Category Archives: Schlagzeilen

Schrecken der Meere in der Kurfürstenstraße

von HU-Gastblogger Janosch Werzl

AFRICAVENIR LÄDT EIN ZUM DIALOGFORUM:
„PIRATEN“ AN SOMALIAS KÜSTE – SCHRECKEN DER MEERE
ODER NEUE (INOFFIZIELLE) KÜSTENWACHE?

Am 20. April, 19 Uhr findet in der Galerie Listros, Kurfürstenstraße 33, in Tiergarten-Süd anlässlich der Piratenprozesse in Hamburg eine Veranstaltung mit dem somalischen Soziologen Mohammed Ahmed Hassen und dem aus Eritrea stammenden Politikwissenschaftler Yonas Endrias statt.

Nicht nur die Piratenprozesse, auch die Piraterie vor Somalia als solche mitsamt ihren Auswirkungen und Hintergründen soll dabei beleuchtet werden. Es geht vor allem um die Frage:„Warum gehen einfache Fischer solch ein Risiko ein?“, so Judith Strohm, Geschäftsführerin von AfricAvenir International e.V.. Continue reading

Family Outing

Have a gay last day in 2010.

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Nicht mehr druckfrisch – aber trotzdem sauber

Die dritte Ausgabe des QM-Magazins in Tiergarten-Süd wurde schon Ende November in Printform ausgeliefert. Dieses Mal ging es um Bürgerbeteiligung und Ehrenamt im QM-Gebiet Magdeburger Platz.  Viel Spaß beim Nachlesen.

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Schöneberger Morgen Nr. 44 – Herbst/Winter 2010

Die neue Ausgabe ist da.

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Schöneberger Morgen - Herbst / Winter 2010

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Viel Spaß und Informationen beim Lesen.

Wowereit im HAUS am KLEISTPARK mittemang

Die Nachricht, dass der Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit bei seiner Tour durch Tempelhof-Schöneberg auch im Pallasseum Station machen würde kam recht kurzfristig. Dennoch war das Gedränge dann so groß, dass es echt schwer war, ihn vor die Kamera zu bekommen.

Er ist da!

Er ist da!

Wowereit im Scherenschnitt

wäre bei 'nem Quiz schon zu erkennen

Wowereit hinter Kollegen

Dahinter isser!

Wowereit im QM-Büro Schöneberger Norden

Herzlich willkommen im Schöneberger Norden

Doch dann saß er im VorOrt Büro des QM-Büros, mit seinem Bürgermeister-Kollegen Ekkehard Herrn Bandt und hörte zu. Sigrid Witthöft von der Pallasseum Wohnbauten KG sprach über die Erfolge des Pallasseums sprach, das längst kein Moloch mehr ist. Sie sagte auch, dass dort die Mieten sozial verträglich bleiben sollen. Denn nicht nur neue MieterInnen sind erwünscht und tummeln sich teilweise auf Wartelisten, sondern auch die MieterInnen, die bereits in der zweiten und dritten Generation hier wohnen, sollen nicht verdrängt werden.

Dann kamen AkteurInnen der Sozialen Stadt zu Wort. Unter anderem war es lustig, dass Frau Gut die bezirkliche Koordinatorin Quartiersmanagement ist und auch eine Frau Glück in die Arbeit eingebunden ist. Und lustig war es auch, als Quartiersmanager Peter Pulm von den manchmal hitzigen Debatten mit dem Quartiersrat sprach und Bürgermeister Wowereit entgegnete „Warum soll es Ihnen denn besser gehen als mir mit dem Parlament.“

Die Stimmung war also bestens und Wowereit hatte dann noch die technische Frage, ob denn die vielen Satellitenschüssel wirklich sein müssten. Schön sei ja das Projekt „Von Innen nach Aussen“ des Künstlers Daniel Knipping, mit dem die BewohnerInnen auch etwas von sich nach außen preisgeben. Ach wirklich – individuelles TV-Geschehen sei also nur mit individuellen Schüsseln möglich. Nun gut.

