Kategorie-Archiv: Orte

Designerladen neben Dönerbude – jeht nich‘ jibt´s nich‘?

Die Zeit, sie eilt und mit ihr verändert sich die Potsdamer Straße zusehends. Heute beginnt ein neuer Kurs am HU-Career Center und wieder werden StudentInnen ins Gebiet der Potsdamer Straße kommen, hier recherchieren, Interviews führen und in Artikeln auch uns allen neue Aspekte unseres Kiez auf ihre Art und Weise bekannt machen.

Da ist es auch Zeit eine Nachlese zu betreiben. Drei StudentInnen des letzten Kurses im Frühjar 2016 machten es sich zur Aufgabe, die Entwicklungen an der Potsdamer Straße zu beobachten und auch die Folgen zu bedenken. Das ist eine Mammutaufgabe und im Rahmen eines Semesterferienkurses nicht zu bewältigen. Doch Ihre Versuche sind Wert zu schätzen.

Hier Artikel Nummer 1

von HU-Gastbloggerin Luisa

Manche nennen sie liebevoll die „Potse“, andere sind ihr gegenüber eher misstrauisch – die Potsdamer Straße in Berlin ist wohl eine der vielfältigsten Straßen der Hauptstadt. Doch die Straße verändert sich – immer mehr High End Läden finden hier ihren Platz. Einige Stimmen zu der Frage: „Pro Vielfalt oder Angst vor Verdrängung?“

Trist & chaotisch – das sind die wohl ersten Gedanken, die mir durch den Kopf geschossen sind, als ich am U Bahnhof Bülowstraße ausgestieg. Das soll die berühmt berüchtigte Potsdamer Straße sein? Als frisch Zugezogene schaue ich mir eher misstrauisch die von dem Leben gezeichneten Menschen und die heruntergekommenen Häuser an. So ganz habe ich nicht verstanden, um was genau es jetzt geht, wenn die Berliner von der Schönheit und Vielfalt der „Potse“ sprechen. In mir löste das Ganze eher einen Fluchtreflex aus. Weiterlesen

Gut gewappnet in Rot und ohne Binnen-I

VdBK_2017_02a29 Künstlerinnen, 62 Kunstfreundinnen und 5 männliche Unterstützer trafen sich vor 150 Jahren und 4 Tagen und gründeten den Verein der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin. Name ohne Binnen-I.

Wir sind hier sechs Künstlerinnen zusammen getreten, die den Kern eines Vereins bilden wollen, der den Zweck hat: den vereinsamten ganz allein stehenden Schwestern in der Kunst hier in Berlin eine gemeinsame Heimath zu schaffen, den jungen anstrebenden Talenten mit Rath u. That beizustehen u. Ihnen eine Stütze zu sein u. denen, die in Noth geraten durch Darlehen oder Stipendien zu helfen …“, hatte Vereinsgründerin Clara Heinke kurz zuvor an Ottilie von Goethe, Schwiegertochter Johann Wolfgangs, geschrieben. (Katalogseite 41/42) Weiterlesen

Denn sie hätten sonst keine Herberge

Werbung im Kiez

Bezirkspolitisch gehört das Krankenhaus natürlich zu Tiergarten-Süd, doch befindet es sich gleichzeitig im Kirchenkreis Schöneberg.

Viele der bestehenden Netzwerke und Halteseile des Kiezes sind unsichtbar aber sehr wohl funktionabel. So ist über das Engagement für Flüchtlinge der syrisch-orthodoxen Kirche in der Potsdamer Straße auf dem potseblog bereits berichtet worden.

Als nun im Herbst 2015 die von der Kirche angemieteten Wohnungen in der Monumentenstraße nicht mehr zur Verfügung standen, funktionierte das Netzwerk wunderbarst und ohne dass viel Aufheben darum gemacht wurde. 30 Menschen fanden eine neue Unterkunft auf dem Gelände der Evangelischen Elisabeth Klinik. Dort steht ihnen seitdem Petra Herms, Chefsekretärin des Krankenhauses , mit Rat, Tat und Anteil nehmender Fürsorge zur Seite. Weiterlesen

