Kategorie-Archiv: Potsevolk

An der Graswurzel der Politik

Die Mediengestalterin Gabriele Hulitschke eckte im Osten immer wieder an, weil sie sich nicht anpassen wollte. Ihre Suche nach Freiheit führte sie ins Ehrenamt.

Eine Frau, viele Ämter

Gleisdreieckpark Berlin, an der Schnittstelle zwischen Ost- und Westseite des Parks, zwischen Kreuz- und Schöneberg. Zwei blonde Touristen mit ratlosem Blick nähern sich der dunkelhaarigen Frau, die dort in der Landschaft herum steht, die Hände in den Taschen ihrer Jeans. Sie suchen das Technikmuseum, in diesem weitläufigen Niemandsland hilft ihnen auch ihr Reiseführer nicht weiter. Gabriele Hulitschke runzelt kurz die Stirn und überlegt, sie streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht; es ist sehr windig. Weiterlesen

Zech und Dombrowsky: zwei Kommunikationsfachleute und ihr Kiez

Zahllose Design-Agenturen, Ateliers und Ausstellungen bevölkern die Berliner Gentrifizierungszentren. Sei es Grafikdesign, Produktdesign oder freie Gestaltung, wer immer einen Fuß in die Stadt der StartUps und Kreativen setzt, formuliert angesichts der Bilderflut oft vorschnell einen Überbegriff. In der Kommunikationbranche ist es nicht anders: „Es ist wie mit der IT-Branche – fast niemand weiß, was dabei eigentlich gemacht wird“ kritisiert Uta Zech.

Zusammen mit dem Betriebswirt und Grafik Designer Walter Dombrowsky führt sie ein Unternehmen, das beide Berufungen miteinander vereint. Die Kombination, bei der viele sich vor Unwissenheit verlegen am Hinterkopf kratzen müssen, ist für die studierte Germanistin und Theaterwissenschaftlerin simpel: Die natürliche Entwicklung einer Idee durch Ausdruck und Darstellung – „man muss sich nur die eigenen Gedankenprozesse genau ansehen.“ Weiterlesen

Haare braucht man für alles: Cocoon-Hairshop

von Gastbloggerin Rocio

2014-08-04 17.10.30

Melion Abraha

Dunkelbraun mit Rotstich“ bemerkt Melion Abraha fachmännisch zu mir, als er mir die verschiedenen Haarfarben seiner KundInnen aufzählt. Um uns herum dreht sich alles um Haare: Echthaar, Clip-ons, Extensions, Perücken, Instant Wave in allen nur erdenklichen Farben. An der Wand stehen zwei große goldene Spiegel, dort flechten Profis die Haarteile nach Wunsch direkt ein. Gerade steht dort sein Gepäck, morgen schon geht es in den Urlaub nach Eritrea, neben Berlin seiner zweiten Heimat. Wir befinden uns im Cocoon-Hairshop in der Potsdamerstraße 199. Draußen rauscht der Feierabendverkehr am hellerleuchteten Schaufenster vorbei. Innen herrscht ein geschäftiges Treiben, in dem sich Melion Abraha freundlich Zeit nimmt, um meine Fragen zu beantworten. Weiterlesen

Portrait Angelina

Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Kurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Centers der Humboldt Universität

Angelina

Angelina
Vor 28 Jahren als Randberlinerin das Licht der Welt erblickt / Familienmensch / lebt mit Freund und zwei Kindern im Prenzlauer Berg / vermisst ihre alte Heimat, den Wedding/ will keine Latte-Macchiato-Mutti sein / lustig und freundlich/ genießt die ruhigen Ecken ihres Kiezes / liebt die Multikulturalität und raue Ehrlichkeit Berlins / studiert Musikwissenschaft und Regionalstudien Asien/Afrika / singt, spielt Schlagzeug und musiziert mit der Familie / Konzertgängerin, mindestens viermal pro Jahr (in der Theorie)/ zuverlässig / bloggte früher zu persönlichen Themen, Musik und allerlei

