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	<description>unterwegs an der Potsdamer Straße - Berlin</description>
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		<title>Naschpirat &#8211; Wahre Fruchtgummischätze im Schöneberger Kiez</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 06:33:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Von HU-Gastblogger Sascha Lawrenz Der Naschpirat hat seine Piratenspelunke mitten im Schöneberger Kiez – in der Bautzener Straße 14. Naschpirat, so bezeichnet sich Emmanuel selbst – auch sein eigens gegründetes Fruchtgummilabel heißt so. In seiner Spelunke, also dem Ladengeschäft in &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/26/naschpirat-wahre-fruchtgummischatze-im-schoneberger-kiez/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von HU-Gastblogger <a href="http://potseblog.de/2012/03/25/portrait-sascha/" target="_blank">Sascha Lawrenz</a></p>
<p>Der <a title="Der Naschpirat" href="http://www.naschpirat.de">Naschpirat</a> hat seine Piratenspelunke mitten im Schöneberger Kiez – in der Bautzener Straße 14. Naschpirat, so bezeichnet sich Emmanuel selbst – auch sein eigens gegründetes Fruchtgummilabel heißt so. In seiner Spelunke, also dem Ladengeschäft in der Bautzener Straße, beherbergt er wahre Fruchtgummischätze. Ansporn für den Autor genug, sich ein eigenes Bild davon zu machen.</p>
<div id="attachment_6446" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/20032012233.jpg" rel="lightbox[6437]"><img class="size-medium wp-image-6446" title="Der Naschpirat" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/20032012233-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das ist Emmanuel - oder eben der Naschpirat</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Naschpirat ist 43, gelernter Schauwerbegestalter, der auch mal Kommunikationswissenschaften in Potsdam studiert hat und sich später mit seinem Fruchtgummilabel, das auch Naschpirat heißt, selbstständig gemacht. „Pirat sein ist meine Lebenseinstellung und das schon seit dem ich ein kleines Kind war“ befindet Emmanuel selbst, der eine Piratenflagge am Revers trägt und einen Totenkopfring am Mittelfinger. Pirat sein meint bei Emmanuel übrigens richtig Pirat sein, dass sieht man auch an seinem Ladenlokal und an seinem „Äußeren“, ein bisschen schräg eben. Vielleicht auch eine Erklärung, woher das Pirat in &#8220;Naschpirat&#8221; stammt.</p>
<p>Betritt man das Ladenlokal – oder eben die Spelunke – in der Bautzener Straße, nimmt man sofort einen süßlichen Geruch war. Es duftet nach allerlei Gummibärchen und Ähnlichem, schon recht angenehm. Warum er eigentlich in der Bautzener Straße gelandet ist, so gar nicht zentral und in vermeintlicher Kundennähe, ist ganz einfach: „Es war ein Zufall, weil ich dringend Lagerräume gesucht habe“, stellt Emmanuel beiläufig fest. Seine Fruchtgummis werden unter anderem auch auf Wochenmärkten verkauft, die Standutensilien lagert er dafür auch in der Bautzener Straße.</p>
<div id="attachment_6452" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/20032012239.jpg" rel="lightbox[6437]"><img class="size-medium wp-image-6452" title="" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/20032012239-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Innenleben der Spelunke</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Fruchtgummis sind „nichts von der Stange“ und eben auch „nichts für jedermann“, da sie in kleineren Tüten besonders gestaltet und verpackt werden. So gibt es auch süße Tüten zu speziellen  Themen, die sich besonders als Geschenkideen eignen: Geburtstage, Hochzeiten, Feste. Außerdem noch fast einen Meter lange Gummischlangen, saure Totenköpfe und und und. Um es mal abzukürzen: Die gewöhnliche Tüte mit Goldbären kann da nicht mithalten – was aber auch nicht gewollt ist. „Hier gibt es nur Sachen, die es im Supermarkt so nicht gibt“ stellt Emmanuel stolz fest. Natürlich sind die Preise dann auch nicht wie im Supermarkt, aber Stammkunden wüssten selbst diese zu schätzen.</p>
<p>Die Fruchtgummis werden nur aus dem europäischen Ausland bezogen – vermehrt wird auf Fruchtgummis wert gelegt, die frei von Gelatine sind und nur mit natürlichen Inhaltsstoffen auskommen. Um das Geschäft effizienter zu betreiben, könnte Emmanuel auch einen Teil aus China bestellen. „Da ich aber nicht 20 E’s in meinen Produkten enthalten haben möchte, kommt das gar nicht in die Tüte“, stellt Emmanuel überzeugt fest. Deswegen wird es in der Zukunft auch nur beim europäischen Ausland bleiben – und auch da achtet er auf die Qualität.</p>
<div id="attachment_6451" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/20032012238.jpg" rel="lightbox[6437]"><img class="size-medium wp-image-6451" title="Verschiedene Fruchtgummis" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/20032012238-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Geballte Vielfalt von Fruchtgummis</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Verkauft wird nicht nur im Lokal in der Bautzener Straße, sondern auch auf Wochenmärkten. Da ist einfach der Bezug zum Kunden. Deswegen steht er auch wöchentlich auf dem <a title="Winterfeldtmarkt" href="http://winterfeldt-markt.de/">Winterfeldtmarkt</a> und bringt die Fruchtgummis unters Volk.</p>
<p>Insgesamt lohnt sich ein Besuch schon – wenn man eine Fruchtgumminascherei der besonderen Art sucht. Wer sich vorab mal ein Bild vom Naschpiraten machen möchte, kann sich ein Video davon auf <a title="In der Spelunke beim Naschpiraten" href="http://www.youtube.com/watch?v=mZjWc2S4cFw">youtube</a> anschauen.</p>
<p>Einen Bezug zur Piratenpartei übrigens streitet der Naschpirat vehement ab: „Ich bin politisch neutral“, sagt Emmanuel, „obwohl die Piratenpartei schon einmal angefragt hatte, etwas gemeinsam zu kreieren“. Pirat sein ist für Emmanuel aber ein Lebensgefühl und keine Modeerscheinung.</p>
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		<title>&#8220;Downstairs&#8221; in der Goebenstraße: Von Null auf Hundert im Hip Hop &#8211; Rhythmus</title>
		<link>http://potseblog.de/2012/04/22/downstairs-in-der-goebenstrase-von-null-auf-hundert-im-hip-hop-rhythmus/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 07:26:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von HU-Gastbloggerin Lena Wie sich der anfängliche Underground &#8211; Hip Hop &#8211; Store „Downstrairs“ zu einem erfolgreichen und populären Versandhandel entwickelte. Hip Hop Läden in Berlin gibt es viele. Doch was ist genau das Erfolgsrezept, was „Downstairs“ so beliebt macht? &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/22/downstairs-in-der-goebenstrase-von-null-auf-hundert-im-hip-hop-rhythmus/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von HU-Gastbloggerin <a href="http://potseblog.de/2012/03/23/portrait-lena/" target="_blank">Lena</a><strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
</span></strong></p>
<p>Wie sich der anfängliche Underground &#8211; Hip Hop &#8211; Store „<a href="http://www.downstairs.com/">Downstrairs</a>“ zu einem erfolgreichen und populären Versandhandel entwickelte.</p>
<p>Hip Hop Läden in Berlin gibt es viele. Doch was ist genau das Erfolgsrezept, was „Downstairs“ so beliebt macht? Schließlich gibt es den Shop schon seit 1993 und nächstes Jahr wird das 20-jähirge Bestehen gefeiert.</p>
<p>Ein Blick in den Laden und schon wird deutlich, dass „Downstairs“ nicht ein einfacher Hip Hop &#8211; Laden wie jeder andere ist, der Kleidung vertreibt. Es werden darüber hinaus Zubehör für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Graffiti">Graffiti</a> angeboten und andere Dinge, die mit Hip Hop in Verbindung stehen.</p>
<p><em>Auffällige Fassaden als Dauer-Gespächsthema</em></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs-1.jpg" rel="lightbox[6414]"><img class="aligncenter  wp-image-6672" title="downstairs 1" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs-1-300x225.jpg" alt="" width="240" height="180" /></a><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs-3.jpg" rel="lightbox[6414]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-6673" title="downstairs 3" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs-3-300x99.jpg" alt="" width="300" height="99" /></a>So bunt und vielfältig wie es innen im Laden aussieht, so präsentiert sich der Laden auch nach außen: In der Fassadengestaltung lässt man sich bei „Downstairs“ immer wieder neue Motive einfallen. Von einem Logo in auffälligem Grasgrün oder einem starken Blauton bis hin zu einem U-Bahn-Motiv, was so präzise gemalt ist, dass es ein Foto sein könnte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs-41.jpg" rel="lightbox[6414]"><img class="aligncenter  wp-image-6680" title="downstairs 4" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs-41.jpg" alt="" width="354" height="95" /></a><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs-51.jpg" rel="lightbox[6414]"><img class="aligncenter  wp-image-6681" title="downstairs 5" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs-51.jpg" alt="" width="355" height="74" /></a></p>
<p>Aktuell werden die Kunden von einem weit aufgerissenes Bärenmaul empfangen.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs_goebenstr1.jpg" rel="lightbox[6414]"><img class="aligncenter size-full wp-image-6676" title="downstairs_goebenstr" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/downstairs_goebenstr1.jpg" alt="" width="293" height="150" /></a></p>
