Kategorie-Archiv: Kultur

Der Hörtest – ein Angstauslöser?

von HU -Gastbloggerin Martina

Besuch des Geschäftes ,,Das Hörwerk“ in Schöneberg
Habt ihr euch schon einmal gefragt, ob das Missverstehen von einigen Wörtern wie ,,Stahl oder Schal“ nicht ein ,,Versehen“ sondern ein vermindertes Hörvermögen sein könnte?

Krankenkassen und  Zeitungen berichteten, dass die Schwerhörigkeit in der Bevölkerung massiv zugenommen hat, gravierend auch bei   den Kindern und Jugendlichen. Mögliche Ursachen sind: Dauerhaftes Hören von zu lauter Musik beim Besuch von Clubs / Popkonzerten, aber auch die ,,gefährliche Dauerbeschallung“ über Mini-Kopfhörer wie es u.a. bei dem  Gebrauch von MP3 Playern der Fall ist.

Das Problem mit der ,,aufgeschobenen“  Schwerhörigkeit
Auf meine anfängliche eigene Vorrecherche und Frage  zur steigenden Anzahl von Schwerhörigen in der Bevölkerung, bekomme ich folgende Antwort von der Geschäftsinhaberin ,,Das Hörwerk“:

Das Geschäft  am  Willmanndamm 16, 10827 Berlin und Inhaberin Funda Gül Gozdzik

,,Wer schwer hört, geht oft zu spät zum Hörtest.“ So berichtet mir die Inhaberin Funda Gül Gozdzik, ausgebildete  Hörgeräteakustik- Meisterin des Geschäftes ,,Das Hörwerk“ im Willmanndamm 16, in 10827 Berlin. ,,Erst wenn es mit der verminderten Hörfähigkeit schon dramatischer geworden ist, wird der Weg zum HNO-Arzt beschritten. Einfach viel zulange wird die bereits bemerkte Hörminderung in Kauf genommen.“

Bei mir entstehen zu dieser Antwort gleich weitere wichtige Fragen: Obwohl es moderne Hörgeräte gibt, warten die Betroffenen sehr lange, warum? Obwohl beim Hörgeräteakustiker kostenlose Hörtest angeboten werden, entsteht der notwendige Weg zum Akustiker größtenteils erst dann, wenn ein Rezept vom Arzt für ein Hörgerät vorliegt?

Zu diesen wichtigen  Problemstellungen berichtet mir Frau Gozdzik gleich sehr ausführlich und aufschlussreich, mögliche Ursachen: ,,Eine Hörminderung ist in den häufigsten Fällen ein schleichender Prozess und wird von den Betroffenen deshalb erst spät wahrgenommen. Oft ist es das Umfeld, welches auf die Hörminderung aufmerksam macht. Bis zum ersten Besuch beim Hörakustiker oder beim HNO-Arzt vergehen deshalb manchmal viele Jahre. Die Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung und Akzeptanz von Hörminderungen vieler Institutionen zeigt jedoch schon erste Erfolge. Immer mehr Menschen schützen  ihr Gehör rechtzeitig oder machen einen Hörtest bei den ersten Anzeichen für einen Hörverlust.“ Der Bezug zur Öffentlichkeit wurde  u.a. hergestellt mit der Veranstaltung  ,,Welttag des Hörens, welcher am 3. März 2017 stattfand.

Das Geschäft
Nur eine Seitenstraße von der Potsdamer Straße und nur wenige Fußschritte entfernt vom U-Bahnhof Kleistpark liegt das mit blauen Farben gestaltete und freundlich einladende Geschäft ,,Das Hörwerk“ von der sehr sympathisch wirkenden,   jungen Besitzerin Frau Funda Gül Gozdzik. Auch der Internetauftritt  ist in blauen Farbtönen gestaltet. Für mein Interview und einen geplanten Hörtest  am Ende des Interviews,  meldete ich mich bei der Inhaberin mit einem zusätzlichen ,,Hörprobanden“  zu zweit  an, um mich  selbst  besser auf das Interview konzentrieren zu können.

Nach einer freundlichen Begrüßung und einer Tasse frischen Kaffee aus einer modernen Espressomaschine, kann ich gut  ,,erfrischt“  das ausführliche Interview führen. Frau Gozdzik wirkt meinen vielen Fragen gegenüber sehr aufgeschlossen, erklärt und zeigt viele Hörgeräte und die dazugehörigen  Utensilien. Ich untersuche und fotografiere viele Hörgeräte (FOTO), die auffallend klein aussehen und sich sehr leicht in der Hand anfühlen.