Kiez – Scheibenwischer Infodienst

Was Politik und Presse nicht sagen, finden Sie hier

Gebrauchsanweisung:
1. Herunterladen (pdf) und Ausdrucken
2. Kopieren
3. Zuschneiden A6 =Postkarte; machen die im Kopierladen

4. Verteilen an Scheibenwischer, Gepäckträger, Briefkasten, Kneipe etc.

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Kaffeeklatsch in der Großwohnsiedlung – eine Begegnung mit der nachbarschaftlichen Solidarität durch soziale Aktionen

Die sehr gut angenommenen Angebote im Nachbarschaftstreff Kaffeeklatsch beweisen, dass im engen Zusammenleben einer Großwohnsiedlung mit verschiedensten Kulturen nicht nur soziale Konflikte entstehen, sondern auch eine Art Solidarität durch Pflege der nachbarschaftlichen Beziehungen entstehen kann. Das QM Pallaskiez hat mit seinen Bewohnern ganze Arbeit geleistet: Interkultureller Austausch für die Verbesserung des sozialen Klimas – Gemeinschaft schafft Sicherheit.

Es ist wieder etwas bunter in der Großwohnsiedlung Pallasseum an der Potsdamer Straße. Betritt man die Innenhöfe der Siedlung fallen einem sofort als bunte Farbtupfer die neuen Kinderspielplätze auf. Am Nachmittag spielt sich hier das soziale Leben der Bewohner ab. Vor allem treffen sich hier Kinder und auch die Mütter; nicht nur zur Beaufsichtigung ihrer Kinder, sondern weil sie hier gerne ihren Nachmittag verbringen. Auch Generationenübergreifend wird der Innenhof des Pallasseums genutzt. Einen Kaffeeklatsch unter den Bewohnern erwartet man in einer Großwohnsiedlung von Sozialwohnungen nicht gerade, aber genau diese gemeinschaftliche Aktion gibt es im Pallasseum. Weiterlesen

Ahorn muss Platin weichen

Das Stadtquartier Bautzener Straße heimst in den letzten Monaten einen Preis nach dem anderen ein. Es erhielt es die höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ( DGNB) auch Platin-Zertifikat und seit März 2016 ist es Preisträger des Berliner Wettbewerbs KlimaSchutzPartner des Jahres.

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Warum freuen sich die Nachbarschaft denn nun nicht über dieses ökologische, nachhaltige, behutsame Bauvorhaben?

Die Bautzener Brache war als wichtige Biotopflächenanteil ausgewiesen,“ betont A. Bähr, eine der drei Anwohnerinnen, die Ende April eine Einwohnerversammlung zu der Bebauung initiierten. „Hier wuchsen vor den Rodungsarbeiten allein vier verschiedene Ahornarten: Berg-Ahorn, Spitz-Ahorn, Eschen- Ahorn, Rot-Ahorn, neben Weiden, Robinien und Wildkräutern. In der Abendschau am 25. April wurde medienwirksam gezeigt, dass auf dem Dach des Paul Löbe-Hauses ein neuer Bienenstand eingeweiht wurde. Hier, wenige Kilometer südlich davon, holzten sie gerade einen Teil der Bienenweide meiner Völker und der meiner Nachbarimker rücksichtslos ab.“

Seit im Oktober 2012 die erste Informationsveranstaltung zur Bebauung der Bautzener Straße stattfand – also lange bevor klar wurde, welch hohe ökologische Standards die Grünfläche zubetonieren würden – rumort es im Gebiet. Es gab eine Einwohnerversammlung (Mai 2013), die erste Bürgerbeteiligung (September 2014 bis Oktober 2014), im November 2015 lag dann die Auswertung der umfangreichen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und der Eingaben der BürgerInnen vor. Es folgte der zweite Beteiligungsschritt der Träger öffentlicher Belange (Januar 2016 bis Februar 2016), die jetzige Einwohnerversammlung vom 28. April und bis zum 11.5. 2016 läuft noch die Öffentliche Auslegung des B-Plan 7-66VE, bei dem die AnwohnerInnen ihr Recht wahrnehmen können, gegen diese Bauprojekt Einwände vorzubringen.
Einsicht in die Unterlagen
Weitere Informationen zur Situation rund um die Bautzener Brache

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Einwände senden an: Amt für Stadtentwicklung Schöneberg, Rathaus Schöneberg stadtplanung@ba-ts.berlin.de

Zwischen diesen Bürgerbeteiligungsterminen waren Investor und Bezirksamt weiter tätig, ohne jedoch bei den AnwohnerInnen den Anschein zu erwecken, dass ihre Einwände eingearbeitet würden. Zu der letzten Einwohnerversammlung am 28. April 2016 erschien nun eine Mannschaft aus circa 20 BezirkspolitikerInnen, ExpertInnen, ArchitektInnen, LandschaftsplanerInnen und dem Investor.

