Kategorie-Archiv: Orte

Kon-Tiki – Pallas – Lilli Flora – Terra Petra

Eine Feuer so zu errichten, dass es von oben nach unten brennt. Und dann auch unten noch die Zugluftfuhr verschließen. „Das kann niemals funktionieren,“ stöhnt ein versierter Gartenkenner und verdreht mehrmals die Augen, als die anderen Workshopteilnehmer*innen einfach nur der papiernen Gebrauchsanleitung folgen wollen.

Zehn Neugierige stehen in den Pallasgärten um den Kon-Tiki Ofen herum. Die Initiatoren Julian Bohländer und Maik Billing sind genauso aufgeregt wie alle anderen. Sehr fachkundig führen sie zunächst in die Kunst des Kon-Tiki und der Terra Petra ein. Eifrig studiert haben sie im Internet und auch schon gefachsimpelt. Beim GartenPlausch des Projektes GartenAktiv im Schöneberger Norden haben sie den Vortrag „Mit Terra Petra den Boden verbessern“ gehalten. Sie haben auch Spender*innen mit ihrer Begeisterung motiviert den Ofen zu finanzieren, der jetzt zwischen den hohen Fassaden des Pallasseums, der Gründerzeitbauten der Pallas- und Winterfeldtstraße steht und fachgerecht befeurt seinen Teil dazu beitragen wird, den Gärten wunderbarste Erde zu bescheren.

Diesen Samstag – das Sommerfest schöne[wort]_tage 2017 – habe sie zur Initiation, zur ersten Feuerprobe erwählt. Der Gartenkenner gibt sein Feuerzeug und guck skeptisch. Flammen lodern auf [ Händeklatschen ] Holz kohlt nur wenig [ Besorgnis ] Flämmchen ersterben [Pusten, nachlegen – Augen verdrehen ]. Und dann endlich – das Feuer brennt locker von oben nach unten [ Phew ].

Nun heißt es erstmal zuwarten, fachsimpeln, beim Bühnenprogramm des Festes zuschauen oder die Planzen, Gemüse und Blüten des Gartens bestaunen.

Die Pallasgärten in der Pallasstraße – benannt nach dem Naturforscher Peter Simon Pallas ( 1741 – 1811 )

Der Pallaspark entstand auf der Fläche eines großen Parkplatzes. Anfang 2000 kam die Umbenennung bzw Benennung, weil Parkplätze ja gemeinhin keine Namen haben. Seitdem begleitet das Quartiersmanagement Schöneberger Norden den Prozess des Urban Gärtnerns im PallasPark – der mehr ist als ein Park.

Viel ist geschehen seitdem. Und heute gibt es den Verein Pallasgärten e.V., der auf Facebook eine blumenbunte Seite betreibt und sich und die Gemeinschaftsgärten so beschreibt: Wir sind GärtnerInnen aus der Nachbarschaft und treffen uns mehrmals in der Woche. Darüber hinaus gibt es viele gemeinschaftliche Aktionen mit dem benachbarten Interkulturellen Garten der Künste, wie das Kulturfest schöne(w)ort_tage. Wir setzen uns u.a. für den Erhalt und den Anbau seltener und vergessener Pflanzenarten, Umweltbildung und die Herstellung und Verbreitung von Terra Preta ein. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Austausch mit anderen Gemeinschaftsgärten in Berlin.

Ein Blick ins Schwarze
Die Berichterstatterin schaut circa 90 Minuten später wieder in das Kon-Tiki und sieht eine schwarze, breiige, flüssige Masse. Das mit dem nach unten brennen scheint geklappt zu haben. Nun werden die nächsten Schritte unternommen werden. Und irgendwann gibt es dann diese schwarze, satte Erde, von der ein bisschen in einem Beutel andachtsvoll herumgereicht und begriffen wird. Ein Geschenk von irgendwoher, um das Ziel schon mal in den Händen halten zu können.

Lilli Floras Leben hingegen zerfloss im Grauen
Und dann ändert sich die Stimmung abrupt. Da steht Bezirkstadträtin Christiane Heiß und Bertram von Boxberg auf der Bühne erklären kurz den Hintergrund zur Umbenennung des Parks. Gila aus Israel spricht nur Englisch und berichtet ihre Familiengeschichte. Die Berichterstatterin ist froh, diese Sprache zu verstehen und alles aus erster Hand hören zu kommen bevor dann für die Festbesucher*innen die deutsche Übersetzung folgt.

Lilli Flora war Gilas Tante. Sie lernte sie nie persönlich nur durch Erzählungen kennen. Für kurze Zeit lebten sie und Lilli mit ihren Eltern – nachdem sie aus ihrem eigenen Haus aufgrund der Nazi-Gesetze vertrieben worden waren – in der Pallasstraße 12. Sie waren Kinder, ab einem bestimmten Zeitpunkt durften sie die Wohnung nicht mehr verlassen, nicht mehr mit den anderen Kindern spielen, schon gar nicht den Pfadfindern beitreten.

1939 wurde Gilas Mutter mit einem Kindertransport nach England geschickt und damit gerettet. Lilli blieb in Berlin, die Familie musste noch einmal umziehen und dann wurde sie mit ihrer Mutter am 19. Oktober 1942 nach Riga deportiert und dort in den Wäldern erschossen.

Gilas Mutter war die einzige Überlebende der gesamten Familie. Sie emigrierte von England aus nach Israel. Sie gründete eine Familie, lernte das Leben wieder zu lieben. Sie starb am 15. Juli 2013 – also genau vier Jahre bevor Gila hier im PallasPark steht und ihre Familiengeschichte erzählt. Gila sagt, ihr Name bedeute Freude und sie wünsche sich, dieser Park solle immer voller lachender Kinder sein, egal woher sie kämen.

Inzwischen hat es angefangen zu regnen und es sind kaum noch Kinder auf dem Fest. Eine Gruppe Menschen begleitet die Gäste noch in Richtung Parkeingang, wo ein Schild enthüllt wird. Die Neuköllner Blechbläser waren so freundlich, ihren Live-Auftritt zunächst mit getragener Musik dem Anlass anzupassen. Doch dann versuchen sie es noch mit genuiner Festmusik. Doch der Regen ist stärker geworden. Das Fest ist vorbei.

Mit den Gemeinschaftsgärten und dem Namen ist dieser Flecken im Schöneberger Norden ein spezieller Begegnungsort, der seine Balance nun wieder neu zu finden hat. „Ich gehe in den Lilli-Flora-Park“, wer das in Zukunft sagt, möchte vielleicht nur Möhren ernten oder Terra Petra bestaunen. Von nun an wird dann auch Lilli Flora dabei sein – irgendwie.

Das Grünflächenamt auf dem Magdeburger Platz?!

Auf der Nachbarschaftsplattform nebenan.de waren in letzter Zeit mehrmals Aufrufe von der AG Magdeburger Platz des Stadtteil-Forums Tiergarten-Süd zu lesen. So auch vor vier Tagen: Seit einigen Wochen trifft sich die Arbeitsgruppe Magdeburger Platz des Stadtteil-Forums regelmäßig auf dem Platz und rodet Brennnesseln. Am kommenden Samstag [ heute – 6.5.2017 ab 11 Uhr] nun werden wir dann auf den ersten 200 m² bearbeiteter Fläche säen können, bald werden dort Kornblumen statt Brennnesseln sprießen.
An diesem Tag können wir auch mit weiterer Unterstützung rechnen, da wir uns an dem berlinweiten Aktionstag Berlin machen beteiligen.
Kommen auch Sie, bringen wir Leben auf den Platz, damit wir uns dort wohlfühlen können.

