Schlagwort-Archiv: Drogen

Laufhaus – NEIN DANKE!

QR_Magdeburger Platz.jpg

Petition des Quartiersrates Magdeburger Platz
19. Mai 2010

Wir, Bürger und Anwohner im Quartier um die Kurfürstenstraße, appellieren an die Verfahrensbeteiligten auf ein Laufhaus endgültig zu verzichten. In langjähriger Arbeit wurde mit vielen Bemühungen, Geld und großem ehrenamtlichen Engagement hier ein soziales Umfeld geschaffen, welches eine erträgliche Lebenssituation für die hier lebenden Bürger bietet. Jedoch steht dies nicht auf so stabilen Füßen, dass es ein Laufhaus ohne nachhaltige Einbuße von Lebens- und Wohnqualität verkraften kann.

Wir sehen die unbedingte Gefahr, dass die Einrichtung eines Laufhauses eine Erweiterung des Straßenstriches und damit eine verstärkte Konkurrenz nach sich ziehen wird. Der Straßenstrich ist schon seit langem ein Bestandteil des Kiezes und rechtlich nicht zu verhindern. Die Eröffnung eines Sexshops war da zwangsläufig. Mit der EU-Erweiterung stieg die Zahl der Prostituierten, eine weitere Folge des Straßenstriches und des Sexshops. Die gesundheitlichen Standards verschlechterten sich und die Kleinkriminalität wuchs.

Die Behauptung, das Laufhaus wird den Straßenstrich zu großen Teilen absorbieren, halten wir für unhaltbar. Eine Umfrage unter den Prostituierten bestätigte, das ein Großteil von ihnen nicht im Laufhaus arbeiten will. Außerdem ziehen ihre Freier den schnellen und vor allem anonymen Vollzug auf der Straße vor.

Wird die Einrichtung eines Laufhauses genehmigt, so wird es zum einen mehr Autoverkehr geben, verbunden mit einer höheren Luftverschmutzung und Lärmbelästigung. Eine weitere Folge wird ein Anstieg des Prostitutionsgewerbes auf der Straße sein, denn die Frauen werden aller Voraussicht nach versuchen, die Freier schon vor Erreichen des Laufhauses für sich zu gewinnen.

Deshalb sehen wir uns in unserer Lebensqualität in allen Facetten erheblich bedroht. Wir befürchten, dass sich nach der Genehmigung niemand mehr als verantwortlich und zuständig sehen wird, die sozialen Konsequenzen hier im Gebiet aufzufangen.

In unmittelbarer Nähe Verbrauchermärkte, Drogerie, Kindertagesstätten, – Anwohner durch massiveren Straßenstrich im Alltag stark beeinträchtigt. Straße wird zum erweiterten Laufhaus, Bürgersteige sind zu schmal. Dieses Gewerbe verdrängt Alltagsstruktur, Gehwege verlieren Funktion als sozialer Ort, werden zweckentfremdet genutzt.

Wir – über 8.000 Bürger allein in Tiergarten Süd – müssten mit den negativen Folgen leben, nur weil hier sogenanntes Kerngebiet ist – für Gewerbe, aber nicht für ein Großbordell.

Wir appellieren daher nochmals dringend an das Gericht und die Bezirksverwaltung ein Laufhaus an diesem Standort abzulehnen.

Im Namen des Volkes – und dazu gehören auch wir!

Für den Quartiersrat
Regine Wosnitza  und Josef Lückerath
Kontakt: 23639903

Zwölf-Apostel-Gemeinde – Glocken, twittern und mehr

Die Zwölf-Apostel-Gemeinde in Berlin-Schöneberg ist aus vielen Gründen sehr besonders.

Hier geht’s zum Zwölf-Apostel-twitter

In der Glockenstube der ev. Zwölf-Apostel-Kirche in Berlin-Schöneberg hängen drei Stahlglocken, die auf E, G und B gestimmt sind. Sie wurden 1923 gefertigt und am 2. Februar 1924 geweiht.

