Eine Garage voller Kleidung

Von HU-Gastblogger Lisa

Rund um die Potsdamerstraße gibt es unzählige Hinterhöfe, Keller und Garagen. Eine besondere Garage liegt am Ende der Ahornstraße in Schöneberg. Dort findet man keine Autos, sondern einen Secondhandladen, der eine Fundgrube für Aussortiertes, Ramsch, aber auch wahre Schätze von 1960 bis heute ist.

Ein erster Hinweis und der Eingang

In der Garage, einem der ältesten Secondhandläden Berlins, türmen sich Massen von Kleidern, Schuhen, Taschen in bunten Mustern aus Baumwolle, Leder oder dem Polyester der 70er-Jahre. Wer sonst nur die langen Einkaufsstraßen oder großen Center kennt, ist von dem Anblick und Geruch, der sich ihm bietet dort bietet, vielleicht etwas irritiert. In diesem dunklen Raum, inmitten dieses Chaos soll sich etwas schönes finden, das man auch heute noch tragen kann…? Ja!

Diese mutige Aussage wird im Ansatz auch schon dadurch beantwortet, dass hier immer etwas los ist. Neben Individualisten und Liebhabern früherer Jahrzehnte tummeln sich hier auch Touristen, die Spaß mit den pompös kitschigen Abendkleidern der 80er-Jahre haben. Besagtes Kleid ist wahrscheinlich nicht das beste Beispiel für die Daseinsberechtigung der Garage neben den großen Ketten, aber ein paar schlichte schwarze Stiefel, die es hier zuhauf gibt, oder ein buntes Halstuch passen immer.

Eindrücke

An diesem Vormittag im März ist wenig los, deshalb fällt mir eine junge Frau auf, die eine schwarze Tasche mit goldenem Verschluss am Arm trägt. Als ich sie frage, ob sie diese Tasche gerade hier gefunden, bejaht sie dies und auch, dass sie sich die Tasche kaufen wird – für 10 Euro ein echtes Schnäppchen. Julia, so heißt sie, erzählt mir, dass sie immer wieder herkommt, auch weil die Preise niedriger sind als bei Made in Berlin in der Friedrichstraße oder am Hackeschen Markt.

Dafür nimmt sie in Kauf, sich durch meterlange Kleiderstangen wühlen zu müssen, in Kisten voller Taschen zu graben und den runden Kleiderständer einmal ganz herumzudrehen. Warum? „Weil es hier wahre Schätze zu entdecken gibt.“ Die, so sagt sie, findet man zwar nicht immer, aber es macht Spaß, nach ihnen zu suchen. Anders als in den großen Läden gibt es keinen Katalog oder einen Onlineshop, der einem das Sortiment vorab präsentiert, so dass man nie weiß, was einem an diesem Tag begegnet.

Kleider über Kleider

Neben alten Stücken, die es hier zum Teil auch zum Kilopreis gibt, bietet die Garage, wie alle anderen Läden, die zum Kleidermarkt gehören, noch eine kleine Auswahl von Teilen, die Berliner Jungdesigner entworfen haben.

Schuhe & Handtaschen

Wer sich in dieser, etwas anderen Art des Einkaufens, wiederfindet, dem sei die Garage wärmstens ans Herz gelegt. Bringt man viel Zeit und Lust mit hat man hier die Chance, das ein oder andere Juwel zu finden – auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht.

Pallasstraße … Der Schein trügt …

Von HU-Gastbloggerin Abide

Die Pallasstraße ist einer der bekanntesten Straßen Schönebergs, einem Bezirk in Berlin.
Jeder, der diesen Straßennamen hört, denkt sofort an das Pallasseum, dem Hochbunker, die Satellitenschüssel und an die Lautstärke der Hauptstraße.
Doch der Schein trügt … Fangen wir mal von vorne an …
Ja, da ist das Pallasseum , ein langes, zwölfgeschossiges Wohnblock, der die Pallasstraße und den Hochbunker überspannt.