Dann begann der Rundgang durch diese Wohnanlage, in der eine Kleinstadt von circa 1.500 bis 2.000 Menschen lebt. Die laute Potsdamer Straße, Ex-Standort des Sportpalastes, Standortentwicklung und auch die ganz Kleinen waren da.

Wowereit und Kita Kinder

Kita im Pallasseum

Irgendwann kamen dann die QuartiersrätInnen Gerhard Haug und Heide Rienits zum Zuge und sofort zur Sache. Das Bezirksamt, respektive Stadtrat Bernd Krömer, möchten die alt-ehrwürdige Kulturinstitution HAUS am KLEISTPARK mitsamt der Leo-Kestenberg-Musikschule aus Kostengründen schließen.

In einem Antrag fordert der Quartiersrat Schöneberger-Norden die BVV Tempelhof-Schöneberg nun auf, die von der Bezirksverwaltung geplante Schließung des Standortes Haus am Kleistpark und Leo-Kestenberg-Musikschule abzulehnen und sich für den Erhalt dieses kulturell bedeutenden Schöneberger Standortes einzusetzen.

In dem Antrag wird die kommunale Galerie Haus am Kleistpark und die Leo-Kestenberg-Musikschule als Schönebergs kultureller Leuchtturm auf überregionaler und internationaler Ebene und wichtiger Stabilisierungsfaktor für das Quartiersmanagementgebiet Schöneberger Norden und als das wesentliche Bindeglied zur neuen Galerienszene im Gebiet der Potsdamer Straße und Kurfürsten-/Bülowstraße bezeichnet. Außerdem wird auf die historisch bedeutsame Tradition verwiesen, denn es ist das einzig erhaltene Gebäude am ehemaligen Standort des Botanischen Gartens, hier wurde der Naturschutz begründet. Der Quartiersrat bemängelt, dass eine Verlagerung von Galerie und Musikschule erheblich höhere Kosten für den Bezirk verursachen würden.

Auch die Initiative proHaK, in der sich KünstlerInnen und AnwohnerInnen zusammen geschlossen haben, erklärten in einer Pressemitteilung, die ebenfalls bei dem Wowereit-Besuch verteilt wurde:

Damit schießen sie ein Eigentor! Sie koppeln sich damit endgültig davon ab, zur Mitte Berlins zu gehören, denn anders als in Charlottenburg, Mitte und vielen anderen Bezirken gibt es in Tempelhof-Schöneberg keine überregionalen Kultureinrichtungen.
Wir sehen, dass diese Bezirksentscheidung von gesamtstädtischer Bedeutung ist.
Wenn das Haus am Kleistpark – als eine der drei wichtigsten kommunalen Galerien – fällt, könnte dies einen Domino-Effekt erzeugen und nach und nach könnten auch die anderen dezentralen Einrichtungen wegbrechen.
Ein Desaster für die Kulturstadt Berlin, die von ihrer Vielfalt lebt.

Praktisch so ein vor-Ort-Termin. Da ist die Bevölkerung dran.

Noch vor der HAUS am KLEISTPARK Sache

Gemeinsam Wowereit und Band

Und der Regierende Bürgermeister reagierte empathisch und prompt und forderte gleich mal seinen Bürgermeisterkollegen auf, das Haus nicht zu verkaufen. Sprach’s und spazierte weiter durch’s Quartier.

Doch noch ist das Haus am Kleistpark nicht winterfest. Hier zwei wichtige Termine:

Montag, 25.10.:  Sitzung der Fraktionen um 18.00 Uhr Rathaus (nicht öffentlich)

Mittwoch, 27.10.: BVV Sitzung 17.00Uhr, entscheidende Sitzung (öffentlich)

Eine Straße – zwei Zeitungen

Ein bißchen ist es an der Potsdamer Straße wie in Berlin vor 1989.