Portrait Rob

robertAnfangs kann man Rob für einen Amerikaner halten, so überzeugend retroflex klingt sein R bei der Namenrunde. Später stellt sich jedoch heraus, dass der junge Mann mit den schwarzen Klamotten, der eigentlich Robert heißt, in Berlin geboren wurde – doch über den genauen Ort ist er sich nicht ganz sicher: “Neukölln, glaube ich, und dann haben wir das ganze Leben in Tempelhof gewohnt.” Seine Eltern sind aus Polen eingewandert, “noch vor dem Mauerfall”. Rob selbst ist nach diesem Ereignis geboren: Er ist jetzt 24. Im Gegensatz zu seiner älteren Schwester wohnt er noch bei den Eltern, was Vorteile hat (“weniger Verantwortung”), aber auch Nachteile. So fehlt ihm, obwohl er sein eigenes Zimmer hat, manchmal die Privatsphäre. Im Oberstufenzentrum in Neukölln, wo er Abi gemacht hat, kam Rob das erste Mal mit der Informatik in Berührung. Mittlerweile studiert er das Fach an der Humboldt-Uni im achten Semester. Das Studium sei nicht schwer, sagt er, zumindest wenn man Mathematik verstehe. Rob versteht Mathematik, es ist sein Zweitfach im Bachelor. Das Studium am Standort Adlershof gefällt ihm gut, nur mit dem Motto “Science at work”, was in großen Lettern am Eingang zum Campus steht, hat er, wie viele seiner Kommilitonen, ein Problem. Die Buchstaben würden immer mal wieder entfernt, aber Rob weiß nicht von wem. “Vielleicht ist es der Wind”, mutmaßt er, “Adlershof ist sehr windig.” Seine Freunde hat Rob vor allem in Klassenzimmern kennengelernt, Kommilitonen zählen dazu, Mitschüler aus dem OSZ, und sogar noch aus der Grundschule. Sie treffen sich zum Zocken oder fahren gemeinsam an den See. Rob empfiehlt den Motzener See bei Kallinchen in Brandenburg: “Da braucht man nur 20 Minuten mit dem Auto.” Allerdings sei der inzwischen kein Geheimtipp mehr. “Der wird jedes Jahr immer beliebter. Langsam muss man sich mal was Neues suchen.” Die Suche würde sich jedenfalls lohnen: Rob hat vor, die nächsten Jahre in Berlin zu bleiben, um seinen Master in Informatik zu machen.

Von Isabelle

Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Kurses
“Online Journalismus – Recherchieren und
Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität

Portrait Pascal

Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Kurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität

Pascal
P_P
Urberliner und alteingesessener Friedrichshainer / studiert an der Humboldt Universität zu Berlin Kulturwissenschaft sowie Bibliotheks- und Informationswissenschaft / praktizierte mehrmals im Computerspielemuseum und erkundete alles von quicklebendigen Events bis in die dunkelsten Ecken des Archivs / plant eine Bachelorarbeit zu digitalen Kulturen / liebt das Reisen und Campen / verschlingt bei Gelegenheit weitere Meilen der schier unendlich scheinenden Weiten Polens / fährt selten gerne in den von der Sonne gebräunten Süden / will unbedingt noch nach Kanada und Japan / zeichnet mit Pixeln / verschönert gerne seinen Alltag mit Diary of Dreams, Doctor Who und dem Zita Rock Festival / sehr offener und geselliger Mensch
Von Gastblogger Alexander

Das peppige Hotel im Herzen Berlins

Von Gastblogger Alexander

„Wir bieten hier alles, was man braucht und nichts, was man nicht braucht. Bei anderen zahlen sie für Produkte, die sie in der Regel nicht nutzen.“