Am Anfang sollte es ein Musterbeispiel für modernes Wohnen sein, jedoch entwickelte es sich über die Jahre hinweg zu einem sozialen Brennpunkt. Aber die Bewohner sahen nicht tatenlos zu, als 1998 die Fassade abgereißt werden sollte. Zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserungen der Lebensqualität und ein engagiertes Quartiermanagment zeigten Erfolg. Die Nachfrage nach den großen Wohnungen ist so groß, dass es heute Wartelisten gibt.
Ja, da sind häßlige Satellitenschüssel, aber auch dafür haben die Bewohner eine Lösung gefunden. Die Bewohner suchten sich das Bild aus, das auf die Satellitenschüssel kommen sollte und der Künstler Daniel Knipping hat diese Bilder gemalt. Das sind nicht einfach Bilder, die auf Satelliten gemalt wurden … Jedes dieser Bilder erzählt eine Geschichte …


Genauso wie die Bilder auf den Wänden des Pallasseums. Das Ergebnis eines weiteren Projekts. 5 junge Fotograf/innen der FH Potsdam haben die Bewohner/innen professionell abgelichtet, 7 der Fotos hängen an den Wänden des Pallasseums und die restlichen Fotos konnte man in der Galerie Walden bewundern.
Und ja, es ist laut. Aber das ändert sich sobald man auf die andere Seite des Pallasseums geht. Denn da kommt man sich vor, als wäre man völlig woanders.
Direkt ins Auge sticht die Konditorei Palladin. Ein kleines schickes Cafe mit sehr vielen Leckereien.

Wenn man weiter Richtung Winterfeldtplatz geht, sieht man, dass es trotz der Hauptstraße viel ruhiger ist und die Häuser sind viel schöner gebaut als das Pallasseum.
Am Winterfeldtplatz sticht ein weiteres Objekt ins Auge … Nein, es ist nicht die rießen große St. Matthias Kirche mitten auf dem Platz … Es ist die Sporthalle, die nicht nur bekannt für seine außergewöhnliche Architektur ist, sondern auch für die Turniere, die in dieser Halle stattfinden. Jeder Fussballer in Berlin kennt diese Halle, denn die Vorrunden der Hallenmasters finden jedes Jahr dort statt. Aber den Namen dieser Sporthalle kennt so gut wie keiner. Obwohl diese Sporthalle nach der Ausnahme-Sportlerin Lilli Henoch genannt wurde, kennt jeder Sportler diese Sporthalle als Sporthalle mit der ungewöhnlichen Architektur am Winterfeldtplatz.


Also, der Schein trügt … Denn die Pallasstraße ist doch nicht wie auf dem ersten Blick viel zu eng, viel zu grau und viel zu laut … Wer die schönen Seiten der Pallasstraße entdecken möchte, sollte auf die andere Seite des Pallaseums gehen und Richtung Winterfeldtplatz laufen.

Portrait Abide

Mit ihren 23 Jahren gehört das Grätschen für Abide wohl zu den am meisten praktizierten Übungen.  Ob bei der ehrgeizigen Suche nach Theorie und Praxis im Studium oder beim Ausüben von ihren liebsten Freizeitvergnügen, wie Häkeln oder Nähen und Fußballspielen – stets scheint sie unterschiedliche Standpunkte durch einen erfolgreichen Spagat verbinden zu wollen.

So scheint ihr wohl auch die Bikulturalität angesichts des türkeistämmigen Hintergrunds spielend zu gelingen. Ein adäquates Umfeld findet sie dabei in Berlin-Kreuzberg, ihrem Heimatkiez, in dem sie aufwuchs und das sie heute noch ihr Zuhause nennt. Ein multikulturelles Fleckchen innerhalb der hauptstädtischen Massenmetropole, wo „nichts, was man macht, falsch ist und man nicht als verrückt bezeichnet wird“.

Schon früh übt die Wirtschaft eine besondere Faszination auf Abide aus, was sich in ihrem derzeitigen BWL-Studium wiederspiegelt. Dieses würde sie allerdings auch zu Gunsten eines Studiums der Wirtschaftsinformatik an einer FH aufgeben, der Grund – „mehr Praxisbezug“.

