Kategorie-Archiv: Sportlich

Das Lidl-Bike – grüne Welle auf der Potsdamer Straße

Gestern gegen 20.30 Uhr fuhr die Critical Mass von Norden her kommend auf die Potsdamer Straße ein. Die BesucherInnen des Gallery Weekends fanden das sehr unterhaltsam. Die abbiegenden Autofahrer – darüber gibt es keine direkten Zitate . Auf jeden Fall hatten die RadfahrerInnen nicht nur den nicht vorhanden Fahrradweg, sondern eine gesamte Fahrspurseite in der kompletten Länge für einige Zeit mit grüner Welle auch bei Rot für sich.

Critical Mass am 28. April 2017

Wie es sich sonst so auf der Potsdamer Straße radelt und dann auch noch mit einem Leihfahrrad beschreibt HU-Gastbloggerin Jette

„ Auto oder Fahrrad?“
Ich wohne am Stadtrand und bin mal wieder viel zu spät dran für mein Seminar in der Humboldt Universität.  Mein Blick wandert zwischen unserem Auto vor der Tür und meinem Fahrrad hin und her: Wie komme ich am schnellsten hier weg? Ich überlege kurz und entscheide mich für mein Rad. In den meisten Fällen ist man in der Berliner Innenstadt so schneller unterwegs als mit dem Auto.

Zuerst geht es zum S-Bahnhof, mit dem Aufzug runter und wieder rauf, dann weiter in die Bahn, wo ich kaum einen Platz für mein Rad finde. In der Friedrichstraße angekommen, muss ich das Rad die Treppen hinaufhiefen und erst dann geht es zur Uni. Das ist alles äußerst umständlich und aus diesem Grund teste ich das Lidl-Bike, das neue Leihfahrrad von Lidl und der Deutschen Bahn (DB).

Die Konkurrenz
Bevor ich ein Leihfahrrad zu sehen bekomme und meine Testtour durch die Potsdamer Straße beginnen kann, erfahre ich im Internet, dass das Lidl-Bike Konkurrenz in Berlin hat. Neben zahlreichen kleineren Vermietungen von Hotels, Pensionen und Fahrradgeschäften gibt es das blaue nextbike.

Im letzten Jahr konnte sich die DB nicht gegen das Startup aus Leipzig durchsetzen, welches nun mit 7,5 Millionen Euro vom Berliner Senat gefördert wird. Doch die DB suchte sich einen neuen Sponsor, um den Leipzigern nicht das Feld zu überlassen und fand diesen in dem Discounter.

Nun entscheidet der Kunde, auf welches Rad er sich setzt.
Aber die Wahl ist nicht leicht, denn das Leihprinzip per App, die Tarife und Ausleihstationen innerhalb des S-Bahnrings sind bei beiden nahezu identisch. Bleibt nur die Frage, ob ich ein Startup oder ein Millionenunternehmen und eine Supermarktkette mit dem Ziel „nachhaltigster Discounter in Deutschland“ (Wolf Tiedemann, Geschäftsleitung Lidl Deutschland) zu werden unterstützen möchte.

Auf dem Weg zum Lidl-Bike
Ich habe mich für meinen ersten Test für das Lidl-Bike entschieden, da ich herausfinden möchte, wie Passanten auf die Schleichwerbung auf zwei Rädern reagieren. Am Potsdamer Platz begebe ich mich auf die Suche nach Leihrädern und Menschen.

Ich werde fündig und komme direkt mit einem nextbike-Fahrer ins Gespräch: Stefan ist Jura Doktorand und wohnt im Speckgürtel von Berlin. Er fährt die letzten zwei Kilometer vom Potsdamer Platz bis zur Juristischen Fakultät der HU am Bebelplatz häufig mit einem nextbike, da die erste halbe Stunde für nextbike-RadCard Inhaber (49€ /Jahr) kostenlos ist. Das ist für den angehenden Juristen der ausschlaggebende Vorteil. Er ist der Meinung, „die Schleichwerbung habe ich da wie da“.

Es geht los…
Ich will endlich losfahren und verabschiede mich. Die App habe ich zuhause heruntergeladen und so geht alles ganz schnell. Ich finde mehrere Lidl-Bikes vor, entscheide mich für eins und gebe seine Nummer bei der App ein. Daraufhin erhalte ich einen Code, den ich nur noch am Lenker eintrage. Schon öffnet sich das Schloss und ich kann auf den schnell noch passend eingestellten Sattel steigen.

