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Tradition und Moderne – Der Arts Club Berlin im Verein Berliner Künstler

von Gastblogger Daniel

Tradition und Moderne

Im Zeichen dieser zwei Begriffe findet am Schöneberger Ufer 57 eine Begegnung mit dem traditionsreichen Verein Berliner Künstler statt, der sich dieser Tage mit dem ihm angegliederten Arts Club Berlin nicht nur durch konstante Wandlungsfähigkeit, sondern auch einem internationalen Kunstpublikum präsentiert. Dass der VBK als dienstältester Künstlerverein Deutschlands schon seit längerer Zeit seinen Kurs behutsam in Richtung des Problemfeldes „Zweite Moderne“ lenkt und damit auch einigen vormaligen Anschauungen den Rücken zukehrt, ist schon seit einigen Jahren klar absehbar.

Vereinshaus - Schaufenster der Galerieräume

Foto © Verein Berliner Künstler

Kunsträume und Vernetzungen

Der Arts Club Berlin versucht hierbei mit seiner Konzeption den verschiedenen Vorstellungen, die im aktuellen und globalen Kunstdiskurs und auch in der Kunstproduktion sichtbar werden, Räume zu eröffnen, ohne jedoch die eigene spezielle Verortung aufgeben zu müssen. Das Letzteres nicht einer Notwendigkeit unterliegt, ist einerseits der Konstituierung als Verein zu verdanken, mit der sich der VBK laut Projektleitung und 1. Vorsitzende Sabine Schneider als professionelle Plattform „für Künstler von Künstlern“ versteht.

Andererseits wirkt der Umstand förderlich, dass Berlin sich mittlerweile als beliebte Kunstmetropole positionieren konnte und damit auch der stadtzentrale Standort Potsdamer Platz/Potsdamer Str. sich zunehmender Attraktivität erfreut. Eine Studie des Instituts für Stadtentwicklung  (IFSE) unterlegt diese Aussage und schätzt die Anzahl Kunstschaffender in Berlin auf 6000 deutsche und internationale Künstler_innen, wobei der internationale Anteil aus ca. 30 Ländern sich auf ein Viertel der Gesamtzahl bemisst.

Der Pluralog und die Perspektive

Galerieräume des Vereins Berliner Künstler

Foto © Verein Berliner Künstler

In einem Interview mit Sabine Schneider und der Produktionsleitung Katarzyna Sekulla, situiert hinter den Schaufenstern der Galerieräume des denkmalgeschützten Vereinshauses, wurden einige Hintergründe bezüglich des Projektes verständlich gemacht. Ausgehend von einer erhöhten Nachfrage an einem kontinuierlichen Austausch in Berlin permanent und auch temporär residierender Künstlern entstand mit dem Arts Club Berlin ein Basisentwurf, um ein internationales, interdisziplinäres und generationsübergreifendes Kommunikationsforum für Kunst zu schaffen, welches durch die etablierten Strukturen, Vernetzungen und Möglichkeiten des Verein Berliner Künstler gefördert wird.

So berichtet Katarzyna Sekulla, dass unter diesem pluralogischen Ansatz zwischen den vielschichtigen und unterschiedlichen Formen der Kunstproduktionen und Kunstauffassungen integrativ vermittelt werden kann. Hinzu kommt, dass gerade die Bewusstmachung von Varianz und Spektrum innerhalb von Kunstprozessen der Gegenwart als auch der Historien und deren räumliche Vernetzungen einen Deutungshorizont für zukünftige Entwicklungen auch außerhalb des Kunstsektors schaffen kann, ergänzt Sabine Schneider.

Der offene Diskurs

So dient die Einrichtung von sogenannten ‚public discourses‚ dazu, in performativen Vortragsreihen und anschließenden Diskussionsrunden den gegenwärtigen Kunstdiskurs in seinen partikularen und globalen Bildern zu betrachten.