Ein weiterer Schwerpunkt ihres Interesses liegt im Fußball, im Frauenfußball, um genauer zu sein. Ihre ganz persönliche, praktische Erfahrung in diesem Bereich – bis zum Beginn ihres Studiums spielte sie selbst in wechselnden Teams in der Verbandsliga – würde Sie gerne in die Gestaltung eines themenbezogenen Blogs einfließen lassen. Von Abide mit einem kulturspezifischen Anstrich versehen, sollte der Blog dem Frauenfußball zu mehr Anerkennung verhelfen. Denn diesem mangelt es freilich nicht an Erfolgen. Wie wohl eben auch Abide.

Schreiten am Karlsbad

Auf der Straße: Ball spielende Kinder.

Von HU-Gastbloggerin Nele

Es ist ein grauer Sonntagnachmittag im März an dem ich mein Fahrrad neben mir herschiebend in die Straße „Am Karlsbad“ einbiege. Da meine Kette heute bereits drei mal abgesprungen ist, sehe ich keinen Grund, mir die Hände erneut schmutzig zu machen. Es erscheint ohnehin angemessener die Straße zu Fuß zu erkunden, die Spazierenden erwecken den Eindruck als nehme man die Sonntagsruhe hier besonders ernst. Ich versuche mich anzupassen.

Während an der rechten Straßenseite Gründerzeitarchitektur und 60er-Jahrebau eine typische Berliner Häuserfront formen, trennt eine großflächige Grünfläche zu meiner linken Hand die Straße vom Landwehrkanal. Die Hausfassaden entlang schlendernd, frage ich mich, was sich hinter ihnen verbergen mag. Firmenschilder und Ball spielende Kinder deuten auf eine gewöhnliche Mischung aus Wohn- und Gewerbegebiet hin. Eine Werbeagentur, eine Versicherung und ein gemeinnütziger Verein. Daneben: Zwei Frauen unterhalten sich auf einer Bank und Jugendliche versammeln sich um ein Mobiltelefon aus dem laute Musik tönt.

Ein paar Meter weiter fortgeschritten türmt sich vor mir nun ein besonders luxuriös saniertes Gründerzeitgebäude auf. Die großen Fenster der Parterrewohnungen eröffnen einen Blick in stilvoll eingerichtete Wohnzimmer mit bürgerlich gefüllten Bücherregalen. Die daran angrenzenden Bauten wirken durch das aufwendig modernisierte Gebäude noch sanierungsbedürftiger. Doch vermutlich werden mutige Investoren auch hier bald den Sparzwang der Nachkriegszeit gewinnbringend hinfort sanieren – schließlich befinde ich mich in einem aufstrebenden Bezirk in Zentrumsnähe.

Ich wechsele die Straßenseite und begebe mich die Parkanlage. Meine Vorrecherchen befähigen mich zu einem kurzen historischen Exkurs: Bei der Anlage handelt es sich um das ehemalige Gelände des Kurbads „Auf dem Karlsbade“. Den Namen erhielt das Bad vermutlich nach dem Geburtsort des Badeanstaltsbesitzers Chmelick. Wo heute alles grün ist, standen nach der Schließung der Anstalt bis zum zweiten Weltkrieg Wohnhäuser. Ich stelle mir vor, wie das Gras im Sommer einen saftigen Grünton hat, wie der Wind durch die dichten Baumkronen rauscht und die Sonne kleine Glitzersteine in den Landwehrkanal streut. Schön – denke ich und starre in den grauen Himmel.

Die 1935 von Hans Haffenrichter geschaffene Bronzeskulptur "Schreitender" steht seit 1989 in der Parkanlage.

Die 1935 von Hans Haffenrichter geschaffene Bronzeskulptur "Schreitender" steht seit 1989 in der Parkanlage.

