Kategorie-Archiv: Kids und Teens

Rosa Fenster zur Welt – Das Cafe Pink in der Goltzstraße

Wir haben abgestimmt!“ Die Mädchen teilten Elisabeth Wagner das Ergebnis mit: ‚Café Pink‘ sollte der Mädchentreffpunkt heißen. Zur Auswahl hatte auch ‚Café Blau‘ gestanden. Kurz darauf schmissen sich diejenigen, die für ‚Café Blau‘ gestimmt hatten, in ihre Malerklamotten und strichen einen Raum des Ladengeschäfts himmelblau an. Das Konzept des Mädchentreffpunkts in der Schöneberger Goltzstraße 40 war von Anfang an: Integration aller Mädchen mit ihren Träumen und Wünschen, und: Räume für Mädchen zu schaffen, seien sie rosa oder blau, real oder virtuell.

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Der Anfang liegt 25 Jahre zurück. Da kam Elisabeth Wagner von Ostfriesland nach Berlin. „Ich hatte am Schwarzen Brett der Emdener Hochschule ein Praktikantengesuch entdeckt. Auch meine Lieblingstante wohnte in Berlin.“ Also ging’s mit Sack und Pack in die Großstadt. Angekommen in Berlin begann sie ihr Praktikum in dem von der Pestalozzi-Fröbel-Schule gegründeten Jugendtreff. Aber wo waren die Mädchen? „Wir stellten fest, dass die Elisabeth Wagner und Ulrike Dietrich mit Preis fuers Web_0Jungs den Billiardtisch und die Tischtennisplatte belagerten, die Mädchen trauten sich nicht ran“, erzählt sie.

 

Für die vorwiegend türkischen Mädchen aus der Umgebung wurde ein winziges Ladengeschäft in der Barbarossastraße gefunden. „Manchmal kamen unsere Brüder und machten Stunk!“ erinnert sich Sevim im Jubiläums-Dokumentarfilm, die zur ersten Generation der ‚Café Pink‘-Besucherinnen gehört.

„Das Tollste war, wenn wir den Schlüssel hatten und im Café übernachten konnten.“ Da konnte es vorkommen, dass plötzlich die Mutter oder Schwester eines Mädchens in der Tür stand, um nach den Rechten zuschauen. „Aber all diese Anstandsbesuche hörten irgendwann auf“, berichtet weiter. Das gegenseitige Vertrauen wuchs.

Die Mädchen hatten sich ihre ‚Lücke‘ erobert, so hieß der Laden damals. Wobei ‚Lücke‘ sich auf das Alter der Mädchen bezieht, für die es zwischen 10 und 14 Jahren kaum – sprich: keine – Angebote im Kiez gab. Heute besuchen Mädchen und junge Frauen von 10 bis 23 das Café, an den zahlreichen Angeboten beteiligen sie sich rege oder sporadisch, aber jede, die durch die Tür gewirbelt kommt, will sofort loslegen. „Reinkommen, Sachen in die Ecke und los geht’s!“ sagt Ulrike Dietrich, die im Café eine Sozialpädagoginnenstelle inne hat.

Tillma Meyer, die die Theaterprojekte betreut, stimmt zu.“Die sich haben in fünf Minuten eine Choreografie ausgedacht, sie sprudeln über von Ideen, da können sich meine betulichen Erwachsenenkurse eine Scheibe abschneiden.“ Auch ehemalige Besucherinnen, die inzwischen selbst Töchter haben, gucken immer mal wieder vorbei und erinnern sich gern. „Oh, wir haben Elisabeth verrückt gemacht!“ sagt Ufuk, und alle lachen.

Aus den Mädchen sind selbstbewusste Frauen geworden. Viele haben sich im Café Pink auf den MSA oder das Abitur vorbereitet. Sie haben geflucht, gekichert, gekreischt und geweint. „…und zwar zusammen, wir haben wirklich zusammen geweint und uns getröstet,“ erzählt Ufuk.

Das Gemeinschaftsgefühl wuchs immer mehr. Der Laden strahlt das auch aus. Es liegt nicht an den bunt angemalten Wänden oder dem sonnengelben ‚Totem‘ aus Styroporteilen. Es ist ist eher eine Haltung, die auf Verständigung und Neugier setzt. Sevim kommt aus einem liberalen türkische Elternhaus, sie erzählt, wie doof sie ein Mädchen fand, das ein Kopftuch trug. „Du kennst sie doch gar nicht,“ sagte Elisabeth Wagner, „geh doch mal hin und sprich mit ihr!“ Eine dicke Freundschaft ist daraus trotzdem nicht geworden, aber hinterher ist man immer schlauer. Die Mädchen schauen ohne Vorbehalte in die Welt und hören auf ihre Gefühle. „Das Café Pink war für mich wie ein Fenster, es hat mir vieles eröffnet“, sagt Sibel, die erst Besucherin und später Mitarbeiterin war. Na dann, mehr davon.