<p>So wird immer wieder alle Aufmerksamkeit auf den Laden in der Goebenstraße 5 in Berlin-Schöneberg gerichtet und kein Passant kann die Straße durchqueren, ohne dass ihm das beeindruckende Graffiti nicht ins Auge fällt. Die Fassaden von „Downstairs“ bleiben ein Gesprächsthema.</p>
<p><em>Begriff und Entwicklung des Hip Hop</em></p>
<p>Aber was ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hip_Hop">Hip Hop</a> eigentlich genau, wo kommt der Stil her und was macht ihn aus?<br />
Hip Hop ist eine kulturelle Bewegung, die in den 1970er Jahren entstanden ist. Vorallem durch afroamerikanische Wurzeln geprägt, breitete sich Hip Hop auch schnell nach Europa aus. Den großen Boom in Deutschland erlebte der<br />
Hip Hop &#8211; Stil in den 1990er Jahren.<br />
Auch das Sprayen von Graffiti ist ein fester Bestandteil der Hip Hop &#8211; Szene.<br />
Und so ist Hip Hop nicht mehr nur eine Bewegung, sondern auch ein Lebensgefühl geworden.</p>
<p><em>Lässig trifft „Bling Bling“ &#8211; die Mode des Hip Hop</em></p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/Hip-Hop_Mode_Beispiel_2.jpg" rel="lightbox[6414]"><img class="alignleft  wp-image-6678" title="Hip-Hop_Mode_Beispiel_2" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/Hip-Hop_Mode_Beispiel_2-250x250.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Mode ist von weiten und sportlichen Schnitten der Oberteile und Hosen geprägt. Wichtigstes Ziel ist es, besonders „lässig“ zu wirken. Daneben sind die Kleidungsstücke auffällig mit großen, oft glitzernden Schriftzügen und Bildern verziert: „Bling-Bling“!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/blingbling.jpg" rel="lightbox[6414]"><img class="aligncenter  wp-image-6677" title="Gold Dollar Sign Necklace" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/blingbling-250x250.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p><em>Etablierung von „Downstairs“ in Berlin</em></p>
<p>Das Konzept, alles rund um das Thema Hip Hop im Laden „Downstairs“ zu vereinen, ging auf und mittlerweile ist „Downstairs“ nicht nur in Insiderkreisen bekannt. Mit einem Laden in Friedrichshain und einem in Schöneberg ist „Downstairs“ nun auch von der Entfernung in Berlin weit verbreitet.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/screenshoot-1.png" rel="lightbox[6414]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6682" title="screenshoot (1)" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/screenshoot-1-300x255.png" alt="" width="300" height="255" /></a>Für den Vertrieb über Berlin hinaus wurde ein <a href="http://www.downstairs.com/static.php?page=versand&amp;n1=0&amp;n2=4">Online-Shop</a> eingerichtet. Nun kann man die Kleidung online bestellen und innerhalb weniger Tage werden die Sachen kostengünstig versandt. Ab einem bestimmten Mindestbestellwert ist der Versand sogar kostenlos.<br />
Und dies ist keineswegs nur auf Deutschland beschränkt: auch Bestellungen aus aller Welt werden angenommen, denn der Versand ist weltweit möglich!<br />
Damit kann der Versandshop von „Downstairs“ durchaus mit großen internationalen Versandhäusern mithalten.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/screenshoot-2.png" rel="lightbox[6414]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6683" title="screenshoot (2)" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/screenshoot-2-300x263.png" alt="" width="300" height="263" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>Sogar ein Buch hat Geschäftsinhaber Hasan Gögremis über die Hip Hop – Szene in Berlin geschrieben. „<a href="http://www.amazon.de/Berlin-Graffiti-Hasan-G%C3%B6gremis/dp/389773592X">Berlin Graffiti</a>“ heißt es und begeistert sowohl mit anschaulichen Fotografien, als auch mit leicht verständlichem Fachwissen.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/buch-hasan.jpg" rel="lightbox[6414]"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-6684" title="buch hasan" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/buch-hasan-250x250.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a><br />
Die Geschichte von „Downstairs“ ist ein interessantes Beispiel, wie man mit einer Spezialisierung auf eine bestimmte Szene sehr erfolgreich werden kann und sich auch mit einem kleinen Souterrain-Shop im großen Berlin behaupten kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h6>Fotos der Fassaden: innerfields.de<br />
Fotos des Buch-Covers: amazon.de<br />
Fotos der Mode: wikipedia, hip-hop.de</h6>
]]></content:encoded>
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		<title>Der Tod ist bunt – und blüht</title>
		<link>http://potseblog.de/2012/04/18/der-tod-ist-bunt-und-bluht/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 06:17:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Von HU-Gastbloggerin Nadine Arndt Wir kennen uns schon lange Der Phönix und ich Ich lehrte ihn zwei Worte Damit er mit mir spricht: Ende Neu (Einstürzende Neubauten – Ende Neu) Düster wirkende alte Eiben und Efeu, verwitterte Grabmale mit schon &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/18/der-tod-ist-bunt-und-bluht/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von HU-Gastbloggerin <a title="Portrait Nadine" href="http://potseblog.de/2012/03/16/portrait-nadine/">Nadine Arndt</a></p>
<p><em>Wir kennen uns schon lange </em><br />
<em>Der Phönix und ich </em><br />
<em>Ich lehrte ihn zwei Worte </em><br />
<em>Damit er mit mir spricht: </em><br />
<em>Ende Neu</em><br />
<em>(Einstürzende Neubauten – Ende Neu)</em></p>
<p>Düster wirkende alte Eiben und Efeu, verwitterte Grabmale mit schon lange nicht mehr lesbaren Inschriften, gebeugte Frauen in Schwarz die mühsam das welke Laub auf einem Grab entfernen. Stille und Trauer.<br />
So stellt man sich einen typischen Friedhof vor. Doch der Alte Sankt Matthäus-Kirchhof in der Großgörschenstraße entspricht diesem Bild nicht.<br />
Im Norden Schönebergs, am äußersten Rand der berühmten „Roten Insel“ liegt er – ein traditionsreicher Friedhof mit wechselvoller Geschichte.</p>
<p>1856 geweiht war er Begräbnisstätte wohlhabender Kaufleute, Künstler und Wissenschaftler.<br />
<a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Grabmal.jpg" rel="lightbox[6844]"><img class="aligncenter size-full wp-image-6845" title="Grabmal" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Grabmal.jpg" alt="" width="600" height="402" /></a><br />
Noch heute zeugen viele opulent gestalteten Gräber, Gruften und Mausoleen aus der Gründerzeit vom Reichtum der hier Begrabenen und bieten einen ungewöhnlichen Kontrast zu den vielen, mit Pflanzen, Keramikkatzen, Windspielen, Regenbogenflaggen und roten AIDS-Schleifen liebevoll geschmückten Gräbern aus neuerer Zeit.<br />
Doch beinahe wären die Wirren der Zeit auch dem Kirchhof zum Verhängnis geworden: die Umbettungen auf den <a href="http://www.suedwestkirchhof.de/">Südwestkirchhof</a> in Stahnsdorf,  die zunächst Platz schaffen sollten für Albert Speers monumentale Nord-Süd-Achse, wurden abgelöst von Krieg und Zerstörung und Vergessen &amp; Verfall bis in die 1970er Jahre tat ein Übriges.</p>
<p>Die Liste der hier begrabenen mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten ist lang: Neben den Gebrüdern Grimm, Kaufmann Bolle und dem Mediziner Rudolf Virchow liegen hier auch die Frauenrechtlerinnen Hedwig Dohm und Minna Cauer und die Schriftstellerin May Ayim; den Verschwörern vom 20. Juli 1944 um Graf von Stauffenberg ist ein Gedenkstein gewidmet – nach ihrer Hinrichtung wurden sie hier begraben, aber später von den Nazis ausgegraben und verbrannt, ihre Asche wurde in den Riesenfeldern verstreut.</p>
<p>Auch Ton Steine Scherben-Sänger Rio Reiser hat hier inzwischen seine letzte Ruhestätte gefunden. Vor einem Jahr wurde er von Fresenhagen auf den Matthäus-Kirchhof umgebettet.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Rio.jpg" rel="lightbox[6844]"><img class="aligncenter size-full wp-image-6851" title="Rio" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Rio.jpg" alt="" width="600" height="402" /></a><br />
Der „König von Deutschland“ ist allerdings nicht der einzige schwule Aktivist der hier begraben ist. Neben der berühmten Berliner Tunte „Ovo Maltine“ findet sich hier auch das Grab des im Jahr 2000 verstorbenen Napoleon Seyfarth, der mit seinem autobiographisch inszenierten Roman „Schweine müssen nackt sein“ als erster deutschsprachiger Autor offensiv mit seiner AIDS-Erkrankung umging.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Ovo.jpg" rel="lightbox[6844]"><img class="aligncenter size-full wp-image-6852" title="Ovo" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Ovo.jpg" alt="" width="600" height="402" /></a><br />
<a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Napoleon.jpg" rel="lightbox[6844]"><img class="aligncenter size-full wp-image-6853" title="Napoleon" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Napoleon.jpg" alt="" width="600" height="402" /></a><br />