Es gibt eine Grenze, sie verläuft an der Kurfürstenstraße, ist allerdings leicht passierbar. Südlich ist der Bezirk Tempelhof-Schöneberg, genau gesagt Schöneberg-Nord. Nördlich ist der Bezirk Mitt, genau gesagt Tiergarten-Süd.

Und so wie damals in Berlin gibt es auch an der Potsdamer Straße Doppelungen.

Zwei Quartiersmanagements
Schöneberger Norden vs Magdeburger Platz

Zwei Webseiten
schöneberger-norden.de vs tiergarten-süd.de
Zwei Kiezzeitungen
Schöneberger Morgen vs Mitte(n)dran

Beide Zeitungen sind nicht nur vom äußeren Erscheinungsbild, sondern auch von der Herstellungsart unterschiedlich.

Schöneberger Morgen

Aktuelle Ausgabe per klick

Der Schöneberger Morgen ist inzwischen bei der 43. Ausgabe, hat sein Erscheinungsbild in den über 10 Jahren nur wenig geändert. Er ist im dritten Jahr beim Projektträger K&K Kulturmanagement und Kommunikation. Die Zeitung entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen dem Redaktionsteam und dem Quartiersmanagement Schöneberger Norden und heißt in der Unterschrift „Zeitung des Quartiersmanagements Schöneberger Norden“.
Die Themen jeder Ausgabe werden gemeinsam beschlossen, vom Redaktionsteam produziert und in enger Abstimmung mit dem QM redigiert.
Die Berichterstattung der Artikel bezieht sich in der Hauptsache auf Projekte, die im Kiez innerhalb des Programms Soziale Stadt laufen. Doch gibt es auch einige allgemeine Kolumnen, so z.B. über Menschen im Kiez, Gewerbe/Kultur und Sehenswürdigkeiten. Der Quartiersrat hat die Möglichkeit in jeder Ausgabe einen Artikel zu schreiben.
Der Schöneberger Morgen hat Zeitungsformat, 8 Seiten, farbig und ist als Informationsblatt konzipiert.

Mitte(n)dran

Aktuelle Ausgabe per klick

Mit mitte(n)dran ist in diesem Jahr ein Neustart gelungen. Die Zeitschrift hat eine völlig neue Herangehensweise als zuvor, als sie von einem Redakteur gestaltet wurde. Nun gibt es neben dem Projektträger (Rathmann & Rother) einen Redaktionsbeirat aus VertreterInnen des Quartiersmanagements (QM) und des Quartiersrats (QR).
In den ersten Wochen und Monaten dieses Jahres hat dieses Gremium den neuen Namen, das Format und das Schwerpunktthema erarbeitet. QM und QR gestalten in jeder Seite ein bis zwei Seiten selbst und informieren so über ihre Belange. Die Artikel gehen an alle Mitglieder des Redaktionsbeirates und werden in diesem Gremium abgestimmt.
Neben der Berichterstattung über laufenden Projekte innerhalb des Programms Soziale Stadt soll Mitte(n)dran jedoch ausführlich über allgemeine Themen im Gebiet berichten und so heißt es in der Unterschrift: „Nachrichten für Tiergarten-Süd im Bereich des Quartiersmanagements Magdeburger Platz.“

Gerade ist die erste Ausgabe erschienen, doch wird das Konzept in den folgenden Ausgaben verfeinert werden. mitte(n)dran ist eine Zeitschrift, 16 Seiten, quadratisches Format, farbig. Gleichzeit soll mitte(n)dran zu einer Marke im Quartier werden. An Logo und Schriftzug ist lange gefeilt worden, denn diese sollen in Zukunft auch Gewerbetreibenden zur Identifikation dienen. Darüber wird im potseblog an anderer Stelle zu berichten sein.

Beiden Zeitungen ist gemeinsam, dass sie in der Printausgabe in den Vor-Ort-Büros der Qms erhältlich sind, sich inhaltlich ergänzen und in ihrer Gesamtheit ein Bild von der Potsdamer Straße vermitteln, dass in keiner anderen Zeitung zu finden ist.