Doch wie wir nun aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, ist heute vielleicht gar nicht sooo viel zu tun oder es sind – im besten Fall – noch viel mehr freie Flächen zum Säen vorhanden. Denn seit einigen Tagen ist das Grünflächenamt-Mitte auf dem Magdeburger Platz tätig. Rupft die Brennnesseln, die doch die AG beackert.

Ob das was mit dem Aktionstag zu tun hat? Der Ankündigung, dass MitarbeiterInnen der Berliner Woche unterstützend mit dabei sein werden? Oder gar mit dem Besuch vom Stellvertretenden Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat Ephraim Gothe bei der Sitzung des Stadtteil-Forums Anfang Mai? Dort wurde er auch auf den Magdeburger Platz angesprochen, denn das Stadtteilforum hat einen ausführlichen Beschluss zu der gesamten Materie erstellt. Seine Antwort war mit Informationen des Grünflächenamtes unterfüttert, dazu später mehr.

Dass der Madgeburger Platz grüne Anteilnahme dringend nötig hat, sah auch HU-Gastblogger Lukas bei einem kurzen Besuch dort vor wenigen Wochen. Hier sein Beitrag:
Der Magdeburger Platz ist seit über 20 Jahren sehr vernachlässigt worden und benötigt dringend eine Umgestaltung. Gartenbau und Pflege sind seit langem eingestellt. In den letzten Jahren ist kaum passiert und Prostitution und Drogenhandel sind allgegenwärtig. HU-Gastbloggerin Steffi schrieb bereits vor einem Jahr darüber einen Artikel

In meinem ersten Artikel  in diesem Jahr schrieb ich über die beiden Landschaftsarchitektur-Studenten Lars und Luisa, die sich mit der Umgestaltung des Magdeburger Platzes in ihren Abschlussarbeiten beschäftigten.

Mit beiden Konzepten in der Hand ging ich daraufhin persönlich zu dem Platz um mir Anwohner-Meinungen einzuholen. Wie reagieren sie auf den Platz und die mögliche Umgestaltung?

Es ist der erste richtig warme Tag in diesem Jahr. So warm, das man sogar nur im T-Shirt draußen sitzen kann . Die Sonne scheint und der Himmel ist strahlend blau. Gegen 14 Uhr, an diesem Märztag, sitze ich auf einer der Parkbänke auf dem Magdeburger Platz und lasse ihn auf mich wirken.

Man sieht, dass hier wenig Arbeit investiert wird bzw. nur das Nötigste. An einer Stellen liegt ein Stapel gesägter Äste, die der nächst kräftige Windstoß vermutlich eh mitgenommen hätte.

Der Platz ist fast menschenleer, Wenige finden den Weg hierher. Gegenüber sitzen 2 Männer, eine Frau stößt mit ihrem Hund dazu. Scheinbar verbringen die drei öfter gemeinsame Stunden auf dieser Bank. Auf einer anderen Bank arbeitet eine junge Frau an ihrem Laptop. Ein Vater schaut seinem Sohn beim Schaukeln zu. Ein Mann schlendert eisleckend über den Platz.

Ich erhebe mich von der doch recht ungemütlichen Parkbank, um dem Skater, der sich gerade eine Zigarette dreht, ein paar Fragen zu stellen. Er ist Mitte 20 und verbringt gerade sein Mittagspause auf dem Magdeburger Platz, da er direkt um die Ecke arbeitet. Auf die Frage hin wie er den Platz findet antwortet er: „Nicht so schön, aber immerhin etwas grün“. Er weiß um die Probleme der Prostitution, groß aufgefallen sind sie ihm jedoch noch nicht (ich schätze tageszeitbedingt). Ich zeige ihm die Entwürfe von Lars und Luisa. „Wäre eine schöne Idee, nur ob sich das wirklich so lohnt ist eine andere Sache?

Ich spreche eine ältere Frau an, die sich gerade auf eine Bank gesetzt hat. Merklich unangenehm ist ihr die Situation und versucht mich abzuwimmeln: „Ich lebe hier erst seit Kurzem, dazu kann ich nichts sagen.“ Ich verabschiede mich höflich und setze mich ein paar Bänke weiter. Nach 5 Minuten kommt sie zu mir und fängt dann doch ein Gespräch an. Ich erfahre, dass sie nur heute ausnahmsweise hier sitzt, da sie krank ist. Normalerweise läuft sie viel oder fährt Fahrrad im Gleisdreieck oder am Landwehrkanal.

Ich frage warum sie so selten auf dem Magdeburger Platz ist, da sie ja direkt um die Ecke wohnt. „Das hier ist Pornografie vom Feinsten. Das ist ja nicht zum Aushalten. Das ist seit 50 Jahren schon so und das wird sich auch nicht mehr ändern“, sagt sie empört.

Ob sich der Magdeburger Platz ihrer Meinung nach verändert hat über die Jahre, frage ich. „In den 60ern gab es hier noch Gartenbau und man hat den Rasen gesprengt im Sommer. Die Pflege wurde aber vor circa 20 Jahren eingestellt.

Sie findet die Konzepte der Umgestaltung ansprechend und fügt hinzu: „Ich würde öfter hier her kommen, wenn es denn schöner wäre“.

Zum Abschied verrät mir die Frau sogar ihren Namen. Elvira.

Entwurf Lars Schöberl

Ich mache noch ein paar Bilder und mich dann auf den Heimweg. Schön ist der Platz nicht. Circa eine Stunde war ich dort und habe nicht mehr als 20 Menschen dort gesehen (und das bei schönstem Frühlingswetter). Auch ich bin der Meinung – hier sollte sich etwas ändern.
Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

Das Bezirksamt und die Entwürfe
Doch wie lautet nun die Reaktion des Grünflächenamtes auf diese Pläne. Misslich am Gestaltungsvorschlag sei – so übermittelt Stadtrat Gothe – dass Tiergarten-Süd gerade als Quartiersmanagement-Gebiet ausgelaufen sei. Dies sei ein ungünstiger Zeitpunkt. Und schließlich sei der Park gerade im Jahr 2000 umgestaltet worden. Im Herbst 2016 sei – auch auf Wunsch der AnwohnerInnen – ein Zaun installiert worden. Ein moderates Auslichten wäre vielleicht möglich. Doch aus Gründen des Naturschutzes sei ein Kahlschlag undenkbar. Und aufgrund der finanziellen Ausstattung des Amtes  sei an eine Beleuchtung und deren Unterhalt nun gar nicht so denken.

Doch so schnell lassen sich die Menschen, die sich seit Jahren hier engagieren, nicht abwimmeln. Das sei eine sehr konkrete Antwort auf einen nicht sehr konkret gemeinten Plan, einen Denkanstoß, um den Platz wieder zu beleben, gibt jemand zu bedenken.

Und da nun einmal ein Stadtrat direkt vor Ort bei den Menschen ist, kommt die Bitte um eine Terminvermittlung bei Bezirksstadträtin Sabine Weißler, zuständig aber nicht terminoffen für Fragen zu Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz im Bezirk Mitte von Berlin.

