go public! Wo Karrieren entstehen

Von Gastblogger Volker Thomas

In diesen Räumen werden Karrieren gemacht. Donata Meyer und ihre Firmenpartnerin May-Brit Stabel von GoPublic! PR & Medienberatung/Berlin, sowie einige feste Mitarbeiter verhandeln Tourneen, vereinbaren Auftritte, stellen Künstler-Programme zusammen, gehen mit TV-Gewaltigen in Klausur und versorgen die Presse mit brandneuen Nachrichten über ihre Künstlerinnen und Künstler. Kurt Krömer wurde ua. zwischenzeitlich dort promotet, Eckart von Hirschhausen, der langmähnige Bülent Ceylan und seit ein paar Jahren ua. Murat Topal, ein Neuköllner Polizist, der sein Talent als Comedian entdeckt hat, sowie der Dresdner Kultcomedian Olaf Schubert.

Donata MeyerDonata Meyer kennt die Branche seit 20 Jahren. Sie hat sich schon immer für Eventmanagement interessiert, bereits während ihres Kulturwissenschafts-+BWL-Studiums, das sie später durch einen Diplomstudiengang Medienberaterin ergänzte. „Ich habe beim Catering Brötchen geschmiert, beim rbb Kabel geschleppt, bei Messen gejobbt, in der Philharmonie ausgeholfen, etc.“, sagt sie, „immer im Kontakt mit der Show und dem ganzen Drumherum.“

 

1995 beteiligte sie sich an einer Künstleragentur, veranstaltete eigenständig Comedy-Wettbewerbe und vernetzte sich immer dichter in der Branche. Als ein Teil der Agentur 2001 in den Frankfurter Raum abwanderte, machten sie und ihre Kollegin May-Brit Stabel mit ihrem eigenen Laden weiter – und seitdem gibt es „Go Public“ in der Lützowstraße 92.

Rauer Kiez mit großen Entfaltungsmöglichkeiten

Wer zum ersten Mal in den vierten Stock des restaurierten klassizistischen Hauses hinaufsteigt, ist überrascht, wie unaufwändig die Künstleragentur sich präsentiert. Eine ehemalige Vier-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung, in drei Räumen je ein Mitarbeiter, der sich speziell um seine Künstler kümmert, im vierten ein Kameramann/ Cutter, eine Küche zum Tee- und Kaffeekochen.

Donata Meyers Agentur arbeitet seit zehn Jahren in dieser Etage. „Wir sind ganz froh darum, in diesem Kiez zu leben. Er ist zwar auf den ersten Blick etwas rau, aber wenn ich wieder mal einen neuen Besucher hier herumgeführt habe, merke ich selbst, welche interessanten Ecken es hier gibt.“  Mit dem „Wintergarten“, dem „Scheinbar Varieté“ in der Monumentenstraße und dem Theater „O-TonArt“ in der Kulmer Straße gibt es gleich drei Bühnen in der Umgebung, die auf ihrer Wellenlänge sind.

„Und hier tut sich ja vieles“, sagt sie weiter, und zählt auf: An der Flottwell-Straße entstehen mehr als 750 neue Wohneinheiten, der Gleisdreieck-Park wird langsam fertig, ein Baugruppen-Zusammenschluss plant 400 Wohneinheiten im Möckernkiez der an den Park direkt angrenzt, es gibt das Mediennetzwerk °mstreet und die Galerienszene wächst. „Da muss es doch auch ein Café geben, wo sich die neuen und die alten Kiezbewohner treffen können, oder einen Jour fixe für die, die etwas zusammen tun, etwas bewegen wollen.“ Sie hat nur ein wenig Angst, dass sich bei all der „aufstrebend-urbanen, metropolitanen und biodynamischen Entwicklung“ nicht auch noch die Mieten in ihrer Straße erhöhen.

„Manchmal hilft beten – Go Public hilft immer!“

Das ist ihr Motto – und am besten helfen immer wieder neue, kreative Ideen. So hat die Agentur u.a. den Kultcomedian Olaf Schubert – Markenzeichen: gelb-schwarz gemusterter ärmelloser Pullunder – bei der „heute-show“ untergebracht. Seit 2011 betreut sie das GlasBlasSing-Quartett („Liedgut auf Leergut“).  Murat Topal bekam u.a. bei 3sat/ZDF-Kultur eine fünfteilige Dokumentation, in deren Verlauf er mit sechs sozial benachteiligten Jugendlichen ein Theaterstück einstudiert und zur Aufführungsreife bringt. Gäste dabei: Seeed- Sänger Dellé, Mitglieder der Flying Steps (Breakdance Weltmeister), Bülent Ceylan.

Natürlich – Comedy ist Geschmackssache, sagt Donata Meyer. Und alles akzeptiert sie nicht. „Wenn es gar zu blöde oder diskriminierend ist, geht gar nichts.“  Sie berät auch schon mal die Nachwuchskünstler, die sie managt, vermittelt ihnen Kontakte zu Plattenfirmen oder Verlagen, wenn sie sich vermarkten wollen. „Da müssen wir manchmal auch finanziell mal in Vorlage gehen“, sagt sie. „Aber bisher haben wir noch nie schief gelegen.“  

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