B&B Hotel Berlin-Potsdamer Platz

B&B Hotel Berlin-Potsdamer Platz

Im Herzen von Berlin, zwischen Brandenburger Tor, Gedächtniskirche und Potsdamer Platz befindet sich das B&B Hotel Berlin-Potsdamer Platz. An der Potsdamer Straße 90 angekommen lockt einen das recht große B&B Logo anmutig wie eine Sonne ins Innere eines Economy-Hotels. Ein Schritt über die Türschwelle und es strahlen einen Hunderte von farbenfrohen Ampelmännchen von den Wänden entgegen. Nur noch ein Paar Schritt weiter und man steht vor der Rezeption. Dort angekommen bekommt man eine sehr warme Begrüßung vom Geschäftsführer Alexander Mies, so wie man diese vielleicht nur noch von seinen Großeltern kennt. Nichts erinnert einen mehr an den Großstadttrouble im Rücken. Losgelöst und entspannt begeben wir uns für das Gespräch in den bereits menschenleeren Frühstücksraum, stets begleitet von der peppigen Inneneinrichtung und dem Geruch von frischem Kaffee. Weiterlesen

Portrait Alexander

Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Center der Humboldt Universität.

Portrait von Alexander. Porträtiert von Pascal.

alexEs war nicht seine Vorstellung ein Anwalt zu werden. Alexander ist von Jura in die Slawistik gewechselt und setzt sich mit „Russisch und Geschichte“ auseinander. Der Wechsel bestand aus reinem Eigeninteresse.

Seine Familie ist in den 90ern nach Deutschland ausgewandert. So wuchs er am Anfang in der Ukraine, dann in Deutschland auf. Seine Familiengeschichte ist ein wichtiges Thema für ihn und hätte es Ukrainistik an der Uni gegeben,
so wäre er sicherlich dort angemeldet. Ahnenforschung und Genealogie vervollständigen dies. Sein Forschungsinteresse über die Ukraine und dessen Geschichte interssieren ihn mehr als ein starres Studium und akribisches Auswendiglernen. Ein guter Grund von Jura in die Geisteswissenschaften zu wechseln. Das er Russisch anstatt Ukrainisch hat ist für ihn auch kein Nachteil. Alexander spricht fließend russisch.

Würde er seine Familie mit einem Wort beschreiben, dann wäre es „Musikerfamilie“. Alexander selbst spielt Klavier. Sein musikalisches Talent nutzt er als Pianist um seit wenigen Jahren an einer Privatschule zu unterrichten. Was seinen musikalischen Geschmack angeht, so sei dieser nicht wirklich festgelegt. Jazz und Volksmusik aus vielerlei Ländern rege jedoch sein Interesse.

Widersprüche erleben – der Pfarrer und sein Kiez

Pfarrer Burkhard Bornemann

Pfarrer Burkhard Bornemann im beschaulichen Hofgarten des Gemeindetreffpunktes

Von Gastblogger Kay

Pfarrer in Berlin-Schöneberg sein. Das hat Burkhard Bornemann (50) sich ausgesucht. Der Ur-Berliner, in Steglitz geboren, wusste, worauf er sich einlässt, als er vor einem Jahr seine Dorf-Kirche in Alt-Reinickendorf verließ und die Stelle an der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde übernahm . Vor der Haustür der Straßenstrich, Drogenabhängige tummeln sich rund um die imposante Zwölf-Apostel-Kirche, im Süden erhebt sich der Bahnhof Nollendorfplatz. Westlich davon beginnt der Regenbogenkiez. Im Osten die geschichtsträchtige Potsdamer Straße. Weiterlesen

Portrait Monique

Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Kurses
“Online Journalismus – Recherchieren und
Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität

Monique, oder auch Mo, so nennen sie ihre Freundinnen und Freunde/ eine 28 jährige Berlinerin, möchte raus aus der Hektik dieser                                             Stadt –  sucht die Ruhe, deutet auf das Meer /studiert Erziehungswissenschaft, Germanistische Linguistik, hat sich dies jedoch anders vorgestellt – freut sich auf den Wechsel zur FU/macht Musik, ist in einer Band, sorgt für Gesang, spielt Gitarre/fotografiert, surft, fährt Longboard, kocht gut/Träume sind ihr wichtig/möchte alles aufschreiben, festhalten, bloggen, interessiert das Weltgeschehen – genau richtig beim Online-Journalismus.

Monique