Mit einer ausgedehnten Betrachtung von Hans Haffenrichters Bronzeplastik „Der Schreitende“ beende ich schließlich meinen Rundgang. Die Figur scheint diesen Nachmittag karikieren zu wollen. Das Fahrrad nach Hause schiebend beschließe ich, meinen Artikel über die Straße mit dem Widerwillen meiner Fahrradkette zu beginnen. Ich sollte im Sommer wiederkommen.

 

 

Portrait Nele

Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Winterkurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität

Nele. 22. Lebt und studiert in Berlin. Sozialwissenschaften. An der Humboldt-Universität. Sie besucht derzeit einen Kurs zu Online-Journalismus, denn ja, Journalismus, das sei schon immer ihre Sache gewesen. Sie überlegt einen Moment, erzählt dann eher zurückhaltend von ihren Praktika und dass sie bereits hinein geschnuppert habe, bei der Aktuellen Stunde des Westdeutschen Rundfunks und bei Spiegel-TV in Hamburg. Der journalistische Alltag sei zwar anders als sie es sich vorgestellt habe, dennoch könne sie es sich durchaus vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten. Ihr Interesse gilt der filmischen Dokumentation, insbesondere der Regiearbeit. Allerdings: Rückschlüsse aus oberflächlicher Recherche zu ziehen, ist ihre Sache nicht. Bei einem Thema in die Tiefe gehen, der ganzen Komplexität eines Sachverhalts gerecht werden, das möchte sie. Das Studium der Sozialwissenschaften biete ihr hierfür die geeignete Grundlage, sagt sie. Sie arbeitet im SFB 644, dem Sonderforschungsbereich Transformation der Antike, beschäftigt sich dort mit Imperiumstheorie. Die Bachelorarbeit steht jetzt an, was danach kommt weiß sie noch nicht so genau. Jedenfalls nicht sofort ein Masterstudium. Reisen wäre gut. Das tut sie eh am liebsten und wenn das Geld reicht, dann packt sie ihre Klamotten zusammen und fährt los.

Dennewitzstraße & Flottwellstraße: Einblick in zwei unscheinbare Straßen

Von HU-Gastblogger Lisa

Abseits der großen Straßen gibt es Flecken, zu denen sich keiner verirrt, weil es dort scheinbar nichts zu entdecken gibt. Dennewitzstraße und Flottwellstraße, die im Süden Tiergartens parallel zur Potsdamerstraße verlaufen, gehören zu diesen vergessenen Flecken, an die sich kaum jemand verirrt. Aber vom ersten Eindruck sollte man sich nicht täuschen lassen, denn auch über diese beiden Straßen gibt es Geschichten zu erzählen.

Flottwellstraße/Dennewitzstraße

Im Süden beginnt die Dennewitzstraße dort, wo die Bülowstraße die Bezirksgrenze erreicht und schlängelt sich an dieser entlang nach Norden, bis die Flottwellstraße ihren Weg fortführt.

Tafel über das

Beginnt man seinen Weg am Beginn der Dennewitzstraße, endet der befestigte Weg bereits nach gut 100 Metern in einem der vielen grünen Flecken Berlins, dem Nelly-Sachs-Park. Dieser verdankt seinen Namen der jüdisch-deutschen-Schriftstellerin Nelly Sachs, die bereits Erwähnung auf dem Potsblog gefunden hat. Abseits der Hektik der Potsdamerstraße kann man hier ein paar ruhige Minuten verbringen, Kinder können sich auf dem Spielplatz austoben, Radfahrer fern von schmalen Radwegen der Hauptstraßen ihre Runden drehen. Verabschiedet man sich von der Ruhe des Parks und folgt gedanklich der Dennewitzstraße, findet man sich dort wo der Park aufhört an der Abzweigung zur Kurfürstenstraße wieder.

Nelly-Sachs-Park

An dieser Ecke fällt ein freistehendes Gebäude auf, das weder zu den Gründerzeitbauten passt, von denen die Straßen hier gesäumt sind, noch zu den Häusern aus den 70er oder 80er Jahren. Was hier spitz zur Straße hinausragt wurde von dem Architekten Rainer Oefelein entworfen und die Fassade aus Glas ermöglicht einen Blick nach innen. Im Erdgeschoss befindet sich eine der vielen Galerien im Gebiet um die Potsdamerstraße, wo eindrucksvolle bunte Leinwände der Künstlerin Margret Ulrich wie Plakate auf Demonstrationen still gegen Atomkraft protestieren.