Mit ihnen saßen circa 150 AnwohnerInnen in der Mensa der Havelland Grundschule, um sich zu informieren, an vielen Stellen ein ironisches „Hört, hört“ zu bekunden und an anderen laut ihren Unmut auszudrücken.

Die Kontrahenten kennen sich, viele der Argumente werden seit Jahren wiederholt und ping-pong-mäßig ausgetauscht. An diesem Abend herrscht mal wieder klarer Frust bei den AnwohnerInnen. Denn was ist noch zu erwarten, wenn die Bagger bereits unterwegs sind, obwohl doch das Beteiligungsverfahren noch läuft?

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Anders als auf anderen umstrittenen Bauflächen gibt es auf der Bautzener Brache, einem ehemaligen Eisenbahngelände, keinen Rechtsanspruch des Eigentümers auf Baurecht. Die Brache ist nach wie vor nach §35 BauGB Außenbereich. Ein Baurecht ist an diesem Ort einzig eine Willensentscheidung der Politik und kann an dieser Stelle versagt werden.

Es gibt eine Alternative !
Welche Chance kann in solch einer Situation ein neuer und umfangreicher Alternativvorschlag haben, den Matthias Bauer bei der Einwohnerversammlung vorbrachte erläuterte? Ist es das richtige Objekt am falschen Platz, fragte er und beamte gleich einen Alternativbauplatz auf die Leinwand.

Doch zuvor erläuterte er anschaulich, wie das Gebiet zwischen Landwehrkanal und Sachsendamm in den nächsten Jahren durch Baumaßnahmen verdichtet wird.

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Seinen fundierten Erläuterungen, folgte seine simple Frage. Wie wäre es denn, wenn die Wunderwohnungen ein paar hundert Meter weiter südlich zwischen der Monumenten- und Kolonnenstraße auf dem Gelände der BSR gebaut würden? „Das Grundstück ist ein bisschen kleiner, doch bekommt man ein städtebauliche Kante geschlossen, da ist jetzt eine Lücke,“ erläuterte er. „Es ist nachts ein Parkplatz, der tagsüber leersteht. Auf diese Weise könnte die Bautzener Straße im Grünsystem integriert bleiben.“

BSR

Der richtige Platz für das Bautzener Stadtquartier?

Schade, dass nach 2 Stunden Statements von Experten und circa 25 Minuten Statements durch die BesucherInnen keine Zeit zum Austausch mehr gab. Dann hätte der Ping-Pong-Ball vielleicht die Platte verlassen und hätte doch noch einmal erneut und dann auch anders geschlagen werden können.

Das richtige Projekt
Die Präsentation des Projektes hatte die ersten 45 Minuten der Veranstaltung eingenommen. „Mir ist wichtig, Ihnen noch mal zu sagen, dass wir von der ersten öffentlichen Vorstellung des Projektes, alles so wie vorgestellt eingehalten haben,“ begann der Investor. „Wegen der klimatischen Durchlüftung haben wir viele Sorgen gehabt. Wir mussten höhere Schallvorschriften hinnehmen, was sich auch finanziell nieder geschlagen hat.“ Er sprach von Bioenergie und dass alle Wohnungen mit Abwasserwärme zu heizen seien. Dass er die kontrollierte Wohnraumbelüftung an anderer Stelle kennen gelernt habe und diese nicht nur funktioniere, sondern ihn auch begeistere. Dass man zur Zeit einen Parkplatz für zwei Wohnungen plane und wenn diese nicht gebraucht würden, bereit sei, zusätzlich 600 Stellplätze für Fahrräder zu schaffen. Es gäbe eine Lärmschutzwand wegen der S-Bahn. Man käme über den noch zu bauenden Biomarkt auf der anderen Straßenseite später in den Gleisdreieckpark. „Was wir versprochen haben, wird bis heute eingehalten,“ betonte er zum Schluss noch einmal.