Es wird mir erklärt, dass es sehr unterschiedliche  Varianten von Hörgeräten gibt: Im Ohr, außerhalb des Ohres usw. und Zubehör.

Verschiedene kleine Hörgeräte und Zubehör

Der Service in deutscher, türkischer und polnischer Sprache

Die Flyer zum Geschäft gibt es in türkischer und deutscher Sprache.Auch ihre Internetseite bietet die Ladeninhaberin  in türkischer Sprache an, da Frau Gozdzik  türkische Wurzeln hat, aber in Deutschland geboren wurde. Ihr Ehemann bietet für Kunden bei Bedarf  einen polnischen Übersetzungs-Service an, da er ehemals aus Polen stammt. So ist die Kundschaft breit gemischt  und Frau Gozdzik berichtet begeistert: ,,Der Service in türkischer Sprache  wird sehr oft genutzt, der in Polnisch eher weniger. Außerdem kommen Kunden nicht nur aus dem Kiez, sondern auch aus anderen Teilen Berlins und Brandenburg.“

Für die Zukunft möchte sie ihren Internetauftritt so gestalten, dass sie zusätzlich auch einen ,,Einkaufs – Shop“  anbietet. Mehr verrät sie mir dazu leider nicht.

Die  jahrelange Betreuung
Die Hörgeräteakustikerin macht außerdem auf die  Testung und Betreuung bei einem Hörgerät aufmerksam: ,,Deshalb ist es wichtig, Hörgeräte immer im privaten Umfeld und verschiedene Modelle im Vergleich zu testen. Erst dann kann eine geeignete Wahl getroffen werden. Nach dem Kauf von Hörgeräten wird der Kunde viele Jahre von seinem Hörakustiker weiter betreut. In bestimmten Intervallen werden die Hörgeräte gereinigt, auf ihre Funktion geprüft und ggf. nach einem neuen Hörtest nachgestellt.“ Hierzu erhält man ,,ähnlich“ wie bei einer notwendigen Inspektion eines Autos ein kleines blaues ,,Serviceheft“ von der Inhaberin des Hörwerks für  die nächsten Inspektions-Termine  der Hörsysteme.

Außerdem berichtet sie mir, dass es  zusätzlich die Möglichkeit gibt, bei teuren Hörgeräten auch eine Versicherung gegen Diebstahl, Beschädigung usw. abzuschließen. Denn die Kosten eines Hörgerätes variieren zwischen 0,00 Euro (ohne Zuzahlung)  bis zu 2000 Euro oder höher für ein sehr ,,intelligentes“ Hörgerät.

Der Wunsch der beruflichen Selbständigkeit
Frau Gozdzik schildert mir, dass ihr die  Ausbildung zum Beruf der  Hörakustikerin/Hörgeräteakustikerin sehr gefallen hat. Diese dauerte 3 Jahre und beinhaltete zu den technischen Gebieten auch das Fach Psychologie, welches ihr besonders gut gefiel. Zu einem späteren Zeitpunkt absolvierte sie  die Qualifikation zur Hörgeräteakustik – Meisterin. Die Gründung ihres Geschäftes  hatte sie nebenbei mit Familie und Kind  umgesetzt. Den  eigenen, starken  Wunsch nach beruflicher Selbständigkeit hatte sie schon lange: ,,Ich wollte seit meiner Kindheit unbedingt später selbständig ein Geschäft besitzen und führen“. Einige Semester  Jura-Studium liegen  hinter ihr, aber der Wunsch zur Selbständigkeit und ein großes Interesses an dem Beruf Hörakustiker führten dazu, dass sie das Studium ,,sausen“ ließ. Sie ist Geschäftsführerin und Inhaberin des Ladens und führt diesen momentan alleine. Den Ort für das Geschäft am Willmanndamm 16 in Schöneberg hat sie bewusst gewählt: ,,Ich bin hier im Kiez aufgewachsen und kenne ihn gut!“.

 Das Hörgerat – ein moderner  ,,Winzling“
,,Heutzutage gleichen die modernen Hörgeräte teilweise kleinen Computern, die sich sogar kabellos mit dem Smartphone verbinden können oder internetfähig sind“, berichtet mir die Besitzerin.