Die 'public discourses' des Arts Club Berlin

Foto © Verein Berliner Künstler

Die aktuelle Vortragsreihe will mit einer zentralen Problemstellung in den Worten „Überwindung des Territorialen“  Lösungsvorschläge unterbreiten und so wurde am 18.04.2013 zu einem Vortrag der türkischen Künstlerin Kinay Olcaytu mit dem Thema „Ikonographische Beweise: Über die Absurdität jeglicher Kulturvergleiche“ geladen. Der allen Interessierten zugängige Vortrag fand zur abendlichen Stunde in den Galerieräumen auf trapezförmigen Sitzmöglichkeiten bei durchmischten Publikum statt, eine Bar war ebenso geöffnet und so kulminierte der Abend in einer angenehmen und freundlichen Atmosphäre.

Okzident Reisen - Kinay Olcaytu

Foto © Verein Berliner Künstler, © Kinay Olcaytu

Die Künstlerin präsentierte mit ihren Arbeiten eine Kritik am Begriffspaar Okzidentalismus/ Orientalismus. Ihr thematisches Anliegen, sicherlich auch Phänomen einer Gegenmoderne, ist u.a. die Reduktion dieses Begriffspaares auf sexuelle, ökonomische und politische aber auch wissenschaftsbegriffliche Machtverhältnisse und so blieb in der Folge eine kurze politische Diskussion nicht aus.  Eine Alternative stellte die Künstlerin dabei nicht in Aussicht, aber dafür eine lehrreiche Übung im Dekonstruieren.

Kontemporäres und Zukünftiges

Momentan befinden sich in den Ausstellungsräumen der Galerie Werkinstallationen unter dem Titel „… Rudel …“ von der mit dem Benninghauspreis 2012 ausgezeichneten Tine Schuhman.

Weitere Vortragsreihen (Folgethema: „Kunst und Wirtschaft“), Projekte und Kooperation stehen bereits an und so kann in der Tat von einer gelungenen Neubelebung des Verein Berliner Künstler mit dem Arts Club Berlin gesprochen werden.

Halluzinogenes Kriterium und kritische Kunst

Geschrieben von Gastblogger Daniel 

Nomen est omen

Am 7. September 2012 eröffnete an der geschichtsträchtigen Potsdamer Straße die LSD Galerie Berlin ihre Räumlichkeiten. In der Hausnummer 65 wird seitdem unter dem Credo „Die Krise ist nicht nur politisch, ökologisch, energetisch oder ökonomisch. Sie ist philosophischer Art.“ mit künstlerisch-deskriptiven Mitteln versucht De- und Rekonstruktion zu betreiben. Es ist gerade kein Zufall, dass der Name der Galerie den synästhetischen bzw. halluzinogenen Zustand als Symbol für die grenzüberschreitende Erfahrung präsentierbar zu machen versucht. Dies soll genauso intentional stehen, wie die Proklamation im Statement der Webpräsenz, gängige Denkkonventionen und Annehmlichkeiten mit dem künstlerischen Ausdruck durchbrechen zu wollen. So dient die eigentümliche Konnotation im Namen zuerst als Aufruf zum Hinterfragen durch Transzendierung bzw. Rekombination von Sinnen und anschließend der Kommunizierung der dabei im Erblicken hinzugewonnenen Horizonte.

LSD_Galerie_Berlin_Copyright2013_LSD_Galerie_Berlin

LSD Galerie Berlin © 2013 – LSD Galerie Berlin

Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass die Gegend um die Potsdamer Str./Potsdamer Platz als gefragtes Einzugsgebiet vieler Kunstschaffender auch für die LSD Galerie Berlin mehr als nur Standort ist, sondern ebenso eine glückliche Fügung, erklärt der Galeriebetreiber Gianni Hilgemann stolz und auch im Namen der Künstler der LSD Galerie Berlin. Man fühlt sich am Ort gut aufgehoben.

Betrachtet man die Umgebung rund um die Potsdamer Str. genauer, so sticht eine Parallele zumindest im Namenskürzel mit einem gewissen Etablissement Ecke Potsdamer Str./Kurfürstenstr. ins Auge (hier allerdings nicht stellvertretend für Lysergsäurediethylamid, sondern für LoveSexDreams). Absicht steckt dahinter laut Hilgemann allerdings nicht. Zwar ist dieser Umstand erst später mit einem gewissen Amüsement bewusst geworden, passt im Endeffekt jedoch  die Galerie gut in die Umgebung ein.