Laufhaus – NEIN DANKE!

QR_Magdeburger Platz.jpg

Petition des Quartiersrates Magdeburger Platz
19. Mai 2010

Wir, Bürger und Anwohner im Quartier um die Kurfürstenstraße, appellieren an die Verfahrensbeteiligten auf ein Laufhaus endgültig zu verzichten. In langjähriger Arbeit wurde mit vielen Bemühungen, Geld und großem ehrenamtlichen Engagement hier ein soziales Umfeld geschaffen, welches eine erträgliche Lebenssituation für die hier lebenden Bürger bietet. Jedoch steht dies nicht auf so stabilen Füßen, dass es ein Laufhaus ohne nachhaltige Einbuße von Lebens- und Wohnqualität verkraften kann.

Wir sehen die unbedingte Gefahr, dass die Einrichtung eines Laufhauses eine Erweiterung des Straßenstriches und damit eine verstärkte Konkurrenz nach sich ziehen wird. Der Straßenstrich ist schon seit langem ein Bestandteil des Kiezes und rechtlich nicht zu verhindern. Die Eröffnung eines Sexshops war da zwangsläufig. Mit der EU-Erweiterung stieg die Zahl der Prostituierten, eine weitere Folge des Straßenstriches und des Sexshops. Die gesundheitlichen Standards verschlechterten sich und die Kleinkriminalität wuchs.

Die Behauptung, das Laufhaus wird den Straßenstrich zu großen Teilen absorbieren, halten wir für unhaltbar. Eine Umfrage unter den Prostituierten bestätigte, das ein Großteil von ihnen nicht im Laufhaus arbeiten will. Außerdem ziehen ihre Freier den schnellen und vor allem anonymen Vollzug auf der Straße vor.

Wird die Einrichtung eines Laufhauses genehmigt, so wird es zum einen mehr Autoverkehr geben, verbunden mit einer höheren Luftverschmutzung und Lärmbelästigung. Eine weitere Folge wird ein Anstieg des Prostitutionsgewerbes auf der Straße sein, denn die Frauen werden aller Voraussicht nach versuchen, die Freier schon vor Erreichen des Laufhauses für sich zu gewinnen.

Deshalb sehen wir uns in unserer Lebensqualität in allen Facetten erheblich bedroht. Wir befürchten, dass sich nach der Genehmigung niemand mehr als verantwortlich und zuständig sehen wird, die sozialen Konsequenzen hier im Gebiet aufzufangen.

In unmittelbarer Nähe Verbrauchermärkte, Drogerie, Kindertagesstätten, – Anwohner durch massiveren Straßenstrich im Alltag stark beeinträchtigt. Straße wird zum erweiterten Laufhaus, Bürgersteige sind zu schmal. Dieses Gewerbe verdrängt Alltagsstruktur, Gehwege verlieren Funktion als sozialer Ort, werden zweckentfremdet genutzt.

Wir – über 8.000 Bürger allein in Tiergarten Süd – müssten mit den negativen Folgen leben, nur weil hier sogenanntes Kerngebiet ist – für Gewerbe, aber nicht für ein Großbordell.

Wir appellieren daher nochmals dringend an das Gericht und die Bezirksverwaltung ein Laufhaus an diesem Standort abzulehnen.

Im Namen des Volkes – und dazu gehören auch wir!

Für den Quartiersrat
Regine Wosnitza  und Josef Lückerath
Kontakt: 23639903

Weit aus nicht so bunt wie es scheint

In einer Touristenbroschüre wäre dieser Satz vernichtend. Doch als der Polizeipressesprecher ihn heute im Zusammenhang mit Tiergarten-Süd mir gegenüber äußerte, lächelte ich glücklich.

ZWEI GESICHTER
Kiez-Report: Gutes Berlin, böses Berlin
19. April 2010 21.20 Uhr, B.Z.