Das im Weiteren auftauchende * bezieht sich auf die Eröffnung des Zaunes und Pressetermines mit Carsten Spallek und Jürgen Götte, die am 15.8.2016 stattfand. Die beiden Herren erhielten fröhlich bunte Erinnerungsstücke, damit sie sich doch bald wieder auf den Platz betätigen können. Carsten Spallek hat inzwischen in Berlin-Mitte das Ressort gewechselt. Herr Götte ist weiterhin im Straßen- und Grünflächenamt Berlin-Mitte tätig.

Das Statement eines weiteren AG-Mitgliedes: 2000 ist schon eine Weile her. – Hört! Hört! – Heute, im Jahr 2017, sollten sich Leute dafür stark machen dürfen, dass es eine Umgestaltung gibt. Außerdem hat sich die Prostitution anders entwickelt. Immer wenn es Wahltermine gibt* oder ein Stadtrat in den Kiez kommt, werden die Brennnesseln geholt. Wir machen seit Wochen eigene Gärtneraktionen. Wir brauchen kontinuierliche Aktionen und keine Hauruckaktionen vor Politikerbesuchen.

GartenPlausch im Schöneberger Norden

von HU-Gastblogger Uwe

WASSER UND ERDE FÜR DEN SCHÖNEBERGER NORDEN

Graphik: gruppe F

Seit Anfang des Jahres 2017 gibt es den „GartenPlausch“ im Schöneberger Norden. Jeden zweiten Donnerstag im Monat treffen sich KiezgärtnerInnen in der Kiezoase Steinmetzstrasse 68, um zu fachsimpeln, sich erste Informationen zu holen oder sich zu vernetzen. Organisiert werden diese Treffen von der gruppe F, die das Projekt GartenAktiv bis Ende 2018 durchführt.

,,Genüssliche Verführungen“
Der Tagungsraum ist ansprechend mit kleinen lukullischen Genussmöglichkeiten, wie verschiedenen Keksgebäck,  schmalen Käsestangen, Kaffee und Tee, Wasser und Saft  ,,verführerisch“ ausgestaltet worden. Bereits jetzt vermittelt sich mir hier eine angenehme fast heimische Atmosphäre. Da mir noch etwas  Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung bleibt, spreche ich kurz mit Frau Walther: ,,Die gruppeF hat ja einige Projekte in Berlin, an denen sie organisatorisch beteiligt ist, es sind momentan 3 gärtnerische Projekte  wie u.a. das Projekt Brunnengärten im Weddinger Brunnenviertel sowie ein weiteres Gemeinschaftsgarten-Projekt in Staaken.“

Der Sitzungsraum füllt sich gegen 17 Uhr sehr rasch, der Andrang ist so groß, dass die vorhandenen Sitzgelegenheiten zu Beginn der Veranstaltung nicht ausreichend sind. Mehr als 15 Personen – Anwohner und ehrenamtlich Aktive – nehmen an dem Gartenplausch teil.

150 grüne Orte im Schöneberger Norden – kartiert von der Gruppe F für das Projekt Gartenaktiv

Unter den Anwesenden sind auch zwei Mitarbeiterinnen der  Gewobag MB, die für den dortigen Bereich im Schöneberger Norden als Wohn/Hausverwaltung zuständig sind. Zum einen  ist es Frau Silke Jensen, von der Mieterberatung der Gewobag, zum anderen ist es Frau Brigitte Naumann, die zuständige Kundenbetreuerin  der Gewobag für diesen Bereich des Schöneberger Nordens.

Das heutige Hauptthema lautet: Wasser sammeln /gewinnen mit der Gewobag und der gruppe F

Nach den gemachten Erfahrungen der letzten Jahre mit einer, immer wieder aufkommenden Wasserknappheit in warmen Sommermonaten ist seit längerem der Wunsch der Anwohner präsent, für die Pflege von Hoch-Beeten und sonstigen Grünpflanzen und Gemüseanbau,  alternative Bewässerungs-und Wassersammlungsmöglichkeiten zu entwickeln bzw. neue Möglichkeiten nachzufragen. Dabei geht es heute konkret um die Aufstellung von ,,Regenwassertonnen“.

Entstehende Problematiken
Hier treten sogleich erhebliche Probleme auf. ,,Die Gewobag hat mit dieser Art von Projekt noch relativ wenig Erfahrung,“ bemerkt Brigitte Naumann. ,,Auch muss die technische Machbarkeit und die Wartungsverantwortung für diese Wassertonnen für die Erfordernisse der Gewobag –Hausverwaltung sicher gestellt werden.“

Zu beachten ist hierbei unter anderem, dass die Regen –bzw. Wassertonnen nach oben hin nicht offen sein dürfen, da darin dann kleine Kinder verunfallen könnten. Auch müssen diese Tonnen auf versickerungsfähiger Fläche stehen und mit einem Fallrohranschluss an der Hauswand angebunden sein.

Klar, dass die Gewobag generell bereit ist, zur Aufstellung von Wassertonnen. Voraussetzung ist jedoch auch die technische Machbarkeit und das Sicherstellen, wer für die Wassertonnen verantwortlich sein wird. Eine Veranstaltungsteilnehmerin fragt nach, ob die Wassertonnen auch vor dem Haus auf dem Bürgersteig stehen könnten? Die Antwort erfolgt prompt, dass die Aufstellung von Regen-oder Wassertonnen auf der Straße durch die Gewobag aufgrund der Sicherungspflicht im öffentlichen Straßenraum und der erhöhten Vandalismusgefahr keine Zustimmung erhalten kann.

Wasser marsch?
In der Gruppe beginnen nun Diskussionen über die Möglichkeit der Installierung von Wasserhähnen an den Gebäudewänden. Leider sind auch hier die technischen Voraussetzungen nicht unerheblich. Frau Naumann von der Gewobag weist daraufhin, dass bereits viele existierende Wasserhähne zurück gebaut werden mussten.

Gemeinsam mit den ExpertInnen von der gruppeF werden dann weitere Informationen gegeben. Bei der Nutzung von Außenwasserhähnen am Haus müssen diese mit einem notwendigen Wasserrücklaufstopp ausgestattet sein, aufgrund der Legionellen–Gefahr. Denn bei „toten Ecken“ im Wassersystem, wo abgestandenes Wasser verbleibt, besteht die Gefahr, dass sich diese gefährlichen Bakterien bilden. Das Wasser muss also immer im ,,Fluß“ sein. Ein Rücklaufstopp ist notwendig. Auch wird der Einbau von Wasserzählern empfohlen, denn sonst werden die Kosten für’s Blumengießen auf die gesamte Hausgemeinschaft umgelegt. Die entsprechenden Kosten für die regelmäßige Wartung müssten von der gärtnerisch aktiven Nutzergruppe getragen werden.

Ein Teilnehmer stellt resümierend fest, dass die Gewobag generell zum Aufstellen von Regenwassertonnen bereit, soweit die technische Machbarkeit und deren Verantwortung für die Tonnen sicher gestellt werden kann. Die Vertereterinnen der Gewobag und der gruppeF versichern, dass sie diesbezüglich in Kontakt bleiben werden, um die Modalitäten zu klären. Alle Beteiligten sind daran natürlich interessiert und wollen selbst auch am Ball bleiben. Das Thema des effektiven Wassersammelns wird weiterhin ein wichtiger Gesprächspunkt bleiben.