Ich bekomme auf eigene Nachfrage hin, mehrere Prospekte ausgehändigt, u.a. auch wie sorgfältig die Pflege eines Hörgerätes sein sollte, hier ein spezielles Heft, eine Pflegefibel für Hörsysteme.  Es entsteht bei mir, der  überraschend positive  Eindruck, dass moderne Hörgeräte heutzutage sehr klein, individuell angepasst und unauffällig am oder im Ohr zu tragen sind. Auch die Farbauswahl ist sehr vielseitig, es gibt Hörgeräte in weiß, rosa, braun, blau und vielen anderen farblichen Möglichkeiten.

Hörgerät ,,am Ohr“ in blauer Farbe

Der mit Spannung erwartete Hörtest
Was ist überhaupt ein Hörtest? Ein  Audiometer überprüft  Schwingungen/ Schallwellen im Gehörkanal, d.h. bestimmte Frequenzbereiche werden getestet, ob und wann diese Schwingungen (Töne) rechtzeitig erhört werden, gemessen wird in Hz (Hertz).

Es erfolgt eine kleine Einweisung und mein  ,,Prüfling“, Frau Godzik und ich betreten den schallisolierten Hörtestraum. Die Hörtestperson bekommt von der Hörakustikerin  einen großen, abgedichteten Kopfhörer – wie beim Musikhören – auf beide Ohren gesetzt und einen ,,Drücker“ in die Hand. Bei jedem kleinsten gehörten Ton soll sofort der ,,Drücker“ betätigt werden. Das Ergebnis wird parallel auf dem uns sichtbaren PC in einem Diagramm, das sog.  Audiogramm  gespeichert.  Ich darf beim Hörtest dabei sein, setze mich in eine Ecke und bin ,,mucksmäuschenstill“, um zusätzlich störende Geräusche zu vermeiden.

Der Hörtest-Raum

Beim folgenden  ,,Hörtest“ erscheinen für unseren ,,Prüfling“ helle und etwas später dumpfe Töne, die für mich nicht zu hören sind. Frau Gozdzik markiert das jeweilige Ergebnis in einem Diagramm, am Bildschirm des  PCs sichtbar. Bei einigen dumpfen Tönen, ,,verzieht“ der Prüfling das Gesicht, warum?

Die Auswertung des Hörtest
Die ,,Versuchsperson“ schneidet im Ergebnis bei hellen Tönen gut ab, berichtet im Auswertungsgespräch die Hörakustikerin. Aber warum wurden die dumpfen Töne so spät erkannt? Der Test wird von ihr wiederholt, es entsteht ein ähnliches Ergebnis. Unser Proband hat Probleme beim Erkennen von dumpfen Tönen, warum? Ein zufälliges Ergebnis einer nicht erkannten oder ,,verschleppten“ Hörminderung? Die Hörakustikerin schildert das Ergebnis: ,,Beim Hörtest hat das linke Ohr leider schlechter gehört, als ein gesundes Ohr es tun würde. Eine Erkältung ist eher ausgeschlossen, da nur ein Ohr betroffen ist. Der Hörtest sollte auf jeden Fall wiederholt werden und ein Besuch beim HNO-Arzt ist ratsam.“

Es wird mit Frau Gozdzik vereinbart, den Hörtest in einem späteren Termin zu wiederholen. Hat sich hier bereits bei  der Testperson eine ,,versteckte“ Hörminderung eingeschlichen? Gehört auch sie  zu den Personen, die ,,unerkannt“ eine Hörminderung mit sich ,,herumschleppen“ und diese ,,aufschieben“? Ich und Frau Gozdzik schauen uns hierzu nachdenklich an. Unser Proband beschrieb den Hörtest ansonsten als völlig schmerzfrei und harmlos. Der Test dauerte keine 10 Minuten. Der Hörtest wurde geschildert wie ein Piepen von Tönen, welche kurz gehört wurden oder eben nicht. Das weitere Vorgehen liegt nun in der Hand der ,,Testperson“.

Die ,,Scham“ vor dem Hörtest
Ich selber bemerke ,,manchmal“ auch bei mir ,,gewisse“ Verständnis – schwierigkeiten, sollte ich vielleicht einmal einen Hörtest ,,riskieren“? Bei der sympathischen und vertrauenswürdigen Inhaberin des Hörwerkes würde ich auf jeden Fall einen Hörtest durchführen, um wirklich Gewissheit zu erlangen. Dieser wird mir wie immer ,,kostenlos“ vom Hörwerk angeboten. Kopfhörer aufsetzen und Drücker betätigen sollte es wert sein, um Gewissheit zu haben, ob alles ok ist mit dem eigenen Hörvermögen!