Tiergarten und Müggelheim: Laut Kriminalitätsstatistik “Guter Kiez, Schlechter Kiez”.
Eine Reportage.

Bei diesem Bericht in der BZ war mir vor fast einem Monat das Lachen vergangen. Ich lese ich diese Zeitung nicht, um gut recherchierte Informationen zu erhalten. Nein, ich lese sie eigentlich nur dann, wenn mal wieder das Gebiet um die Potsdamer Straße herunter geschrieben wird. Und so war es auch hier:

SCHLECHTER KIEZ
Tiergarten (12.500 Einwohner) ist rein statistisch Berlins gefährlichster Kiez. Viele Anwohner stört vor allem die Prostitution an der Kurfürstenstraße.

„Aber auch der Drogenhandel ist schlimm“, berichtet Grundschul-Hausmeister Achim Neumann (44). „Mir haben sie über den Kopf geschlagen, als ich morgens das Schultor aufschloss. Der Hof wurde als Drogenversteck genutzt. Einen Zahn habe ich auch verloren.“ Am Magdeburger Platz klagen Anwohner über nächtlichen Lärm durch Freier und Prostituierte. Eine Kioskbesitzerin: „Ich werde oft beklaut und bedroht. Telefonkarten und Zigaretten sind gefragt, einmal hat man mir auch den ganzen Laden leer geräumt. 15.000 Euro futsch.“
Karolina Filipiak (20, FSJlerin) fühlt sich eigentlich wohl im Kiez, doch sie warnt: „Bei Dunkelheit sollte man gewisse Ecken meiden, nämlich die, wo Prostituierte und Dealer stehen.“

Ich weiß, dass Tiergarten-Süd und Schöneberg-Nord in der Kriminalitätsstatistik immer in den Farben erleuchten, die nichts Gutes verheißen. Doch von all den erwähnten Ereignissen hatte ich im letzten Jahr gar nichts mitbekommen. Also entschloss ich mich zur Nachfrage. Heute erhielt ich telefonisch die Antwort des Polizeisprechers:

Weit aus nicht so bunt wie es scheint

ZITAT 1: „Aber auch der Drogenhandel ist schlimm“, berichtet Grundschul-Hausmeister Achim Neumann (44). „Mir haben sie über den Kopf geschlagen, als ich morgens das Schultor aufschloss. Der Hof wurde als Drogenversteck genutzt. Einen Zahn habe ich auch verloren.“
ANTWORT DER POLIZEIPRESSESTELLE: Der Vorfall ereignete sich im Jahr 2007. Der Hausmeister hat damals keine Anzeige gemacht. Warum er dies nicht tat, ist der  Polizei nicht bekannt. Jetzt hat die Polizei Anzeige gegen unbekannt gestellt.
AUSSAGE : Am Magdeburger Platz klagen Anwohner über nächtlichen Lärm durch Freier und Prostituierte.
ANTWORT DER POLIZEIPRESSESTELLE: Es gibt mündliche Beschwerden gegenüber dem KOB über Partylärm und ähnliches. Es gibt jedoch keine einzige Anzeige aus dem Gebiet über die Ordnungswidrigkeit Lärm in Verbindung mit Freiern und Prostituierten.
ZITAT2: Eine Kioskbesitzerin: „Ich werde oft beklaut und bedroht. Telefonkarten und Zigaretten sind gefragt, einmal hat man mir auch den ganzen Laden leer geräumt. 15.000 Euro futsch.“
ANTWORT DER POLIZEIPRESSTELLE: Es liegen drei Anzeigen wegen Einbruchsdiebstahls in einem Kiosk vor. Diese stammen aus den Jahren 2000, 2001 und 2004. Seitdem ist kein weiterer Diebstahl oder ähnliches bei der Polizei angezeigt worden.
Eine Anzeige wegen Raubes ist nie gestellt worden. Zur Erklärung: Der Straftatbestand des Raubes entspricht dem des Diebstahls. Hinzukommen die Komponenten der Gewalt oder Drohung, d.h. einer Nötigung.