Da paßt es dann auch ins gar nicht düstere Bild, daß das auf dem Friedhofsgelände gelegene <a href="http://www.cafe-finovo.de/" target="_blank">„Café Finovo“</a> von Bernd Boßmann – in der Berliner Tuntenszene besser bekannt als „Ichgola Androgyn“ &#8211; betrieben wird.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Finovo.jpg" rel="lightbox[6844]"><img class="aligncenter size-full wp-image-6854" title="Finovo" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Finovo.jpg" alt="" width="600" height="402" /></a><br />
Das in einem alten Latrinenhaus gelegene Café ist wohl DAS Aushängeschild einer der ungewöhnlichsten Friedhöfe der Stadt. Das Café nebst Blumenladen „Roter Mohn“ bietet neben Blumen, Kränzen und Trauergestecken auch täglich frisch gebackenen Kuchen und kleine Leckereien, einen Raum für Trauerfeiern, die Selbsthilfegruppe für die Eltern von „Sternenkindern“ sowie für die mobile Sozialberatung durch den <a href="http://www.hartzerroller.de/" target="_blank">„Hartzer Roller“</a>.</p>
<p>Doch wie kommt man dazu, ein Café auf einem Friedhof zu eröffnen?<br />
Bernd Boßmann ist schon um das Jahr 2000 das leer stehende Haus aufgefallen. Der Tod des engen Freundes Ovo Maltine im Jahr 2005 führte dann zu regelmäßigen Besuchen auf dem Friedhof und zur Idee, einen Ort für die existenziellen Bedürfnisse von Menschen schaffen: Weinen, Lachen, Essen und Trinken, Ausruhen und vor allem: Kommunikation.<br />
Boßmann merkt kritisch an: „Friedhöfe sind nicht für die Lebenden gemacht, der Gang auf den Friedhof ist für die meisten Menschen reine Pflicht.“<br />
Auf den Matthäus-Kirchhof hingegen soll man gerne kommen.</p>
<p>Der Name „Finovo“ ist abgeleitet von den lateinischen Wörtern für „Ende“ und „neu“ &#8211; das einzelne „n“ in der Mitte des Wortes soll daran erinnern, daß aus dem, was endet (finis), immer auch schon das Neue beginnt (novus). In diesem Sinne steht es auch für die ewige Wiederkehr.<br />
Der ehemalige Krankenpfleger mag es nicht, daß der Tod so häufig einseitig negativ dargestellt und das Leben überbewertet wird. Leben und Tod gehören zusammen und was „besser“ ist, sollte aus der Perspektive des Einzelnen betrachtet werden. Für einen Sterbenden, für einen Kranken mit unerträglichen Schmerzen, für einen Hoffnungslosen kann der Tod das Ziel der Sehnsucht werden und die Erlösung versprechen während das Leben nur noch eine Bürde ist. So sind auch Geboren-Werden und Sterben für ihn einfach nur Phasen des Übergangs die nicht pauschal positiv oder negativ gewertet werden sollten.</p>
<p>Der Cafébesitzer ist auch im Vorstand es Vereins <a href="http://www.efeu-ev.de/" target="_blank">„Efeu e.V.“</a> der sich nicht nur der Erhaltung des Friedhofs widmet, sondern auch mit Infomappen zu Themen wie „Frauen“ oder „Kreuz und Queer“, Vorträgen &amp; Führungen die Lebendigkeit des Kirchhofs unterstreicht. Das Projekt „Kinder und Kirchhof“, das Kindern den Friedhof mit all seinen existenziellen Themen näher bringen soll, wird nicht ganz so häufig in Anspruch genommen, dafür ziehen die verschiedenen Themenführungen immer wieder Interessierte an.<br />
Der „Garten der Sternenkinder“ ist ein Platz für die „Sternenkinder“, die während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verstarben. Hier finden sie ihre liebevoll von Eltern &amp; Geschwistern gestaltete letzte Ruhestätte.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Sternenkinder.jpg" rel="lightbox[6844]"><img class="aligncenter size-full wp-image-6855" title="Sternenkinder" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Sternenkinder.jpg" alt="" width="600" height="402" /></a><br />
Die Elterngruppe, die sich in den Räumen des Cafés trifft, ist eine Selbsthilfegruppe – abseits von professionellen Therapien wird hier auf das Prinzip „von Mensch zu Mensch“ gesetzt.<br />
Im Eingangsbereich des „Finovo“ finden sich dann neben den Themenmappen auch Bücher zu Trauerarbeit, Begräbnisritualen und Werke der Gebrüder Grimm, von Rio Reiser, Hedwig Dohm oder May Ayim.<br />
Individualität und Selbstentfaltung werden hier groß geschrieben – niemandem soll ein „richtiger“ Umgang mit dem Tod, mit dem Begräbnis, mit dem Glauben, eine „richtige“ Art zu leben und zu fühlen aufgezwungen werden, und so ist auf diesem besonderen Fleckchen Erde jeder ein gern gesehener Gast – die regelmäßigen Besucher mit Harke und Gießkanne ebenso wie die neugierigen amerikanischen Touristen, der ältere, türkische Anwohner, der hier seinen schwarzen Tee trinkt, ebenso wie die junge Mutter, die hier nur schnell ein paar Blumen für eine Feier kaufen will.<br />
Für den Idealisten Boßmann ist das „Gemeindearbeit“. Gemeinde definiert er als Gemeinschaft &#8211; das Zusammengehörigkeitsgefühl und die gewachsenen Strukturen im Kiez, die Offenheit für neue Menschen, die Rechte und Pflichten, die sich aus dem Zusammenleben verschiedener Menschen ergeben. Füreinander da sein: für ihn ist das die Basis der Religionen, sich in aller Unterschiedlichkeit respektvoll begegnen können, die Idee des Cafés. Von Besuchern aufgrund seines Schwul-Seins diskriminiert wurde er noch nicht, merkt er an. Und sagt weiter: „Es ist das absolut Unsinnigste, sich selbst zu verleugnen.“ Er ist überzeugt davon, daß, wer sich &amp; sein Sein versteckt, so erst recht Ablehnung, Feindschaft &amp; Diskriminierung herausfordert.</p>
<p>Einfach ist das Leben als Engagierter trotzdem nicht – das ewige Ringen mit den Behörden um die verschiedenen Genehmigungen, fehlende Subventionen, immer wieder die Angst um die Existenz der vielen Projekte.<br />
„Mit Hartz IV hätte ich mehr Geld“, so der trockene Kommentar zum nicht enden wollenden Kampf als Selbstständiger und Ehrenamtlicher.<br />
Einen Kampf hat er allerdings schon gewonnen: Seine <a href="http://www.berlinade.com/" target="_blank">„Berlinade“</a>, eine in zwei Geschmacksrichtungen erhältliche Limonade, deren Verkaufserlös in alternative Projekte fließen soll, darf auch weiterhin so heißen. Die Klägerin Bionade scheiterte vor Gericht mit ihrem Vorwurf der Produktpiraterie.</p>
<p>Einen leckeren Birnen-Käsekuchen und viele Eindrücke später, in der Beobachtung des bunten, herzlichen Treibens auf dem Friedhofsgelände wird mir dann eines klar: Friedhöfe sind lebendige Wesen mit einem ganz eigenen Charakter.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Engelchen.jpg" rel="lightbox[6844]"><img class="aligncenter size-full wp-image-6856" title="Engelchen" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/Engelchen.jpg" alt="" width="600" height="402" /></a></p>
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		<title>Von freilaufenden Kaninchen und Diskriminierung</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 07:09:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von HU-Blogger Christoph Das Freizeitzentrum in der Kluckstraße ist ein Ort der Begegnung unterschiedlichster Menschen. FiPP, KomBi und Gladt &#8211; von einer Initiative zur Gartenarbeit mit Kindern, über eine Selbst-Organisation zur Hilfe bei Diskrimierung bis hin zu einer Fortbildungsinitiative für &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/14/von-freilaufenden-kaninchen-und-diskriminierung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">von <a href="http://potseblog.de/2012/04/14/portrait-christoph/" target="_blank">HU-Blogger Christoph</a></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Das Freizeitzentrum in der Kluckstraße ist ein Ort der Begegnung unterschiedlichster Menschen. FiPP, KomBi und Gladt &#8211; von einer Initiative zur Gartenarbeit mit Kindern, über eine Selbst-Organisation zur Hilfe bei Diskrimierung bis hin zu einer Fortbildungsinitiative für Lehrkräfte. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/wachsenlassen2.jpg" rel="lightbox[6483]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6837" title="" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/wachsenlassen2-300x220.jpg" alt="" width="300" height="220" /></a>Wenn man in dem großen Garten in der Kluckstraße unterwegs ist, sieht man überall fleißige Gärtner_innen. Auch hinter mir raschelt es im Gebüsch. Sophia ist gerade dabei einen kleinen Graben auszuheben. Das aktuelle Projekt heißt „Bauerngarten“, wie ich erfahre.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Doch gibt es da ein kleines Problem: die freilaufenden Kaninchen. Wenn man etwas ernten will, muss also ein Zaun her. In Zusammenarbeit mit dem &#8216;Produktionsschule Sägewerk Grunewald&#8217; soll in dieser Woche ein traditioneller Lattenzaun gesetzt werden. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Bereits seit zwei Jahren läuft das Projekt „Wachsen lassen“, was man dem eindrucksvollen Garten ansieht. Das Angebot ist sehr vielfältig. Von der Arbeit mit Kleinkindern, dem Brotbacken im Lehmofen, über kleinere Gartenprojekte von Anwohner_innen bis zum Anbauen von Gemüse. Bei vielen kreativen Projekten hilft eine Künstlerin mit. So soll der neue Zaun auch später von den Kindern bemalt werden, erzählt mir Gabriele und ihre Augen leuchten dabei.<a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/wachsenlassen5.jpg" rel="lightbox[6483]"><img class="alignright size-medium wp-image-6835" title="" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/wachsenlassen5-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></span></p>