Spitz zulaufendes Haus und Galerie

Folgt man der Straße weiter zwischen Häusern auf der einen und alten Gewerbeanlagen auf der anderen Seite glaubt man zu wissen, wieso die Straße so unbekannt ist. Außer einem Hotel gibt es hier scheinbar nichts, was einen Blick wert ist. Seinen Eindruck stellt man infrage, sobald man einen überirdischen Tunnel bemerkt, der in einem der Häuser verschwindet. Überirdisch vom Glasdreieck kommend überquert hier die U-Bahnlinie 1 die Grenze zu Tiergarten, durchbricht den Häuserkomplex und steigt hinab in den Untergrund, um an der Station Kurfürstenstraße Halt zu machen. Worüber man sich vielleicht nie Gedanken gemacht hat, wenn man auf diesem Teil der U1 unterwegs war, ist etwas Besonderes. Die oberirdische Durchquerung eines Hauses ist nicht nur in Berlin einmalig.

Das

Diese Besonderheit ist allerdings schnell vergessen, wenn man seinen Weg fortsetzt. Beim Laufen entlang der Grenze zu Kreuzberg wird aus Dennewitzstraße beinahe unbemerkt Flottwellstraße. Auf der linken Seite zur Potsdamerstraße hin wird zwischen den Gewerbeflächen gebaut, auf der Rechten zum Gleisdreieck ist eine andere große Baustelle. Beim Blick auf die ersten fertigen neuen Häuser wird einem klar: Hier passiert etwas. Eine Ecke, die früher irgendwo zwischen Industriegebiet und Bezirksgrenze lag, wird in ein paar Jahren ganz anders sein. Die Neubauten werden neue Bewohner in die Gegend bringen und auch das Gebiet, das jenseits der Bezirksgrenze mit einem großen Park und neuen Wohnungen ensteht, wird Auswirkungen auf die bisher unscheinbare Flottwellstraße haben.

Portrait: Lisa

Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Winterkurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen”des Career Center der Humboldt Universität
Portraitiert von Abide

Lisa ist 21 Jahre alt und studiert im 3. Semester an der HU-Berlin Jura. In einem „Zufallsstudium“, das ihr jetzt doch viel bedeutet. Als Kind wollte sie gerne Modedesign oder Kommunikationswissenschaften studieren. Jetzt bloggt sie über diese Themen.

Lisa, die keine Geschwister hat, war nur ein Mal in Berlin bevor sie von Heilbronn in die Hauptstadt umgezogen ist und obwohl sie sehr glücklich hier ist, könnte sie sich auch vorstellen nach ihrem Studium woanders zu leben.

Was meinst du mit „durch Zufall habe ich diesen Studiengang gewählt „?

Ich habe mich erst für diesen Studiengang, als ich angefangen habe mich für die Europäische Union und Internationale Organisationen zu interessieren und dadurch kam ich zu Jura.

Was hast du gefühlt als du zum ersten Mal in Berlin warst ?

Ich war begeistert von dieser Stadt. Vieles ist anders als in Heilbronn, meiner Heimatstadt. Ich habe hier tolle Menschen kennengelernt und weiß, dass ich bis zum Ende meines Studiums hier bleiben werde.

Was sind denn eigentlich deine Hobbies ?

Zu meinen Hobbies gehören kreative Sachen wie Nähen oder Basteln. Das sind die Themen, die ich auch auf meinem Blog zeige und über die ich schreibe.

Pallasstrasse, Berlin vom Problem zum Vorbild

Die Pallasstrasse liegt im Berliner Stadtteil Schöneberg und ist ein Highlight das in kaum einem Stadtführer aufgeführt wird. Das Pallaseum und der Hochbunker gehören zu den sehenswerten Bauten an der Pallasstrasse.

