt. „Die typische KopfSache-Potse-Atmosphäre mit den schweren Kronleuchtern ist nach wie vor da. Wir sind sehr froh, dass wir in der Potse bleiben konnten. Die Stammkunden sind alle mitgekommen und der Seitenwechsel hat viele neue Kunden hinzugewonnen.“

Übrigens kann man sich jetzt auf www.waitingsystem.com online von zu Hause aus auf die Warteliste setzen lassen. Wer die Zeitersparnis braucht, sollte diese Möglichkeit nutzen. Wer die Wartezeit aufgrund der entstehende Kiezgespräche schätzt, kann wie vorher einfach in den Laden gehen.

KopfSache - Strahlend

Im April 2013 beschrieb HU-Gastbloggerin  Laura KopfSache so: 

Die Potsdamer Straße ist geprägt von Vielfalt. Die Fassaden der Häuser sind ebenso divers, wie die Menschen, die an ihnen vorbeieilen. Doch eines scheint man hier immer wieder zu finden: Friseursalons. Allein in diesem Teil der Potse, zwischen Pohl- und Kurfürstenstraße, lassen sich drei solcher Geschäfte in nächster Nachbarschaft entdecken. Der Salon KopfSache von Oliver Strehl und Mario Matalla ist einer davon. „Wir wollen unsere Kunden mit Qualität, Freundlichkeit und fairen Preisen begeistern“ erklärt Strehl im Werbefilm auf der Internetpräsenz.

Quelle: www.facebook.com/friseur.kopfsache.tiergarten

Quelle: www.facebook.com/friseur.kopfsache.tiergarten

Im Jahr 2004 fing alles an. Mittlerweile beschäftigen die beiden Geschäftspartner rund 70 Mitarbeiter und bieten ihren Kunden in sieben Geschäften der Hauptstadt einen Anlaufpunkt für moderne Haarschnitte und Colorationen. Seit 2006 war KopfSache auch in der Potsdamer Straße 103 vertreten. Erstaunlich viel Platz gibt es hier. Auf einer Fläche von 250m2 stehen 15 Friseurstühle für die Kunden bereit, mit mehreren Föhnstationen zum selbstständigen Stylen der neuen Haarpracht. Und KopfSache denkt mit: eine Kinderecke bietet Beschäftigungsmöglichkeiten für die kleinen Gäste. Weiterlesen

Artek – Von der Potsdamer Straße nach Kopenhagen

Geschrieben von Tobias

Im Tagesspiegelgebäude in der Potsdamer Straße 85C befindet sich Artek, ein finnischer Anbieter von Designermöbeln. Der Besuch des versteckten Ladens gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht.

Artek

Mit dem Aufzug zu Artek

In der Kiezzeitung mitteNdran fand ich auf Seite 8 der aktuellen Ausgabe einen kurzen Artikel zur Artek Deutschland Gmbh. Im 10. und 11. Stock des ehemaligen Tagesspiegelgebäudes werden demnach finnische Designmöbel angeboten. Per Fahrstuhl in den Laden, à la „Beam me up Scotty“? Das klang von Anfang an vielversprechend und außergewöhnlich. Denn wie Ikea von innen aussieht, wissen wir alle. Die individuellen Produkte von echten Designstars wie Alvar Aalto zu sehen, ist dagegen etwas besonderes. Weiterlesen

Lars Schwuchow – Dekorateur und Raumausstatter in Bülowstr.

Von HU-Gastblogger: Vasyl


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Ich brauche mehr Gemütlichkeit in meinem Zuhause…

Nicht in jedem Einrichtungsgeschäft kann man einfach vorbeikommen, diesen Satz sagen und wird auf Anhieb verstanden. Nicht in jedem, aber beim Raumausstatter Lars Schwuchow in der Bülowstrasse 52 stößt man damit auf offene Ohren. Denn hier befindet sich die kleine und gemütliche Werkstatt  von Lars Schwuchow.

Der gebürtige Berliner, der jeden Gast mit einem freundlichen Lächeln begrüßt, ist ein richtiger Profi in Sachen textiler Gestaltung, Sonnenschutz und klassischer Raumausstattung. Er ist stets auf der Suche nach passenden Vorhang- und Polsterstoffen die sich wie selbstverständlich in das jeweilige Wohn- und Einrichtungskonzept einfügen, ganz gleich für welchen Geschmack. Weiterlesen

Blickle – weltweit bewegend

Von Gastbloggerin Tanja

Potsdamer Straße 181. Ich besuche die Filiale der Firma Blickle Räder und Rollen GmbH & Co. KG. Freundlich begrüßt mich Herr Rosenbaum und bietet mir ein Heißgetränk an. Am Nebentisch sitztOLYMPUS DIGITAL CAMERA sein Kollege und nickt mir lächelnd zu. Ich lasse meinen Blick durch das Geschäft schweifen: sauber und ordentlich sortiert stehen kleine Räder neben großen Rädern, kleine Rollen neben großen Rollen. „In unserer kleinen Filiale sind wir nur zu zweit. Der Hauptsitz, wo sich auch das Hauptlager unserer Produkte befindet, ist in Rosenfeld, dem Heimatort Heinrich Blickles. “, erfahre ich durch Herrn Rosenbaum.

