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„Ihr habt ein schönes Thema für die Presse“ – Gewobag möchte bis zu 15% Mieterhöhung

ZUSATZ: Der Offene Brief des Quartiersrats Schöneberger Norden (siehe Artikel unten) hat viel in Bewegung gebracht. Doch Anfang Februar 2017 hat der Quartiersrat einen Zweiten Offenen Brief geschrieben zu dem Thema geschrieben. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften haben in der Zwischenzeit zwar erklärt, dass sie künftig keine Mieterhöhungsverlangen mehr verschicken wollen, doch der Quartiersrat Schöneberger Norden macht sich Sorgen um die Mieter/innen, die bereits eine Mieterhöhung erhalten haben und die mit ihrem Engagement die öffentliche Diskussion mit angeschoben haben, heißt es auf der Seite des Quartiersmanagements Schöneberger Norden. 

Der Brief ist auf der QM-Seite einsehbar. Sie können ihn aber auch hier lesen und herunterladen ( pdf )

Ursprünglicher Artikel:

Offener Brief des Quartiersrates Schöneberger Norden
an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Herrn Michael Müller
an die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Frau Katrin Lompscher
an den Stadtrat für Stadtentwicklung und Bauen des BA Tempelhof- Schöneberg, Herrn Jörn Oltmann
an den Vorstand der Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG, Frau Snezana Michaelis und Herrn Markus Terboven
an die Fraktionen im Abgeordnetenhaus von Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Quartier Schöneberger Norden werden zurzeit von der GEWOBAG Mieterhöhungen angekündigt, die weit über den im Koalitionsvertrag festgelegten Vereinbarungen liegen. Im Koalitionsvertrag wird als Sofortmaßnahme angekündigt, die Mietererhöhungen im Bereich der Städtischen Wohnungsbaugesellschaften für die nächsten vier Jahre auf 2% jährlich zu begrenzen.

Wir fordern Sie als Verantwortliche im Senat, im Abgeordnetenhaus, im Bezirk und bei den Wohnungsbaugesellschaften auf, diesen Teil der Koalitionsvereinbarung sofort zu verwirklichen und alle Mieterhöhungen, die ab 1. 1. 2017 wirksam wurden oder werden sollen, zurückzunehmen.

Den vollständigen Offenen Brief können Sie hier herunterladen (pdf)

Steinmetzstrasse

Steinmetzstraße: Hier sind MieterInnen betroffen

Januar 2017 in der Kiezoase Steinmetzstraße
Der Raum in der Kiezoase ist zu klein. 120 bis 140 Leute sind zu der Informationsveranstaltung zum Thema „Mieterhöhungen in GEWOBAG-Häusern im Schöneberger Kiez, begründet mit Mietspiegel!!! – Entlassung der Häuser aus der Sozialbindung ???“ Dass bei diesem wichtigen Thema überaus kurzfristig geworben wurde beklagt eine Mieterin aus der Blumenthalstraße.

Wir wollten die betroffenen Gewobag-MieterInnen gezielt ansprechen,“ erklärt Veranstalter Matthias Bauer vom Projekt ‚Mieten und Wohnen im Schöneberger Norden. „Die Gewobag hatte uns zugesichert, uns die genauen Adressen der Häuser zu geben. Doch dann haben wir bis Anfang Januar nichts gehört. Deswegen konnten wir die Betroffenen nicht gezielt einladen und haben dann die Einladungszettel in alle GEWOBAG-Häuser geklebt.“ Weiterlesen

Schimmel, Ratten und jetzt auch noch Asbest

Tarsap_01Neue Schilder hängen seit letzter Woche an den Eingangstüren und in den Hausfluren der sechs „TARSAP-Häuser“ in der Kulmer Straße 1-4 und Alvenslebener Straße 12 und 12a.

Sie ersetzen Einladungen zu der folgenden Veranstaltung. Um sie anzubringen, sind Einladungen zu einer Veranstaltung entfernt worden.

Informationsveranstaltung  zur Asbestbelastung in den Häusern
Alvenslebenstraße 12 und 12 a und Kulmerstraße 1 bis 4
am Mittwoch, den 11. März 2015 um 17 Uhr
im Gemeindesaal der Ev. Luther-Kirchengemeinde
Bülowstraße 70/71, 10783 Berlin Weiterlesen

O-TonArt Theater? Ja, unbedingt!

Von HU-Gastblogger Kay

Das Schöneberger Kieztheater kämpft ums Überleben. Es geht dabei um mehr als einen Kleinkunstbetrieb. Es ist auch die Frage nach dem Kulturverständnis einer ganzen Stadt.