Schon nach den ersten Minuten bin ich froh, dass ich meinen Helm aufhabe und Klingel und Bremssystem einwandfrei funktionieren. Ich werde ohne Grund angehupt und PKWs, Transporter und Motorräder dröhnen neben mir her, doch das frühlingshafte Wetter entschädigt mich für all das, spätestens als ich auf der Brücke über dem Landwehrkanal kurz anhalte und die Sonne genieße.

Blickkontakt
Ohne viele Blicke auf mich zu ziehen, fahre ich an den vielen bunten Cafés, Bars, Geschäften und dem Wintergarten vorbei bis zur Ecke Kurfürstenstraße, wo ich an der Ampel anhalten muss und und mich doch beobachtet fühle.

Renata, die Smartphonelose
Besonders eine Frau um die 60 scheint sich für das Rad zu interessieren. Ich steige ab und frage sie nach ihrer Radfahrergeschichte: Renata ist früher täglich mit dem Rad zur Arbeit gefahren und hat gerne im Sommer lange Touren mit ihrem Mann unternommen. Doch nachdem sie sich letzten Winter von ihrem „alten treuen Drahtesel“ wie sie ihn liebevoll nennt, trennen musste, hat sie sich noch für kein neues Modell begeistern können. Für den Übergang zieht sie die Leihfahrradvariante in Betracht. Ihr einziges Problem: Sie hat und möchte kein Smartphone…

Ich lerne mein Rad zu lieben
Je näher ich dem Heinrich-von-Kleist-Park komme, desto sicherer fühle ich mich auf meinem Gefährt. Ich mache Halt am Café Peri, kaufe einen Kaffee und setzte mich auf eine Sonnenbank vor dem Café. Nach dieser Stärkung ist meine Tour fast am Ende, ich fahre bis zum U-Bahnhof Kleistpark und stelle mein Rad dort am Rückgabestandort ab. So bekomme 0,50€ auf mein Konto gutgeschrieben. Das lockt den Kunden, aber ich werde trotzdem noch eine weitere Testfahrt mit dem nextbike wagen, ehe ich mein abschließendes Urteil fälle.

Als ich mich zum Gehen wende, sehe ich zwei junge Mädchen, die auf die Lidl-Räder zusteuern. Maren und Katha sind Studentinnen aus Schwerin und verbringen ein Wochenende in Berlin. Um möglichst viel von der Stadt zu sehen, haben sie sich gegen das BVG- Ticket und für das Lidl-Bike entschieden. Bisher haben sie am U-Bahnhof immer zwei Räder entdeckt und mussten nie weit von ihrer Unterkunft, dem Lindemann’s, laufen.

Beide sind angetan von dem System und würden jederzeit wieder das Rad wählen. Nach meinem Tag kann ich ihnen nur zustimmen. In Zukunft wird also häufiger ein Leihfahrrad vor der Uni stehen.

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

Die Freshies von Schöneberg Nord

Von HU-Gastblogger Cora

Ein nicht ganz typischer Tag im Fresh 30

Es sind heute nur 3 Mädchen im Fresh 30, die etwa in die sechste Klasse gehen, und zwei etwas ältere Jungs, die arbeiten aber in einem anderen Raum an Bewerbung und Hausarbeiten. Wir spielen Tischtennis und die Mädchen wundern sich, warum es heute so leer ist. Heute ist der erste Tag des muslimischen Opferfests: Īdu l-Aḍḥā. Neben dem Zuckerfest, dem Abschluss des Fastenmonats Ramadan, ist das Opferfest das wichtigste islamische Fest des Jahres. Weiterlesen

Auf der Suche nach Entspannung – „Yoga-Guide“ für den Kiez

Von HU-Gastbloggerin Nina

Verkehrsschlagader, neue und traditionsreiche Läden, Straßenstrich, Kunst-Hotspot auf dem Sprung zur Gentrifizierung – auf der Potse ist viel in Bewegung, es herrscht großstädtische Vielfalt und Hektik, aber wo und wie kommt man hier mal zur Ruhe?