Es bleibt bei mir immer noch der Gedanke weiterhin bestehen: Warum haben viele Menschen Angst einen Hörtest durchzuführen bzw. rechtzeitig zum HNO-Arzt zu gehen, wenn sie bei sich selbst Hörminderungen oder Verständnisschwierigkeiten bemerken? Sind es die Ergebnisse, die einen ,,schockieren“ könnten oder die Handlung, zukünftig ein Hörgerät tragen zu müssen?

Frau Gozdzik erklärt hierzu, dass es eine psychologische Ursache haben könnte. Das man sich schämt, wenn man schlecht hört. ,,Man kann Hörminderungen  jahrelang überspielen und dazu improvisieren.“ Meine dennoch offene Frage wurde später beim ,,Stöbern“ in einem speziellen Forum im Internet beantwortet, wo über Scham und Angst vor Hörgeräten ausführlich und offen diskutiert wird.

Wer sich nun nach meiner ausführlichen Schilderung einen Hörtest zutraut, der ist gerne willkommen beim Hörwerk im Willmanndamm 16, 10827 Berlin zu den Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag von    9 Uhr  bis 17 Uhr und freitags  bis  14.30 Uhr.

Traut ihr euch?

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität zu Berlin

 

 

Kunst & Gentrifizierung *Arbeitstitel*

Die Zeit, sie eilt und mit ihr verändert sich die Potsdamer Straße zusehends. Heute sind die StudentInnen des HU-Career Center 2017 für eine erste Begegnung im Gebiet. Sie werden hier recherchieren, Interviews führen und in Artikeln auch uns allen neue Aspekte unseres Kiez auf ihre Art und Weise bekannt machen.

Da ist es auch Zeit eine Nachlese zu betreiben. Drei StudentInnen des letzten Kurses im Frühjahr 2016 machten es sich zur Aufgabe, die Entwicklungen an der Potsdamer Straße zu beobachten und auch die Folgen zu bedenken. Das ist eine Mammutaufgabe und im Rahmen eines Semesterferienkurses nicht zu bewältigen. Doch Ihre Versuche sind Wert zu schätzen.

Hier Artikel Nummer 1
Hier Artikel Nummer 2

Es folgt der ambitionierte #Entwurf# einer Gastbloggerin vom Januar 2016. 

Sie kennen das alle bestimmt. Die Schwierigkeit einen guten Text zu verfassen. Tagelang schwammen mögliche Einleitungen durch meinen Kopf, bildeten sich aus Wissensmolekülen durch elektrische Impulse zwischen den Synapsen in Klümpchen, fügten und nährten sich von der klaren Brühe meiner grauen Zellen.

Das Thema: Kunst als Ursache für die Gentrifizierung mit großem Fragezeichen. Wichtig sind vor allem die Ansichten der Galeristen. Denn Sie stellen die Kunst anderer KünstlerInnen aus, sind oder waren womöglich auch selbst KünstlerInnen; folglich befinden Sie sich sozusagen am Puls der Kunst. Auch erleben sie die Veränderung innerhalb ihrer Umgebung wandnah. Doch es ist schwieriger als gedacht das Thema hier in all seinen Facetten darzustellen, genügend Galeristen/Künstler an der Potse zu befragen, dafür fehlt mir einfach die Zeit. Und andere haben ähnliches schon viel besser hinbekommen.

Dennoch ein Versuch:
Berlin ist nicht lediglich die Hauptstadt, sondern auch Kunst- und Kulturzentrum Deutschlands. 2013 gab es laut einer Studie des IFSE in Kooperation mit dem BVDG (ausschreiben) in Deutschland etwa 700 Galerien. Davon konzentrierten sich etwa 33% in Berlin. Zum Vergleich: in der Region NRW befanden sich ‘lediglich’ 23% aller deutschen Galerien.
Mittlerweile haben sich rund 400 Galerien in Berlin niedergelassen. Nicht zuletzt zeigen ca. 150 nichtkommerzielle Showrooms und Off-Spaces ständig neue Ausstellungen.

> Gentrifizierung in Berlin; Def.=>Anknüpfung an Ansicht:

Leerstand und niedrige Mietpreise in einem Viertel ziehen Künstler und Kreative an. Mit der Zeit etabliert sich eine Kunstszene, welche die mediale und damit die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf sich zieht. Die Kunst macht das Viertel trendy, zieht wohlhabendere Menschen und damit auch Investoren an. Sie werten das Viertel auf. Kunst, so soll man meinen, ist eine der Hauptursachen für die Gentrifizierung. [Links zu anderen Artikeln einfügen]

[Bild]

Eine weit verbreitete Ansicht, die mir und bestimmt auch Ihnen schon oft untergekommen ist. Doch ist das Thema weitaus komplexer.