Der Architekt betonte für ihn sei das „Bauvorhaben ein Glücksfall, weil ich hier einen Bauherrn hatte, der Nachhaltigkeit sehr unterstützt hat. Die ganze Energieseite ist so konsequent durchgeführt, wie ich es noch nie vorher gesehen habe.“ Der geplante Supermarkt käme – da unterirdische – ohne unschönen Baukörper aus, die kleinen Läden garantierten eine lebendige Straßenfront. Der Großgörschenplatz würde multifunktional. Und da seien dann ja auch noch die Sport- und Fitnessflächen im Bereich Yorckstraße.

Schöner Supermarkt unter der Erde

Günstige Mietwohnungen würden entstehen, nur 10% seien über 100 qm groß, der Fokus sei auf kleinen bezahlbaren Wohnungen. „Es war ein Glücksfall, dass wir einen Bauherrn haben, der Mietwohnungen baut, die in verantwortlicher Hand bleiben und nicht schnell veräußert werden,“ begeisterte er sich am Ende noch einmal.

Dann sprach eine Landschaftsarchitektin von 13.000 qm Außenanlagen, drei Innenhöfen mit Kleinkinderspielbereich, zwei größeren Spielbereichen, einem Biotopflächenanteil. Die 39 geschützte Bäumen, die gefällt worden wären, würden durch 72 Ersatzpflanzungen kompensiert, plus den 39 Bäume auf der Tiefgarage. Ein Grundstück würde nicht bebaut und dem Park zugeschlagen. Wachsen solle Efeu und wilder Wein, Pflanzen, die über das ganze Jahr blühen und einheimisch seien.

A. Bähr hatte die Argumente der AnwohnerInnen umfassend erläutert.  Unter anderem sagte sie:  „Die Bautzener Brache ist die notwendige Verbindung zum Gleisdreieckpark. Sie ist das fehlende Stück für eine durchgehenden Fahrrad- und Fußgängerverbindung im Grünen. Die Radwegverbindung zwischen dem Südkreuz und dem Potsdamer Platz kann entlang der Bautzener Brache ohne ungünstige Umwege über die Monumentenbrücke geführt werden. Die Bautzener Brache ist Teil der Belüftungsschneise entlang der Bahntrassen. Die Bautzener Brache ist ein notwendiges Teilstück des Biotopverbunds.
Wieso wird der Wert dieser natürlichen Ressourcen in Berlin nicht erkannt und geschützt?
Wieso wird dieses Gelände, für das kein Baurecht erteilt werden muss, an einen Investor verhökert?
Wieso wird nicht ernsthaft an einem grundlegenden Konzept gearbeitet, wie mit den Natur- und Grünflächen, vor allem unter den Bedingungen des Klimawandels und Artenschwunds umgegangen werden sollte?“

Dagegen die Einschätzung von Wolfram Siewert, Landschaftsarchitekt und beauftragt mit der Umweltprüfung: „Die Bilanz hat gezeigt, dass nicht viel wertvolle Sachen da waren. Ein Vergleich mit dem, was geplant wird, hat ergeben, dass es keine Verschlechterung gibt.“ Siewert erläuterte weiterhin, dass Bodenverunreinigungen beseitigt wurden, das Klima keine erheblichen Beeinträchtigungen erführe. Für die Fledermäuse seien jetzt schon Ersatzniststätten geschaffen und dem Girlitz, der unter besonderer Beobachtung in Berlin steht, würde auch nichts passieren.

Warum gerade hier?
Also alles paletti und ein Schelm, wer denkt, dass das Grundstück gegenüber seinem eigenen Baumarkt Hellweg an der Yorckstraße so wertvoll ist, dass Alternativen nie auch nur ansatzweise bedacht wurden?