Neben ein paar kleineren anderen Thematiken kommt es zu einem weiteren für mich interessanten, überraschenden, weil nicht angekündigten  Thema: Der Beschaffung und Verwendung von Pflanzenerde. Aber! Wer braucht denn jemals so viel Erde?

Einige der Teilnehmer erwähnen zu Beginn: Den groben Kompost, der aus Grünschnitt des Straßen- und Grünflächenamtes hergestellt wird, kriegen wir ja unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Qualität reicht aber nicht für den Anbau von Nutzpflanzen aus. Letztes Jahr hatten wir ja bereits einen größeren Umfang an Erde aus Aktionsfonds-Mitteln erhalten.“

Lieferung von 5 Tonnen Erde auf einem nur 3,5 Tonnen  tragenden LKW
,,Es wurden uns ja im letzten Jahr  mit einem 3,5 Tonnen LKW  ganze 5 Tonnen zu verwendende Erde geliefert,“ merkt ein Veranstaltungsteilnehmer an. Ich bin ziemlich beeindruckt von der angegebenen  Menge und kann mir nur sehr schwer vorstellen, wie diese Massen an Pflanzenerde Verwendung finden können. Und ob nun wirklich so viel Erde verbraucht werden kann?

Kurz darauf werde ich jedoch diesbezüglich von zwei Anwesenden eines Besseren belehrt: ,,Zu Beginn dachten wir, es sei uns sehr viel Erde geliefert worden,“ sagt eine Gärtnerin. Doch dann sei es doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen.

Neuer Bedarf für 2017: Ganze 15 Tonnen Erde!!
Diesmal liegt der Bedarf allein für diese Initiative locker bei circa 15 Tonnen Erde für das Jahr 2017. Das bedeutet 300% Mehrbedarf, gar nicht schlecht! Im Anschluss wurden von den anwesenden Gärtnern bereits Wünsche für die diesjährige Oberboden-Lieferung an das Projekt GartenAktiv gesammelt. Als spätester Liefertermin für die Erde wurde der 12.05.2017 genannt.

Auch gab es an diesem Diskussionsabend noch weitere sehr interessante Themenschwerpunkte, wie das Durchführen von Bodenproben in bestehenden Beeten sowie die Qualität der gelieferten Erde. Viele Gärtner wollen wissen, ob der Oberboden ,,schadstoffbelastungsfrei“ für den Gemüseanbau verwendbar ist oder aber wie man auch die Herstellung von hochwertiger Pflanzenerde selbstständig in Angriff nehmen kann, z.B. durch das sog. „Kon-Tiki“ System.

Ebenso wurde angesprochen, in wieweit es Pflanzenarten gibt, die wenig Pflege und Wasser benötigen wie z.B. Steppengräser, Lavendel oder auch spezielle Züchtungen. All diese Themen werden zu einem am 13. April beim nächsten GartenPlausch aufgegriffen.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Cnters an der Humboldt Universität zu Berlin.

„Verooonika, der Bagger ist da“ – Familiengarten Kluckstraße in Not

Von HU-Gastbloggerin Kaya

Vorabmeldung: Am Donnerstag, den 14. April zwischen 10 und 16 Uhr wird auf dem Gelände gegärtnert bzw sind GärtnerInnen dabei, das Grün vor dem Baggern zu retten. Wer dabei helfen möchte, geht am besten direkt dorthin und packt an, wo es etwas zu tun gibt. 

Es ist ruhig, dafür, dass wir uns mitten in Berlin befinden. Der Familiengarten in der Kluckstraße ist ein kleines grünes Idyll. Am Zaun hängen Schilder mit Aussagen wie „Wir gärtnern ohne Torf.“ Da juckt mein nachhaltig interessiertes Näschen und ich tauche ab ins langsam aufblühende Grün und lasse die Großstadt hinter mir. Nichts scheint diesem Ort etwas anhaben zu können.

Aber Pustekuchen!
Demnächst soll eine Baustellenzufahrt durch den Garten führen. Eine Teilfäche wurde bereits gerodet, wobei quasi über Nacht der Kompost verschwunden ist. Das ist alles andere als idyllisch und frühlingshaft! Andererseits: Ein bedrohter Garten ist zwar weniger idyllisch, verdient es aber umso mehr, dass man über ihn schreibt.

Gemeinsam mit unzähligen anderen großen und kleinen Nutzern des Familinengartens wurden die einzelnen Holzlatten einen Sommer lang individuell bemalt.

Im Frühjahr 2010 begann das Projekt wachsenlassen den Gemeinschaftsgarten in der Kluckstraße aufzubauen. Seitdem ist viel gepflanzt, geerntet, gebangt und gelacht worden. Ausschlag für einen wichtigen Meilenstein war die Meinungsverschiedenheit mit den Wild-Kaninchen über den Gemüsegarten, woraufhin 2012 ein kunterbunter Lattenzaun gebaut wurde.

Kindergartenkinder und Auszubildende eines Sägewerks hobelten, sägten, schliffen und malten gemeinsam. „Der Zaun ist beispielhaft für unsere Art zu arbeiten„, erklärt mir Gabriele Koll. Wie bei allen Belangen war es ihr als Projektleiterin und allen Beteiligten wichtig, auf möglichst nachhaltige Weise vorzugehen. Das Holz für den Zaun stammt aus einheimischen Berliner Forsten und wurde nicht nachträglich mit chemischen Mitteln behandelt.

Die Baustelle
Das Kiezzentrum ‚Villa Lützow‚, auf dessen Gelände sich auch der Familiengarten befindet, soll schon seit langem saniert und ausgebaut werden. Eigentlich eine tolle Sache. Ursprünglicher Baubeginn sollte der 01.01.2016 sein; seitdem steht das Haus leer. Die unterschiedlichen Träger wie Gladt e.V., KomBi Kommunikation und Bildung, der Stadtteilverein Tiergarten, FiPP e.V. oder auch KIDZ e.V. mussten sich damals – teilweise in anderen Bezirken – neue Bleiben suchen. Bis Februar diesen Jahres wusste niemand, wie lange sich der Baubeginn noch verzögern würde. Nun soll es am 01. Mai losgehen. Und die Baustellenzufahrt soll genau durch den Gemeinschaftgarten führen.

Am Rande der gerodeten Fläche, da, wo zuvor der Komposthaufen war, liegen jetzt nur noch die Holzpaletten, die den Kompost vorher umgrenzt haben.

Vor ca. drei Wochen haben wir plötzlich entdeckt, dass ein Teil des Garten gerodet wurde. Der schöne Kompost, der dieses Jahr endlich einsatzbereit gewesen wäre, ist verschwunden,“ erzählt mir Gabriele Koll als wir auf der trostlosen braunen Erde stehen, die vor Kurzem noch von Büschen bedeckt war.