<p><strong><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Gemeinsam Freizeit haben</span></strong></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Nicht weit entfernt hört man Kinder. Es wird gerade Fußball gespielt. Das Match wird kurz unterbrochen. Jan muss sich die Schuhe zumachen und Olé will einen Schluck trinken. Auch Jasmin spielt mit. Eine bunt gemischte Truppe eben.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Die großen Doppeltüren des Gebäudes stehen zum Hof hin offen, jede_r ist in den Räumlichkeiten willkommen. Einige Kinder sitzen und basteln, andere sind am Kicker aktiv. Es ist eine herzliche und vergnügte Atmosphäre.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Hier treffen sich vor allem Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil. Es ist ein Spiegel der Kulturen im Kiez. Ein Ort der Vielfalt, indem Menschen mit unterschiedlichen sozialen Herkünften, Sprachkompetenzen, geschlechtlichen Identitäten, Befähigungen und religiösen Anschauungen aufeinander treffen. Sicher nicht immer reibungslos.</span></p>
<div id="attachment_6838" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/wachsenlassen4.jpg" rel="lightbox[6483]"><img class="size-medium wp-image-6838" title="" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/wachsenlassen4-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Fotos: Gabriele Koll</p></div>
<p><strong><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Hilfe bei Diskriminierung – die Initiativen Gladt und KomBi</span></strong></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Im ersten Stock des Mehrzweckhauses sind die Initiativen Gladt und KomBi zuhause. Beide Organisationen setzen sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen (LSBT) ein.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Gladt ist die einzige unabhängige Selbst-Organisation, von türkeistämmigen LSBTs in Deutschland. Das Angebot richtet sich nicht nur explizit an queere Migrant_innen, sondern auch speziell an deren Angehörige und Freunde. Es werden kostenlose Beratungen zu zahlreichen Themen angeboten, die anonym und bei Bedarf auf verschieden Sprachen durchgeführt werden können.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Die Referent_innen sind unterwegs in unterschiedlichen Einrichtungen im Kiez, von der geschlechtsneutralen Erziehung in Kitas bis hin zu Gesprächsrunden in Seniorenresidenzen.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Entscheidend ist der Ansatz der Mehrfachdiskriminierung erläutert Tuğba, als eine der Projektkoordinator_innen. Die Betroffenen sind oft Opfer verschiedener Formen von Diskriminierungen, wie Homophobie, Rassismus oder Transphobie.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Die Organisation ist international aufgestellt, veröffentlicht Infomaterialien unter anderem dreisprachig und arbeitet momentan mit einer Gruppe aus Spanien zusammen.</span></p>
<p><strong><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Fortbildung von Lehrer_innen bei KomBi</span></strong></p>
<p>Das Angebot von KomBi (Kommunikation und Bildung) richtet sich neben Schulklassen vor allem an Sozialarbeiter_innen, Erzieher_innen oder Lehrer_innen. In ein- bis zweitägigen Seminaren wird konkret zu Themen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt fortgebildet. Gefördert werden die Projekte im Rahmen der Abgeordnetenhaus-Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz Sexueller Vielfalt“. Dies geschieht im Rahmen der Bildungsinitiative QUEERFORMAT, einem Trägerverbund von KomBi und Abqueer (Aufklärung und Beratung zu queeren Lebensweisen).</p>
<p>Was kann ich als Pädagog_in gegen Diskriminierung unternehmen? Wie kann ich Jugendliche beim Coming Out unterstützen? Wie kann ich Themen sexueller Vielfalt angemessen in meiner Arbeit berücksichtigen? Auf diese Fragen wird in den Seminaren eingegangen.</p>
<p>Im letzten Jahr veranstaltete QUEERFORMAT viele Seminare für Pädagog_innen im Bezirk Mitte.</p>
<p>Bei ihrer Arbeit treffen die Mitarbeiter_innen nicht nur auf Gegenliebe, aber umso wichtiger ist die Sensibilisierung der Pädagog_innen für diese Themen.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;">Mein Besuch in der Kluckstrasse war ein interessanter Auflug in die Arbeit mit Kinder und Jugendlichen. Es wird bestimmt nicht der letzte gewesen sein, da es noch andere spannende Initiativen unter dem Dach kennenzulernen gibt.</span></p>
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		<title>Portrait Christoph</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 07:06:10 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gastblogger]]></category>

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		<description><![CDATA[Christoph hat 2010 Abi gemacht / Dann wollte er erst mal etwas von der Welt sehen / work &#38; travel in Neuseeland, das eigentlich mehr travel als work war, hat ihn geprägt / Dass er Sozialwissenschaften studieren wollte, war ihm &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/14/portrait-christoph/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christoph hat 2010 Abi gemacht / Dann wollte er erst mal etwas von der Welt sehen / work &amp; travel in Neuseeland, das eigentlich mehr travel als work war, hat ihn geprägt / Dass er Sozialwissenschaften studieren wollte, war ihm schon länger klar / Schließlich sei man damit umfassend qualifiziert / &#8220;Arbeiten kann ich damit fast überall&#8221;, schwärmt er selbst / Bestenfalls sogar, da ist er überzeugt, im Büro eines Bundestagsabgeordneten, um von dort aus die so notwendige, bessere Öffentlichkeitsarbeit zu leisten / Das politische Umfeld beschäftigt ihn sehr / Deswegen engagiert er sich seit geraumer Zeit im Naturschutzbund und bei der Grünen Jugend / Logisch, dass es dann auch ein Grüner Bundestagsabgeordneter sein muss / Blogs findet er auch spannend, nur gebe es da zu viele schlechter Qualität / Vielleicht startet er auch mal einen eigenen Blog, wenn das nötige know-how sitzt / Achja, Christoph malt auch gerne / Man muss ja auch mal offline gehen und richtig &#8220;Abschalten&#8221;, da ist er sich sicher / &#8220;Ich würde mich schon als gemütlichen Menschen bezeichnen&#8221;, befindet er abschließend selbst</p>
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		<title>ACHTUNG MOABITER LIGA !!!!! Die Mädchen kommen !!!</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 05:44:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Selbstbewusstsein]]></category>
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		<description><![CDATA[Von HU-Gastbloggerin Abide Die Moabiter Liga ist eine Kiez- Liga im Bezirk Tiergarten. Normalerweise nehmen nur Jungs-/Männermannschaften an Spielen dieser Liga teil. Jedoch organisierte der Betreuer dieser Liga eine Freundschaftsliga zwischen Jungs, die aus verschiedenen Mannschaften ausgesucht wurden und den &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/12/achtung-moabiter-liga-die-madchen-kommen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von HU-Gastbloggerin <a href="http://potseblog.de/2012/04/01/portrait-abide/" target="_blank">Abide</a></p>
<p>Die <a href="http://www.moabiterkinderhof.de/kiez-lig.htm">Moabiter Liga </a>ist eine Kiez- Liga im Bezirk <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Tiergarten">Tiergarten</a>. Normalerweise nehmen nur Jungs-/Männermannschaften an Spielen dieser Liga teil. Jedoch organisierte der Betreuer dieser Liga eine Freundschaftsliga zwischen Jungs, die aus verschiedenen Mannschaften ausgesucht wurden und den Mädchen vom <a href="http://www.tiergarten-sued.de/Maedchentreff-Pohl-11.3960.0.html">Mädchentreff</a> in der Pohlstraße, die seit kurzem eine Mannschaft gegründet hatten.</p>
<p>Die Mädchen wussten das wird kein leichtes Spiel, sie wussten wie es ist gegen Jungs zu spielen. Deshalb haben sie nicht auf große Unterstützung gehofft. <a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60524.jpg" rel="lightbox[6801]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6807" title="STP60524" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60524-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Denn die Jungs in der Schule hatten Vorurteile gegen Mädchen. Sie beleidigten oder beschimpften sie.</p>
<p>„ Mädchen können kein Fussball spielen !“</p>
<p>Sahra ist anderer Meinung. Sie spielt immer wieder mit den Jungs Fussball in den Pausen und gibt ihr bestes, um das zu beweisen, wovon ihre Freundin und Mannschaftskollegin Liena, schon längst überzeugt ist: &#8220;Jungs können Fussball spielen … Aber Mädchen doch auch!&#8221;</p>
<p>Es ist Freitagnachmittag. Ich bin mit <a href="http://www.institut-neue-impulse.de/kontakt/Yvonne.jpg" rel="lightbox[6801]">Yvonne Jäschke</a> und ihrer Mädchenmannschaft verabredet. Es ist der letzte Tag vor den Ferien, deswegen tauchen nur 3 Mädchen zum Training auf. Aber das enttäuscht mich nicht, denn ich sehe in den Augen dieser Mädchen sofort, dass sie das Training kaum erwarten können.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP605531.jpg" rel="lightbox[6801]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6808" title="STP60553" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP605531-300x225.jpg" alt="Torwart" width="300" height="225" /></a>                              Liena ( 8 Jahre ): die Auffällige</p>