Wir haben diese Einwohnerversammlung als Anwohnerinnen beantragt, weil wir in den Jahren unserer kritischen Beobachtung der Bauplanung immer mehr den Eindruck gewannen, dass hier entlang der Bautzener Straße unter allen Umständen den Wünschen des Investors entsprochen werden soll,“ bringt A. Bähr vor.“Entgegen aller Einwände der Nachbarschaft, des BUNDs, des Bezirks und der Senatsverwaltung, entgegen Einwände der IHK und der Polizei und anderer Träger öffentlicher Belange soll hier gebaut werden. …. Für uns Nachbarinnen soll der Eindruck entstehen, dass es sich hier um ein Vorzeigeprojekt für den sozialen Wohnungsbau handele, so sehr wird Werbung für das Projekt gemacht, so sehr werden Einwände und Bedenken dem Willen hier zu bauen untergeordnet.

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„Wie wird die Wohnqualität sein im Bautzener Stadtquartier?“

Tatsächlich aber handelt es sich hier um ein Projekt eines Privatinvestors, der vor allem ein Interesse hat: Er will auf diesem Grundstück, das bisher kein Baurecht hat und dass er sehr günstig als Brachland im Außenbereich erwerben konnte gewinnbringend investieren. Allein durch die Schaffung von Baurecht wird der Wert der 2,2 ha großen Fläche um mehr als das 10fache steigen. Und dazu verhelfen ihm insbesondere unsere Bezirksstadträtin Frau Dr. Klotz und der Amtsleiter für Stadtentwicklung Herr Kroll, die dem Investor unter allen Umständen Baurecht und die Baugenehmigung verschaffen wollen.

Natürlich sieht der Bezirk das anders. Bereits vor der Veranstaltung war ein sechsseitiges Statement von Bezirksstadträtin Frau Dr. Klotz verteilt worden. Doch aufgrund der vermehrt bei ihrem Vortrag erklingenden Unmutsäußerungen verlas sie dieses nicht vollständig. Hier das Abschlusszitat aus dem Statement, dass sie, wenn nicht wortwörtlich dann doch sinngemäß vorbrachte.

Der vorgelegte Bebauungsplan für das neue Quartier Bautzener Straße wird sicherlich diejenigen nicht überzeugen, die gegen jedweden Neubau auf dieser Bahnbrache sind – so wie an vielen anderen Stellen in der Stadt auch. Innerhalb des vorgegebenen Rahmens (privater Eigentümer, notwendiger Wohnungsneubau, Grünflächenversorgung, Lärmschutzproblematik) stellt der Bebauungsplan einen ausgewogenen Weg dar, der die unterschiedlichen Interessen zum Ausgleich bringt.

Den Wunsch einiger Anwohner_innen dort nicht zu bauen, kann ich zwar nachvollziehen. Eine öffentliche Grünanlage wird aber kein privater Investor auf dem Gelände realisieren und der Bezirk ist dazu nicht in der Lage. Berlin wird in den kommenden Jahren einen deutlichen Bevölkerungszuwachs, vor allem in den Innenstadtbereichen erleben. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und kleinen Haushalten wird größer werden. Hier haben wir die Chance einen kleinen Teil dieser Nachfrage zu befriedigen. Das neue Quartier ist bestens an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und das Radwegenetz wird auch an dieser Stelle ausgebaut. Das vermeidet zusätzlichen Autoverkehr und ist damit ein Beitrag zum Klimaschutz.

Wird es einen Effekt bei diesem Bauvorhaben haben, dass die Welt drum herum sich seit 2012 inzwischen stark verändert hat?

Politik, die die Bewohner nicht befragt, die ist von uns auch nicht mehr gefragt,“ eröffnete ein Anwohner, den Teil der Veranstaltung, auf der BürgerInnen zu Wort kamen.

Können die AnwohnerInnen jetzt nur noch zuschauen, ob ihre Befürchtungen sich bewahrheiten?