Mitglieder des Stadtteil-Forum Tiergarten-Süd waren entsetzt und verfassten Ende März einen Protestbrief an Carsten Spallek, Stadtrat für Schule, Sport und Facility Management: Mit Entsetzen haben die Projektleitung und das Stadtteilforum festgestellt, dass unabgesprochen großflächige Rodungsarbeiten auf dem Gelände für die Bauvorbereitungen durchgeführt und dabei bereits wichtige Flächen und Arbeiten des Projektes zerstört wurden. … Grundsätzlich halten wir es für unbedingt notwendig, dass die Planungen für die Baumaßnahme mit den Trägern vor Ort abgestimmt werden. Damit wurden 2009/2010, als der Familiengarten unter Federführung des Grünflächenamtes angelegt wurde, sehr gute Erfahrungen gemacht. … Das Stadtteil Forum wendet sich daher entschieden gegen die aktuelle Vorgehensweise, die die Arbeit im Familiengarten übermäßig behindert oder sogar zunichtemacht. Wir haben daher einen Lösungsvorschlag erarbeitet, der den Erhalt der Gärten sicherstellt und gleichzeitig eine ungehinderte Baustellenzufahrt ermöglicht. (der gesamte Brief als pdf download)

Aus dem Büro Spallek kam nach einer Woche lediglich die Information, der Brief sei an den Leiter des Facility Managements weitergeleitet, da dieses für die Organisation des Bauvorhabens zuständig sei.

Ob der Vorschlag des Stadtteil-Forums für eine alternative Baustellenzufahrt beim Facility Management abgewogen wurde, ist bis dato nicht bekannt.

Auch das Jugendamt Mitte engagierte sich noch einmal für alternative Pläne, trug noch einmal Bedenken vor, wurde jedoch auch nicht gehört. Es scheint, dass unbedingt am Baubeginn Anfang Mai festgehalten werden soll.

Umsetzaktion: Rettung oder Illusion?
Eine Übergangslösung für die zwei Jahre, in denen gebaut werden soll, wäre eine teilweise Umsiedlung des Gartens. Allerdings weiß niemand genau, wann die Zufahrt errichtet werden soll. In drei Wochen, in einer, morgen? So eine Umsiedlung kostet Zeit und Geld. Beides ist in einem ehrenamtlich beackerten Garten Mangelware. Zudem ist im letzten Jahr die Finanzierung für den Garten ausgelaufen, gemeinsam mit KIDZ e.V. sind Anträge bei Stiftungen und anderen Fördergeldgebern in Planung.

Es müssten ca. 40 Beeren-, Gemüse- und Blumenstauden sowie zahlreiche Gehölze ein neues Zuhause auf Zeit bekommen. Ob die Pflanzen einen Umzug überstehen, bleibt fraglich. Für Pflanzenumsetzungen hätte man sich keinen ungünstigeren Zeitpunkt als Anfang April wünschen können. Zudem müsste der bunte Zaun ab- und wieder aufgebaut werden.

Dass auch das Insektenhotel umgesetzt werden muss, wird den BewohnerInnen vermutlich gar nicht gefallen.

Besonders problematisch wäre auch die Umsetzung des Insektenhotels, dass seit zwei Jahren endlich bewohnt ist: „Die Natur passt sich nicht so einfach an solche Hau-Ruck-Aktionen an.

Bisher gärtnern auf dem Gelände zwei Kindergärten, vier Familien und zwei Einzelpersonen. Diese haben schon bereitwillig Hilfe angeboten und wollen auch während der Übergangsphase im zerteilten Garten weiter mit anpacken, um Stärke und Präsenz zu zeigen.

Leider sind all diese Überlegungen rein hypothetisch, solange es nicht wenigstens eine kleine Förderung für den Garten gibt. Allein mit der Hilfe der ehrenamtlichen Gärtner ist die Versetzung nicht zu stemmen. „Wir bräuchten Erde, Holz und Fachkräfte; das alles kostet“, seufzt Gabriele Koll.

Wie können Sie uns unterstützen, unseren Garten zu erhalten?
Heute, am 8. April, veröffentlicht sie gemeinsam mit KIDZ e.V. einen Aufruf mit Unterstützerschreiben , in dem die Situation geschildert wird und es abschließen heißt:

  • Sich gemeinsam mit uns für eine dauerhafte Finanzierung des Angebots engagieren und dazu auch kreative Ideen entwickeln,
  • uns bei der Rettung von Pflanzen und des kunsthandwerklich gestaltetes Zauns um unseren ‚Bauerngarten‘ tatkräftig unterstützen,
  • uns als Referenz ein Unterstützerschreiben (siehe Rückseite) zusenden
  • uns finanziell mit einer Spende auf folgendes Konto unterstützen:
    KIDZ e.V.
    IBAN: DE 48 1007 0848 0440 3903 00
    BIC: DEUTDEDB110
    Die Arbeit von KIDZ e.V. ist als gemeinnützig und förderungswürdig anerkannt. Spenden und Förderbeiträge sind steuerlich abzugsfähig.

Ausgang offen. Und es bleibt die Frage: Wieso gibt es kein Geld für einen Garten, der zum geplanten Kiezzentrum dazu gehört und nachhaltige Arbeit im Bereich Umweltbildung leistet?

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität.

Kunst & Gentrifizierung *Arbeitstitel*

Die Zeit, sie eilt und mit ihr verändert sich die Potsdamer Straße zusehends. Heute sind die StudentInnen des HU-Career Center 2017 für eine erste Begegnung im Gebiet. Sie werden hier recherchieren, Interviews führen und in Artikeln auch uns allen neue Aspekte unseres Kiez auf ihre Art und Weise bekannt machen.

Da ist es auch Zeit eine Nachlese zu betreiben. Drei StudentInnen des letzten Kurses im Frühjahr 2016 machten es sich zur Aufgabe, die Entwicklungen an der Potsdamer Straße zu beobachten und auch die Folgen zu bedenken. Das ist eine Mammutaufgabe und im Rahmen eines Semesterferienkurses nicht zu bewältigen. Doch Ihre Versuche sind Wert zu schätzen.

Hier Artikel Nummer 1
Hier Artikel Nummer 2

Es folgt der ambitionierte #Entwurf# einer Gastbloggerin vom Januar 2016. 

Sie kennen das alle bestimmt. Die Schwierigkeit einen guten Text zu verfassen. Tagelang schwammen mögliche Einleitungen durch meinen Kopf, bildeten sich aus Wissensmolekülen durch elektrische Impulse zwischen den Synapsen in Klümpchen, fügten und nährten sich von der klaren Brühe meiner grauen Zellen.

Das Thema: Kunst als Ursache für die Gentrifizierung mit großem Fragezeichen. Wichtig sind vor allem die Ansichten der Galeristen. Denn Sie stellen die Kunst anderer KünstlerInnen aus, sind oder waren womöglich auch selbst KünstlerInnen; folglich befinden Sie sich sozusagen am Puls der Kunst. Auch erleben sie die Veränderung innerhalb ihrer Umgebung wandnah. Doch es ist schwieriger als gedacht das Thema hier in all seinen Facetten darzustellen, genügend Galeristen/Künstler an der Potse zu befragen, dafür fehlt mir einfach die Zeit. Und andere haben ähnliches schon viel besser hinbekommen.

Dennoch ein Versuch:
Berlin ist nicht lediglich die Hauptstadt, sondern auch Kunst- und Kulturzentrum Deutschlands. 2013 gab es laut einer Studie des IFSE in Kooperation mit dem BVDG (ausschreiben) in Deutschland etwa 700 Galerien. Davon konzentrierten sich etwa 33% in Berlin. Zum Vergleich: in der Region NRW befanden sich ‘lediglich’ 23% aller deutschen Galerien.
Mittlerweile haben sich rund 400 Galerien in Berlin niedergelassen. Nicht zuletzt zeigen ca. 150 nichtkommerzielle Showrooms und Off-Spaces ständig neue Ausstellungen.

