Schlagwort-Archiv: Kunstdiskurs

Kunst & Gentrifizierung *Arbeitstitel*

Die Zeit, sie eilt und mit ihr verändert sich die Potsdamer Straße zusehends. Heute sind die StudentInnen des HU-Career Center 2017 für eine erste Begegnung im Gebiet. Sie werden hier recherchieren, Interviews führen und in Artikeln auch uns allen neue Aspekte unseres Kiez auf ihre Art und Weise bekannt machen.

Da ist es auch Zeit eine Nachlese zu betreiben. Drei StudentInnen des letzten Kurses im Frühjahr 2016 machten es sich zur Aufgabe, die Entwicklungen an der Potsdamer Straße zu beobachten und auch die Folgen zu bedenken. Das ist eine Mammutaufgabe und im Rahmen eines Semesterferienkurses nicht zu bewältigen. Doch Ihre Versuche sind Wert zu schätzen.

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Es folgt der ambitionierte #Entwurf# einer Gastbloggerin vom Januar 2016. 

Sie kennen das alle bestimmt. Die Schwierigkeit einen guten Text zu verfassen. Tagelang schwammen mögliche Einleitungen durch meinen Kopf, bildeten sich aus Wissensmolekülen durch elektrische Impulse zwischen den Synapsen in Klümpchen, fügten und nährten sich von der klaren Brühe meiner grauen Zellen.

Das Thema: Kunst als Ursache für die Gentrifizierung mit großem Fragezeichen. Wichtig sind vor allem die Ansichten der Galeristen. Denn Sie stellen die Kunst anderer KünstlerInnen aus, sind oder waren womöglich auch selbst KünstlerInnen; folglich befinden Sie sich sozusagen am Puls der Kunst. Auch erleben sie die Veränderung innerhalb ihrer Umgebung wandnah. Doch es ist schwieriger als gedacht das Thema hier in all seinen Facetten darzustellen, genügend Galeristen/Künstler an der Potse zu befragen, dafür fehlt mir einfach die Zeit. Und andere haben ähnliches schon viel besser hinbekommen.

Dennoch ein Versuch:
Berlin ist nicht lediglich die Hauptstadt, sondern auch Kunst- und Kulturzentrum Deutschlands. 2013 gab es laut einer Studie des IFSE in Kooperation mit dem BVDG (ausschreiben) in Deutschland etwa 700 Galerien. Davon konzentrierten sich etwa 33% in Berlin. Zum Vergleich: in der Region NRW befanden sich ‘lediglich’ 23% aller deutschen Galerien.
Mittlerweile haben sich rund 400 Galerien in Berlin niedergelassen. Nicht zuletzt zeigen ca. 150 nichtkommerzielle Showrooms und Off-Spaces ständig neue Ausstellungen.

> Gentrifizierung in Berlin; Def.=>Anknüpfung an Ansicht:

Leerstand und niedrige Mietpreise in einem Viertel ziehen Künstler und Kreative an. Mit der Zeit etabliert sich eine Kunstszene, welche die mediale und damit die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf sich zieht. Die Kunst macht das Viertel trendy, zieht wohlhabendere Menschen und damit auch Investoren an. Sie werten das Viertel auf. Kunst, so soll man meinen, ist eine der Hauptursachen für die Gentrifizierung. [Links zu anderen Artikeln einfügen]

[Bild]

Eine weit verbreitete Ansicht, die mir und bestimmt auch Ihnen schon oft untergekommen ist. Doch ist das Thema weitaus komplexer.

=> „es ist interessant zu lesen, dass….“ Verweis auf Quellen/Artikel Süddeutsche & Gentrificationblog

Gentrifizierer – die Rolle des Künstlers?

>Wieso?:…

Viele Künstler sind sich ihrer Rolle bewusst und versuchen dem entgegen zu wirken. Beispielsweise der italienische Künstler Blu. Als er erfuhr, dass das Cuvry Brachland in Kreuzberg durch einen Investor erworben wurde und bebaut werden sollte, übermalte er seine berühmten Cuvry-Graffitti. Er wollte verhindern, dass durch seine Kunst die Mietpreise steigen würden.