Einen Überblick erlangen Sie in diesem kurzen Video.

Pallasseum

Das Pallasseum ist vielleicht nicht jedem Berliner ein Begriff, aber gesehen hat es fast jeder schon. Wir sprechen hier von dem Gebäude, das Jahrelang als “Wohnmaschine” oder als städtebauliche Katastrophe bezeichnet wurde -  so der Tagesspiegel im Jahr 2009. Seither hat sich einiges getan. Der Wohnpalast hat sich zu einer respektierten und nachgefragen Wohngegend entwickelt. Das hat das Pallasseum seinen gut 1500 Bewohnern zu verdanken. Die Mieter stoppten einen geplanten Abriss des Gebäudes im Jahre 1998. Die Bewohner richteten einen Präventionsrat ein, der im Jahre 1999 von einem Quartiersmanagement ergänzt wurde. Diese Maßnahme sorgte dafür das saniert- statt planiert- wurde. Zu den Highlights der vergangenen Zeit gehören die Pallasseum Portraits über die auf dem Potseblog bereits berichtet wurde hier geht´s zum Artikel->  Der Künstler Daniel Knippig verpasste dem 70er Jahre Bau mit den vielen Satallitenschüsseln in dem Projekt “Von Innen nach Außen” einen neuen Look. Knippig arbeitete mit den Bewohnern an der Verschönerung des Erscheinungsbildes- insgesamt wurden 70 Satellitenschüsse mit individuellen Motiven verziert. Mehr Fakten zum Pallasseum findet man natürlich auch auf Wikipedia hier klicken->

 

Hochbunker

Der Hochbunker an der Pallasstrasse liegt in unmittelbarer Nähe des Pallasseum. Genau genommen liegt er direkt unter dem Pallasseum. Der Hochbunker wurde als Rohbau in Zweiten Weltkrieg fertiggestellt. Heutzutage wird er als Ort der Erinnerung, vom Kunstamt Tempelhof-Schöneberg und vom Verein Berliner Unterwelten als Veranstaltungsort genutzt.

 

Standort:


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Artikel, Fotos und Video von Jan Radoch

Portrait Jan Radoch

Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Winterkurses  “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen”des Career Center der Humboldt Universität
Portraitiert von Marko Eitel

In lässigen Klamotten sitzt er lässig auf dem Stuhl mit modischem Bart und Mütze auf dem Kopf: Jan Radoch, Baujahr 85 und einer der jüngsten Unternehmer Deutschlands. Sein mit einem Freund zusammen gegründetes Unternehmen Trimara hat sich mit dem Online-Shop „brand-catcher“ und dem Fashion-Blog „generation-streetstyle“ zu einer kleinen, aber festen Größe in der Modewelt entwickelt.
Angefangen hat alles mit einem Besuch. „Einmal in die USA zu reisen war schon immer mein Traum.“ Ein teurer Traum, aber Jan wusste sich zu helfen: „Weil mir das Geld gefehlt hat, bewarb ich mich für ein Jahr als Au Pair in den Staaten.“ Und er hatte Glück. Er kam nach Atlanta und verstand sich auf Anhieb mit seinen Gasteltern. So wurden nicht nur aus einem Jahr zwei Jahre, sondern er konnte sogar nebenbei studieren. „Die Zeit in den USA hat mich sehr geprägt. Besonders die Lebenseinstellung der Menschen und der Unternehmergeist hat mich beeindruckt.“
Kaum zurück in Deutschland, setzt er sich mit seinem besten Freund zusammen und gemeinsam beschließen sie eine eigene Firma zu gründen. „Das es eine Vertriebsfirma für Mode wurde war eher Zufall. Es sollte auf jeden Fall ein Bereich sein, für den wir uns interessierten und der uns Spaß machte.“ Da war Mode dann das Naheliegenste. Für das Startkapital kratzen sie ihr Geld zusammen und konnten noch den Vater seines Freundes für ihr Vorhaben gewinnen.
Doch nach der Gründung kam der schwerste Teil: „In der Modebranche achten die Marken sehr darauf, wen sie beliefern. Sie sind sehr darauf bedacht ihr Image zu wahren. Da hilft nur viel Überzeugungsarbeit und ein langer Atem.“ Beides hat Jan auf jeden Fall gezeigt. Das Unternehmen ist gewachsen und beschäftigt mittlerweile sogar schon einige Mitarbeiter. Vor kurzem wurde ein Büro in der Potsdamer Str. eröffnet, um näher am Puls der Zeit zu sein und der erste Offline-Laden ist auch schon in Planung.
Trotz der vielen Arbeit und des Erfolges ist Jan aber bodenständig geblieben. „Neben der Arbeit in der Firma führe ich mein Studium weiter, das ich in den Staaten begonnen habe. Nicht wegen des Titels, sondern weil mich das Thema interessiert. Und wenn ich mal ein bisschen Freizeit habe, treibe ich Sport oder gehe auf ein Konzert.“ Man ist eben nur einmal jung…