Dimensionen der Kunst

Hinter der Namensgebung verbergen sich national und international renommierte Künstler (Sabine Dehnel, Peter Freitag, Viola Kamp, Anna Lehmann-Brauns und Melissa Steckbauer), die sich mit diesem Konzept im September durch eine Gruppenausstellung „Lucy in the Sky with Diamonds“ als lose assoziiertes Kollektiv vorstellten. Thematisch exponierte diese Initiationsveranstaltung den Beatles-Evergreen als Repräsentant eines Bedeutungsfeldes in welchem sich scheinbare Begriffspaare wie „Realität und Fiktion, Imagination und Traum, Halluzination und Erinnerung“ einander annähern, um das Unerwartete zu evozieren und letztlich auch zu produzieren.

Für die organisatorische und wirtschaftliche Umsetzung zeigen sich hier der bereits oben genannte Galerist Gianni Hilgemann, der seinerseits in Amsterdam den Kunstbetrieb kennenlernte, und Wayra Schübel, studierte Sinologin, freie Kuratorin und Journalistin, zuständig.  Ein weiteres Kriterium ist somit auch die Wahrung der eigenen Unabhängigkeit und damit geht eine gesunde Distanz zum stark kommerzialisierenden Kunstmarkt einher. „Es erlaubt Experimentieren zu können, dass was Kunst jung hält“, so Hilgemann.

Sequenz und Individualität

Weitere Episoden der LSD Galerie Berlin folgten über die Wintermonate in drei Soloshows. Peter Freitag machte unter dem Titel “shocked, I had no idea that this world existed!” mit einer genuinen Dekonstruktion von Werbung in Collagen den Anfang. Mit Meslissa Steckbauer‘s – “A Sensuist’s Guide“ wurden neue Möglichkeiten zur Steigerung der Intensivität im Raum der Körper vermessen und eine Verlagerung der künstlerischen Akzente auf das Sensuelle möglich gemacht. In der Folgeexposition “Various Arists – Rapies Vol.1” von dem Marburger Moritz Stumm steht hingegen die Ikonographie von Gewalt, Protest und Macht im Vordergrund des Schaffensprozesses.

„contemporary“ 

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Viola Kamp © 2013 – LSD Galerie Berlin

Aktuell positioniert sich die in Tokyo geborene Künstlerin Viola Kamp gezielt provokativ und selbst-plakativ mit ihren kunstbetriebskritischen Arbeiten unter der Schlagzeile “Komplex 200X”. Sie zählt bei einigen auch zu den prophezeiten Aufsteigern im Kunstmarkt.

coming up

Als abschließendes Plädoyer bleibt zu sagen, dass die Originalität und Themenvarianz mit der die Galerie und ihre Künstler aufwarten können unbestreitbar ist und ein Besuch lohnt in jedem Fall, zumal die nächsten Künstler bereits auf der LSD Galerie Berlin-Website gelistet sind.

 

„Maikäfer flieg….“ – Hochbunker Pallassstraße

Wie die Geschichte lehrt, sind seit 1945 weiterhin beständig Kriege geführt worden. Dies kann als Motto der Ausstellung „Maikäfer flieg“ verstanden werden. Sie eröffnet am 1. September 2009 im Hochbunker Pallasstraße aus Anlass des 70sten Jahrestages des deutschen Überfalls auf Polen und des Beginns des 2. Weltkrieges. Im Mittelpunkt stehen Arbeiten des Künstlerehepaares Lilli Engel und Raffael Rheinsberg. Ergänzt durch die Dokumentation zur Geschichte des Hochbunkers und den KriegsKinderBilder „Mit anderen Augen.“

Die Arbeiten von Lilli Engel und Raffael Rheinsberg werden in zwei langen Schutzräumen präsentiert. An einer Wand, kleinformatige Bilder von Lilli Engel, verhängt mit schwarzem Tuch. Daneben steht das Datum, an dem der Irakkrieg ausbrach. Die Tücher eine Reminiszenz an Karfreitag, den Tag der Stille und Trauer, an dem in vielen Kirchen alle Bilder verhängt werden.