[Bild des Curvy Areals Vorher/Nachher]

>Gentrification-Lubricants; Bild

Und was sagen andere?

Interessieren tuen mich v.a. die Ansichten der Galeristen/Künstler im Kiez der Potsdamer Straße. Denn unter anderem hier konzentriert sich die Galerien-/Kunstszene(Nachweis/Zitat) Berlins. Hier in der Umgebung der Potsdamer Straße wird seit neuestem wieder gebaut/saniert(Nachweis/Beispiele[Umgebung Gleisdreieck-Park] mit Links).

Ich frage bei einigen Galerien nach. Doch es ist schwierig. Sie alle haben viel zu tun; höchstwahrscheinlich liegt es an Artweek. Ich hatte es überhaupt nicht auf dem Schirm. Zum Glück bekomme ich aber doch noch ein Interview. Es läuft gut, aber nicht ganz so wie ich erhofft hatte.

An einem lauschigen Herbstnachmittag treffe ich Herrn Kuhn beim Büchersortieren. Die weißen Wände lachen in der Sonne. Wir setzten uns nach draußen. Die Galerie Kuhn&Partner ließ sich 2009 in der Pohlstraße, nur gefühlte 20 Meter vom lebhaften Treiben der Potse, nieder. Zur Zeit hat die Galerie geschlossen, doch schon Mitte Oktober beginnt die nächste Ausstellung. [Anmerkung März 2017: Die Galerie Kuhn ist inzwischen nicht mehr in der Pohlstraße vertreten]

…. Interview-Transcript einfügen…

Und was die Cuvry-Werke angeht:  [Zitat]

> Wieso?

Gegen Ende des Interviews bitte ich um ein Schlussstatement zur Gentrifizierung und merke erst dann, dass nicht Kunst und Gentrifizierung sondern Kunst und Gender Equality verstanden wurde. Die befremdlichen aber freundlichen Blicke, das geduldige Schulterklopfen während ich müde und verwirrt auf meine Notizen starrte – Schuppen fallen mir von den Augen. Wie erklären Journalisten ihren Interviewees, dass es ein Missverständnis gab? Wie macht man das möglichst höflich und ohne dämlich auszusehen? – Mir ist es so peinlich, ich belasse es dabei.

……>Schlussschlenker

Doch die meisten sind sich einig: Gentrifizierung, vor allem die erhöhten Kosten die sie mit sich bringt, ist nicht im Interesse der Künstler.  [Zitat“Künstler – die meisten von Ihnen – sind arm…”. Nachweise]. Auch die Künstler werden in diesem Prozess verdrängt.

[Hinweis auf weitere Lektüre?]

Tradition und Moderne – Der Arts Club Berlin im Verein Berliner Künstler

von Gastblogger Daniel

Tradition und Moderne

Im Zeichen dieser zwei Begriffe findet am Schöneberger Ufer 57 eine Begegnung mit dem traditionsreichen Verein Berliner Künstler statt, der sich dieser Tage mit dem ihm angegliederten Arts Club Berlin nicht nur durch konstante Wandlungsfähigkeit, sondern auch einem internationalen Kunstpublikum präsentiert. Dass der VBK als dienstältester Künstlerverein Deutschlands schon seit längerer Zeit seinen Kurs behutsam in Richtung des Problemfeldes „Zweite Moderne“ lenkt und damit auch einigen vormaligen Anschauungen den Rücken zukehrt, ist schon seit einigen Jahren klar absehbar.

Vereinshaus - Schaufenster der Galerieräume

Foto © Verein Berliner Künstler

Kunsträume und Vernetzungen

Der Arts Club Berlin versucht hierbei mit seiner Konzeption den verschiedenen Vorstellungen, die im aktuellen und globalen Kunstdiskurs und auch in der Kunstproduktion sichtbar werden, Räume zu eröffnen, ohne jedoch die eigene spezielle Verortung aufgeben zu müssen. Das Letzteres nicht einer Notwendigkeit unterliegt, ist einerseits der Konstituierung als Verein zu verdanken, mit der sich der VBK laut Projektleitung und 1. Vorsitzende Sabine Schneider als professionelle Plattform „für Künstler von Künstlern“ versteht.