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<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60526.jpg" rel="lightbox[6801]"><img class="alignright size-medium wp-image-6809" title="STP60526" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60526-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Sahra ( 10 Jahre ): die Anständige</p>
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<p>und</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60550.jpg" rel="lightbox[6801]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6811" title="STP60550" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60550-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Linda ( 8 Jahre ): die (anfangs) Schüchterne.</p>
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<p>Sie guckten mich mit neugierigen Augen an. Sobald sie erfahren haben, dass ich selbst Fussballspielerin bin und es bis zur Verbandsliga geschafft habe, wurde ihre Neugierde noch größer. Ich war ein Profi in ihren Augen. Anstatt dass ich ihnen Fragen stellen sollte, haben sie mich ausgefragt. Erst nach der Ermahnung ihrer Trainerin kam ich wieder zur Wort.</p>
<p>Ich stellte ihnen Fragen wie sie zum Fussball gekommen sind und wie es ist, eine Sportart auszuüben, die meistens von Männern beachtet und dominiert wird.</p>
<p>Sie waren so aufgeregt, dass Liena  ihre Freundinnen gar nicht ausreden ließ. Sie redeten durcheinander, wurden nochmal ermahnte und dann erst antworteten sie auf meine Frage.</p>
<p>Alle drei sind durch Familie und Freunde zum Fussball gekommen. Meistens durch Brüder oder Jungs aus der Schule. Diese Mädchen sind keine Mädchen, die sich durch Beschimpfungen von Jungs fertig machen lassen.  Sie sind viel zu selbstbewusst und lassen sich durch &#8220;Idioten&#8221; nicht unterkriegen.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60572.jpg" rel="lightbox[6801]"><img class="alignnone size-medium wp-image-6813" title="STP60572" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60572-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Deswegen sind sie zum Moabiter Freundschaftsspiel gegangen &#8211; wenn auch mit gemischten Gefühlen. Es war ein Highlight für sie gegen eine komplette Jungenmannschaft zu spielen. Sie wollten jedem zeigen, dass auch sie Fußball spielen können. Aber durch schlechte Erfahrungen aus der Schule dachten sie, dass sie auf Unterstützung gar nicht warten sollten.</p>
<p>Jedoch kam alles anders als erwartet. Alle Zuschauer, inklusive der Jungs, feuerten die Mädchen an: &#8220;Mädchen vor, noch ein Tor&#8221;, schrieen sie das ganze Spiel lang.</p>
<p>Die Jungs setzten zwar das Niveau runter, weil sie wussten, dass sie gegen Mädchen spielen, die nicht viel Erfahrung hatten, aber sie haben nicht mit so viel Ehrgeiz gerechnet. Die Mädchen spielten so hervorragend und schossen solche Tore, damit hätten selbst die Jungs nicht gerechnet. Bei einem Elfmeter schoß die Spielerin so gut, dass ein Zuschauer gesagt haben soll: &#8220;Den hätte er auch so nie gehalten!&#8221;</p>
<p>Danach waren die Mädchen so motiviert, dass sie an anderen Turnieren teilnahmen und verschiedene Triumphe sammelten. Unter anderem auch ein Spielball, worauf sie ganz stolz sind.</p>
<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60575.jpg" rel="lightbox[6801]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6816" title="STP60575" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/04/STP60575-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Diese drei Mädchen, die ich kennenlernt habe, sind selbstbewusst, ehrgeizig und motiviert, trotz der jetzigen demotivierenden Situation in der Mannschaft. Diese Mannschaft ist aus Mädchen gegründet, die zwischen 8 und 14 Jahre alt sind. Dementsprechend sind auch die Erwartungen. Während die Kleinen viel Taktik und Technik lernen möchten, denken die Großen, sie könnten es schon und möchten lieber nur Spielen beim Training. Deswegen fällt es den Trainerinnen schwer die Balance zwischen diesen „ Gruppen zu finden.</p>
<p>Trotzdem schaffen sie es, diese Mädchen zusammenzuhalten und von Erfolg zur Erfolg zu rennen, denn sie möchten mehr. Diese Mädchen möchten die Anerkennung der Jungs. Sie möchten zeigen: &#8220;Ey wir können genauso gut Fussball spielen wie ihr!&#8221;</p>
<p>Nur dies zu erreichen kann lange dauern. Hartes Training ist angesagt. Aber dies den pubertierenden Mädchen zu erklären ist schwer, weil die Mädchen denken, die Profis Christiano Ronaldo oder Messi können einfach so &#8220;mit dem Ball zaubern&#8221;, aber auch sie haben harte Arbeit geleistet, bis sie dorthin kamen, wo sie jetzt sind.</p>
<p>Doch die Mannschaft hat zwei sehr liebe und vor allem geduldige Trainerinnen. Also wird es nicht lange dauern, bis die komplette Mannschaft lernt, was Teamgeist heißt.</p>
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		<title>Das unentdeckte Land &#8211; Die Flottwellstrasse im Umbruch</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 06:51:51 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gastblogger]]></category>
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		<description><![CDATA[Von HU-Gastblogger Marko Eitel Als Kolumbus mit seinen Schiffen nach Westen aufbrach, hoffte er mit dem Seeweg nach Indien auch eine goldene Zukunft für sich zu finden. Viele Männer seiner Besatzung fürchteten aber auch, gefangen in ihrem alten Weltbild, den &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/11/das-unentdeckte-land-die-flottwellstrasse-im-umbruch/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von HU-Gastblogger <a href="http://potseblog.de/2012/03/21/portrait-marko-eitel/" target="_blank">Marko Eitel</a></p>
<p>Als Kolumbus mit seinen Schiffen nach Westen aufbrach, hoffte er mit dem Seeweg nach Indien auch eine goldene Zukunft für sich zu finden. Viele Männer seiner Besatzung fürchteten aber auch, gefangen in ihrem alten Weltbild, den Rand der Erdscheibe zu erreichen und dort in das bodenlose Nichts zu fallen.</p>
<p>In einer ähnlichen Situation befindet sich derzeit die südlich des Potsdamer Platzes und parallel zur Potsdamer Strasse gelegene Flottwellstrasse in Berlin. Investoren haben damit begonnen in dieser lange sträflich vernachlässigten Strasse neue Wohn-, Büro- und Geschäftsgebäude zu errichten, um die attraktive Lage zu nutzen. Viele Kiezeinwohner und Umweltaktivisten stehen diesen Bebauungsplänen jedoch mit einer Mischung aus Angst, Misstrauen und Ablehnung gegenüber.</p>
<h3>Am Anfang war der Lärm…</h3>
<p>Während andere Strassen Berlins auf eine durchaus wechselvolle und interessante Geschichte zurückblicken können, hat die Flottwellstrasse eigentlich nicht mal eine richtige Geschichte. Benannt nach einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_von_Flottwell">konservativen preußischen Politiker des 19. Jahrhundert</a>, war die Lage der Strasse seit Anbeginn ihr Fluch: obwohl so nahe am Herzen Berlins gelegen, lag sie immer im Schatten der Potsdamer Strasse. Denn während diese sich mit Beginn der Industrialisierung durch ihre Anbindung an den Potsdamer Platz und dessen Bahnhof zu einer weltbekannten Strasse entwickelte, war die Flottwellstrasse gerade mal den Bewohnern und vielen Fuhrunternehmern ein Begriff. War die Potsdamer Strasse in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit ihren vielen Cafes das Sinnbild der Annehmlichkeiten der Moderne, so war die Flottwellstrasse das ganze Gegenteil davon. Auf der östlichen Straßenseite lag der zum Potsdamer Bahnhof gehörende Güterbahnhof auf dem fast alle aus dem westlichen Landesteil kommenden Waren umgeschlagen wurden. Dementsprechend war dort immer Betrieb. Zusammen mit dem östlich angrenzenden Anhaltiner Güterbahnhof wurde durch die Rangierarbeiten ein Lärm erzeugt, der den Cafebesuchern an der Potsdamer Strasse sicher den Appetit verdorben hätte. Der Lärm kam jedoch nie soweit: er zerschlug sich an der wie eine Phalanx stehenden Front der Mietskasernen, welche die westliche Flottwellstrasse säumten. Wer hier wohnte, arbeitete auf den Güterbahnhöfen oder hatte einfach zu wenig Geld, um wegzuziehen.</p>
<h3>…dann kam die große Stille</h3>
<p>Als sich der Lärm des Zweiten Weltkriegs verzogen hatte, herrschte in der Flottwellstrasse Stille. Das Gelände der Güterbahnhöfe war Eigentum der Reichsbahn, welche bei der Teilung Deutschlands der sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen wurde. Dieses Eigentumsverhältnis blieb auch bestehen als mit dem Bau der Grenzmauer durch die DDR das westliche Berlin vom östlichen getrennt wurde. So entstand die kuriose Situation, dass die gelbe Backsteinmauer, welche das Areal der Güterbahnhöfe umschloss, wie eine zweite Grenzmauer wirkte. Das Gelände der Güterbahnhöfe gehörte zwar zum Territorium Westberlins, war aber Eigentum der DDR und konnte somit weder in die Raumplanung einbezogen, geschweige denn überhaupt betreten werden. So kam es, dass die Flottwellstrasse vom Rande des Zentrums fast ans Ende der Welt rutschte: eingeklemmt zwischen dem Tiergarten im Norden, der Grenzanlage im Nordosten und der gelben Backsteinmauer im Osten war diese Gegend vom neuen Zentrum am Kurfürstendamm aus gesehen so weit weg wie Sibirien und etwa genauso attraktiv.</p>
