Galerie cubus-m – Kunst an der Potsdamer Straße

Geschrieben von Gastblogger Jan im Rahmen des Sommerkurses 2012 „Online-Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ am CareerCenter der Humboldt-Universität

Das Bild der Potsdamer Straße befindet sich im Wandel. Einen festen Bestandteil  bilden dabei die vielen Galerien, die sich in den letzten Jahren rund um das Gebiert niedergelassen haben. Im Jahr 2010 wurde in der Pohlstraße 75 schließlich die Galerie cubus-m eröffnet. Auf zwei Ebenen und rund 80 m² finden hier pro Jahr bis zu acht Ausstellungen statt.

Holger Marquardt ist der Inhaber von cubus-m und leitet sie zusammen mit einem Teilhaber. Das Team wird darüber hinaus noch durch eine freie Mitarbeiterin ergänzt.
Marquardt, der unter anderem in Dresden und St. Petersburg Architektur studiert hat, kam schon in seiner Kindheit mit Kunst in Kontakt und entwickelte somit eine Leidenschaft zu ihr.

Blick auf den großen Raum mit Bildern von Henri Deparade

Seine Galerie hat sich nicht auf eine spezielle Kunstform ausgerichtet. Ob Malerei, Installation, Plastik oder Fotografie: im Vordergrund stehen vor allem Kunstwerke, die die Wahrnehmung des Betrachters anregen. Ein besonderes Raumkonzept, das Schweben zwischen realen und irrealen Räumen ist das gemeinsame Merkmal der ausgestellten Arbeiten.

Aktuelles Programm bei cubus-m: Henri Deparade und Tor Seidel

Vom 01. September bis zum 13. Oktober 2012 stellt mit Henri Deparade unter dem Titel „Verstummen des Marsyas“ ein Künstler in cubus-m aus, der in seiner Karriere bereits über 60 Einzelausstellung zu verzeichnen hat und dessen ausgestellte Werke sich unter anderem durch die Mehrdimensionalität des Raums auszeichnen.

Der lichtdurchflutete obere Raum

Anschließend werden hier im Rahmen des 5. Europäischen Monats der Fotografie Berlin 2012 vom 24. Oktober bis zum 01. Dezember Fotografien von Tor Seidel zu sehen sein. Die Ausstellung trägt den Titel „Aktive Räume“.

Tors Arbeiten besitzen eine ganz besondere Ästhetik, die sowohl faszinieren als auch berühren kann“, sagt Holger Marquardt über dessen Bilder. „In dieser Ausstellung werden Fotos zu sehen sein, die in Kernkraftwerken aufgenommen wurden. Beim ersten Anblick zieht einen die Ästhetik des Abgebildeten in ihren Bann, bevor man dann plötzlich erkennt, dass es sich um Kernkraftwerke handelt. Ein bizarres Gefühl, das für die Qualität des Künstlers spricht.“

Täglich treffen bei cubus-m bis zu zwei neue Bewerbungen für eine Ausstellung ein. Durch intensive Beschäftigung mit den Künstlern wird darauf geachtet, den Besuchern eine gesunde Mischung aus etablierten und aufstrebenden Künstlern zu bieten, die dabei in keiner Abhängigkeit zum Programm des Mainstreams steht.

Die Stadt im Wandel – „Transformation City“

Das Viertel um die Potsdamer Straße in Berlin, dem Standort der Galerie cubus-m, befindet sich in einem Prozess der Veränderung. Die Transformationen werden in der neuen Dynamik, in den neuen Gesichtern, auf den Straßen und den neuen Gesichtern der Straße deutlich„, schreibt Holger Marquardt im Katalog zur Ausstellung „TransformationCity“, die im Sommer 2012 in der Galerie zu sehen war.

„TranformationCity“ setzt sich mit dem Wandel urbaner Lebensräume auseinander. Die Galerie lud dazu elf Künstler ein, deren Arbeiten um das Thema der sich verändernden Stadt kreisten.

Im Gebiet um die Potsdamer Straße ist eine sich anbahnende Gentrifizerung vor allem durch die vielen Galerien zu beobachten, die in den letzten Jahren hinzugekommen sind. Die Mieten sind nicht so hoch wie in Mitte oder Prenzlauer Berg. Allerdings besteht die Gefahr, dass es irgendwann so sein wird, wenn dieser Standort in den kommenden Jahren noch beliebter wird“, erklärt der Inhaber der Galerie cubus-m.

Die Galerie cubus-m von außen

Aktuell befinden sich die Mieten jedoch im annehmbaren Bereich und von einer Überschwemmung des Gebiets durch Galerien zu sprechen, wäre nicht zutreffend. Holger Marquardt schätzt vor allem die Heterogenität des Kiezes. Die Geschichte der Straße und ihre Verbindung zur Kunst seien weitere Gründe für die wachsende Beliebtheit des Quartiers bei den Galeristen.

Momentan bilde sich durch das Angebot an Galerien um das Gebiet der Potsdamer Straße eine Art Cluster, die den Galerien zu einem Mehrwert verhelfe. Die Nähe zu anderen, mehr oder weniger ähnlichen Einrichtungen macht das Viertel für Kunstinteressierte wesentlich attraktiver und lockt neue Besucher an.

Hier ist Berlin für mich immer noch so, wie ich es mir vorstelle„, sagt Holger Marquardt, lächelt, und grüßt einen vorbeigehenden Anwohner.

 

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