Ich wohne seit 16 Jahren in Bautzener Straße 2,“ sagt eine Anwohnerin „direkt gegenüber dem neuen Fitness. Ich glaube, dass wir Wohnungsbau brauchen. Doch warum prüft niemand in dieser Stadt den Leerstand. Wie zum Beispiel im Riemers Hofgarten. Wir brauchen kleine Wohnungen, ich kann aber aus meiner 4,5 Wohnung nicht raus, weil kleinere Wohnungen teurer sind. Und hier in der Bautzener Straße mangelt es an großen Wohnungen.“

Ich bin ein bisschen überrascht über den Tenor dieser Einwände,“ gibt ein junger Mann zu bedenken. „Ich hätte gedacht, dass die Leute hier nicht nur an sich und Grünflächen denken, sondern auch an die Leute die Wohnungen suchen. Wir müssen etwas gegen Verdrängung tun, aber dafür sind privaten Investoren nicht die Lösung.“

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„Wir ändern nichts mehr, auch wenn noch so lange protestieren,“ sagt ein älterer Mann, der von sich sagt, sich früher politisch betätigt zu haben und deshalb aus Erfahrung spricht. „Aus meinem Fenster gucke ich nur noch auf schreckliche Architektur. Die roten Häuser am Lokdepot und jetzt diese Architektur. Was will der Architekt uns damit sagen, mit der Architektur, auf die ich jetzt immer schauen muss.“

Viele sind unzufrieden, mit dem was Dialog genannt wird, aber was viele nicht als Dialog empfinden,“ führt eine andere aus. „Wir wissen von der Wohnungsnot, wir haben jetzt gehört, dass der Gleisdreieckpark verkleinert wird, wir haben gelernt, dass mehr Verkehr kommen. Dann sind da ganz viele offene Fragen. Bei anderen Projekten gibt es ein Controlling, bei dem das Projekt immer wieder mit den sich ändernden Bedingungen abgeglichen wird. Wird es einen Effekt bei diesem Bauvorhaben haben, dass die Welt drum herum sich inzwischen verändert hat?“

Bleiben in diesem Prozess nur Fragen offen?

Street-Art ganz legal – ein Schritt in die richtige Richtung?

Von HU-Gastbloggerin Miriam Meinekat

Street-Art.Projekt Urban Nation plant in der Bülowstraße Eröffnung des „Museum for Urban Contemporary Art“-  Ein Interview mit Blick von der Straße.

Die von der Stiftung Berliner-Leben geförderte Plattform Urban Nation sieht es als ihre Aufgabe an, Street-Art für nationale sowie internationale Künstler sowie die Nachbarschaft rund um die Bülowstraße und die Potsdamer Straße in den Mittelpunkt zu stellen. Zusammen soll so eine aktive Zusammenarbeit im Gestalten des Stadt- und vor allem des Kiezbildes stattfinden.FullSizeRender (6)

So wurden beispielsweise die Häuserfassaden der gebowag-Häuser in der Bülowstraße zu Leinwänden, Künstler aus aller Welt durften sich hier in aller Kreativität austoben. Die Kunstwerke, „Murals“ genannt, sind meist riesig, wunderschön anzusehen und beinhalten zudem eine politische oder gesellschaftskritische Message. Weiterlesen

Die Anfänge des Botanischen Gartens auf dem Areal des heutigen Kleistparks

Von Gast-Bloggerin Damjana Panic

Haben Sie eigentlich schon mal darüber nachgedacht, was der Heinrich-von-Kleist-Park mit der nach Johann Sigismund Elßholz benannten Straße zu tun hat, die ihn nach Osten hin begrenzt?

Elßholz wird 1623 in Frankfurt an der Oder geboren. Er gilt damals als einer der bedeutendsten deutschen Gelehrten der Naturwissenschaften. Er ist vielseitig interessiert und betätigt sich unter anderem auf den Gebieten Gartenbau, Botanik, Alchemie, Astrologie, Ernährungslehre und Medizin. Weiterlesen

Ernährung für Geist und Seele im Café Tietz

Das Café Tietz besticht mit Energie in Raum und Speisen. Ein neues Kaffeehaus in der Potsdamer Straße 77.

von HU-Gastbloggerin Miriam

Aus dem M85 an der Haltestelle Lützowsztraße/Potsdamer Straße gesprungen, einmal über die Straße und nach rechts geguckt, fallen einem Neuling in  der Potsdamer Straße sofort die dunkelbeigefarbenen Flaggen des Café Tietz & Cie ins Auge, die sich im seichten Frühlingswind wiegen. Wie die eines Hoteleingangs erscheint die Tür des Cafés, die in das biologisch wertvolle Geschmacksparadies führt. Ich bin heute überpünktlich dort und werde auf Englisch von den drei Mitarbeiterinnen begrüßt. Herr Tietz würde gleich kommen sagen sie, ob ich die drei Minuten Wartezeit mit einem Café Latte überbücken könnte? Kann ich. Weiterlesen