=> „es ist interessant zu lesen, dass….“ Verweis auf Quellen/Artikel Süddeutsche & Gentrificationblog

Gentrifizierer – die Rolle des Künstlers?

>Wieso?:…

Viele Künstler sind sich ihrer Rolle bewusst und versuchen dem entgegen zu wirken. Beispielsweise der italienische Künstler Blu. Als er erfuhr, dass das Cuvry Brachland in Kreuzberg durch einen Investor erworben wurde und bebaut werden sollte, übermalte er seine berühmten Cuvry-Graffitti. Er wollte verhindern, dass durch seine Kunst die Mietpreise steigen würden.

[Bild des Curvy Areals Vorher/Nachher]

>Gentrification-Lubricants; Bild

Und was sagen andere?

Interessieren tuen mich v.a. die Ansichten der Galeristen/Künstler im Kiez der Potsdamer Straße. Denn unter anderem hier konzentriert sich die Galerien-/Kunstszene(Nachweis/Zitat) Berlins. Hier in der Umgebung der Potsdamer Straße wird seit neuestem wieder gebaut/saniert(Nachweis/Beispiele[Umgebung Gleisdreieck-Park] mit Links).

Ich frage bei einigen Galerien nach. Doch es ist schwierig. Sie alle haben viel zu tun; höchstwahrscheinlich liegt es an Artweek. Ich hatte es überhaupt nicht auf dem Schirm. Zum Glück bekomme ich aber doch noch ein Interview. Es läuft gut, aber nicht ganz so wie ich erhofft hatte.

An einem lauschigen Herbstnachmittag treffe ich Herrn Kuhn beim Büchersortieren. Die weißen Wände lachen in der Sonne. Wir setzten uns nach draußen. Die Galerie Kuhn&Partner ließ sich 2009 in der Pohlstraße, nur gefühlte 20 Meter vom lebhaften Treiben der Potse, nieder. Zur Zeit hat die Galerie geschlossen, doch schon Mitte Oktober beginnt die nächste Ausstellung. [Anmerkung März 2017: Die Galerie Kuhn ist inzwischen nicht mehr in der Pohlstraße vertreten]

…. Interview-Transcript einfügen…

Und was die Cuvry-Werke angeht:  [Zitat]

> Wieso?

Gegen Ende des Interviews bitte ich um ein Schlussstatement zur Gentrifizierung und merke erst dann, dass nicht Kunst und Gentrifizierung sondern Kunst und Gender Equality verstanden wurde. Die befremdlichen aber freundlichen Blicke, das geduldige Schulterklopfen während ich müde und verwirrt auf meine Notizen starrte – Schuppen fallen mir von den Augen. Wie erklären Journalisten ihren Interviewees, dass es ein Missverständnis gab? Wie macht man das möglichst höflich und ohne dämlich auszusehen? – Mir ist es so peinlich, ich belasse es dabei.

……>Schlussschlenker

Doch die meisten sind sich einig: Gentrifizierung, vor allem die erhöhten Kosten die sie mit sich bringt, ist nicht im Interesse der Künstler.  [Zitat“Künstler – die meisten von Ihnen – sind arm…”. Nachweise]. Auch die Künstler werden in diesem Prozess verdrängt.

[Hinweis auf weitere Lektüre?]

Gut gewappnet in Rot und ohne Binnen-I

VdBK_2017_02a29 Künstlerinnen, 62 Kunstfreundinnen und 5 männliche Unterstützer trafen sich vor 150 Jahren und 4 Tagen und gründeten den Verein der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin. Name ohne Binnen-I.

Wir sind hier sechs Künstlerinnen zusammen getreten, die den Kern eines Vereins bilden wollen, der den Zweck hat: den vereinsamten ganz allein stehenden Schwestern in der Kunst hier in Berlin eine gemeinsame Heimath zu schaffen, den jungen anstrebenden Talenten mit Rath u. That beizustehen u. Ihnen eine Stütze zu sein u. denen, die in Noth geraten durch Darlehen oder Stipendien zu helfen …“, hatte Vereinsgründerin Clara Heinke kurz zuvor an Ottilie von Goethe, Schwiegertochter Johann Wolfgangs, geschrieben. (Katalogseite 41/42) Weiterlesen

„Jeder Stoff kann als Comic erzählt werden“

Von HU-Gastbloggerin Dolly Rodríguez

Bülowstraße 52: Ehemaliger Sitz von Reprodukt

Ein unscheinbares Haus in der Gottschedstraße 4 in Berlin beherbergt einen Sehnsuchtsort für alle Liebhaber der visuellen Erzählkunst, ein Mekka für all diejenigen, für die Comics weit mehr sind als eine Kindheitserinnerung an Entenhausen.