Wer innehalten und durchatmen möchte, den ganzen Trubel einmal ausblenden will und das – wie ich – am liebsten auf der Yoga-Matte tut, braucht ein bisschen Geduld, bis er den passenden Ort dafür findet. Weiterlesen

Von der Potsdamer nach Afrika – mit dem Rad

Morgens um halb elf auf dem Marktplatz in Eberswalde, aus einer neueröffneten Boutique dröhnt Elektropop. Etwa zehn Leute in Fahrradmontur stehen im Kreis. Ihnen nähert sich eine kleine Frau mit weißem Zopf, auch sie auf dem Fahrrad, und fragt: “Gehts hier nach Afrika?” – “Ja”, schallt es ihr einstimmig entgegen. “Hier gehts nach Afrika!Weiterlesen

Ja, mir sein mitm Radel da – und nach Leipzig kommen wir auch noch

„Seit drei Jahren senden uns Leser ihre Bilder von gefährlichen Stellen im Berliner Radverkehr. Diese zeugen vom Unwillen, das Fahrrad als Verkehrsmittel ernst zu nehmen,“ war der Teaser des gestrigen Tagesspiegel-Artikels Kampfparker, Fehlplanungen und wilde Baustellen.

Ich finde es prima, dass sich LeserInnen dieses Mediums des Themas in einer Art Langzeitbeobachtung annehmen. Und ich danke dem Tagesspiegel, das er diese Missstände mit einer Auswahl von Zeitzeugenbildern und ausführlichen Erklärungen schonungslos und bis auf die Felge offen legt. Weiterlesen

(Sub)Kulturforum Berlin

Neue Nationalgalerie Berlin

Neue Nationalgalerie Berlin

Von Gastblogger Paul

Sinfonien der abendländischen Hochkultur und Schürfwunden, abstrakte Malereie und Wachs auf Marmorkanten, interessante Plastiken und das Geräusch von Polyurethanrollen auf Schiefergestein. Oder kurz: Kultur-Establishment und Skateboarding – wie passen diese Dinge Zusammen? Gar nicht? Vielleicht. Dennoch: Es gibt einen Ort, der sie zusammenbringt. Symbiose, Koexistenz oder Parallel-Realität – entscheiden Sie selbst.

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„working motion“ – Arbeit lebenswert machen

Geschrieben von HU-Gastbloggerin  Lucia.

Was ist „working motion?

Die physiotherapeutische Praxis „working motion“ bietet ein patientenorientiertes Konzept, mit dem Hintergedanken, Menschen zu helfen sich selber zu helfen. Die frisch denkende Gründerin  Freda von Hyden-Hendricks beschreibt ihre Philosophie als folgt:
„Work-Life-Balance ist für mich ein Widerspruch. Work und Life muss einheitlich seien. Man soll nicht für die Arbeit leben, doch die Arbeit soll so viel Spaß machen, dass sie Leben ausmacht.“


 Im Jahre 2000 ist der innovativen Dame ihre jetzige Praxis an der Potsdamer Straße ins Auge gefallen, die sich in den kommenden Jahre zu einer wahrhaftigen Institution entwickeln sollte.

Die Loeser-Burg

Das Haus an der Potsdamer Straße 58 Ecke Schöneberger Ufer ist wohl fast jedem in Berlin bekannt. Tanzwütige der jüngeren Generation – vor allem die in Steglitz Ansässigen – sind gewiss schon mal in den Genuss gekommen, im Penthouse-Club „40seconds zu feiern oder kennen jemanden, dessen Freunde einem anderen davon erzählt haben.   Es könnte einem allerdings auch durch das übergroße David Garrett Plakat aufgefallen sein, von welchem er seit geraumer Zeit den Blick über die Neue National Galerie, dem Kulturforum, der Berliner Philharmonie und dem Sony Center schweifen lässt. Weiterlesen

ACHTUNG MOABITER LIGA !!!!! Die Mädchen kommen !!!

Von HU-Gastbloggerin Abide

Die Moabiter Liga ist eine Kiez- Liga im Bezirk Tiergarten. Normalerweise nehmen nur Jungs-/Männermannschaften an Spielen dieser Liga teil. Jedoch organisierte der Betreuer dieser Liga eine Freundschaftsliga zwischen Jungs, die aus verschiedenen Mannschaften ausgesucht wurden und den Mädchen vom Mädchentreff in der Pohlstraße, die seit kurzem eine Mannschaft gegründet hatten.

Die Mädchen wussten das wird kein leichtes Spiel, sie wussten wie es ist gegen Jungs zu spielen. Deshalb haben sie nicht auf große Unterstützung gehofft. Denn die Jungs in der Schule hatten Vorurteile gegen Mädchen. Sie beleidigten oder beschimpften sie.