Ich frage mich erst ein wenig durch die Geschichte der Firma, die dieses Jahr stolze 60 wird. Als Heinrich Blickle den kleinen Handwerksbetrieb seines Schwiegervaters Anfang der 50er Jahre mit übernahm, hatte er wohl die richtige Kombination aus Innovationsdenken und Unternehmergeist zu bieten. „Nur durch Kundenorientierung, die Erforschung des technischen Fortschritts und die Investition in unsere Mitarbeiter haben wir solchen großen Erfolg. Ohne das geht es nicht.“

Dass aus dem Wahrzeichen Rosenfelds (www.fruchtkasten.de), welches der Unternehmer 1956 als erstes Lager – und Fertigungsgebäude kaufte, ein Museum für die Sammlung seiner Ofenplatten wurde, hätte er wohl kaum vermutet.

Immernoch in Familienbesitz, beschäftigt die Großfirma derzeit 700 Mitarbeiter in Niederlassungen rund um den Globus. Tagtäglich „das Rad neu erfinden“, wie der Werbefilm

– für den es sogar einen Preis gab – in diversen Sprachen vermittelt, ist das Erfolgsgeheimnis von Blickle Räder und Rollen GmbH und Co. KG.

Seit Eröffnung der Filiale 1993 arbeitet Jörg Rosenbaum hier als Aussendienstvertriebsmitarbeiter. „Natürlich betreuen wir in erster Linie Großkunden.“ erklärt er mir auf die Frage hin, wer hier eigentlich was einkauft. „Wir sorgen dafür, dass unsere RegionalkundeOLYMPUS DIGITAL CAMERAn in und um Berlin auch wirklich das Rad bekommen, welches optimal ihre Bedürfnisse erfüllt. Viele Faktoren spielen dabei ein Rolle: etwa das Belastungsgewicht, ob das Rad großer Hitze ausgesetzt werden soll, auf welchen Böden es benutzt werden soll. Unsere Konstrukteure tüfteln so lange, bis das Rad perfekt ist.

So können deutsche Bäckereien ihre Bleche auf Blickle Rädern rollen und wir unseren Koffern auf Blickle Rollen die große Welt zeigen.

Ich bekomme die Chance einen Blick in den Produktkatalog aus den 70er Jahren zu werfen. Bereits an der Anzahl der Seiten im Vergleich mit dem aktuellen Katalog, lässt sich schnell feststellen, dass sich die Angebotspalette über die Jahrzehnte maßgeblich vergrößert hat. 30.000 verschiedene Räder und Rollen bietet das Unternehmen heute an. Natürlich kann hier in der Potsdamer Straße nur ein Bruchteil der Vielfalt vorrätig sein. Jedoch genügt ein Mausklick und die Ware wird prompt „wie von Geisterhand“ in die Filiale bestellt.

In den Öffnungszeiten von 7:45 bis 17:00 Uhr kann man hier einiges erleben. Von Autopannen auf der Potsdamer Straße, wo schonmal schnell ausgeholfen wird,  bis zur Bereifung eines Bobbycars, scheint hier nichts unmöglich.

Sollten Sie mal eine Reifen- oder Rollenpanne haben, dann…

Eine engagierte Apothekerin in einem schillernden Kiez: Ulrike Schinagl und ihre Bülow-Apotheke

Von HU-Gastblogger  Christian

Auf halbem Wege zwischen grünem Hinterhof mit herrschaftlichem Altbau einstiger Besetzer und marodem Plattenbau mit 1-Euro-Shop im Erdgeschoss, zwischen Internationale-Lebensmittel- und Erotik-Shop, Deutscher Bank und Woolworth liegt – direkt an der Potsdamer Straße – die Bülow-Apotheke. Wie mag der Arbeitsalltag einer Apothekerin in einem solch vielfältigen Stadtviertel aussehen?

Eine Apotheke mit Kunststoff-Röhrendecke
Als ich die Bülow-Apotheke betrete, berät deren Inhaberin, Ulrike Schinagl, mit der ich zum Gespräch verabredet bin, gerade eine Kundin über Feuchtigkeitscremes für trockene Haut. Derweil sehe ich mich in der Apotheke um, was Frau Schinagl wohl nicht entgangen ist, denn kaum hat sie sich mir zugewandt, bemerkt sie mit einem kurzen Blick zur Decke: „Zum Glück schaut da kaum ein Kunde hinauf.“ Die Decke ist ein Meer von in den Raum hineinragenden Kunststoff-Röhrchen, ein typisches 70er-Jahre Design, in dem ich mich ziemlich wohlfühle. „Ja, die jungen Leute mögen das. Ich weniger“, kommentiert Frau Schinagl meine Begeisterung. Zugegeben, ich habe die 70er auch nicht erlebt. Jene Decke hat Frau Schinagl zusammen mit der dazugehörigen Bülow-Apotheke im Jahr 2009 gekauft, wohl auch, da zu dieser Apotheke ein treuer Kundenkreis gehört, den die Vorbesitzer seit den 50er-Jahren, damals noch in einem Gebäude zwei Häuser weiter, aufgebaut haben. Weiterlesen