<p>Als die DDR in den 70er Jahren im Zuge eines Gebietsaustausches auf ihre Eigentumsrechte verzichtete und das Gelände der Güterbahnhöfe, oder wie man es auch nennt, das Gleisdreieck, wieder vollwertiges Territorium West-Berlins wurde, hatte sich die Fläche vollkommen verändert. Ungestört vom Menschen hatte die Natur das Gelände zurückerobert. Umgeben von Häusern war ein Wildpark entstanden, der durch die mit den Güterzügen eingeschleppten Samen und Keime eine biologische Vielfältigkeit besaß, wie sie in diesen Breiten sonst nicht anzutreffen war.</p>
<p>Der Stadtverwaltung war das erst einmal egal, sie wollte das neugewonnene Territorium so schnell wie möglich sinnvoll verwerten, wobei „sinnvoll“ aus der Perspektive vom Kurfürstendamm „Autobahn“ bedeutete. Die Pläne für die sogenannte <a href="http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/ergebnisse/2006/gleisdreieck/zebralog/discoursemachine.php_view=detail&amp;id_item=56.html">West-Tangente</a> hatte man seit Jahren in der Schublade und nun schien die Möglichkeit gekommen, sie endlich umzusetzen. Dass es dazu nicht kam, war neben veränderten politischen Rahmenbedingungen  am Ende auch den Protesten der Umweltbewegung und der Anwohner, welche sich mit dem „Park“ vor der Haustür angefreundet hatten, zu verdanken.</p>
<h3>Ein Neubeginn</h3>
<p>Mit dem Fall der Mauer kam zunächst einmal der Lärm zurück. Die Stadtplaner entschieden, dass der Potsdamer Platz an seine frühere Bedeutung anknüpfen und wieder zum Zentrum der Stadt werden sollte. Da das Gelände während der Teilung Grenzgebiet inklusive Mauer und Todesstreifen war, musste der Platz mitsamt Gebäuden neu errichtet werden. Das Baulager dafür wurde auf dem ehemaligen Potsdamer Güterbahnhof errichtet. Die Flächenplanung für Berlin sah jedoch vor, als Ausgleich zum komplett zugebauten Potsdamer Platz das gesamte Gelände des Gleisdreiecks zur Grünanlage zu machen. Das war jedoch einfacher geplant als getan: das Gelände der Güterbahnhöfe war mit der Wiedervereinigung in das Eigentum der Bundesbahn übergegangen. Zwar hatte die Bahn nicht vor die Bahnhöfe wieder in Betrieb zu nehmen, aber man war sich des Schatzes, den man da hatte, wohl bewusst: unbebautes und ungenutztes Land in direkter Nachbarschaft des künftigen Stadtzentrums. So wurde in einem Notenwechsel zwar dem Verkauf des Geländes an die Stadt zum Zwecke der Errichtung einer Grünanlage zugestimmt, man verlangte aber auch eine Wertausgleichszahlung, sollten Teile der kommenden Grünanlage plötzlich zu Bauland umdeklariert werden.</p>
<p>Doch die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Obwohl die Gelder für die Errichtung des Parks bereitlagen, dauerte es noch einige Zeit bis <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/park-am-gleisdreieck-multifunktionsraum-mit-viel-gruen/4556918.html">im Jahr 2006 die Umgestaltung des Anhaltiner Güterbahnhofs</a> in den Ostpark beginnen konnte.</p>
<p>Die Planungen für den an die Flottwellstrasse angrenzenden Potsdamer Güterbahnhof verzögerten sich sogar noch mehr. Der ursprüngliche Eigentümer des Geländes, die Immobiliengesellschaft der Bahn ist zwischenzeitlich von einer österreichischen Immobiliengesellschaft aufgekauft worden. Diese wollte einem Verkauf an die Stadt nur noch zustimmen, wenn sie einen Teil als Bauland behalten durfte.</p>
<h3>Im Herzen einer Großstadt</h3>
<p>An diesem Baugelände entzündete sich nun <a href="http://gleisdreieck-blog.de/2012/02/10/bebauungsplanentwurf-flottwellstrasse-geschichtsfaelschung-verharmlosung-gefaelligkeitsgutachten-verschweigen/">ein Streit der bis heute andauert</a>. Während sich Stadt und <a href="http://baugemeinschaft-polis.de/Projekt.htm">Investoren als Wohltäter sehen und präsentieren</a>, die für eine Hebung der Lebensqualität im Kiez sorgen, fürchten die Alteingesessenen, dass mehr Lebensqualität in erster Linie höhere Mieten bedeuten. Groß ist auch die Sorge, bei den Verhandlungen zwischen Kommune und Investoren übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.</p>
<p>Das bisherige Verhalten der Politik hat auch gezeigt, dass diese Sorge nicht ohne Grund ist: Viele Grundstücke, die bisher öffentlich genutzt werden konnten, als Sport- oder Spielplätze zum Beispiel, wurden von der Kommunalverwaltung an Investoren verkauft, ohne die Anwohner anzuhören oder zu informieren. Schon malen einige das Schreckgespenst der Gentrifizierung an die Wand: der Politik wäre der Kiez und seine jetzigen Einwohner egal, ihr gehe es nur darum reiche Mieter anzulocken, um die eigenen Kassen zu schonen. Dagegen hat sich unter den Anwohnern Widerstand formiert.</p>
<p>Dass die Sache jedoch nicht ganz so holzschnittartig gesehen werden kann, zeigt sich spätestens, wenn man mit den Investoren spricht. Viele kommen nämlich überhaupt nur, weil sie den Kiez in seiner Unterschiedlichkeit interessant finden. Sie wollen gerade nicht in ein durchgestyltes Yuppi-Viertel investieren, sondern einen Beitrag zur Erhaltung der Vielfalt leisten.</p>
<p>Das sich der Kiez dabei verändert, ist natürlich unausweichlich. Aber es muss nicht immer zum Schlechten sein. Auch viele langjährige Einwohner stören sich an so manchen Gegebenheiten: das Schmuddelimage, die Verbindung zum nahegelegenen Straßenstrich in der Kurfürstenstrasse oder die Trostlosigkeit einiger Ecken.</p>
<p>Die Erschließung der alten Bahnhofsanlagen bietet dem Kiez nun die Chance all dies hinter sich zu lassen und seinen Platz im Herzen einer Großstadt anzunehmen und zu akzeptieren. Der Wandel ist nicht aufzuhalten. Es ist Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass er nicht in Form einer sozialen Abrissbirne daherkommt, sondern allen einen Platz zum leben lässt. Wie Kolumbus ist die Flottwellstrasse unterwegs in unbekannten Gewässern, um das unentdeckte Land zu finden – die Zukunft. Hoffentlich eine goldene…</p>
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		<title>Joseph-Roth-Diele in der Potsdamer Str. 75</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 06:33:01 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die einladende Gast-und Lesestube an der Potse hält alles was sie verspricht- und mehr. Von HU-Gastblogger Jan Radoch Täglich von 10- 24 Uhr gibt es wechselnde Tagesgerichte für einen schmalen Taler (ca. 4-7€ für hochwertige Hausmannskost) und die Dauerbrenner wie &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/05/joseph-roth-diele-in-der-potsdamer-str-75/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/Berlin_Snack_JosephRothDiele_1.jpg" rel="lightbox[6433]"><img class="alignleft size-full wp-image-6435" title="osephRothDiele" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/Berlin_Snack_JosephRothDiele_1.jpg" alt="" width="510" height="250" /></a> Die einladende Gast-und Lesestube an der Potse hält alles was sie verspricht- und mehr.</p>
<p>Von HU-Gastblogger <a href="http://potseblog.de/2012/03/28/portrait-jan-radoch/" target="_blank">Jan Radoch</a></p>
<p>Täglich von 10- 24 Uhr gibt es wechselnde Tagesgerichte für einen schmalen Taler (ca. 4-7€ für hochwertige Hausmannskost) und die Dauerbrenner wie z.B. Wienerschnitzel oder Käsespätzle sind immer erhältlich. Alle Speisen sind liebevoll angerichtet und schmecken hervorragend.</p>
<p>Typisch Berlin &#8211; denkt man, nachdem man die Joseph-Roth-Diele zur Hauptbetriebszeit verlässt. Hier treffen besonders zur Mittagszeit zwei Welten aufeinander. Das alte, charmante Berlin der 20er Jahre und das rasante Mittagsgeschäfte der medialen Neuzeit. Das alte Tagesspiegel-Gebäude ist nur einen Steinwurf entfernt und somit ist die Diele auch heute noch von vielen Media- Unternehmen umzingelt. Die hippen Mitarbeiter kehren hier, gerne für eine Mahlzeit und eine naturtrübe Apfelschorle oder ein Glas Wein, ein.</p>
<p>Zu den Hauptzeiten herrscht konstante Bewegung in der Diele &#8211; ein ständiges kommen und gehen &#8211; gegessen wird hier eher zur schnellen und guten Nahrungsaufnahme und nicht nur zum reinen Genuss. Auf einen Platz zu warten, gehört hier genauso dazu wie das bezahlen an der Theke. Eine Speisekarte erhält man meistens nur auf Nachfrage, denn die Speisen des Tages stehen auf einem großen Schild vor der Tür- man ist hier eben praktisch veranlagt. Durch die übersichtliche Speisekarte mit 4-5 täglich wechselnden Tagesgerichten fällt die Auswahl leicht und man muss selten länger als 5 Minuten auf sein essen warten. <a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/424664GtL4yHyJ4z7HXkdi7HYtTEdMkV5A9qj9_Gm6jNYDSeA.jpg" rel="lightbox[6433]"><img class="alignleft size-full wp-image-6434" title="424664,GtL4yHyJ4z7HXkdi7HYtTEdMkV5A9qj9_Gm6jNYDSeA=" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/424664GtL4yHyJ4z7HXkdi7HYtTEdMkV5A9qj9_Gm6jNYDSeA.jpg" alt="" width="415" height="280" /></a></p>
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<p>Das besondere an der Roth-Diele ist aber nicht nur die hohe Qualität des Essens, sonder das Ambiente. Die Wände, Theken und Einrichtung sind mit einem dunklen Holz versehen. Die vielen Bilder an den Wänden gemeinsam mit Zitaten und den gesammelten Werke von Joseph-Roth, die man hier auch käuflich erwerben kann, sorgen für das einzigartige an diesem Gasthaus. Ein echter Geheim-Tipp.</p>
<p>Der Namensgeber Joseph Roth war im übrigen Schriftsteller und Journalist und lebte von 1894- 1939. Er soll mal in dem Haus nebenan gewohnt haben- wird gemunkelt. Er schrieb für verschiedene Berliner Zeitungen wie z.B. für den Berliner Kurier. Wenn Sie mehr über Joseph Roth erfahren wollen -&gt; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Roth" target="_blank">hier geht´s zum Wikipediaeintrag </a></p>