„ Mädchen können kein Fussball spielen !“

Sahra ist anderer Meinung. Sie spielt immer wieder mit den Jungs Fussball in den Pausen und gibt ihr bestes, um das zu beweisen, wovon ihre Freundin und Mannschaftskollegin Liena, schon längst überzeugt ist: „Jungs können Fussball spielen … Aber Mädchen doch auch!“

Es ist Freitagnachmittag. Ich bin mit Yvonne Jäschke und ihrer Mädchenmannschaft verabredet. Es ist der letzte Tag vor den Ferien, deswegen tauchen nur 3 Mädchen zum Training auf. Aber das enttäuscht mich nicht, denn ich sehe in den Augen dieser Mädchen sofort, dass sie das Training kaum erwarten können.

Torwart                              Liena ( 8 Jahre ): die Auffällige

 

 

 

 

 

Sahra ( 10 Jahre ): die Anständige

 

 

 

 

und

Linda ( 8 Jahre ): die (anfangs) Schüchterne.

 

 

 

 

 

 

Sie guckten mich mit neugierigen Augen an. Sobald sie erfahren haben, dass ich selbst Fussballspielerin bin und es bis zur Verbandsliga geschafft habe, wurde ihre Neugierde noch größer. Ich war ein Profi in ihren Augen. Anstatt dass ich ihnen Fragen stellen sollte, haben sie mich ausgefragt. Erst nach der Ermahnung ihrer Trainerin kam ich wieder zur Wort.

Ich stellte ihnen Fragen wie sie zum Fussball gekommen sind und wie es ist, eine Sportart auszuüben, die meistens von Männern beachtet und dominiert wird.

Sie waren so aufgeregt, dass Liena  ihre Freundinnen gar nicht ausreden ließ. Sie redeten durcheinander, wurden nochmal ermahnte und dann erst antworteten sie auf meine Frage.

Alle drei sind durch Familie und Freunde zum Fussball gekommen. Meistens durch Brüder oder Jungs aus der Schule. Diese Mädchen sind keine Mädchen, die sich durch Beschimpfungen von Jungs fertig machen lassen.  Sie sind viel zu selbstbewusst und lassen sich durch „Idioten“ nicht unterkriegen.

Deswegen sind sie zum Moabiter Freundschaftsspiel gegangen – wenn auch mit gemischten Gefühlen. Es war ein Highlight für sie gegen eine komplette Jungenmannschaft zu spielen. Sie wollten jedem zeigen, dass auch sie Fußball spielen können. Aber durch schlechte Erfahrungen aus der Schule dachten sie, dass sie auf Unterstützung gar nicht warten sollten.

Jedoch kam alles anders als erwartet. Alle Zuschauer, inklusive der Jungs, feuerten die Mädchen an: „Mädchen vor, noch ein Tor“, schrieen sie das ganze Spiel lang.

Die Jungs setzten zwar das Niveau runter, weil sie wussten, dass sie gegen Mädchen spielen, die nicht viel Erfahrung hatten, aber sie haben nicht mit so viel Ehrgeiz gerechnet. Die Mädchen spielten so hervorragend und schossen solche Tore, damit hätten selbst die Jungs nicht gerechnet. Bei einem Elfmeter schoß die Spielerin so gut, dass ein Zuschauer gesagt haben soll: „Den hätte er auch so nie gehalten!“

Danach waren die Mädchen so motiviert, dass sie an anderen Turnieren teilnahmen und verschiedene Triumphe sammelten. Unter anderem auch ein Spielball, worauf sie ganz stolz sind.

Diese drei Mädchen, die ich kennenlernt habe, sind selbstbewusst, ehrgeizig und motiviert, trotz der jetzigen demotivierenden Situation in der Mannschaft. Diese Mannschaft ist aus Mädchen gegründet, die zwischen 8 und 14 Jahre alt sind. Dementsprechend sind auch die Erwartungen. Während die Kleinen viel Taktik und Technik lernen möchten, denken die Großen, sie könnten es schon und möchten lieber nur Spielen beim Training. Deswegen fällt es den Trainerinnen schwer die Balance zwischen diesen „ Gruppen zu finden.

Trotzdem schaffen sie es, diese Mädchen zusammenzuhalten und von Erfolg zur Erfolg zu rennen, denn sie möchten mehr. Diese Mädchen möchten die Anerkennung der Jungs. Sie möchten zeigen: „Ey wir können genauso gut Fussball spielen wie ihr!“

Nur dies zu erreichen kann lange dauern. Hartes Training ist angesagt. Aber dies den pubertierenden Mädchen zu erklären ist schwer, weil die Mädchen denken, die Profis Christiano Ronaldo oder Messi können einfach so „mit dem Ball zaubern“, aber auch sie haben harte Arbeit geleistet, bis sie dorthin kamen, wo sie jetzt sind.