Glockenstube

Glockenstube

Durch Anklicken des Bildes bringen Sie die Glocken zum Tönen

glocke

Die Läuteordnung folgt ganz bestimmten Regeln:
Täglich: 12.00 bis 12.05 Uhr: Mittagsläuten mit einer Glocke
Samstag: 18.00 bis 18.05 Uhr: Einläuten des Sonntags mit drei Glocken
Sonntag: 9.30 bis 9.35 Uhr: Vorläuten mit einer, 9.50 bis 10.00 Uhr Läuten mit drei Glocken zum Gottesdienst
Amtshandlungen: Beispielsweise bei Trauungen läuten 5 Minuten lang alle Glocken vor dem Gottesdienst.

Die Glocken haben ihre eigenen Stuben. Die große Glocke pflegt eine innige und sehr nahe Beziehung zum Glockenstuhl.

glocke-und-gockenstuhl

Glocke am Glockenstuhl

Zu dritt

Jede an ihrem Ort, doch gemeinsam klingen

Anfang der 90er Jahre wurde als Ergebnis eines „Runden Tisches“ aus Vertretern von Stadtteilvereinen, Bezirksämtern, Polizei und Drogenhilfeprojekten die Mittwochs-Initiative e. V. gegründet. Der Verein arbeitet seit 17 Jahren in Kooperation mit Fixpunkt e. V. ehrenamtlich in den Bereichen Drogenprophylaxe und Aids-Prävention.

Und die Fenster der 12 Apostel-Kirche sind nach dem Krieg teilweise aus Ginflaschen gefertigt worden und stehen heute unter Denkmalschutz. Wie dies zustande kam, was es noch für Fenster in der Kirche gibt und vieles mehr erfahren Sie in einem weiteren Video, dass Sie durch Klicken auf das Fensterbild starten.

fenster

Ich danke Miguel-Pascal Schaar für die Fotos und die Videos. Er ist an der 12 Apostel-Kirche für die Gottesdienstprojekte zuständig.

Der Bischof kommt zur Mittwochsinitiative (Aids-Praevention und Drogen-Projekt)

Der Bischof kommtKurz bevor er im November 2009 in den Ruhestand geht, wird Bischof Huber von der Berlin-Brandenburgischen Kirche in die Kurfürstenstraße kommen, die für Straßenstrich, Café Einstein und Grips Grundschule. Hier wird er einer Andacht in der Zwölf – Apostel – Kirche teilnehmen.

Ja, das machen Bischöfe von Amts wegen, kann man sagen. Nix besonderes. Ist es aber doch.

Denn diese Andacht wird gemeinsam mit der Mittwochsinitiative gestaltet und damit richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine soziale Gruppe, die am Rande der Gesellschaft leben – den Drogenabhängigen und Prostitutierten.

Nun zitiere ich die Pressemitteilung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz:

Gegründet wurde die Mittwochs-Initiative e. V. Anfang der 90er Jahre als Ergebnis eines „Runden Tisches“ aus Vertretern von Stadtteilvereinen, Bezirksämtern, Polizei und Drogenhilfeprojekten. Der Verein arbeitet seit 10 Jahren in Kooperation mit Fixpunkt e. V. ehrenamtlich in den Bereichen Drogenprophylaxe und Aids-Prävention. Das Projekt in den Räumen der Evangelischen Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde ist ein niedrigschwelliges Kontaktangebot für die Drogenszene Kurfürstenstraße; Ziel ist auch, die Situation für Anwohnerinnen und Anwohner zu verbessern.

Jeden Mittwoch von 19 bis 22 Uhr werden in den Räumen der Kirchengemeinde Spritzen getauscht, Kleidung und warme Mahlzeiten ausgegeben. Darüber hinaus bestehen Möglichkeiten der Beratung und der Weiterleitung in andere Drogenhilfeeinrichtungen. Nicht zuletzt aufgrund der weiterhin angespannten Situation rund um die Kurfürstenstraße setzt sich die Mittwochs-Initiative e. V. für neue Wege in der Drogenpolitik ein, beispielsweise für die Einrichtung von Druckräumen. Die Initiative ist Mitglied des Diakonischen Werkes.

Mittwoch 26.08.2009
19:30 Uhr
Zwölf-Apostel-Kirche
An der Zwölf Apostelkirche 1
U-Bahn Kurfürstenstraße