Kunst und Kontroverses auf der Kurfürstenstraße

von HU-Gastbloggerin Carina

Meine ersten Eindrücke von der Kurfürstenstraße waren zunächst virtueller Art. Mit der modernen Technik ist alles möglich. In Sekundenschnelle kann man sich online an einen Ort begeben, denn google maps eröffnet neue Horizonte. So öffnete ich ein neues Fenster und suchte nach den Begriffen Kurfürstenstraße und Berlin. Eine Übersichtskarte der Umgebung war zu sehen und verschaffte mir einen groben Eindruck. Nach dem Aktivieren der streetview - Option begann mein digitaler Spaziergang entlang der Kurfürstenstraße.

Plötzlich befand ich mich in einer Wohn-gegend und lief virtuell über das Kopfstein-pflaster bis zur Ecke Potsdamer Straße. Dort werden die weichen Steine der Straße von glatten asphaltierten Flächen verdrängt. Das Straßenbild wird lebendiger und Auf-nahmen von Geschäften wie Woolworth, einem Erotikkaufhaus oder einem türkischen Supermarkt sind zu sehen.

 

Nach diesen eher oberflächlichen Impressionen wollte ich mich von der Realität überzeugen und fuhr mit der U1 in Richtung Kurfürstenstraße. Kaum angekommen, erkannte ich schon die Geschäfte und Straßenzüge wieder. Ein wenig enttäuscht darüber, wie gut man sich online schon vorinformieren kann, begann ich mich umzuschauen. Auf den ersten Blick erscheint alles gleich. Doch ein zweiter Blick lohnt sich, oder besser ein dritter! Denn die ursprünglichen Hinterhöfe und interessanten Ecken kann man nicht mit der Kamera erfassen. Diese sind nur für diejenigen zugänglich, die sie auch entdecken wollen. So finden Kunst- und Kulturbegeisterte in den Hinterhöfen der Kurfürstenstraße 12 und 13 die Ausstellungsräume der Galeristin Giti Nourbakhsch. Außerdem ließ sich dort die Galerie Sommer&Kohl in einer ehemaligen Bettfedermanufaktur nieder.

Sucht man weiter,  entpuppen sich auch die grauen Fassaden zu bunten Schmetterlingen, denn beeindruckende Galerien und Kunstoasen verstecken sich in Kellergewölben oder in den höheren Etagen der Wohnhäuser.

In den Räumen der Tanya Leighton Galerie, Reception, Galerie Listros oder des angesagten, alternativen OFF-SPACE U37 präsentieren renommierte, internationale und nationale Künstler ihre Werke zeitgenössischer Kunst. Hier treffen die verschiedensten Stile von Malerei, Skulptur und Fotografie, bis hin zur Illustration und Installation aufeinander.
Warum die Kunstszene sich immer mehr in diese Richtung bewegt, lässt sich nur erahnen. Kunst sucht das Unfertige, Kontroverse und Skurrile. Da bleibt nur zu hoffen, dass dieser künstlerischen Wandel und der daraus entstehende Austausch auf interkultureller Ebene, früher oder später auch das Rotlicht- Milieu verdrängt.