Doch die Mannschaft hat zwei sehr liebe und vor allem geduldige Trainerinnen. Also wird es nicht lange dauern, bis die komplette Mannschaft lernt, was Teamgeist heißt.

Wunderdinge gibt’s im Schöneberger Norden

Wenn Moussa Issa, seines Zeichens Anwohnervertreter der BülowKiezes im Quartiersrat Schöneberger Norden und Mensch mit wunderbar leisem Humor, vom Schach spricht, dann leuchten seine Augen noch einmal mehr als gewöhnlich und sein freundliches Lächeln wird noch einmal wärmer.

Dieser Mann liebt Schach. Auf jedem Kiezfest sitzt er am Schachbrett und unermüdlich wirbt er für den Schachclub Freibauer, die sich selbst humorvoll, dezent als einen „der kleinsten Schachvereine Berlins“ bezeichnen. Und weil sie so klein sind, haben sie gleich noch einen Vorteil: Man sagt uns nach, wir wären der sympathischsten Verein in Berlin. Vielleicht gerade deshalb, weil der Kreis der Spieler überschaubar ist. Jeder einzelne wird gefördert und nimmt am Turnierbetrieb teil. Außenseiter gibt es bei uns nicht. Auch Kiebitze, die einfach mal zuschauen oder eine Partie mitspielen wollen, sind herzlich willkommen.“

Und weil Moussa Issa davon überzeugt ist, dass Schach für Jung und Alt im Schöneberger Norden nur gut sein kann, hat er mir einen Text gegeben. Dieser ist unterschrieben mit:

Im Auftrag des Schachspiels und für den Schachfreund Moussa Issa
Min Yung Mönnig (Schachlehrer), Berlin 07.06.2011

Wer ist Min Young Mönnig? Im Internet taucht er auf Platz 22 der Tabelle 2010/2011 des Berlin Pokals auf:  Min Yung Mönnig Sb 15(23) 4 17

Und wird als Trainer des Schachclubs Horben in Freiburg genannt. Also schachmäßig Deutschland nord-süd-ost-west unterwegs.

Sein Text strahlt in seiner gesamten Länge die Liebe zu dem Spiel aus. Hier einige Zitate, als Appetizer sozusagen:

Doch zuvor: Weil wir ja nicht alle in Freiburg Schach spielen wollen, können wir Freitags ab 19.30 Uhr in den Familientreff in der Kurmärkischen Straße 1-3 im Schöneberger Norden gehen. Denn da treffen sich die freundlichen Mitglieder des SC Freibauer Schöneberg.
Kontakt: Herman Baeten, herbae/@/freenet.de, 030-34502673

Schach, ein Wunderding, das in Deutschland verkannt wird.“

Im folgenden lesen Sie eine kurze Zusammenfassung, um Ihnen die Hintergründe der obigen Aussage näher zu bringen.
Glück oder Fehler?
Beim Schach geht es nicht um das umherziehen irgendwelcher Figuren, um mit Glück zu gewinnen. Glück ist bei diesem Spiel ausgeschlossen. Es gibt weder Würfel, noch zieht man irgendwelche Karten, so dass etwas unvorhergesehenes passiert. Und doch, so weiß der Schachspieler, wird man nur allzuoft von den gegnerischen Zügen überrascht. Man hat sie nicht vorausgesehen. Diese Überraschungen werden mit zunehmender Spielstärke immer kleiner, man hat immer mehr Möglichkeiten vorher bedacht und sich eine Antwort darauf überlegt. Und erst hier beginnt das eigentliche Schach spielen. Natürlich gibt es oft den Ausruf, oh hab ich Glück gehabt, der Gegner hat meinen Trick nicht gesehen. Vom Standpunkt des Rufenden mag das so sein, aber eigentlich ist sein Glück nur darin begründet, dass der Gegner offensichtlich einen Fehler gemacht hat.