Harmonie e.V. darf nicht gekündigt werden – Ein offener Brief

Redaktionelle Anmerkungen und Änderung durch die Betreiberin dieses Blogs am 29. Februar 2016

Zitat Wikipedia:
Ein offener Brief (früher auch Sendschreiben oder Sendbrief) ist ein Schriftstück, das als Flugschrift, in der Presse oder in anderen Medien veröffentlicht wird. Durch die Form des offenen Briefs wird der Empfänger oft zu einer öffentlichen Stellungnahme zum Gegenstand des Schreibens aufgefordert.

Hier auf dem potseblog ist ein Offener Brief des Quartiersrats Schöneberger Norden veröffentlicht worden. Es gibt inzwischen eine öffentliche Richtigstellung zum Gegenstand in Form eines Kommentars auf diesem Blog. Vorausgegangen war eine Kontaktaufnahme mit den VerfasserInnen des Offenen Briefes, aufgrund dessen sie den offenen Brief in einigen Punkten geändert haben. Diese Änderungen sind auf dem Blog übernommen worden.

Zitat Wikipedia:
Der offene Brief in seiner bekanntesten Form wird häufig verwendet, um Personen des öffentlichen Interesses, Vereine oder Unternehmen mit kontroversen Aussagen, gebrochenen Versprechen oder Unwahrheiten zu konfrontieren oder um ein aus Sicht des Verfassers des Briefes notwendiges Handeln des Adressaten zu provozieren.

Zur Zeit gibt es noch keine öffentliche Stellungnahme von irgendeinem/irgendeiner AdressatIn des Offenen Briefes. Doch es gibt ∗von einem Adressaten zwei Schreiben, darunter ein Brief an die Betreiberin dieses Blogs, in dem der Verfasser des Briefes sich aufgrund „möglicher Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Verletzung von Privatgeheimnissen“ gegen die Veröffentlichung des Offenen Briefes ausspricht, auf mögliche Strafbewehrung hinweist und mit dem Satz schließt: Sofern Sie neutral von der Hausverwaltung, Erwerberin etc. sprechen, bestehen keine Einwände.

Da das Ziel des Offenen Briefes die Rücknahme der Kündigung an „Harmonie e.V.“ und das Verbleiben des Vereins an seinem jetzigen Standort ist und nicht ein Gerichtsverfahren gegen Personen, die den Offenen Brief öffentlich bekannt machen, nehme ich den Vorschlag aus dem Brief des Adressaten auf, ändere die entsprechenden Stellen des Offenen Briefs hier auf dem Blog und spreche im Weiteren neutral von Hausverwaltung und Erwerberin.

Veröffentlichung:
Offener Brief des Quartiersrates Schöneberger Norden 
an die Hausverwaltung (Name ist der Redaktion bekannt)
an den Verein Flüchtlingspaten Syrien e.V.
an die Erwerberin ( Name ist der Redaktion bekannt)
an Herrn Dr. Jürgen Gehb, Vorstandssprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA)
an Frau Angelika Schöttler, Bürgermeisterin des Bezirks Tempelhof-Schöneberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Hausverwaltung, die im Auftrag der Erwerberin handelt, dem Verein Harmonie e. V. die Räume in der Katzlerstraße 11 zum 29. Februar 2016 gekündigt hat.

Sollte die Kündigung nicht zurückgenommen werden, bzw. der Verein bis Ende Februar keine Ersatzräume gefunden haben, ist die Existenz des Vereins Harmonie e.V. gefährdet. Damit würde ein wichtiges Angebot zur Betreuung und zur Integration von Migrant_innen und Flüchtlingen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg wegfallen – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem dieses Angebot dringender denn je gebraucht wird.

