Kategorie-Archiv: GastbloggerInnen

Der Bunker an der Pallasstraße – Ein Klotz am Bein der Stadt?

Sperrig, schmutzig, unglücklich, wozu ist er eigentlich nützlich? Der Hochbunker an der Pallastraße spaltet die Meinungen – Denkmal oder Klotz am Bein?

von HU-Gastbloggerin Nadia

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1977 wurde der Hochbunker mit dem Sozialpalast – heute Pallasseum – überbaut

Sind da Mäuse?“, höre ich, als ich gerade ein Foto vom Hochbunker an der Pallasstraße mache. Ich drehe mich und sehe einen alten Mann. „Wie bitte?“, sage ich ein bisschen erstaunt. „Ich fragte, ob sie da Mäuse fotografieren.Weiterlesen

Agentur Literatur Gudrun Hebel – Mit Leidenschaft zum Erfolg

Von HU-Gastbloggerin Anna

„Agentuür Literatuür“ – so klingt es im Schwedischen. Der Klang war für Gudrun Hebel einer der ausschlaggebenden Gründe, ihrer Agentur den Namen Agentur Literatur zu geben. „Es ist meine Herzenssprache. Und eine literarische Agentur im wörtlichen Sinne gibt es nicht“, so Frau Hebel.

phone-1052023_640Die Agentur vermittelt heute rund 60 deutsche und skandinavische Autoren weltweit an Verlage. Gegründet wurde die Agentur 1998. Zu dieser Zeit war es schwer eine Arbeit im Bereich der Literatur und des Verlegens zu finden. Gudrun Hebel hat zuerst eine Stelle beim Beuth Fachliteraturverlag angenommen, aber schnell gemerkt, dass die wissenschaftliche Literatur  trocken ist. Skandinavische Literatur gab es auf dem deutschen Markt kaum und Frau Hebel konnte die schwedischen Originale lesen. Gudrun Hebel ist ihrer Leidenschaft nachgegangen und hat angefangen neben ihrer Arbeit schwedische Literatur zu vermitteln. Bis zum Erfolg dauerte es nicht lange: 2000 wurden viele schwedische Kriminalromane, unter anderem auch die Krimireihen von Arne Dahl und Liza Marklund, in Deutschland gefeiert.

Die Agentur Literatur vermittelt nicht nur, sondern bietet Autoren eine individuelle Betreuung. Gudrun Hebel: „Unsere Aufgabe ist es, die Autoren in ihrem Job zu unterstützen.“. Welche Rechte tritt man an den Verlag ab? Welches Buchcover passt für das eigene Buch? Wann erscheint das Buch; welche Veranstaltungen und Lesungen organisiert der Verlag? Dies sind alles wichtige Fragen für die Autoren. Die Agentur Literatur unterstützt sie bei all ihrer Kommunikation mit dem Verlag.

Agentur Literatur

Die schwedische Literatur bietet eine breite Rubrik. Die Autoren, die mit Agentur Literatur zusammen arbeiten, schreiben zu den unterschiedlichsten Bereichen, ob Belletristik, Sachbücher, Krimis, Kinder- oder Jugendbücher. Auf die Frage, ob die Agentur bestimmte Kriterien an die Autoren hätte, musste Frau Hebel lange überlegen: „Es ist schwer Kriterien zu finden. Die Autoren müssen uns einfach überzeugen und die Bücher müssen natürlich gut geschrieben sein. Alle Autoren sind unterschiedlich, jeder hat etwas Außergewöhnliches. Wir wollen vor allem eine tolle Zusammenarbeit“.

Auf dem Weg zum Interview mit Frau Hebel sind mir manche Verlage und Druckereien im Haus, wo sich auch die Agentur Literatur befindet, aufgefallen. Zu meinem Erstaunen musste ich erfahren, dass es zwischen den Agenturen keine Konkurrenz gibt, sie vermitteln mehr den Eindruck, eine kleine Familie zu sein. Bei der Gründung der Agentur hat sich Frau Hebel bewusst für die Gegend der Kurfürsten-/Potsdamer Straße entschieden. Die Vielfalt des Kiezes gibt ein Gefühl „nach Hause zu kommen.“ Außerdem möchte Agentur Literatur die Nachbarschaftszusammenarbeit weiterhin pflegen und kann sich gut vorstellen, mit Buchhandlungen und anderen Interessierten Lesungen zu organisieren.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

Kleingartenidylle à la Kreuzberg

von Gastbloggerin Lisa

Die Kleingartenkolonie Potsdamer Güterbahnhof POG gibt es schon seit 1948 und ist für viele AnwohnerInnen ein Ort zum Verschnaufen. Denn hier verliert man schnell das Gefühl von Großstadt und taucht in die Kreuzberger Kleingartenidylle ein.