> Gentrifizierung in Berlin; Def.=>Anknüpfung an Ansicht:

Leerstand und niedrige Mietpreise in einem Viertel ziehen Künstler und Kreative an. Mit der Zeit etabliert sich eine Kunstszene, welche die mediale und damit die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf sich zieht. Die Kunst macht das Viertel trendy, zieht wohlhabendere Menschen und damit auch Investoren an. Sie werten das Viertel auf. Kunst, so soll man meinen, ist eine der Hauptursachen für die Gentrifizierung. [Links zu anderen Artikeln einfügen]

[Bild]

Eine weit verbreitete Ansicht, die mir und bestimmt auch Ihnen schon oft untergekommen ist. Doch ist das Thema weitaus komplexer.

=> „es ist interessant zu lesen, dass….“ Verweis auf Quellen/Artikel Süddeutsche & Gentrificationblog

Gentrifizierer – die Rolle des Künstlers?

>Wieso?:…

Viele Künstler sind sich ihrer Rolle bewusst und versuchen dem entgegen zu wirken. Beispielsweise der italienische Künstler Blu. Als er erfuhr, dass das Cuvry Brachland in Kreuzberg durch einen Investor erworben wurde und bebaut werden sollte, übermalte er seine berühmten Cuvry-Graffitti. Er wollte verhindern, dass durch seine Kunst die Mietpreise steigen würden.

[Bild des Curvy Areals Vorher/Nachher]

>Gentrification-Lubricants; Bild

Und was sagen andere?

Interessieren tuen mich v.a. die Ansichten der Galeristen/Künstler im Kiez der Potsdamer Straße. Denn unter anderem hier konzentriert sich die Galerien-/Kunstszene(Nachweis/Zitat) Berlins. Hier in der Umgebung der Potsdamer Straße wird seit neuestem wieder gebaut/saniert(Nachweis/Beispiele[Umgebung Gleisdreieck-Park] mit Links).

Ich frage bei einigen Galerien nach. Doch es ist schwierig. Sie alle haben viel zu tun; höchstwahrscheinlich liegt es an Artweek. Ich hatte es überhaupt nicht auf dem Schirm. Zum Glück bekomme ich aber doch noch ein Interview. Es läuft gut, aber nicht ganz so wie ich erhofft hatte.

An einem lauschigen Herbstnachmittag treffe ich Herrn Kuhn beim Büchersortieren. Die weißen Wände lachen in der Sonne. Wir setzten uns nach draußen. Die Galerie Kuhn&Partner ließ sich 2009 in der Pohlstraße, nur gefühlte 20 Meter vom lebhaften Treiben der Potse, nieder. Zur Zeit hat die Galerie geschlossen, doch schon Mitte Oktober beginnt die nächste Ausstellung. [Anmerkung März 2017: Die Galerie Kuhn ist inzwischen nicht mehr in der Pohlstraße vertreten]

…. Interview-Transcript einfügen…

Und was die Cuvry-Werke angeht:  [Zitat]

> Wieso?

Gegen Ende des Interviews bitte ich um ein Schlussstatement zur Gentrifizierung und merke erst dann, dass nicht Kunst und Gentrifizierung sondern Kunst und Gender Equality verstanden wurde. Die befremdlichen aber freundlichen Blicke, das geduldige Schulterklopfen während ich müde und verwirrt auf meine Notizen starrte – Schuppen fallen mir von den Augen. Wie erklären Journalisten ihren Interviewees, dass es ein Missverständnis gab? Wie macht man das möglichst höflich und ohne dämlich auszusehen? – Mir ist es so peinlich, ich belasse es dabei.

……>Schlussschlenker

Doch die meisten sind sich einig: Gentrifizierung, vor allem die erhöhten Kosten die sie mit sich bringt, ist nicht im Interesse der Künstler.  [Zitat“Künstler – die meisten von Ihnen – sind arm…”. Nachweise]. Auch die Künstler werden in diesem Prozess verdrängt.

[Hinweis auf weitere Lektüre?]

„Bin ich schön?“ – fragt die schlitzblättrige Buche im Kleistpark

Von HU-Gastbloggerin Kaya

Naturdenkmale nahe der Potsdamer Straße. „Ahh, Bäume!“ denke ich beglückt, genau mein Thema. Seit einem forstwirtschaftlichen Unikurs und dem Buch von Peter Wohlleben „Das geheime Leben der Bäume“ sind mir meine Waldspaziergänge noch lieber geworden. Bevor ich mir ‚meinen‘ Baum aussuche, sammele ich ein paar Fakten.

Auf der Liste der Berliner Naturdenkmale sind 605 Denkmale verzeichnet. Diese sei aber nicht aktuell, erfahre ich vom Bezirksamt; einige Bäume stehen nicht mehr. Neuausweisungen – so der Fachjargon – gab es wohl 2001 das letzte Mal. Aus der Liste wähle ich ‚meinen‘ Baum.

Die stattliche denkmalgeschützte Stieleiche im Kleistpark ist auch vor grauem Märzhimmel eindrucksvoll.

Ein paar Tage später sitze ich unter der Stieleiche im Kleistpark und benötige an diesem Märzmorgen doch etwas Phantasie, um in die richtige Stimmung für ein Baum-Portrait zu kommen: Das Straßenrauschen wird zum Wind in den Blättern, die Sonne funkelt durch das Blätterdach, Vögel singen in den Ästen und ein Eichhörnchen springt behende… ok genug!

Ich brauche keine Sommerromantik, um mich in diesen Baum zu verlieben. Da es Mitte März ist, ist das einzig Farbenfrohe das grell gelb leuchtende „Naturdenkmal“-Schild. Seine Äste sind kahl, sowie es sich für eine anständige Eiche zu dieser Jahreszeit gehört. Zu seinen Füßen steht ein grauer Stromkasten. Trotzdem! Der Baum wirkt groß und mächtig mit weit ausladenden Ästen, so wie man sich ein stattliches Naturdenkmal vorstellt. Tut ‚man‘ das? Wieso eigentlich?

Wer oder was ist ein Naturdenkmal?
Naturdenkmale können Bäume, Findlinge, Pfuhle oder Flächen wie Wiesen oder Teiche von bis zu 5ha sein. Als Baumfan steht mein Fokus fest. Als mögliche Gründe für eine Unterschutzstellung für Bäume nennt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (ab jetzt SenUVK) „Seltenheit, Eigenart, außergewöhnliche Schönheit und Mächtigkeit, kulturgeschichtliche oder landschaftstypische Kennzeichnung„. Das klingt schon mal recht erhaben, aber ab wann ist so ein Baum denn ‚außergewöhnlich schön‘? Zusätzlich zu mindestens einem dieser Qualitätskriterien muss der Baum noch mindestens einem der Wuchskriterien entsprechen. Diese sind festgelegte Werte für verschiedene Arten bezüglich der Höhe, des Stammunfangs und des Kronendurchmessers.

Die schlitzblättrige Rot-Buche stammt noch aus der Zeit als der Kleistpark der botanische Garten war. Der BUND-Berlin hat mir freundlicherweise mit einem sommerlichen Foto ausgeholfen.