Dachte sich wohl auch Soziologieprofessorin Claudia Gather, die den Hatun-Sürücü-Preis für vorbildliche Frauen- und Mädchenprojekte stiftete. Das Café Pink erhielt am 15. Februar 2015 den 1. Preis. „Es war spannend bis zur letzten Minute!“ berichtet Elisabeth Wagner von der Preisverleihung. „Dann wurden wir alle auf die Bühne gerufen!“ Der Preis ist noch ganz frisch, wie die vielen Fettfinger auf dem Glas verraten. Glückwunsch!

Unknown

 

 

von HU-Gastbloggerin Nina Schimmelpfennig

Was machen die eigentlich und wieso reißt es kaum jemanden vom Hocker?

Von einer HU-Gastbloggerin

Villa Schöneberg_02Es gibt Themen, die die Massen mehr begeistern. Doch was Sozialarbeit in Berlin leistet ist beeindruckend und spannend. Dazu gehört auch die Villa Schöneberg“ in der Frobenstraße. Weiterlesen

Misstönige Fanfarenstöße für die Allegro Grundschule

ODER
Die Zementierung eines schulpolitisch unbefriedigenden Zustandes

Haben Sie schon einmal in der Philharmonie musiziert und sind von Tausenden von ZuschauerInnen beklatscht worden? Nein?

Dann stellen Sie es sich doch einfach mal vor. Sie stehen mit 50 – 80 MusikerInnen auf der Bühne und spielen, singen, trommeln ein Stück, das sie zuvor gemeinsam einstudiert haben. Es gelingt gut, schon das ist ein Grund zur gemeinsamen Freude. Und dann kommt der Applaus des Publikums. Sie wissen, dass im Raum auch ihre Geschwister, FreundInnen oder Verwandte sitzen und jetzt ihr Können bejubeln. Vielleicht ist die Zuhörerschaft auch so begeistert, dass Sie noch eine Zugaben spielen müssen.

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Auch für Erwachsene sind das jedes Mal wieder wunderbare Momente. Für Kinder und Jugendliche sind sie jedoch noch viel einprägsamer. Ich weiß das, denn ich spreche aus jahrzehntelanger Musizier- und Konzerterfahrung. Weiterlesen

O-TonArt Theater? Ja, unbedingt!

Von HU-Gastblogger Kay

Das Schöneberger Kieztheater kämpft ums Überleben. Es geht dabei um mehr als einen Kleinkunstbetrieb. Es ist auch die Frage nach dem Kulturverständnis einer ganzen Stadt.

Kürzlich ist mir zum ersten Mal ein Satz über Berlin zu Ohren gekommen, der normalerweise nur über Städte wie New York, Paris oder London geäußert wird: Das Tolle an Berlin sei ja, dass man zu jeder Zeit so viele verschiedene Dinge machen könne, dass man auch ruhig mal zu Hause bleiben könne.

Mal davon abgesehen, dass der kausale Zusammenhang zwischen der Vielfältigkeit der Erlebnismöglichkeiten und der Entscheidung, in seiner Wohnung zu bleiben, während draußen das wilde Leben tobt, sich mir nicht in Gänze erschließen mag, will ich nicht anzweifeln, dass das Zuhause-bleiben seinen ganz eigenen Reiz haben kann. Was allerdings die vielfältigen Erlebnismöglichkeiten angeht, so möchte ich zwar nicht laut und bestimmt widersprechen, aber doch ein wenig grüblerisch die Stirn in Falten legen. Weiterlesen

Galerie

Fußballjubel ist Gold im Schöneberger Ohr – nicht nur in Brasilien dieser Tage

Auf der Bühne

Interview mit Ilona Maennchen, von freiberuflichen zur sozialen Perspektiven.

Von HU-Gastbloggerin Elsa

Als vielfältige Künstlerin in ihrem Beruf verkörpert Ilona Maennchen heutzutage ein ausgezeichnetes Beispiel von einer kreativen Berufstätigen in Berlin: freiberuflich, anpassungsfähig, teamfähig, von lokalen Berliner Projekten zu internationalen Bühnenmalereiprojekten, von Kunstwerken zu sozialen Medien. Sie definiert ihren Beruf unter Freelance Kommunikation Designerin. Ihr Unternehmen nennt Sie Art&Scenography-Designund beschreibt ihre Beschäftigung als „unique creator Design“.