<p>Die Internetpräsenz der Joseph-Roth-Diele finden sie <a href="http://www.joseph-roth-diele.de/" target="_blank">hier.</a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Empfehlungen:</span></p>
<p>Die Diele ist auch in vielen Onlinemagazinen hoch gelobt. Erfahren Sie mehr darüber was anderen schreiben:</p>
<p>Tip Berlin: <a href=" http://www.tip-berlin.de/essen-und-trinken/restaurants-und-bars/joseph-roth-diele" target="_blank">hier klicken</a></p>
<p>Prinz Berlin: <a href="http://berlin.prinz.de/restaurants/restaurantfinder/joseph-roth-diele-imbiss-restaurants-gastro,83144,1,LocationFinder.html " target="_blank">hier klicken</a></p>
<p>Tripadvisor: <a href="http://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g187323-d1037034-Reviews-Joseph_Roth_Diele-Berlin.html" target="_blank">hier klicken</a></p>
<p><iframe src="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=potsdamer+stra%C3%9Fe+75,+berlin&amp;aq=&amp;sll=51.151786,10.415039&amp;sspn=22.364526,55.239258&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Potsdamer+Stra%C3%9Fe+75,+Tiergarten+10785+Berlin&amp;t=m&amp;z=14&amp;ll=52.50254,13.36579&amp;output=embed" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" width="425" height="350"></iframe><br />
<small><a style="color: #0000ff; text-align: left;" href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;source=embed&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=potsdamer+stra%C3%9Fe+75,+berlin&amp;aq=&amp;sll=51.151786,10.415039&amp;sspn=22.364526,55.239258&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Potsdamer+Stra%C3%9Fe+75,+Tiergarten+10785+Berlin&amp;t=m&amp;z=14&amp;ll=52.50254,13.36579">Größere Kartenansicht</a></small></p>
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		<title>Analoge Fotografie gestern, heute und morgen</title>
		<link>http://potseblog.de/2012/04/04/analoge-fotografie-gestern-heute-und-morgen/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 06:35:14 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gastblogger]]></category>
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		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
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		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
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		<description><![CDATA[von HU-Gastbloggerin Jennifer Borth Wie sich die klassische Fotografie behaupted, zum Beispiel im Fotolabor Gröger und Gerstenberg in der Genthiner Straße Fotografie hat sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt und wurde zunehmend automatisiert und digitalisiert. Parallel existieren jedoch &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/04/analoge-fotografie-gestern-heute-und-morgen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von HU-Gastbloggerin <a title="Portrait Jennifer Borth" href="http://potseblog.de/2012/03/20/portrait-jennifer-borth/" target="_blank">Jennifer Borth</a></p>
<p><em>Wie sich die klassische Fotografie behaupted, zum Beispiel im Fotolabor Gröger und Gerstenberg in der Genthiner Straße</em></p>
<p>Fotografie hat sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt und wurde zunehmend automatisiert und digitalisiert. Parallel existieren jedoch analoge Techniken weiter. Sie bleiben relevant, nicht nur trotz, sondern vorallem aufgrund der Digitalisierung.</p>
<p>Das digitale Bild ist omnipräsent. Jeder knipst und lädt Bilder hoch. Soll es etwas &#8220;retro&#8221; wirken, wird einfach die entsprechende Application benutzt und das Bild erscheint im <a href="http://www.facebook.com/Polaroid" target="_blank">Polaroid</a>-, <a href="http://www.lomography.com/" target="_blank">Lomo</a>-, oder <a href="http://www.holgainspire.com/" target="_blank">Holga</a>-Style. Der allgemeine Fokus liegt auf dem digitalen Umgang mit Bildmaterial. In vielen Bereichen ist es jedoch nicht mit einer App getan und das digitale Bild kann schlichtweg nicht das klassisch analoge ersetzen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 216px"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/pcd-41.jpg" rel="lightbox[6370]"><img title="pcd 4" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/pcd-41-244x300.jpg" alt="" width="206" height="253" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;pcd 4&quot; von Daniel Gonzales Fuster</p></div>
<p>Das Analoge birgt Optionen, die dem Digitalen entgleiten. Die qualitativen Vorteile liegen im Bereich Schwarz Weiß Film und künstlerische Fotografie- das macht Labore für klassische Fotografie unverzichtbar. Ein Labor dieser Art findet sich um die Ecke der Potsdamer Straße in der Genthiner Straße 3. Seit 1983 arbeiten hier Horst Gröger und Hans-Joachim Gerstenberg in ihrem <em>Labor für klassische Photographie:</em></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-6713" title="Gröger und Gerstenberg" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/Gröger-und-Gerstenberg2-300x194.jpg" alt="" width="270" height="175" /></p>
<p>&#8220;Wir sind sozusagen die Analog-Opas&#8221;, bezeichnet Hans-Joachim Gerstenberg sich und seinen Kollegen mit einem Schmunzeln aber selbstbewusst. Tatsächlich teilen die beiden langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Fotomaterial. Als Gerstenberg Anfang der 1970er Jahre privat in die Genthiner Straße 3 zog, wählte er auch die direkte Nachbarschaft zu einer renommierten Adresse für Fotografie. Damals befand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite, Genthiner Straße 8, das Fotofachlabor <em>Niggemeyer.</em></p>
<p>Zunächst arbeitete der Fotograf Gerstenberg in der eigenen Wohnung, bis er 1983 mit Horst Gröger das <em><a href="http://www.diaentwicklung.de/" target="_blank">Farbumkehr und Schwarz Weiss Labor</a> </em>im Souterrain desselben Hauses etablierte. Später schloss Niggemeyer und hinterließ orientierungslose Kunden. &#8220;Mir taten die Leute auf der Straße mir ihren Diakästen leid&#8221;, erinnert sich Gerstenberg. Sie erweiterten daraufhin auf Diaentwicklung und fingen diese Kunden auf.</p>
<div id="attachment_6751" class="wp-caption aligncenter" style="width: 216px"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/caroline-special-19642.jpg" rel="lightbox[6370]"><img class=" wp-image-6751    " title="caroline special (1964)" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/caroline-special-19642-282x300.jpg" alt="" width="206" height="219" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;caroline special (1964)&quot; von Hunter-Desportes</p></div>
<p>Die Kundschaft des Labors heute beschreibt Horst Gröger als bunt gemischt: Viele Interessierte stammen aus dem Kunstbereich, darunter seien professionelle bis semiprofessionelle. Regelmäßige Besucher seien auch Liebhaberfotografen, wie sogenannte <em>trainspotter</em>: ihre Motive sind ausschließlich Lokomotiven und viele reisen für ihre Bilder durch ganz Europa. Aus den Erzählungen wird deutlich, es gibt Stammkundschaft und Kunden, die das Labor gezielt aufsuchen. Denn vergleichbare Fotofachlabore sind inzwischen eine Rarität- und zwar bundesweit.</p>
<p>Der Schwerpunkt der Anfragen liegt auf Schwarz Weiß Arbeiten, welche von Horst Gröger neben Negativentwicklungen und Vergrößerungen bearbeitet werden. Hans-Joachim Gerstenberg ist derweil Ansprechpartner für alle Fragen zur Diaentwicklung und Belichtung von digitalen Daten auf Diamaterial. Dieser umgekehrte Weg von digital nach analog wird zum Beispiel für Dauerprojektionen in Kunstausstellungen genutzt. So sind auch die <em>Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz</em> auf klassische Fototechniken angewiesen. Oder die <em><a href="http://194.25.171.19/bassenge/de/default.asp" target="_blank">Galerie Bassenge</a></em>, eines der ältesten Auktionshäuser Berlins mit der Abteilung Fotografie, die sich mit dem Medium von den Anfängen des 19. Jahrhunderts bis zur zeitgenössischen Fotokunst befasst.</p>
<div id="attachment_6754" class="wp-caption aligncenter" style="width: 208px"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/canal2.jpg" rel="lightbox[6370]"><img class=" wp-image-6754  " title="canal" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/canal2-244x300.jpg" alt="" width="198" height="243" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;canal&quot; von Daniel Gonzales Fuster</p></div>
<p>Gerstenberg spricht außerdem einen wichtigen Aspekt an, der abgesehen von Nostalgie oder künstlerischem Anspruch für die analoge Form spricht. Es geht um den Datenträger an sich. Er beschreibt, wie nach wie vor riesige Filmarchive existieren, in denen analoges Material teilweise seit einhundert Jahren lagert. So wird einem bewusst, dass heute noch niemand wissen kann, wie lange und in welcher Qualität digitale Daten halten werden. Sichere Aufbewahrung und langfristige Archivierung liegen also nahe in analoger Form. Hinzu kommt, dass entsprechende Anschlüsse für Datenträger sich weiterhin immer wieder ablösen werden, man muss nur erste Disketten und USB-Sticks vergleichen.</p>