Moment Mal! Wie kann ein Baum den besonders eigen sein und zugleich einen artentypischen Wuchs haben?
Genau hier widersprechen sich die Kriterien, denn auch ein mickriger Baum kann historisch bedeutsam sein„, erklärt mir Christian Hönig, der Referent für Baumschutz bei BUND Landesverband Berlin. Unter anderem deswegen sind die SenUVK und der BUND für Umwelt und Naturschutz eine Kooperation eingegangen. Neben der Überprüfung des Bestandes hat Hönig Vorschläge für neue Kriterien erarbeitet, bei denen Wuchskriterien nur noch in Verbindung mit ‚Schönheit‘ gelten sollen.

Das Besondere im Vergleich zu anderen Schutzkategorien liegt bei Naturdenkmalen darin, dass sie den Bezug der Menschen zur Natur zeigen„, so Hönig. Hierbei wird nicht nach dem Biodiversitäts- oder Artenschutz geschaut, sondern nach ästhethischer oder historischer Bedeutung für den Menschen. So könnte die Eiche im Kleistpark zum Beispiel ein Relikt aus dem Botanischen Garten sein, der sich fast 200 Jahre dort befand, bevor er Anfang des 20. Jahrhunderts nach Dahlem verlegt wurde.

Sicher aus der Zeit des botanischen Gartens stammt die seltene schlitzblättrige Rot-Buche, die unserer Eiche gegenüber steht. Mit ihrem 10 Metern Höhe und Breite hat sie den Wuchs-Test für Naturdenkmale nicht bestanden. Falls Hönigs Vorschläge angenommen werden, könnte die relativ kleine Buche den Sprung in den Denkmalschutz aber noch schaffen. Selten und historisch bedeutsam ist sie alle Mal.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

In Gedenken an Margarete Hirschberg und mit herzlichem Dank an Elisabeth Eres

Am letzten Donnerstag habe ich den Stein zum ersten Mal und  genau gelesen. Es geschah heute vor 76 Jahren. Margarete Hirschberg wählte die „Flucht in den Tod.“ Sie war 59 Jahre alt und am Ende ihres Lebens „gedemütigt/entrechtet“. Ich schreibe diesen Artikel in Gedenken an den Todestag von Margarete Hirschberg, an den Tod ihres Mannes Julius, deportiert im Jahr 1942 und gestorben 1944 in Theresienstadt. Gedanken der Dankbarkeit und Freude verbinden mich an ihre Tochter Elisabeth.

Wie kommt es dazu? Am 14. Februar 2017 erhielt ich eine Email, die einen mir sehr bekannten Ort an der Potsdamer Straße auf einmal mit Leben füllt. „Frau Wosnitzer, guten Tag, ich habe am CP herum gesucht u. Sie mit Ihrem Bericht gefunden. Ich fuehlte, dass ich Kontakt mit Ihnen aufnehmen moechte. Ich weiss natuerlich nicht ob meine Mail ankommt u. Sie ueberhaupt antworten. Ich bin in der Potsdamerstr 159 geboren. Dort lebte ich bis 1937, denn mit 20 Jahren verließ ich Berlin. Meinem Vater gehoerte die 1898 gegruendete Apotheke. Sehen Sie sich mal dort die Einrichtung an. Alles ist im Orginal erhalten,wie der 1.Inhaber es eingerichtet hatte. Die Apotheke am Sportpalast ist eine der Wenigen, die sich nicht modernisiert hat.“

Die Absenderin schrieb noch weitere Details und schloss „Ich hoffe, es geht Ihnen gut, herzlichst Lis Eres, geb. Elisabeth Hirschberg“

Drei Tage später schrieb ich zurück und erhielt bereits am nächsten Tag eine Antwort. „Liebe Frau Wosnitza, danke fuer Ihre Antwort. Ich war 2010 in der Apotheke, vielleicht ist von der Belegschaft noch jemand der sich erinnert. Ich habe 2 Stolpersteine fuer meine Eltern vor der Apotheke verlegen lassen.

E-Lis-abeth Eres, aufgewachsen in der Potsdamer Straße 159

Versuchen sie in das Hinterhaus zu kommen. Es war im 18. Jahrhundert eine Perdehaltestelle u. die Kutschen nach Potsdam machten dort Pause. Das Haus wurde aus roten Steinen gebaut. Vielleicht heissen sie Klinkersteine? Wir wohnten im 3. Stock, der heute nicht mehr existiert. Sollten Sie mehr ueber die Geschaefte zwischen Alvensleben u. Pallasstr hoeren [wollen], so erinnere ich mich an Vieles.

Im Hinterhaus lebte eine Familie mit 9 Kindern. Der Vergoldermeister Walter Gohlke. Er hat nach dem Krieg mit 1 Sohn die Siegessaeule vergoldet.

Von den 3 Toechtern war eine meine beste Freundin. Die Familie nahm mich mit viel Liebe bei meinem 1. Besuch 1949 bei sich auf. Sehr viel spaeter bekam meine Freundin in der Buelowstr. eine Wohnung zugewiesen. Wir sahen immer in die Zuege, die Wohnung war im 1. Stock. Der Aufgang war aus Marmor, bei allen meinen Besuche wohnte ich bei ihr.“

Ich verneige mich tief vor  Elisabeth und ihrem Engagement der Kontaktaufnahme und verweile bei meinen vielen Gedanken. Wie konnte es die Familie an diesem Ort der Potsdamer Straße aushalten, wo doch die Nationalsozialisten den Sportpalast gegenüber sofort nach der Machtübernahme ihrer Propagandamaschine einverleibte? Gut, dass Elisabeth Hirschberg schon so früh Berlin verließ. Wer wohnte noch in dem Haus und wie verhielten sich diese Nachbarn? Was geschah mit der Apotheke in der Progromnacht? Und und und.

Gestern erhielt ich wieder eine Email. „Liebe Frau Regine, Sie entschuldigen bitte, wenn ich Sie nur mit dem Vornamen anspreche. Es ist hier so ueblich u. drueckt auch eine naehere Verbindung aus, die Sie mit Ihrer Antwort geschaffen haben. Vielen Dank.

Haben Sie die Einrichtung in der Apotheke beachtet?Die Tischlerarbeit findet man heute nicht mehr.

Ich habe nichts dagegen [dass Sie mich in einem Artikel erwähnen].

Ich habe meine Erinnerungen vor einigen Jahren festgehalten. Ich schicke sie, vielleicht bekommen Sie dadurch mehr Ueberblick. Ich danke Ihnen fuer Ihre warmen Worte, die Sie fuer den 28. Februar ausgesprochen haben. Herzlichen Gruss Lis.

 

 

Von Herzen Danke Lis, für das Vertrauen. Ich freue mich auf Ihre Erinnerungen. Ihre Geschichte und die Ihrer Familie werde ich in Ehren halten.

Designerladen neben Dönerbude – jeht nich‘ jibt´s nich‘?

Die Zeit, sie eilt und mit ihr verändert sich die Potsdamer Straße zusehends. Heute beginnt ein neuer Kurs am HU-Career Center und wieder werden StudentInnen ins Gebiet der Potsdamer Straße kommen, hier recherchieren, Interviews führen und in Artikeln auch uns allen neue Aspekte unseres Kiez auf ihre Art und Weise bekannt machen.