ZITAT3: Karolina Filipiak (20, FSJlerin) fühlt sich eigentlich wohl im Kiez, doch sie warnt: „Bei Dunkelheit sollte man gewisse Ecken meiden, nämlich die, wo Prostituierte und Dealer stehen.“
ANTWORT DER POLIZEIPRESSESTELLE: dazu ist nichts gesagt worden.

Die heile Welt ist nicht entlang der Potsdamer Straße zu Hause. Das behaupte ich nicht.

Und ich finde es nur ärgerlich, wenn JournalistInnen mit Hilfe von KiezbewohnerInnen dann noch immer einen drauf setzen und so tun, als wäre hier Sodom und Gomorrha. Denn das ist hier ebenfalls nicht zu Hause.

Und übrigens. Bunt ist es hier auch.  Irgendwie.

Wie finster ist das denn?

Am letzten Sonntag fand meine erste Straßenführung „Verruchte Potse“ in diesem Jahr statt. Spricht man mit Ortsfremden über die Gegend an der Potsdamer Straße, landet man mehr oder weniger schnell beim Schatten, bei der Straßenprostitution, beim Sportpalast mit Goebbel’s Rede vom totalen Krieg und bei Freisler’s Schauprozessen im Kammergericht im Kleistpark. Also habe ich mich entschieden, diese dunklen Themen zum Ausgangspunkt meiner Führung zu nehmen. Als „subversive Lebenskraft“ beschreibt die Psychoanalytikerin Verena Kast den Schatten, das Dunkle.

Am nächsten Tag las ich die News-Ticker: „Mädchen im Kleistpark vergewaltigt.“ Die Tat sollte am Samstagnacht geschehen sein. Trotz der dünnen Nachrichtenlagen stürzten sich die Zeitung auf diese Meldung. Sogar die Süddeutsche – wozu?

Gleich am Montag war RTL vor Ort und wollte von AnwohnerInnen und SozialarbeiterInnen Zitate haben vor laufender Kamera. Es gab aus dem Schmuddelkiez mal wieder was zu berichten. Die Bildzeitung spürte schon Angst in ganz Berlin. So ein Quatsch.

Am Sonntag Vormittag hatten wir nichts von der Tat gewusst. Trotz der vereisten Fußwege entschieden wir uns für den Weg durch den Park. Die Sonne ließ den Schnee glitzern, das Kammergericht war majestätisch und durch die winterlich entlaubten Blätter konnten wir das Pallasseum und den gewaltigen Bunker sehen, den es überspannt.

Jetzt verdunkelte sich der Park für mich aufgrund der begangenen Tat. Die Sichtweise bestimmt das Objekt. Meine Gedanken und meine Fantasie gingen in ein Wechselspiel.

Die Sophie-Scholl-Oberschule grenzt an den Park, die örtliche Bücherei, es gibt dort Bolzplätze, einen Spielplatz, den Kindertreff PallasT. Was bedeutet diese Tat für sie?

Meine pragmatische Seite dachte – an die Öffnungszeiten im Park/War er um 22.45 Uhr nicht längst geschlossen? – an die Kälte/Wie hält man das so lange aus? Mein Gedanke, dass Mädchen nicht durch dunkle Parks gehen dürfen, wurde gleich von meinem Trotz gestoppt: egal wie dunkel, Mädchen sollen sich überall aufhalten können.

Meine Gedanken gingen zu den Tätern. Waren es Jugendliche, die ich durch meine Aktivitäten hier im Kiez kenne? Ich ließ sie an meinem geistigen Auge defilieren und konnte es mir nicht vorstellen. Von keinem. Die Meldungen berichteten von „südländisch“ Tätern, in der Abgrenzung zu „türkisch“/„arabisch“ versuchte ich sicheren Boden zu behalten.