<p><a style="font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; color: #df0000; line-height: 1.7;" href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/pola_t-shirt.jpg" rel="lightbox[6370]"><img class="aligncenter" style="font-family: Georgia, 'Bitstream Charter', serif; color: #444444; line-height: 1.7; border-style: initial; border-color: initial; margin-top: 0px; margin-right: auto; margin-bottom: 2px; margin-left: auto; display: block; clear: both; border-width: 0px;" title="pola_t-shirt" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/pola_t-shirt-244x300.jpg" alt="" width="198" height="243" /></a></p>
<p>Auf der Website von Gröger und Gerstenberg findet sich übrigens auch ein Verweis auf &#8220;die Wiedergeburt des Polaroid&#8221;. Man landet über einen Link auf der Seite von <em><a href="http://www.the-impossible-project.com/" target="_blank">the impossible project</a></em>, einem Projekt das von <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/463831" target="_blank">Florian Kaps</a> ins Leben gerufen wurde. Als Polaroid 2008 die Produktion der Sofortbilder einstellte, machte er es sich zum Ziel wieder Polaroidfilme herzustellen. Diese Initiative fand viele Unterstützer, für die beim Fotografieren der künstlerische Aspekt wichtiger ist als digitale Auflösungsperfektion. Inzwischen ist sogar von einer &#8220;Analog-Wiedergeburt&#8221; die Rede und das Comeback des Polaroid ist Teil eines <a href="http://www.stylishkidsinriot.com/2011/06/vie-impossible-pop-up-store/" target="_blank">Lifestyle</a> geworden.</p>
<p>Im Verhältnis zur dominierenden Digitalisierung scheint zwar die Nachfrage nach analogen Materialien und Techniken zu schwinden, klassische Fototechnik, vor allem aber auch die Belichtung von gängigen Datenformaten auf klassisches Diamaterial werden dennoch bedeutend und gefragt bleiben. Impossible? Possible.</p>
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		<title>Zwischen Profession und Passion</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 12:29:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>potseblog</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastblogger]]></category>
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		<description><![CDATA[von HU-Gastbloggerin Nele  Es ist in den vergangenen sieben Jahren zum alltäglichen Ritual geworden: In aller Frühe, wenn der Tag bestenfalls angebrochen ist, leert André Bojahr den Briefkasten der „Pallasseum Wohnbauten KG“. Sein Arbeitstag beginnt mit der Durchsicht der Mängelmeldungen &#8230; <a href="http://potseblog.de/2012/04/03/zwischen-profession-und-passion/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="LEFT"><span class="Apple-style-span" style="color: #000000;">von HU-Gastbloggerin <a href="http://potseblog.de/2012/03/31/portrait-nele/" target="_blank">Nele</a> </span></p>
<p align="LEFT"><span class="Apple-style-span" style="color: #000000;">Es ist in den vergangenen sieben Jahren zum alltäglichen Ritual geworden: In aller Frühe, wenn der Tag bestenfalls angebrochen ist, leert André Bojahr den Briefkasten der „Pallasseum Wohnbauten KG“. Sein Arbeitstag beginnt mit der Durchsicht der Mängelmeldungen der Mieter. Rund 2000 Einwohner hat Berlins </span><span class="Apple-style-span" style="color: #000000;">wohl prominentestes Mietshaus „Pallasseum“, in dem André Bojahr als Chefhausmeister 514 Wohnungen umsorgt. Die Mängelbriefe verraten ihm, wo in dem Wohnkomplex Fenster nicht schließen, Abschlüsse verstopft sind oder Renovierungsarbeiten ausstehen. Bojahr hat die Beschwerdemeldungen der Bewohner nicht ganz frei von Ironie „Liebesbriefe“ getauft.</span></p>
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<dl id="attachment_6442" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/Portrait_Bohjar.jpg" rel="lightbox[6436]"><img class="size-medium wp-image-6442" title="Portrait_Bohjar" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/Portrait_Bohjar-e1332706139853-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a></dt>
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<p align="LEFT"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Versammelt um die heiße dampfende Kaffeekanne werden dann die darin enthaltenen Arbeitsaufträge an die Mitarbeiter verteilt. Zwei Maler, ein Schlosser, ein Sanitärmonteur, ein Tischler und sechs Hauswarte kümmern sich um alle erdenklichen kleinen und großen Schäden des 35 Jahre alten Gebäudes. Während gewöhnliche Hausmeister, den Wasserrohrbruch an Sanitärfirmen delegieren, legen der technische Leiter und sein Team &#8211; wo immer es möglich ist &#8211; selbst Hand an. Bei einem derartigen Objekt erfordert das auch Koordinationsarbeit. Doch aller Rastlosigkeit zum trotz: André Bojahr liebt seinen Job und freut sich über jeden Arbeitsauftrag. </span></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em>Chronologie eines unermüdlichen Einsatzes</em></span></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Das war nicht immer so. „Früher“ erinnert er sich zurück „hatte ich oft ein ungutes Gefühl, wenn ich an den Wohnungstüren klingelte. Man wusste nie was Einen erwartet.“ Früher – das waren die Zeiten als der Gebäudekomplex an der Pallasstraße noch unter dem Namen <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/pallasstrasse-das-wunder-vom-sozialpalast/1439746.html">„Sozialpalast“</a> bekannt war. Vandalismus, Drogendelikte und Gewalt verhalfen dem ehemaligen Pilotprojekt des sozialen Wohnungsbaus zu tragischer Berühmtheit weit über Berlin hinaus. Statt mit nachhaltiger Investitionsmaßnahmen, wollte der damalige Senat die Probleme um das „Pallasseum“ 1998 mit der Abrissglocke bekämpfen. Das beschwörte ungeahnte Widerstandskräfte bei den Bewohnern hervor. Zusammen mit dem <a href="http://schoeneberger-norden.de/PallasKiez.67.0.html">„Quatiersmanagment Schöneberger Norden“</a> und dem neuen Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft kämpfte der <a href="http://schoeneberger-norden.de/Mieterbeiraete.191.0.html">Mieterbeirat</a> des Hauses unerschütterlich für den Erhalt des Gebäudes.</span></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Initiativen und Projekte wie Straßenfeste, Beratungsangebote, ein Bewohnercafé und Kunstaktionen haben den ehemaligen sozialen Brennpunkt zum friedlichen Miteinander werden lassen. Zugleich ist das Wunder vom ehemaligen „Sozialpalast“ auch der Verdienst großer Investitionen und handwerklicher Unrast: Knapp 6,5 Millionen hat sich die „Pallasseum Wohnbau KG“ die Sanierung der Wohnanlage in den letzten zehn Jahren kosten lassen. Neben neuen Fahrstühlen, sanierten Eingangsbereichen und renovierten Fahrstühlen, gibt es nun auch ein Videoüberwachungssystem.</span></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Und dennoch: André Bojahr und sein Team kommen nicht zur Ruhe. Als nächstes sollen die Küchenzeilen Strang saniert werden. Daneben müssen immer wieder alltäglich anfallende Schäden beseitigt werden und das möglichst schnell: „Einige Bewohner haben sich an unserer Serviceangebot so sehr gewöhnt, dass eine knarrende Tür innerhalb von 24 Stunden behoben werden muss“ schmunzelt Bojahr. </span></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em>Mehr als eine Aufwandsentschädigung</em></span></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Doch so viel Einsatz bleibt nicht unentlohnt. Dort wo vor einem Jahrzehnt noch Leerstand allgegenwärtig war, gibt es heute Wartelisten: „Im Schnitt wartet man heute auf eine Einzimmerwohnung im Pallasseum knapp zwei Jahre“, erklärt Sigrid Witthöft, die Prokuristen der „Pallasseum Wohnbauten KG“. Wer indes akuten Wohnungsbedarf hat, wird bevorzugt behandelt, ob mit Einkommen oder ohne. Auch wenn sich das Mietshaus ohne staatliche Unterstützung heute ausschließlich selbst finanziert, darf hier jeder wohnen. Die Metamorphose des „Sozialpalastes“ zog keine Mieterhöhungen nach sich, noch immer leben nach Schätzungen des ansässigen Quartiersmangaments 40% der Einwohner von staatlichen Transferleistungen.</span></span></span></p>
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<dl id="attachment_6444" class="wp-caption alignright" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/Häuserfront.jpg" rel="lightbox[6436]"><img class="size-medium wp-image-6444" title="Häuserfront" src="http://potseblog.de/wp-content/uploads/2012/03/Häuserfront-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
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<p align="LEFT"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Vielleicht wissen gerade deshalb die meisten Mieter den Service des „Hotel Palace“ – wie Bojahs ganz privater Spitzname für seinen Arbeitsplatz ist – sehr zu schätzen. Der technische Leiter des „Pallasseums“ ist zumeist ein willkommener Gast, ob zum Frühstück oder zum Nachmittagskaffee. Wenn sein Terminplan es erlaubt, stellt er seinen roten Handwerkskasten ab und verweilt bei den Bewohnern, denn das, was ihm an seinen Arbeitsplatz am meisten gefällt, ist das „familiäre Miteinander“. Gelegentlich wird Bohjar für seinen Einsatz sogar mit Präsenten gedankt, doch der allergrößte Lohn bleiben seine „Liebesbriefe“. Davon wird er auch morgen wieder einen ganzen Stapel bekommen, wenn er in aller Frühe den Briefkasten öffnet. </span></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
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