Kategorie-Archiv: Essen und Trinken

Unter der Ölweide – Eine ruhige Zuflucht an der Potsdamer Straße

Von HU-Gastblogger Darko

Ein sonniger Tage führt mich durch die Gegend rund um die Potsdamer Straße in Berlin. Eine ältere Frau vor mir beginnt zu tanzen und begibt sich mit ihrem noch nicht aufgegessenen Brötchen in ein indisches Fachgeschäft.  Kurz darauf rennt ein junger ,sportlicher Mann im Anzug,  schnurstracks über die Straße in eine Burger King Filiale. Meine Blicke wühlen  sich weiter durch das Großstadtgetümmel, nicht ganz begreifend, welche Vielfalt an Läden sich hier befand. Schließlich überreizte  eine Gruppe staufrustrierter Autofahrer durch ihr Hupen meine Sinne. Zum Glück erinnere ich mich an die eben passierte Pohlstraße, die mir als ein Zufluchtsort schien, um sich zu sammeln.

Noch nicht ganz zwanzig Meter gelaufen entdeckte ich den ruhigen Naturkostladen Ölweide, der mir eine geeigneter Ruhepol schien. Seitlich durch den Eingangsspalt der Türöffnung blickend, fiel mir sofort die Vielfalt der dort angebotenen Produkte unter einem Ölgemälde, auf welchem ein fürsorglicher Schäfer zu erkennen ist, ins Auge. Noch nicht ganz im Laden angekommen, bot mir der von Beginn an sympathische Ladenbesitzer Gökmen Dündar sofort etwas zu trinken an und es entwickelte sich
ein Gespräch.

 

Eine warme Atmosphäre
Der Ladenbesitzer schien mir sehr vertraut mit dem Laden. Ich fragte ihn, wie er auf die Idee kam so abgelegen einen hochwertigen Naturkostladen zu eröffnen. Überraschenderweise stellte sich heraus, dass er den Laden erst im letzten Sommer übernommen hat. Vorher hatte er mehrere gastronomische Betriebe  rund um den Ku’damm und im Prenzlauer Berg. Als er von dem Verkauf erfuhr zögerte er nicht lange.

Für ihn ist die Ölweide nicht nur ein vielversprechender Laden, er fühlt sich auch in ihm personifiziert. Er selbst ernährt sich sehr bewusst und ausschließlich von Bio-Lebensmitteln und liebt die Natur und das Grüne. Er findet, dass der Laden einfach perfekt zu ihm passt. Dass ihm der Laden viel Spaß macht, merkt man ihm sofort durch seine positive Ausstrahlung an. Für ihn ist das Wichtigste, dass der Laden eine fröhliche, warme Atmosphäre ausstrahlt und er auf die Kunden und ihre Wünsche speziell zugeht.

Viele regionale Produkte
Aufgrund seiner Erfahrung hat er den Laden so umstrukturieren können ,dass er deutlich mehr Verkaufsfläche für die  Kunden gewinnen konnte. Auf Grund dessen hat er ein Sortiment von über 2300 Artikeln. Wem das nicht reicht, dem bestellt er gerne auf besondere Anforderung spezielle Produkte. Sein Hauptaugenmerk liegt darauf, die Produkte regional zu beziehen.

„Ich versuche immer meine Produkte Regional zu beziehen.“

So ist zum Beispiel der Imker zwei Straßen weiter ein guter Freund von ihm und er kann sicher gehen, dass er Honig bester Qualität anbieten kann.

Wichtig ist ihm dabei, dass durch das Einsparen der Transporte die Umwelt geschont wird. Mostgetränke bezieht er bspw. aus Brandenburg. Produkte, die nicht regional bezogen werden können, versucht er mit möglichst geringem Transportaufwand zu bestellen. Die meisten internationalen Produkte stammen beispielsweise aus Italien und Frankreich. Vom vorherigen Besitzer hat er die Idee übernommen, einen Mittagstisch anzubieten. Zum Essen kommen vorwiegend einheimische Besucher aus dem Kiez aber auch Geschäftsleute aus den umliegenden Büros. Seine Mittagsküche ist dabei immer vegan, glutenfrei, als auch laktosefrei, um den Kundenwünschen gerecht zu werden. Die Kunden machen einen sehr zufriedenen Eindruck.