…………

Schach macht mich zum nächsten Einstein?
Zahlreiche Studien bescheinigen die Verbesserung zahlreicher kognitiver Fähigkeiten. Eine große Studie stammt von der Uni Trier aus dem Jahr 2005, die über 4 Jahre hinweg durchgeführt wurde. Auch Lese- u. Rechtschreibfähigkeiten wurden deutlich verbessert. Die Kinder mit Schachunterricht waren am Ende sogar 2,5x besser im Leseverständnis als der Landesdurchschnitt und 3x besser im Sprachverständnis. Dies zeigt ganz deutlich das Training für das Gehirn, welches eben nicht, wie die weitläufige Meinung ist, auf Logik begrenzt ist. Wichtig ist dabei, dass die Verbesserungen unabhängig von der erreichten Spielstärke auftreten. Die bloße Beschäftigung mit dem Schachspiel reicht aus.
Das heißt natürlich nicht, dass wir alle zu Genies werden, wenn wir uns mit Schach beschäftigen, aber vermutlich werden wir geistig fitter als ohne Schach. Je früher wir anfangen desto besser. Gerade Kinder sind geistig noch sehr flexibel, und verinnerlichen die verschiedensten kognitiven Fähigkeiten viel intensiver.


Aber geistige Leistungsfähigkeit ist nur das eine.
Schach spielt man zu Zweit, es gibt auch Varianten zu Viert oder Mannschaftskämpfe, 4 gegen 4 oder 8 gegen 8. Fakt ist, man muss sich mit seinen Partnern und seinen Gegnern auseinandersetzen…im Kopf…man darf die Antworten des Gegners (den Schachzug) nicht ignorieren, sonst verliert man. Man muss überlegen, was der andere möchte, oder was für die Mannschaft wichtig ist.
Folge: trotz der Kopflastigkeit, hat dieser Sport soziale Wirkung, oder vielleicht gerade deshalb. Es ist außerdem egal, woher jemand kommt, welche Religion er hat, ob Mann oder Frau, ob er reich oder arm ist. Wer seinen Gegner unterschätzt, widmet ihm und seinen Zügen nicht mehr die volle Aufmerksamkeit, was nicht selten zum Verlust der Partie geführt hat. Folge: Schach hat auch integrative Wirkung. Wenn man dann erst einmal gegen Jemanden gespielt hat und eine spannende Partie hinter sich hat, bei dem sich der Gegner tapfer geschlagen oder uns sogar besiegt hat, so lernt man diesen auf besondere Art und Weise zu schätzen. Folge: Schach lehrt Respekt.

Mein Gott, war’s das jetzt mit dem Wunderding? Ich bin schon längst überzeugt!
Nein, es gibt noch so unzählige Facetten, was die Wirkung des Schachspiels angeht. Dies ist lediglich eine Zusammenfassung. Die soziale und integrative Wirkung wurde übrigens auch durch Studien belegt. Was ich für diese Zusammenfassung aber noch erwähnenswert erachte ist, dass der Schachlernende, besonders wieder mal bei Kindern, einen besonderen Bezug zu sich selber entwickelt. Der Lernende lernt in doppelter Hinsicht. Zum einen das Schachspiel, zum anderen lernt er mit Fehlern umzugehen. Er muss sie erst erkennen, sich eingestehen und seine Gedanken dahingehend ordnen, diesen Fehler nach Möglichkeit nicht zu wiederholen. Selbstkritik und Bedachtheit sind in meinen Augen Dinge, die zu einem friedlichen Miteinander dazugehören, und beim Schach Voraussetzung sind, um besser zu werden.

……

Hat da vorhin jemand Sport zu Schach gesagt?
Schach ist Disziplin im Deutschen Sportbund. Dieser nimmt Schach natürlich nicht einfach so als Sportdisziplin auf. Für die Entscheidung wurden unzählige Fähigkeiten aufgelistet, die Sport ausmachen. Auf Schach trafen alle zu, außer die körperliche Aktivität, dafür bot es noch zahlreiche weitere Eigenschaften.
Schach wurde daher als Disziplin aufgenommen. Im Übrigen hat ein Weltmeister nach seinem Weltmeisterschaftskampf, der mehrere Tage dauerte, einige Kilo verloren. Es gab einen Fall von Herzversagen, während einer Schachpartie…undenkbar aber wahr! Eine Schachpartie kann der körperlichen Anstrengung von einem 100 Meter-Sprint gleichkommen, weiß man heute. Je nach Art und Dauer der Schachpartie, mehr oder weniger. Adrenalin gibt es reichlich, nicht selten sieht man Schachspieler mit zitternder Hand die Figuren über das Brett ziehen.


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