Eine Armee von Gartenzwergen starrt mich an. Im Hintergrund weht die Deutschlandfahne. Ich bin in einer Kleingartenkolonie. Und wenn ich mir diesen Garten so ansehe, ist es hier genauso wie in allen anderen deutschen Kleingartenkolonien. Perfekt gestutzter Rasen, konzeptionell angelegte Beete. Es erinnert an einen Minigolf-Parcours.

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Im nächsten Garten ist davon nichts zu erkennen. Hier wächst alles so, wie es will, es wurden nur zwischendurch ein paar Beete eingezogen, in denen allerdings auch die Natur die Überhand gewonnen hat. Die Laube sieht aus, als wäre sie von jemandem mit Liebe aber ohne genaueres Fachwissen selbst zusammengezimmert worden und überall in den Bäumen, am Eingang der Laube und auf dem Boden hängt und steht Krimskrams wie ein Windspiel und Skulpturen aus Fundstücken. Ein Gartenzwerg ist nicht dabei.

Ich bin in der POG Kleingartenkolonie am Gleisdreieck, die schon seit rund 60 Jahren existiert. Damals hatten die AnwohnerInnen auf den Trümmern des Potsdamer Güterbahnhofs ihre Lauben errichtet und manche stehen da immer noch genau so. 75 Kleingärten gibt es auf dem Gelände, das inzwischen an den Park am Gleisdreieck angrenzt. Dafür musste gekämpft werden. 2009 – bei der Planung des Parks sollten eigentlich 50 Parzellen sechs Sportplätzen weichen.

Gemeinsam mit vielen AnwohnerInnen und lokalen Initiativen hat Klaus Trappmann, der Vorsitzende des Vereins, jahrelang gekämpft und nun ist die POG Kleingartenkolonie Teil des Parks am Gleisdreieck. Der nördlichste Teil ist sogar in den Park integriert. „Gärten im Garten“ heißt das Konzept.

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Das Erste, was mir beim Hineingehen über den „Eingang Westpark“ ins Auge sprang, war der „Naturraum“, ein eingezäunter Bereich, in dem, wie auf einem Schild erklärt wird, die Natur machen soll, was sie will, und besonders von Kindern erlebt werden kann.

Hinter dem Naturraum und den ersten Kleingärten öffnet sich der Marktplatz mit dem „Café Eule“, wo einige Familien trotz des durchwachsenen Wetters selbstgemachten Kuchen auf Baumstämmen und Weinkisten genossen. Keine der Familien hat eine Laube, doch kommen sie gerne am Wochenende hierher, um ein bisschen auszuspannen. Die Kleingartenanlage sei ihre „Oase in der Großstadt“, sagte eine junge Mutter. Der ganze Park sei eine tolle Möglichkeit für Stadtkinder, auch mal wieder ein Stück Natur zu erleben. „Und wenn man mal ein bisschen Ruhe will, kommt man hier her und spaziert durch die Anlage.“

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Der Marktplatz in den „Gärten im Garten“

Tatsächlich kam sofort Kleingartenidylle auf, als ich weiter in die Anlage hineinlief. Der repräsentative Teil der Gärten ist vorbei, hier wird gelebt. Kleine, verwunschene, teilweise verwucherte Wege führen an den unterschiedlichsten Lauben vorbei. Die meisten Menschen, die ich antreffe, sind gerade dabei, ihren Garten fit für den Sommer zu machen. Es wird gepflanzt und geharkt. Das Gemeinschaftsgefühl sei durch den Kampf um den Erhalt der Kolonie auf jeden Fall größer geworden, sagt ein älterer Mann, der gerade mit einer Schubkarre zu seinem Garten geht. Ansonsten könne man hier aber trotzdem schön seine Ruhe haben, wenn man will.