Fazit
Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass es sich lohnt, um dem Trubel der Innenstadt zu entkommen, in kleine Nebenstraßen zu schauen, wie zum Beispiel die Pohlstraße. Der Ladenbesitzer der Ölweide selbst hat keine Angst davor, dass er gegen die Konkurrenz von großen  Bio-Supermärkten  nicht mithalten kann. Sein Laden soll den Kunden, wie ihm selbst auch ans Herz wachsen. Momentan hält er viele Stammkunden und ist überzeugt davon auch weitere zu gewinnen. „Mein Laden hat eine persönliche warme Atmosphäre.“ Große Supermarktketten bauen dagegen keine solche Verbindung zu ihren Klienten auf. Da es einigen Menschen wichtig ist zu wissen, woher die gekauften Produkte stammen und in einer warmen Atmosphäre zu speisen, bleibt er weiterhin überzeugt von seinem Laden. Ein Laden, in den man beim nächsten Spaziergang durch die Potsdamer Straße einen Blick riskieren kann.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

Biobistro Radieschen

Von HU-Gastblogger Sebastian

Ein Besuch im Biobistro Radieschen in der Pohlstr. 61

Mittagszeit. Zeit für eine gesunde Stärkung! Montag bis Freitag von 9-16 Uhr öffnet das Biobistro Radieschen seine Pforten, um hungrige Büroangestellte, Anwohner und alte Stammkunden gleichermaßen zu verköstigen. Ich durfte mit der Besitzerin Semira Sahyazici über das vegan-vegetarische Konzept ihres Bistros sprechen:

Es ist kurz vor 11 Uhr, die Ruhe vor dem (An)Sturm. Spezialisiert auf den Mittagstisch, findet der Hochbetrieb meistens von 12-14 Uhr statt. Während in der Küche die Vorbereitungen noch auf Hochtouren laufen, beginnen Semira und ich mit unserem Interview. Sie empfängt mich sehr freundlich, alles wirkt hier sehr familiär und vertraut. Noch bevor wir überhaupt zum eigentlichen Interview kommen, fragt sie mich nach meinem leiblichen Wohlbefinden, ob ich nicht gern etwas zu Essen oder Trinken mag und bietet mir einen Powersmoothie an, den ich dankend annehme. Wirklich sehr zuvorkommend und ein Sinnbild für Semiras Ansichten und Überzeugungen, auf die ich im Verlaufe noch zu sprechen komme. Weiterlesen

Kaffeeklatsch in der Großwohnsiedlung – eine Begegnung mit der nachbarschaftlichen Solidarität durch soziale Aktionen

Die sehr gut angenommenen Angebote im Nachbarschaftstreff Kaffeeklatsch beweisen, dass im engen Zusammenleben einer Großwohnsiedlung mit verschiedensten Kulturen nicht nur soziale Konflikte entstehen, sondern auch eine Art Solidarität durch Pflege der nachbarschaftlichen Beziehungen entstehen kann. Das QM Pallaskiez hat mit seinen Bewohnern ganze Arbeit geleistet: Interkultureller Austausch für die Verbesserung des sozialen Klimas – Gemeinschaft schafft Sicherheit.

Es ist wieder etwas bunter in der Großwohnsiedlung Pallasseum an der Potsdamer Straße. Betritt man die Innenhöfe der Siedlung fallen einem sofort als bunte Farbtupfer die neuen Kinderspielplätze auf. Am Nachmittag spielt sich hier das soziale Leben der Bewohner ab. Vor allem treffen sich hier Kinder und auch die Mütter; nicht nur zur Beaufsichtigung ihrer Kinder, sondern weil sie hier gerne ihren Nachmittag verbringen. Auch Generationenübergreifend wird der Innenhof des Pallasseums genutzt. Einen Kaffeeklatsch unter den Bewohnern erwartet man in einer Großwohnsiedlung von Sozialwohnungen nicht gerade, aber genau diese gemeinschaftliche Aktion gibt es im Pallasseum. Weiterlesen

Paṣam Baklava – Eine Bäckerei aus Tausendundeiner Nacht

Von Gastbloggerin Damjana Panic

Eine der besten Adressen um in Berlin eine leckere türkische Baklava zu genießen, ist das Paṣam Baklava in der Goebenstraße in Schöneberg. Im Schaufenster stehen wunderschöne große türkische Teekannen und erinnern an eine Zeit aus Tausendundeiner Nacht. Betritt man das Geschäft, kommt einem auch schon der süße Duft von frisch gemachtem Baklava entgegen: zehn verschiedene Sorten bietet der Familienbetrieb an. Typisch für die Füllung des türkischen Baklava sind die Pistazien.

Eine süße Sünde aus Tausendundeiner NachtDer Begriff „Baklava“ stammt aus dem Türkischen und hat Verwandtschaft zum Mongolischen mit dem Wort „Wickeln“. Baklava ist ein Gebäck aus Blätter- bzw. Filoteig, und wird je nach Region mit Walnüssen, Mandeln oder Pistazien gefüllt. Roh wird es in diverse Formen geschnitten oder einzeln gefaltet zusammengelegt, gebacken und während es noch heiß ist, mit Sirup aus eingekochtem Zuckerwasser übergossen und zum Abkühlen ruhen gelassen. Traditionell wird das Baklava mit starkem, schwarzem Mokka angeboten, wobei seine Bitterkeit durch die Süße des Baklavas aufgehoben wird. Weiterlesen

Ayan Filipino Streetfood: Das ist es!