Da ist es auch Zeit eine Nachlese zu betreiben. Drei StudentInnen des letzten Kurses im Frühjar 2016 machten es sich zur Aufgabe, die Entwicklungen an der Potsdamer Straße zu beobachten und auch die Folgen zu bedenken. Das ist eine Mammutaufgabe und im Rahmen eines Semesterferienkurses nicht zu bewältigen. Doch Ihre Versuche sind Wert zu schätzen.

Hier Artikel Nummer 1

von HU-Gastbloggerin Luisa

Manche nennen sie liebevoll die „Potse“, andere sind ihr gegenüber eher misstrauisch – die Potsdamer Straße in Berlin ist wohl eine der vielfältigsten Straßen der Hauptstadt. Doch die Straße verändert sich – immer mehr High End Läden finden hier ihren Platz. Einige Stimmen zu der Frage: „Pro Vielfalt oder Angst vor Verdrängung?“

Trist & chaotisch – das sind die wohl ersten Gedanken, die mir durch den Kopf geschossen sind, als ich am U Bahnhof Bülowstraße ausgestieg. Das soll die berühmt berüchtigte Potsdamer Straße sein? Als frisch Zugezogene schaue ich mir eher misstrauisch die von dem Leben gezeichneten Menschen und die heruntergekommenen Häuser an. So ganz habe ich nicht verstanden, um was genau es jetzt geht, wenn die Berliner von der Schönheit und Vielfalt der „Potse“ sprechen. In mir löste das Ganze eher einen Fluchtreflex aus.

Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Denn traut man sich erst einmal in die Seitenstraßen und Hinterhöfe, erkennt man Stück für Stück, was es mit der Faszination „Potse“ auf sich hat. In einem Moment kauft man sich Avocados vom netten türkischen Gemüsehändler und im anderen Moment befindet man sich in einem High-Fashion Laden mit New York Potential. Überraschter und verwirrter hätte ich nicht sein können.

Früher lebten hier die Hausbesetzer, potse2unter ihnen  Klaus-Jürgen Rattay, welcher damals ums Leben gekommen ist. Um ihm zu Gedenken, wurde in der Potsdamer Straße Ecke Bülowstraße eine kleine Gedenkstätte errichtet.  Tagein tagaus wurde hier diskutiert  und demonstriert. Mittlerweile sind die meisten von ihnen weiter gezogen. Sie machten Designerläden wie den Acne Studios und Kunstgalerien Platz. Und genau das ist eine Tatsache, die man an der Potse sehr gut beobachten kann. Immer mehr solcher High End Geschäfte finden hier ihren Platz.

Doch was halten eigentlich die Berliner von diesem Wandel? Freuen sie sich über die neue Vielfalt oder vermissen sie den alten Charakter der Potsdamer Straße? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, habe ich mit mehreren Studenten gesprochen.
potse1Zuerst sprach ich mit Julian. Julian ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Ihm gefällt die Veränderung an der Potsdamer Straße: „Berlin ist eine Stadt, die sich ständig verändert und trotzdem irgendwie immer gleich bleibt. Die Veränderung der Potse gehört für mich da irgendwie mit dazu – warum sollte man die Veränderung hier stoppen?      So kommt doch erst die Vielfalt zustande. Ich freue mich, wenn ich sehe, dass direkt gegenüber dem 10 Jahre alten Döner Pascha Grill eine Kunstgalerie wie die Zwitschermaschine aufmacht. Für mich bedeutet das, dass die Toleranz in meiner Stadt wächst. Und das ist ja potse 3eigentlich genau das, worauf Berlin immer so stolz ist – also Toleranz und Vielfalt. Natürlich hat  das Ganze nicht nur Vorteile, das ist mir auch klar – aber für mich gehören diese Veränderungen nunmal dazu. Welcher Kiez hat sich nicht schon mal verändert?“.

Doch es gibt auch Meinungen die den Wandel nicht befürworten… Anna ist Studentin und ebenfalls in Berlin groß geworden. Für sie hat das alles einen negativen Beigeschmack. „Ich will einfach nicht, dass ich irgendwann zu meinem Lieblingsrestaurant Sofram gehe und feststellen muss, dass er zu machen musste, weil die Mieten so gestiegen sind. Und dass dort dann anstelle des Restaurantes irgendein Schicki-Micki Laden ist. Das finde ich einfach nicht fair – Toleranz hin oder her. Die Geschäfte die in die Potse kommen, nur weil das grade ein angesagter Kiez ist nerven mich. Sie könnten sich auch einen teureren Standort leisten, aber kommen lieber hier her und sorgen dafür, dass Geschäfte, die schon seit meiner Kindheit hier sind zumachen müssen.“

Nach diesen Gesprächen ist mir klar geworden, dass ich den Wandel in der Potsdamer Straße eigentlich gut finde, aber jedoch nur bis zu einem gewissen Maße. Einer der Gründe, warum ich nach Berlin gezogen bin, war definitiv der ständige Wandel und auch die Vielfalt der Stadt. Allerdings finde ich es nicht in Ordnung, wenn kleine Läden aufgrund der Miete nicht mehr bestehen können. Denn diese kleinen, teilweise traditionellen Läden, sind unter anderem das, was Berlin so charmant macht. Und ohne sie hätte man an der Potsdamer Straße nicht diesen einmaligen Kontrast zwischen Designerladen und Dönerbude.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität

Gut gewappnet in Rot und ohne Binnen-I

VdBK_2017_02a29 Künstlerinnen, 62 Kunstfreundinnen und 5 männliche Unterstützer trafen sich vor 150 Jahren und 4 Tagen und gründeten den Verein der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin. Name ohne Binnen-I.

Wir sind hier sechs Künstlerinnen zusammen getreten, die den Kern eines Vereins bilden wollen, der den Zweck hat: den vereinsamten ganz allein stehenden Schwestern in der Kunst hier in Berlin eine gemeinsame Heimath zu schaffen, den jungen anstrebenden Talenten mit Rath u. That beizustehen u. Ihnen eine Stütze zu sein u. denen, die in Noth geraten durch Darlehen oder Stipendien zu helfen …“, hatte Vereinsgründerin Clara Heinke kurz zuvor an Ottilie von Goethe, Schwiegertochter Johann Wolfgangs, geschrieben. (Katalogseite 41/42) Weiterlesen

Denn sie hätten sonst keine Herberge

Werbung im Kiez

Bezirkspolitisch gehört das Krankenhaus natürlich zu Tiergarten-Süd, doch befindet es sich gleichzeitig im Kirchenkreis Schöneberg.

Viele der bestehenden Netzwerke und Halteseile des Kiezes sind unsichtbar aber sehr wohl funktionabel. So ist über das Engagement für Flüchtlinge der syrisch-orthodoxen Kirche in der Potsdamer Straße auf dem potseblog bereits berichtet worden.

Als nun im Herbst 2015 die von der Kirche angemieteten Wohnungen in der Monumentenstraße nicht mehr zur Verfügung standen, funktionierte das Netzwerk wunderbarst und ohne dass viel Aufheben darum gemacht wurde. 30 Menschen fanden eine neue Unterkunft auf dem Gelände der Evangelischen Elisabeth Klinik. Dort steht ihnen seitdem Petra Herms, Chefsekretärin des Krankenhauses , mit Rat, Tat und Anteil nehmender Fürsorge zur Seite. Weiterlesen