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„Hier geht es zum Glück nicht so streng zu wie in anderen Kleingartenkolonien“, erzählt mir ein Gartenbesitzer, den ich ungefähr auf dreißig schätzen würde. Zusammen mit einem Freund befreit er gerade den Rasen von Laub. „Bis jetzt habe ich von niemandem mitbekommen, dem irgendwie reingeredet wurde.“ So wirkt es hier auch. Die Kulisse der U-Bahnbrücke, die über die Gärten führt, und die bemalten Häuserwände passen zum Lebensgefühl. HobbygärtnerInnen seien auch viele junge Leute, „und auch nicht immer nur Deutsche.“

Er empfiehlt mir noch im Deutschen Technikmuseum, das auch an den Park am Gleisdreieck angrenzt, das Modell der früheren Bahnhofsanlage rund um den Anhalter Bahnhof und das Gleisdreieck anzusehen, dann verabschiedet er sich und harkt weiter Laub.

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Bienen gibt es auch in der POG Kleingartenkolonie

 

 

Die obligatorischen Deutschlandfahnen wehen hier zwar und Gartenzwerge bewachen das ein oder andere Grundstück, aber trotzdem scheinen in der Kleingartenkolonie am ehemaligen Potsdamer Güterbahnhof alle ihr Plätzchen gefunden zu haben. Und da kriegt man sie so schnell auch nicht mehr weg.

An einem schwarzen Brett am Wegesrand hängt ein Zettel, auf dem steht: „An alle Interessenten für Lauben: Bitte NICHT anrufen, mailen oder faxen! Die Warteliste für Lauben ist unendlich groß und es wird kaum was frei! Tut uns Leid!“

 

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität

 

Street-Art ganz legal – ein Schritt in die richtige Richtung?

Von HU-Gastbloggerin Miriam Meinekat

Street-Art.Projekt Urban Nation plant in der Bülowstraße Eröffnung des „Museum for Urban Contemporary Art“-  Ein Interview mit Blick von der Straße.

Die von der Stiftung Berliner-Leben geförderte Plattform Urban Nation sieht es als ihre Aufgabe an, Street-Art für nationale sowie internationale Künstler sowie die Nachbarschaft rund um die Bülowstraße und die Potsdamer Straße in den Mittelpunkt zu stellen. Zusammen soll so eine aktive Zusammenarbeit im Gestalten des Stadt- und vor allem des Kiezbildes stattfinden.FullSizeRender (6)

So wurden beispielsweise die Häuserfassaden der gebowag-Häuser in der Bülowstraße zu Leinwänden, Künstler aus aller Welt durften sich hier in aller Kreativität austoben. Die Kunstwerke, „Murals“ genannt, sind meist riesig, wunderschön anzusehen und beinhalten zudem eine politische oder gesellschaftskritische Message. Weiterlesen

Ein Schatz – Vintage Style

Von HU-Gastbloggerin Magda

In Potsdamer Straße wurde der „Brillenschatz“ eröffnet. Er ist in einer Durchfahrt versteckt und man muss nach ihm wie nach einem Schatz suchen, sagt der Geschäftsführer. Und was versteckt der Brillenschatz?

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Der Gründer von Brillenschatz -Abdullah Demir war noch vor ein paar Jahren ein Musiker. Da er einerseits ein gut bezahlten Job haben wollte und sich andererseits in seinem beruflichen Leben auch mit seinem Hobby beschäftigen wollte, hat er lange nach einer neuen Geschäftsidee gesucht. Bei einem Flohmarktbesuch entdeckte der ganz ungewöhnliche Kunstobjekte – Brillen. Weiterlesen

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Von einer HU-Gastbloggerin

My friend Ellie and I went to the gallery Helga Maria Klosterfelde and used the exhibition „Accessories to an Event“ by Dan Peterman as a getaway to talk about photography and the accessibility of different layers and spaces of art. Petermans’ work itself follows a minimalistic approach and is created by using recycled materials or captured in photography. Right now we are in Woolworth, using the changing room as our personal platform to conduct this interview.

Q: So Ellie, what do you think about the art?