Wir appellieren an alle Beteiligten, alles zu unternehmen, um eine Rücknahme der Kündigung zu bewirken. Wir appellieren in diesem Sinne an

  • an die Hausverwaltung, die die Kündigung ausgesprochen hat,
  • an den Verein Flüchtlingspaten Syrien e.V., der laut Kündigungsschreiben anstelle des Vereins Harmonie (mietfrei/gestrichen)  in die Räume einziehen soll. „ . . . Wie in vergleichbaren Fällen wird die Vermieterin die Initiativen durch Mietnachlässe fördern“ (Zitat Kündigungsschreiben).
  • an den Auftraggeber der Kündigung, der das Haus von der BIMA erworben hat, aber noch nicht im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist,
  • an die BIMA selbst (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), die noch immer Eigentümerin des Gebäudes ist und damit letztendlich noch verantwortlich,
  • an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg, der sein Vorkaufsrecht für das Gebäude wahrgenommen hat, um im Sinne der Sozialen Erhaltungssatzung auf die Entwicklung des Stadtteils Einfluss zu nehmen. Solange die Gerichte noch nicht über die Zulässigkeit der Inanspruchnahme des Vorkaufsrechts entschieden haben, bitten wir den Bezirk, alle seine weiteren Möglichkeiten wahrzunehmen, um den Verein Harmonie e.V. zu unterstützen.

Warum der Verein Harmonie e.V. für unseren Stadtteil wichtig ist Harmonie e.V. ist von der Senatsverwaltung als Träger im Rahmen des Landesprogramms Integrationslots_innen beauftragt worden. Unter den 13 beauftragten Trägern ist Harmonie e.V. der einzige Träger, der selbst von Migrant_innen organisiert wird.

Harmonie e.V. ist im Rahmen des Landesprogramms zuständig für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Zur Zeit arbeiten bei Harmonie e.V. acht hauptamtliche Integrationlots_innen, die arabisch, englisch, kurdisch und russisch sprechen. Dazu kommen 25 ehrenamtliche Mitarbeiter_innen.

In den Einrichtungen und Unterkünften für Flüchtlinge im Bezirk Tempelhof-Schöneberg (Teske-Schule, Rathaus Friedenau, Hotel Präsident und Colditzstraße) bieten die Integrationslots_innen Sprechstunden an, helfen bei Ämtergängen, übersetzen und beraten.

In den Räumen in der Katzlerstraße 11 wird diese Arbeit organisiert. Außerdem ist die Katzlerstraße 11 schon seit 2010 ein Treffpunkt zur Integration von Migrant_innen, nicht nur aus der russisch sprechenden Community. Es finden hier öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen, Filmpräsentationen, Lesungen, Beratungen, Sprach- und Computerkurse statt. Hier treffen sich Selbsthilfegruppen, hier findet Erfahrungsaustausch statt, hier wird nach Ausbildungs- oder Praktikumsplätzen bzw. nach Arbeitsstellen gesucht.

Natürlich macht auch der Verein Flüchtlingspaten Syrien e.V. eine wertvolle Arbeit, indem er Menschen dazu bringt, Patenschaften für Flüchtlinge zu übernehmen und zu spenden.

Nur – im Gegensatz zum Verein Harmonie ist der Verein Flüchtlingspaten Syrien nicht lokal tätig. „Wir organisieren überall im Land Patenschaften.“ ( Zitat Website www.fluechtlingspaten-syrien.de ). Von daher ist der Verein nicht auf Räume an genau dieser Stelle angewiesen.

Wir haben kein Verständnis dafür, dass die beiden Vereine hier gegeneinander ausgespielt werden sollen. Wer die Unterstützung von sozialem und humanitären Engagement ernst meint, sollte von solchen Methoden Abstand nehmen. Ansonsten entsteht der Eindruck, dass das Engagement für Flüchtlinge hier für ganz andere Zwecke instrumentalisiert werden soll.

Wir bitten alle Beteiligten, eine Lösung anzustreben, bei der die Arbeit des Vereins Harmonie e.V. nicht gefährdet wird.

Einstimmig verabschiedet auf der Sitzung des Quartiersrates Schöneberger Norden am 10. 02. 2016
Quartiersrat Schöneberger Norden Pallasstraße 5, 10781 Berlin 10. Februar 2016

redaktionell geändert geändert am 17. 02. 2016

Kontakt:
Cordula Mühr Telefon 01575-108 06 36 cordulamuehr@yahoo.de
Matthias Bauer Telefon 030-215 11 35 oder 01511-792 61 63 bauer.matthias@gmx.net