Ich möchte an dieser Stelle jeglichen Anspruch auf Neutralität zurückweisen und stattdessen offen bekennen: Ich liebe Comics. Ich liebe sie, weil in ihnen das Unmögliche möglich wird: Sie können mich durch ihre Graphik und ihre Story in eine andere Welt transportieren. Weiterlesen

Hedwig Dohm? Anton von Werner? Jörg Fauser? – Aber Fontane kennen Sie doch?

Von HU-Gastbloggerin Anna

In einem seiner Briefe schrieb Theodor Fontane 1891 über seinen Spaziergang Grand-Hotel Bellevue 1903von der Potsdamerstraße bis zu den Friedhöfen am Halleschen Tor: „Wir leben sehr still, Mama rückt überhaupt nicht von der Stelle, ich gehe jeden Abend um 9 bis an die Christuskirche (Paulus Cassel) umschlendere schließlich 2 mal den Leipziger Platz, schnopre etwas Lindenluft, gucke mir die Jüdinnen an, die unterm Zelt in Hotel Bellevue soupieren und bin um 10 wieder zuhause.“  Die Jüdinnen sind längst nicht mehr da.  Der Leipziger Platz sieht nicht mehr aus wie früher. Das Haus  mit Fontanes Wohnung  wurde 1906 abgerissen, das Grand-Hotel Bellevue 1928. Was vom Hotel übrig blieb, ist eine kurze Beschreibung des Gebäudes in Fontanes Roman Cécile.

Nicht nur Menschen und ihre Werke geraten in Vergessenheit, sondern auch Gebäude und ganze Plätze. Die Architektur der Bauten ermöglicht uns eine Zeitreise in die Vergangenheit und Schriftsteller und Künstler haben Jahrzehnte Deutschlands Kultur geprägt. Wir leben heute im Zeitalter der Digitalen Medien. Die neue Technik soll uns eigentlich verhelfen Informationen zu organisieren und zu verbreiten, doch sie lässt uns in der riesigen Informationsflut untergehen.  Jährlich kommen rund 90.000 Buchneuerscheinungen auf den deutschen Markt. Reiner Schmitz, deutscher Journalist und Buchautor, hat ausgerechnet, dass ein 90-Jähriger Vielleser in seinem Leben maximal 5.000 Bücher lesen kann.  Die Zahlen des Internets sind viel erschreckender. 2014 wurden in Deutschland insgesamt 14.596.087 Domains gezählt. Dies bedeutet, dass jeder fünfte deutsche Bürger eine Website (Social Media Seiten nicht mitgezählt) besitzt und somit Inhalte im Internet generieren kann. Wie kann deutsche Geschichte und Kultur diese Fluten überstehen?

Deutsche Digitale Bibliothek hat eine Lösung gefunden. Die Institution verknüpft alle deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen und ermöglicht somit den Zugriff zu Millionen von Büchern, Bildern, Musikstücken und Filmen. Seit dem 31. März 2014 ist die riesige Bibliothek in Vollversion für alle Nutzer freigeschaltet. Das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Deutschlands ist nun in digitaler Form frei und kostenlos gesichert.

ddb-website

Auf der Startseite sieht man gleich die wichtigsten Neuigkeiten rund um das Thema „Digitale Bibliothek“. Der Suchkasten darüber ermöglicht eine schnelle Suche nach Medien. Es befinden sich rund 20 Millionen Objekte in der Bibliothek, um die 7 Millionen davon sind sogar digitalisiert. Die Suchmaschine kann man auch ohne Anmeldung benutzen.  Der Vorteil der Anmeldung besteht nur darin, dass man seine Suchanfragen und favorisierten Dateien online speichern kann.