Kürzlich ist mir zum ersten Mal ein Satz über Berlin zu Ohren gekommen, der normalerweise nur über Städte wie New York, Paris oder London geäußert wird: Das Tolle an Berlin sei ja, dass man zu jeder Zeit so viele verschiedene Dinge machen könne, dass man auch ruhig mal zu Hause bleiben könne.

Mal davon abgesehen, dass der kausale Zusammenhang zwischen der Vielfältigkeit der Erlebnismöglichkeiten und der Entscheidung, in seiner Wohnung zu bleiben, während draußen das wilde Leben tobt, sich mir nicht in Gänze erschließen mag, will ich nicht anzweifeln, dass das Zuhause-bleiben seinen ganz eigenen Reiz haben kann. Was allerdings die vielfältigen Erlebnismöglichkeiten angeht, so möchte ich zwar nicht laut und bestimmt widersprechen, aber doch ein wenig grüblerisch die Stirn in Falten legen. Weiterlesen

Lass dich verführen !

Von Gastbloggerin Uta

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Sommerkurses  2011 “Onlinejournalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität

Cafés gibt es in Berlin zu genüge, da ist es wirklich schwierig die richtige Wahl zu treffen. An nahezu jeder Ecke findet man die verschiedensten Anbieter von kleinen Snacks, Kuchen und Kaffee.  Wer die Wahl hat der hat auch die Qual. Meistens entscheidet man danach wo es am besten schmeckt, was bezahlbar ist, eine angenehme Atmosphäre herrscht und nicht so weit entfernt vom Standort ist, so ist es bei mir zumindest.

Doch manchmal lohnt es sich auch einen etwas weiteren Weg auf sich zu nehmen.  Besonders dann, wenn man ein wenig Ruhe, fernab von der Hektik der Großstadt oder etwas anderes als eine der großen Caféketten sucht, etwas was nicht der Masse der Cafés entspricht. Da wo alles noch echt wirkt und nicht auf den neuesten Standard getrimmt ist, sondern gemütlich mit Niveau und einer ganz besonderen Atmosphäre.

Da wäre zum Beispiel das Café Savarin. Ein echter Geheimtipp ist es wahrscheinlich nicht mehr, selbst auf Wikipedia wird das Café im Zusammenhang mit der Kulmer Straße erwähnt. Da sich das Café Savarin in einer Nebenstraße, nahe der Potsdamer Straße befindet, kann man sich hier noch ohne Straßenlärm oder überfüllten Fußwegen eine Pause gönnen. Die Auswahl an Kuchen und Quiches ist wirklich groß. Alles ist selbstgemacht und lässt besonders bei Kuchen- und Tortenliebhabern die Herzen höher schlagen. Sonntags gibt es zusätzlich ein Frühstücksbuffet, mit allem was zu einem leckeren Frühstück dazugehört. Den frisch gepressten Orangensaft und Wasser gibt es umsonst dazu erklärt mir die freundliche Serviererin. Übrigens gibt es hier auch keine Karte, wer etwas bestellen möchte muss an der kleinen Tafel im Café seine Auswahl treffen oder schaut am besten gleich an der Theke welcher Kuchen verköstigt werden soll.

Die große Holztheke nimmt eine gesamte Wandseite ein. Auf der gegenüberliegenden Seite fällt mir ein Tisch mit einem Untergestell von eine alten Nähmaschine und einer Marmorplatte auf. Runderherum stehen weitere Holztische- und Stühle. Im anderen Raum, weiter hinten, steht ein schwarzes Klavier und weitere Tische. Von innen sieht das Café  insgesamt größer aus als ich erwartet hätte.  

Wenn das Wetter angenehm ist kann man sich auch an einen der kleinen Tische vor dem Café setzen.  Schaut man nach oben sieht man Kabel mit bunten Glühbirnen um die Bäume geschlungen und an den Seiten der Fassade befestigt. Das verleiht dem Ganzen einen besonderen Charme.

 

 

Die Sonne scheint am wolkenlosen Spätsommerhimmel deshalb entscheiden wir, uns an einem der kleinen Tische vor dem Café niederzulassen, um die vielleicht letzten wärmenden Sonnenstrahlen, die durch die Bäume am Straßenrand zu uns gelangen, genießen zu können. Kurze Zeit später kommt auch schon die Serviererin und bringt mir einen Schokokuchen und meiner Begleitung eine Schwarzwälder-Kirsch Torte. „Unglaublich lecker sieht das hier alles aus, normalerweise esse ich ja lieber herzhafte Sachen, aber die Torte sah einfach zu gut aus,“  sagt sie mir, lächelt mich an und macht sich auch schon über das Stück auf ihrem Teller her.