Neulich hat Ilona Maennchen an der Aktion „mein Kiez“ der KinderKUNSTmagistrale teilgenommen, die von Gabriele Hulitschke konzipiert und geleitet wurde. Mit der Klasse S6 der Allegro Grundschulein der Lützowstraße gestaltete sie einen Workshop zum Thema: Variete Wintergarten gestaltet. Sie strebt an, in ihrem Berufsfeld eine Transparenz zu finden, zwischen Kunst und wirtschaftlichem Austausch. Dementsprechend interessiert sie sich auch für Crowdfunding, wo sie auch bestens vernetzt ist:

I am working in the field between culture and art´s. Cooperation between art and economic aim. If we can try to change something than we have to be open to each other.” Weiterlesen

Kai Pünjer – Frischer Wind im Kiez

Geschrieben von HU-Gastbloggerin Paula.

image222 Jahre jung / politisch-engagierter Wahlberliner / 2011 aus Hamburg hergezogen / wohnt in der Nähe vom Nollendorfplatz /
im 3. Lehrjahr / Ausbildung bei Walter Services zum Kaufmann für Dialog-Marketing / möchte nach der Ausbildung studieren und sich selbstständig machen / trägt gern ausgefallene Kleidung / Silberschmuck und Accessoires / mag Kunst und klassische Musik / aber auch Charts / wie Lady Gaga, Rihanna, Miley Cyrus / liebt es die unterschiedlichsten Menschen kennen zu lernen / schlendert gern durch die Kaiser-Wilhelm-Passage / genießt das Kiez-Leben / ist bei der CDU / arbeitet lokal-politisch lieber für keine Partei / z.B im Quartiersrat Schöneberg und in der IG Potsdamer Straße / „Ich möchte, dass sich etwas ändert, wo ich dahinter stehen kann.”
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Und alle helfen mit

Von HU-Gastblogger Carsten.

Der 2003 gegründete, gemeinnützige Verein “Förderverein der Allegro-Grundschule e.V.” besteht aus Lehrern, Erziehern, Eltern und Freunden der Schule. Alle 56 Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und auch die Kinder können sich aktiv einbringen. Die Mitglieder versuchen die pädagogische Arbeit an der Schule in allen Bereichen möglichst gut zu unterstützen und zu fördern. Dafür wurden mehrere Projekte und Aktionen ins Leben gerufen, denen noch viele weitere folgen sollen.

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Da die Allegro-Grundschule nur Gelder vom Staat über einen immer geringer werdenden Etat verwalten darf, wurde der Förderverein ins Leben gerufen. Dieser darf im Gegensatz zur Schule auch Spenden sammeln und damit gezielt Projekte mit Geldern außerhalb dieses staatlichen Etats finanzieren.

Der Verein beschränkt sich jedoch nicht nur auf Finanzielles. Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit ist die aktive Beteiligung am schulischen Geschehen. Durch die enge Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern lässt sich der Lernweg der Kinder deutlich besser fördern. Ausdruck findet diese Zusammenarbeit z. B. in Form von Projekten zur Erlernung einer ausgewogenen Ernährung schon während der Schulzeit.

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Die Gertrud-Kolmar-Bibliothek

Von HU-Gastblogger Ulrich

Die Gertrud-Kolmar-Bibliothek in der Pallasstr. 27 blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück und gehört zu den wichtigsten Bildungseinrichtungen im Schöneberger Norden. Durch den Ausbau ihres interkulturellen Angebots konnte sie ihre Besucherzahlen in den vergangenen Jahren erheblich steigern. 2012 wurde ihre geplante Schließung vorerst abgewendet, ihr Erhalt ist jedoch weiter vom kommunalen Sparwillen bedroht. „Ist eine dezentrale Bibliothek in einem Gebiet wie dem Schöneberger
Norden notwendig? Ich sage ja, weil man nur hier Kinder und Jugendliche fürs Lesen gewinnen kann, nicht in den Zentralbibliotheken“, sagt Quartierst Bertram von Boxberg. Er empfiehlt auch unkonventionelle Massnahmen der Solidarität. 

 

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(Sub)Kulturforum Berlin

Neue Nationalgalerie Berlin

Neue Nationalgalerie Berlin

Von Gastblogger Paul

Sinfonien der abendländischen Hochkultur und Schürfwunden, abstrakte Malereie und Wachs auf Marmorkanten, interessante Plastiken und das Geräusch von Polyurethanrollen auf Schiefergestein. Oder kurz: Kultur-Establishment und Skateboarding – wie passen diese Dinge Zusammen? Gar nicht? Vielleicht. Dennoch: Es gibt einen Ort, der sie zusammenbringt. Symbiose, Koexistenz oder Parallel-Realität – entscheiden Sie selbst.

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