DDB Suche

Ich habe die Suchmaschine gleich für meine Recherche über die Potsdamer Straße ausprobiert. Als Ergebnis wurden zuerst alle  Potsdamer Straßen, die es in Deutschland gibt, angezeigt. Mit den Filtereinstellungen kann man die Suche sehr gut eingrenzen. Zum Beispiel ist es möglich nach Zeit, Ort und Sprache zu filtern, aber auch nach dem Medientypen oder der Verwendbarkeit. Die Deutsche Digitale Bibliothek bietet außerdem eine außerordentliche Funktion, die Objekte zu vergleichen. Dazu muss man nur den Pfeil neben dem Digitalisat anklicken und anschließend im linken unteren Fenster auf Vergleichen gehen.

Erstaunlicherweise konnte ich bei meiner Recherche weder ein Bild von Fontanes Haus, noch den Brief an seine Schwester in der Bibliothek finden und musste zu der altbekannten Suchmaschine Google greifen. Die gesuchte Textpassage konnte ich innerhalb von wenigen Minuten finden: https://archive.org/stream/theodorfontanes00fontgoog#page/n267/mode/2up

Warum ist sowas Wichtiges nicht in der digitalen Bibliothek aufzufinden? Ich denke, die Digitale Deutsche Bibliothek hat noch einige Lücken zu füllen. Um Deutschlands Kulturerbe komplett zu digitalisieren wird es noch viele Jahre brauchen. Nichtsdestotrotz bietet die Deutsche Digitale Bibliothek einen sehr guten und vor allem einen kostenlosen Dienst an. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Deutsche Digitale Bibliothek in der Zukunft entwickeln wird.

382px-Theodor_Fontane

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Center an der Humboldt-Universität.

Agentur Literatur Gudrun Hebel – Mit Leidenschaft zum Erfolg

Von HU-Gastbloggerin Anna

„Agentuür Literatuür“ – so klingt es im Schwedischen. Der Klang war für Gudrun Hebel einer der ausschlaggebenden Gründe, ihrer Agentur den Namen Agentur Literatur zu geben. „Es ist meine Herzenssprache. Und eine literarische Agentur im wörtlichen Sinne gibt es nicht“, so Frau Hebel.

phone-1052023_640Die Agentur vermittelt heute rund 60 deutsche und skandinavische Autoren weltweit an Verlage. Gegründet wurde die Agentur 1998. Zu dieser Zeit war es schwer eine Arbeit im Bereich der Literatur und des Verlegens zu finden. Gudrun Hebel hat zuerst eine Stelle beim Beuth Fachliteraturverlag angenommen, aber schnell gemerkt, dass die wissenschaftliche Literatur  trocken ist. Skandinavische Literatur gab es auf dem deutschen Markt kaum und Frau Hebel konnte die schwedischen Originale lesen. Gudrun Hebel ist ihrer Leidenschaft nachgegangen und hat angefangen neben ihrer Arbeit schwedische Literatur zu vermitteln. Bis zum Erfolg dauerte es nicht lange: 2000 wurden viele schwedische Kriminalromane, unter anderem auch die Krimireihen von Arne Dahl und Liza Marklund, in Deutschland gefeiert.

Die Agentur Literatur vermittelt nicht nur, sondern bietet Autoren eine individuelle Betreuung. Gudrun Hebel: „Unsere Aufgabe ist es, die Autoren in ihrem Job zu unterstützen.“. Welche Rechte tritt man an den Verlag ab? Welches Buchcover passt für das eigene Buch? Wann erscheint das Buch; welche Veranstaltungen und Lesungen organisiert der Verlag? Dies sind alles wichtige Fragen für die Autoren. Die Agentur Literatur unterstützt sie bei all ihrer Kommunikation mit dem Verlag.

Agentur Literatur

Die schwedische Literatur bietet eine breite Rubrik. Die Autoren, die mit Agentur Literatur zusammen arbeiten, schreiben zu den unterschiedlichsten Bereichen, ob Belletristik, Sachbücher, Krimis, Kinder- oder Jugendbücher. Auf die Frage, ob die Agentur bestimmte Kriterien an die Autoren hätte, musste Frau Hebel lange überlegen: „Es ist schwer Kriterien zu finden. Die Autoren müssen uns einfach überzeugen und die Bücher müssen natürlich gut geschrieben sein. Alle Autoren sind unterschiedlich, jeder hat etwas Außergewöhnliches. Wir wollen vor allem eine tolle Zusammenarbeit“.