Von Gastbloggerin Lisa

Seit einem Jahr kann man im „Ayan Filipino Streetfood“ traditionell philippinisch essen gehen und einen besonderen Teil der Potsdamer Straße auf sich wirken lassen.

Von der Potsdamer Brücke aus sind es fünf Minuten Fußweg zum „Ayan Filipino Streetfood“. Vorbei an Carglass, der Galerie Michael Janssen und dem Blumenstudio Bohner. Ein Kontrastprogramm zum aufgedonnerten Potsdamer Platz, von dem ich gerade komme. „Ayan“ lässt sich hier leicht als neuer Laden identifizieren. Weiterlesen

Nudeliges Vergnügen

Spaghetti in verschiedenen Formen

Nudeln in allen Formen und Farben.

Ein italienisches Sprichwort lautet: Die Pasta wartet nicht auf die Gäste, die Gäste warten auf die Pasta, soll heißen: die Pasta ist der  Mittelpunkt eines besonderen Essens – sie ist ein Heiligtum, das seines Gleichen sucht. Das weiß auch Melanie Fischer, ihr gehört das Pastawerk in der Bülowstraße. Sie hat ihre Leidenschaft für Pasta zum Beruf gemacht. Und damit eine Marktlücke in Berlin entdeckt. Weiterlesen

Die Poetische Potse heute

Von HU-Gastbloggerin Nancy

Der Wandel in Berlin ist allgegenwärtig. Auch der Potsekiez hat sich im Laufe seiner Geschichte immer wieder verändert. Neuankömmlinge liessen sich hier nieder und haben durch ihre jeweils eigene Kultur Spuren im Kiez hinterlassen. Besonders in den Gründerzeitjahren bis in die Weimarer Republik hinein war das Gebiet um die Potsdamer Strasse das Mekka für Künstler und Kreative. Inspiriert vom literarischen Streifzug eines HU-Gastbloggers durch die literarische Potse habe ich mich auf den Weg gemacht, um zu erkunden, was aus den kulturellen Schauplätzen der Vergangenheit geworden ist. Weiterlesen

„Bier jeht immer“

Eingang_Magdeburge_Platz

„…von morjens um sechse bis abends um neune! “ Dahinter verbirgt sich nicht etwa ein persönliches Geständnis, sondern lediglich die Antwort auf die Frage, was sich im Bistro am Magdeburger Platz am besten verkauft.

So weit, so gut, ein typischer Späti eben. Aber weit gefehlt. Denn ein weiterer Verkaufsschlager: die belegten Brötchen und der Mittagstisch, zum Beispiel Soljanka oder Kartoffelsalat mit Boulette, selbstgemacht und für’n Appel und’n Ei. Damit locken Jürgen (wir duzen uns, alles andere wäre unpassend) und seine vier Kollegen täglich unzählige Kunden an. Da kann es schon mal richtig voll werden. Als ich mir am Vortag einen Kaffee bestelle, muss ich mir meinen Sitzplatz mit Blick auf den kleinen Park gegenüber regelrecht erkämpfen. Weiterlesen

Queen of Muffins

Das Café von vorne

Das Café von vorne

Von einem HU-Gastblogger

Queen of Muffins ist ein typisches Berliner Café am der Ecke Potsdamer Straße/Pohlstraße. Am Tag vor meinem geplanten Interview mit der Angestellten Lisa schaute ich inkognito vorbei und bestellte mir testweise einen Vanilleblaubeermuffin. Der Laden machte seinem Namen alle Ehre! Weiterlesen

„Rankommen“ zum leckeren Mittagstisch im Maiden Mother & Crone

Von HU-Gastbloggerin Nina

Die Jungs vom Maiden Mother & Crone sind Marktschreier deluxe – und zwar in der 2.0 Variante – auf facebook preisen sie ihren Mittagstisch ziemlich lautstark und unterhaltsam an.  Zum Beispiel so:

 „Die Woche endet mit ’nem Knall: Tandoori-Joghurt Chicken mit Safran-Kurkuma-Reis, Schmorkürbis & Za’atar-Chinakohl-Topping oder Koshari de luxe: ägyptisches Streetfood mit Linsen, Maccharoni-Reis, Gemüse-Harissa-Sugo, Karamell-Zwiebeln und Pistazien-crumble dazu Mango-Gurken-Möhrchen-Salat und dem BESTEN Oliven-Hummus EVER!! BAAAM!!“

Oder auch mal etwas schlichter:

„Morgen schön Jambalaya. Rankommen!“

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