Lilli Engels großformatigen Bilder tragen die Namen afghanischer Städte. Die Künstlerin produziert sie in einem Prozess des Abreibens, Abkratzens und Tilgens von Farbe. Sie muten abstrakt an, doch tragen die Idee der Verletzung und Beschädigung in sich.

Raffael Rheinsberg beschäftigt sich immer wieder mit der deutschen Geschichte und ihren Folgen. In seinen Installation präsentiert er Relikte, Gegenstände und Materialien aus der Katastrophe Krieg. In diesem Fall sind hunderte Elemente und Maschinenteile aus U-Booten und Panzern auf dem Boden ausgebreitet. Exakt in Reih und Glied.

 

Weit hinten im Raum steht eine Figur von einem Tuch verhängt. Bei näherer Betrachtung entpuppt sie sich als Bombenattrappe. An den Wänden deutsche und russische Gebrauchsanweisungen vom Bau von Bomben, Flugtechniken uvm.

Hier schließt sich der teuflische Kreis. Denn es waren russische ZwangsarbeiterInnen, die von September 1943 bis Anfang 1945 diesen Hochbunker als Bunker für das Fernmeldeamt in der Winterfeldstraße errichten mussten. Untergebracht waren sie und ihre Familien, inklusive kleiner Kinder, in der benachbarten Augusta Schule (heute Sophie-Scholl-Oberschule), aus der erst vor kurzem die Schülerinnen aus Sicherheitsgründen evakuiert worden waren. Es waren russische Soldaten, die diese Menschen aus ihrer Pein befreiten.

Der Bunker wurde nie fertig gestellt. War ab 1950 verschlossen. Wurde 1977 von der Wohnanlage Pallasseum überbaut. Und erst 1986 gegen erbitterten Protest wieder hergerichtet. Er hat noch heute die Funktion eines zivilen ABC-Schutzbunkers.

Die Geschichte des Bunkers, wiederum, haben SchülerInnen der Sophie-Scholl-Oberschule erforscht. Denn Mitte der 90er Jahre nahmen ehemalige ZwangsarbeiterInnen den Kontakt zu Berlin wieder auf und hatten das Glück an der ehemaligen Schule – der heutigen Sophie-Scholl-Oberschule – auf offene Ohren zu treffen. Im Jahr 2002 wurde das Schulprojekt „Ort der Erinnerung“, durchgeführt von Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften Bodo Förster und Andrea Busse und der in lebenden nordspanische Bildhauerin, Cristina Artola der Öffentlichkeit übergeben.

Während das Projekt der Sophie-Scholl-Schule die deutsche Vergangenheit in die Gegenwart holte, wandten sich eine andere Gruppe Berliner StudentInnen, LehrerInnen, SchülerInnen und KünstlerInnen im Jahr 1999 dem zu der Zeit tobenden Krieg im Kosovo zu. In Berliner Flüchtlingsheimen und in den überfüllten mazedonischen Lagern albanische Kinder ermutigten sie Kinder, ihre traumatischen Kriegserlebnisse zu zeichnen und zu malen. Kurz nach Kriegsende wurden dann Einweg-Kameras an Schulkinder in Prishtina, Prizren und Djakova verteilt, die in erdrückenden Bildern ihren Alltag im zerstörten Nachkriegskosovo festhielten. „Ich denke oft an den Krieg“, heißt das Projekt des Vereins MaikäferFlieg e.V.

 

Viele BesucherInnen werden den Hochbunker voller Neugierde betreten. Vielleicht waren sie noch nie in einem Bunker, vielleicht ist der Bunker ein Stück ihres Lebensalltags im Schöneberger Norden. Das ist spannend.