Auf dem Weg zum Interview mit Frau Hebel sind mir manche Verlage und Druckereien im Haus, wo sich auch die Agentur Literatur befindet, aufgefallen. Zu meinem Erstaunen musste ich erfahren, dass es zwischen den Agenturen keine Konkurrenz gibt, sie vermitteln mehr den Eindruck, eine kleine Familie zu sein. Bei der Gründung der Agentur hat sich Frau Hebel bewusst für die Gegend der Kurfürsten-/Potsdamer Straße entschieden. Die Vielfalt des Kiezes gibt ein Gefühl „nach Hause zu kommen.“ Außerdem möchte Agentur Literatur die Nachbarschaftszusammenarbeit weiterhin pflegen und kann sich gut vorstellen, mit Buchhandlungen und anderen Interessierten Lesungen zu organisieren.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

Street-Art ganz legal – ein Schritt in die richtige Richtung?

Von HU-Gastbloggerin Miriam Meinekat

Street-Art.Projekt Urban Nation plant in der Bülowstraße Eröffnung des „Museum for Urban Contemporary Art“-  Ein Interview mit Blick von der Straße.

Die von der Stiftung Berliner-Leben geförderte Plattform Urban Nation sieht es als ihre Aufgabe an, Street-Art für nationale sowie internationale Künstler sowie die Nachbarschaft rund um die Bülowstraße und die Potsdamer Straße in den Mittelpunkt zu stellen. Zusammen soll so eine aktive Zusammenarbeit im Gestalten des Stadt- und vor allem des Kiezbildes stattfinden.FullSizeRender (6)

So wurden beispielsweise die Häuserfassaden der gebowag-Häuser in der Bülowstraße zu Leinwänden, Künstler aus aller Welt durften sich hier in aller Kreativität austoben. Die Kunstwerke, „Murals“ genannt, sind meist riesig, wunderschön anzusehen und beinhalten zudem eine politische oder gesellschaftskritische Message. Weiterlesen

gallery’n’chill

Von einer HU-Gastbloggerin

My friend Ellie and I went to the gallery Helga Maria Klosterfelde and used the exhibition „Accessories to an Event“ by Dan Peterman as a getaway to talk about photography and the accessibility of different layers and spaces of art. Petermans’ work itself follows a minimalistic approach and is created by using recycled materials or captured in photography. Right now we are in Woolworth, using the changing room as our personal platform to conduct this interview.

Q: So Ellie, what do you think about the art?

A: I quite like Dan Peterman’s Greenhouse series because we found out afterwards that the photos which where on film were apparently damaged in a fire that happened to his studio and we thought somehow he had painted on top of them or during the development process this happened to the photos because it reminded me of gouache paint. But it was an accidental fire which made them look even better than before. I quite liked his work and I also liked some watercolor paintings by another artist that wasn’t named. They were chaotic but you could definitely find certain elements in them. There were a lot of faces and they were cool. Weiterlesen

Ernährung für Geist und Seele im Café Tietz

Das Café Tietz besticht mit Energie in Raum und Speisen. Ein neues Kaffeehaus in der Potsdamer Straße 77.

von HU-Gastbloggerin Miriam

Aus dem M85 an der Haltestelle Lützowsztraße/Potsdamer Straße gesprungen, einmal über die Straße und nach rechts geguckt, fallen einem Neuling in  der Potsdamer Straße sofort die dunkelbeigefarbenen Flaggen des Café Tietz & Cie ins Auge, die sich im seichten Frühlingswind wiegen. Wie die eines Hoteleingangs erscheint die Tür des Cafés, die in das biologisch wertvolle Geschmacksparadies führt. Ich bin heute überpünktlich dort und werde auf Englisch von den drei Mitarbeiterinnen begrüßt. Herr Tietz würde gleich kommen sagen sie, ob ich die drei Minuten Wartezeit mit einem Café Latte überbücken könnte? Kann ich. Weiterlesen

Zwischen Goldfolie und Tinte


Ein Stück Hollywood in der Potsdamer Straße

von HU-Gastbloggerin Luisa

Wolfgang Joop, Lacoste und Y-3  – was sich anhört wie die Garderobe von George Clooney bei den Oscars, ist in Wahrheit die Kundenliste des Unternehmens Gallery Print. Die erfolgreiche Druckerei an der Potsdamer Straße darf sich zu den wohl angesagtesten Druckereien Berlins zählen. Ende 2015 gewann das Unternehmen den»Red Dot Award: Communication Design« und wurde somit international ausgezeichnet.  Desweiteren gewannen sie 2016 den »Type Directors Club: Communication Design« Award für herausragende Leistungen; um nur zwei der vielen Auszeichnungen zu nennen. Weiterlesen