Versuche mit diesem neuen Dunkel hier im Kiez fertig zu werden. Ein dunkler Schatten fiel auf einen Ort, der hier als friedlich Oase gilt. In einer Gegend, in der sich seit 10 Jahren darin engagieren, Gewalt und Chaos in gutes Miteinander und Chancen zu verwandeln. Der nicht frei von Probleme ist, aber liebenswert in seiner Entwicklung.

Am Montag kam die Meldung, dass die Vergewaltigung wahrscheinlich erfunden sei. Zunächst Erleichterung. Dann wieder Fragen. Warum denkt sich ein Mädchen so etwas aus? Warum geht die Polizei so schnell an die Presse? Warum liebt die Presse dunkle Themen und zwar in einer Weise, die nicht Licht ins Dunkle bringt, sondern seinen Kitzel liebt. Die Fehlermeldungen sind nur kurz. Allein der Tagesspiegel macht noch einmal eine ganze Geschichte draus.

Was bleibt?

Ich bin traurig aufgrund der Ereignisse.

Die „subversive Lebenskraft“ dessen, was da in zwei Tagen abgelaufen ist für mich darin zu spüren, wie sehr ich mich hier mit der Gegend identifiziere, wie sehr ich zu ihr halte und zu allen, die seit vielen Jahren, engagiert und zuverlässig mit den dunklen Themen hier arbeiten, seien es SozialarbeiterInnen, StreetworkerInnen, Drogendienste, QuartiermanagerInnen, QuartiersrätInnen, Prostituiertenorganisationen, GeschichtslehrerInnen und viele mehr. Zu allen, die nicht weggucken, nicht schönreden, sondern mit dem arbeiten, was ist.

Und gleichzeitig bleibt mein Blick mehr als sonst an gewalttätigen Notizen hängen. Am abstrusesten finde ich die Reklame für ein Duschgel, das aussieht wie Blut und einen Duschvorhang mit Blutspuren à la Psycho?  Wie krank ist das denn?

13. Venus Berlin – Teil 2 – Bild und Rammstein

Das wäre ja unglaublich gewesen! Der BZ das Feld an der Kurfürstenstraße überlassen! (potseblog berichtete über die dreiteilige Serie unter “13.Venus Berlin” vor einigen Tagen) Nein! Am vergangenen Samstag war auch Bild mit der Berichterstattung dabei. Und fand glatt noch eine Frage, die bisher noch nicht gestellt worden war:

Sex für 5 Euro auf Berlins härtestem Strassenstrich

Was sind das für Männer, die diese armen Frauen ausbeuten?

Bild fragt und “ein Kioskbesitzer” antwortet:  „Diese Männer sind auf der Suche nach dem ganz billigen Sex. Und meistens finden sie eine, die es für noch weniger macht, als ihre Konkurrentin.”

Nun sind es noch 3:00:58:40 Tage/Stunden/Minuten/Sekunden bis die 13.Venus Berlin eröffnet.

Und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat ihren LeserInnen die Möglichkeit gegeben mehr über die neue Single “Pussy” von der Band Rammstein zu erfahren. Eine ganze Seite plauderte eine Redakteurin mit Christian Lorenz und Paul Landers. Nicht nur über Sex, aber auch:

FRAGE: Das neue Rammstein-Video ist ein richtiger Porno. War es schwer, noch ein Tabu zu finden?

Christian “Flake” Lorenz:

ANTWORT:  Eigentlich wollten wir den schon vor Jahren drehen. Man wird sonst zu alt dafür.

…..

FRAGE: Wie finden Ihre Partnerinnen das “Pussy”-Video?

Christian “Flake” Lorenz:

ANTWORT: Meine Frau ist begeistert. Sie findet das logisch: Porno und Rock’n Roll ist eins.

FRAGE: Und wie war der Dreh?

Paul Landers:

ANTWORT: Erstmal ein bisschen wie Zahnarzt…….

Hui!

Bei Rammstein läuft übrigens auch ein Zähler: 3:14:40:38 Tage/Stunden/Minuten/Sekunden. Dann erscheint das Album Liebe ist für alle da.