Von außen ist er grau und klotzig.  Drinnen ist zunächst alles hell. Weiß getünchte Wände, es riecht etwas muffig, doch ist nicht klaustrophobisch in den großen Ausstellungsräumen und dem hohem Treppenhaus.

In einem Raum wird dann das Licht ausgeschaltet sein. Die fluoreszierenden Streifen an den Wänden werden das einzige Lichtquelle sein. Ein bisschen dran an der Realität und dem Notfall in solch einem Gebäude, wenn der Strom ausfällt.

Und wenn man wieder hinaus gelangt, egal ob ins Sonnenlicht oder in grauen Septemberregen sieht man die kleine Grünfläche, die bunte Graffiti, die Zementwand gegenüber anders, hört den Verkehrslärm der Pallasstraße mit Erleichterung.

In ihren einzelnen Bestandteilen sowie in ihrer Gesamtheit an diesem authentischen Ort ist „Maikäfer Flieg…“ eine aufrüttelnde Inszenierung.

Veranstalter Kunstamt Tempelhof Schöneberg
Ausstellungsdauer: 02.09.-25.10.2009
Di- So 10-18 Uhr – Eintritt frei –
Hochbunker Pallasstraße 30
Eröffnung 01.Sept.2009 19.00 Uhr

Das Gebäude ist nicht barrierefrei
Kinder unter 14 Jahren nur in Begleitung Erwachsener
Sonderführungen für Kinder und Jugendliche
Anmeldung für Gruppen und Schulklassen Tel. 90277-6964

 

Chamissos Schatten

Aufgrund meiner Recherchen für die Führung Verruchte Potse befinde ich mich unverhofft mit Adelbert von Chamisso in einer zwiefachen Beziehung: mit ihm als Botaniker in Schöneberg und mit ihm Dichter einer Schatten-Erzählung.

Von 1819–1839 war Chamisso „Pflanzenaufseher“ im Botanischen Garten Berlins (heute Heinrich-von-Kleist-Park). Aufgrund seiner Forschungsergebnisse dort erhielt er sogar die Ehrendoktorwürde der Humboldt Universität. „Chamisso trug maßgeblich dazu bei, dass der Botanische Garten zu Schöneberg als einer der renommiertesten seiner Zeit galt.“ (Quelle S. 23)

Zuvor war er jahrelang auf Reisen und hatte auf einer große Verluste zu beklagen. Als ihn ein Freund fragte, ob er denn auch seinen Schatten eingebüßt hätte, nahm Chamisso diese Bemerkung als Motiv für die Erzählung „Peter Schlehmils wundersame Reise.“

In Kurzform: Peter Schlemihl verkauft seinen Schatten an den Teufel, erwirbt im Gegenzug unendlichen Reichtum und büßt dafür.

Was mich fasziniert – und dies hat wiederum mit der Verruchten Potse zu tun – ist die Tatsache, dass die Menschen Peter Schlehmihl ohne seinen Schatten verabscheuen, sich vor ihm ängstigen, ihn verstoßen.

Die Erzählung wurde nach ihrer Veröffentlichung im Jahr 1814 äußerst erfolgreich. Sie fand Übersetzungen in viele Sprachen, diente indirekt als Vorlage von Jacques Offenbachs Oper Hoffmanns Erzählungen, wurde von Ernst Ludwig Kirchner in einen Bildzyklus gefasst, war in England ein beliebtes Volksmärchen. Noch 1976 war das Thema für die Folk-Rock-Band Ougenweide so interessant, dass sie ein Peter-Schlehmil-Gedicht in ihrem Album Ohrenschmaus vertonte. (Quelle )

Sicher lässt sich diese Aufzählung noch verlängern. Doch auch so zeigt sich m.E. bereits eines sehr deutlich: Ohne seinen/ihren Schatten ist ein Mensch furchteinflössend, abschreckend, unliebsam. Der vorletzte Satz der Erzählung lautet: Du aber, mein Freund, willst Du unter den Menschen leben, so lerne verehren zuvörderst den Schatten, sodann das Geld.

Zu empfehlen ist die Hörversion der Erzählung mit Frank Arnold.