A: I quite like Dan Peterman’s Greenhouse series because we found out afterwards that the photos which where on film were apparently damaged in a fire that happened to his studio and we thought somehow he had painted on top of them or during the development process this happened to the photos because it reminded me of gouache paint. But it was an accidental fire which made them look even better than before. I quite liked his work and I also liked some watercolor paintings by another artist that wasn’t named. They were chaotic but you could definitely find certain elements in them. There were a lot of faces and they were cool. Weiterlesen

Die Anfänge des Botanischen Gartens auf dem Areal des heutigen Kleistparks

Von Gast-Bloggerin Damjana Panic

Haben Sie eigentlich schon mal darüber nachgedacht, was der Heinrich-von-Kleist-Park mit der nach Johann Sigismund Elßholz benannten Straße zu tun hat, die ihn nach Osten hin begrenzt?

Elßholz wird 1623 in Frankfurt an der Oder geboren. Er gilt damals als einer der bedeutendsten deutschen Gelehrten der Naturwissenschaften. Er ist vielseitig interessiert und betätigt sich unter anderem auf den Gebieten Gartenbau, Botanik, Alchemie, Astrologie, Ernährungslehre und Medizin. Weiterlesen

Paṣam Baklava – Eine Bäckerei aus Tausendundeiner Nacht

Von Gastbloggerin Damjana Panic

Eine der besten Adressen um in Berlin eine leckere türkische Baklava zu genießen, ist das Paṣam Baklava in der Goebenstraße in Schöneberg. Im Schaufenster stehen wunderschöne große türkische Teekannen und erinnern an eine Zeit aus Tausendundeiner Nacht. Betritt man das Geschäft, kommt einem auch schon der süße Duft von frisch gemachtem Baklava entgegen: zehn verschiedene Sorten bietet der Familienbetrieb an. Typisch für die Füllung des türkischen Baklava sind die Pistazien.

Eine süße Sünde aus Tausendundeiner NachtDer Begriff „Baklava“ stammt aus dem Türkischen und hat Verwandtschaft zum Mongolischen mit dem Wort „Wickeln“. Baklava ist ein Gebäck aus Blätter- bzw. Filoteig, und wird je nach Region mit Walnüssen, Mandeln oder Pistazien gefüllt. Roh wird es in diverse Formen geschnitten oder einzeln gefaltet zusammengelegt, gebacken und während es noch heiß ist, mit Sirup aus eingekochtem Zuckerwasser übergossen und zum Abkühlen ruhen gelassen. Traditionell wird das Baklava mit starkem, schwarzem Mokka angeboten, wobei seine Bitterkeit durch die Süße des Baklavas aufgehoben wird. Weiterlesen

Ernährung für Geist und Seele im Café Tietz

Das Café Tietz besticht mit Energie in Raum und Speisen. Ein neues Kaffeehaus in der Potsdamer Straße 77.

von HU-Gastbloggerin Miriam

Aus dem M85 an der Haltestelle Lützowsztraße/Potsdamer Straße gesprungen, einmal über die Straße und nach rechts geguckt, fallen einem Neuling in  der Potsdamer Straße sofort die dunkelbeigefarbenen Flaggen des Café Tietz & Cie ins Auge, die sich im seichten Frühlingswind wiegen. Wie die eines Hoteleingangs erscheint die Tür des Cafés, die in das biologisch wertvolle Geschmacksparadies führt. Ich bin heute überpünktlich dort und werde auf Englisch von den drei Mitarbeiterinnen begrüßt. Herr Tietz würde gleich kommen sagen sie, ob ich die drei Minuten Wartezeit mit einem Café Latte überbücken könnte? Kann ich. Weiterlesen

Forward-Fashion im Kiez


Skandinavisches Flair zwischen Edelstahl und Beton, geradlinig und schlicht. Im minimalistischen Stil präsentiert Acne Studios an der Potsdamer Straße seine neue Kollektion.
 

von HU-Gastbloggerin Cagla

Ein Dönerladen neben einem Sexshop, zwischen verschiedenen Galerien und der Kurfürstenstraße. So lässt sich die Potsdamer Straße in Berlin – Schöneberg wohl am einfachsten skizzieren. Die verschiedensten Unternehmen bilden einen Nachbarschaftskreis, jedes mit eigenen Charme. Die im Volksmund gern als  „Potse“ bezeichnete Straße punktet also mit Diversität, nicht nur bei Touristen –
„Teilweise zwielichtig, aber lebhaft“, beschreibt eine Passantin aus Berlin lächelnd die Umgebung. Die Straße wandelt sich und ihr Publikum mit ihr. Besonders durch die aneinandergereihten Modelabels. Weiterlesen