„Schon verrückt wie viele verschiedene Ecken Berlin hat, sonst finde ich die Gegend hier ja etwas gewöhnungsbedürftig, anders halt als bei mir Kreuzberg, wo alles überladen ist und jeder Dritte einen Latte Macchiato trinkt“, sagt sie mit Blick auf die andere leere Straßenseite. Hier sehe ich keinen einzigen Latte Macchiato auf den Tischen stehen. Es sind auch nicht mehr alle Tische besetzt wie einige Zeit zuvor als wir ankamen. Auch wir sind fertig mit unseren Kuchen und müssen wieder los. Einen Besuch war es auf alle Fälle wert und es war mit Sicherheit auch nicht der letzte.

Durch den Regen

Von Gastblogger Frank Haberland

Ich muss mich beeilen.

Mit der U-Bahn gibt es Probleme. Die BVG baut. Also steige ich schon Yorckstraße aus.

Nieselregen hängt wie feiner kalter Dunst in der Luft. Durchnässt mich so vollständig wie ein Bad im Landwehrkanal.

Ich folge der Kulmer Straße, bis sie in die Bülow übergeht. Auf dem Dennewitzplatz freut sich ein Hund. Er darf einem Stock hinterherjagen, den sein Frauchen gerade weggeworfen hat. Das Tier bringt ihn sogar zurück. Hoffentlich macht er das nicht auch mit dem Hausmüll. Oder Schienbeinen.

Vorsorglich wechsle ich die Straßenseite. Gehe an der Commerzbank vorbei. Ich mochte das alte Logo lieber. Aber ich verstehe den Wechsel. Irgendwie muss man den Mitarbeitern der Dresdner Bank zeigen, dass sie ein willkommener Teil des Konzerns sind – und nicht nur zusätzliche Kapitalmasse.

Die Potsdamer Straße schneidet meinen Weg. Ein Strom aus Geschäften und Wohnhäusern und Autos und Menschen, der sich durch die halbe Innenstadt ergießt.

Es nieselt nicht mehr. Jetzt regnet es. Der Beton ist nass. In Pfützen spiegelt sich die Werbung eines Telekommunikationsgeschäfts. Die Luft ist durchwebt von Abgasen und Feuchtigkeit. Aber ich sehe nur wenige Regenschirme. Vielleicht fehlt die Zeit, sie aufzuspannen?

Der Wind treibt die Gerüche eines Asiaimbisses heran, vermengt mit den Stimmfetzen eines Obsthändlers. Orangen sind im Angebot. Vielleicht später, jetzt drängt die Zeit.

Ich sehe viele Gesichter, ich vergesse viele Gesichter. In der Großstadt bist du nie allein, aber schnell einsam.

Was geht vor in diesen Menschen? Welche Gedanken hängen hinter der nassen Stirn? Jeder hat seine Ziele und Wünsche. Jeder eilt durch die Welt, den Kragen hochgeschlagen, die Kapuze ins Gesicht gezogen.

Die Menschen gehen ihrem Tagwerk nicht nach – sie hetzen.

Ich passe mich dem Tempo an. Das Herz der Stadt diktiert unhörbar seinen Takt in die Seelen der Menschen. Es ist schwer sich dem Rhythmus zu entziehen. Aber den Versuch ist es wert.

Nicht gegen den Strom schwimmen – aber langsamer schwimmen. Auch das ein Kuriosum. In Berlin beeilt sich der Mensch. Immer hat man das Gefühl, gerade zu spät zu kommen, zu spät zu sein. Ob du zur S-Bahn oder Bushaltestelle läufst, es treibt dich; etwas treibt dich an. Beweg dich schneller, flüstert es. Sonst verpasst du den Zug. Sonst verpasst du die Vorlesung. Sonst verpasst du den Frisörbesuch. Irgendetwas verpasst du immer.

Regen.jpg

Und so eile ich Straße entlang. Weil das Leben nicht wartet. Und Berlin schon gar nicht. Da muss sich auch die Zukunft ranhalten, damit sie nicht überholt wird.

Ich versenke die Hände in den Tiefen meiner Taschen. Natürlich zu Fäusten geballt. Zwischen einem Geschäft, das Kleidung für Bauchtänzer verkauft und Wintergarten-Plakaten, liegt mein Ziel. Ich bin viel zu früh am Freien Museum.

Eine halbe Stunde. Eine Ewigkeit.

Also noch eine Runde. Ich wandere weiter.

Der Potsdamer Platz erhebt sich gegen den grauen Himmel. Riecht nach Tourismus und Geld. Aber am Anfang der Potsdamer Straße mischt sich ein modriger Hauch hinzu.

Viele Gebäude stehen leer. Die Fenster sind blind. Die Türen verschlossen, in den Schaufenstern liegen nur vertrocknete Insektenpanzer und Staub. Die Investoren warten ab. Hast schadet den Geschäften. Ich blicke auf die Uhr – nur noch vier Minuten. Schnell zurück!

Ich muss mich beeilen.