Andererseits wirkt der Umstand förderlich, dass Berlin sich mittlerweile als beliebte Kunstmetropole positionieren konnte und damit auch der stadtzentrale Standort Potsdamer Platz/Potsdamer Str. sich zunehmender Attraktivität erfreut. Eine Studie des Instituts für Stadtentwicklung  (IFSE) unterlegt diese Aussage und schätzt die Anzahl Kunstschaffender in Berlin auf 6000 deutsche und internationale Künstler_innen, wobei der internationale Anteil aus ca. 30 Ländern sich auf ein Viertel der Gesamtzahl bemisst.

Der Pluralog und die Perspektive

Galerieräume des Vereins Berliner Künstler

Foto © Verein Berliner Künstler

In einem Interview mit Sabine Schneider und der Produktionsleitung Katarzyna Sekulla, situiert hinter den Schaufenstern der Galerieräume des denkmalgeschützten Vereinshauses, wurden einige Hintergründe bezüglich des Projektes verständlich gemacht. Ausgehend von einer erhöhten Nachfrage an einem kontinuierlichen Austausch in Berlin permanent und auch temporär residierender Künstlern entstand mit dem Arts Club Berlin ein Basisentwurf, um ein internationales, interdisziplinäres und generationsübergreifendes Kommunikationsforum für Kunst zu schaffen, welches durch die etablierten Strukturen, Vernetzungen und Möglichkeiten des Verein Berliner Künstler gefördert wird.

So berichtet Katarzyna Sekulla, dass unter diesem pluralogischen Ansatz zwischen den vielschichtigen und unterschiedlichen Formen der Kunstproduktionen und Kunstauffassungen integrativ vermittelt werden kann. Hinzu kommt, dass gerade die Bewusstmachung von Varianz und Spektrum innerhalb von Kunstprozessen der Gegenwart als auch der Historien und deren räumliche Vernetzungen einen Deutungshorizont für zukünftige Entwicklungen auch außerhalb des Kunstsektors schaffen kann, ergänzt Sabine Schneider.

Der offene Diskurs

So dient die Einrichtung von sogenannten ‚public discourses‚ dazu, in performativen Vortragsreihen und anschließenden Diskussionsrunden den gegenwärtigen Kunstdiskurs in seinen partikularen und globalen Bildern zu betrachten.

Die 'public discourses' des Arts Club Berlin

Foto © Verein Berliner Künstler

Die aktuelle Vortragsreihe will mit einer zentralen Problemstellung in den Worten „Überwindung des Territorialen“  Lösungsvorschläge unterbreiten und so wurde am 18.04.2013 zu einem Vortrag der türkischen Künstlerin Kinay Olcaytu mit dem Thema „Ikonographische Beweise: Über die Absurdität jeglicher Kulturvergleiche“ geladen. Der allen Interessierten zugängige Vortrag fand zur abendlichen Stunde in den Galerieräumen auf trapezförmigen Sitzmöglichkeiten bei durchmischten Publikum statt, eine Bar war ebenso geöffnet und so kulminierte der Abend in einer angenehmen und freundlichen Atmosphäre.

Okzident Reisen - Kinay Olcaytu

Foto © Verein Berliner Künstler, © Kinay Olcaytu

Die Künstlerin präsentierte mit ihren Arbeiten eine Kritik am Begriffspaar Okzidentalismus/ Orientalismus. Ihr thematisches Anliegen, sicherlich auch Phänomen einer Gegenmoderne, ist u.a. die Reduktion dieses Begriffspaares auf sexuelle, ökonomische und politische aber auch wissenschaftsbegriffliche Machtverhältnisse und so blieb in der Folge eine kurze politische Diskussion nicht aus.  Eine Alternative stellte die Künstlerin dabei nicht in Aussicht, aber dafür eine lehrreiche Übung im Dekonstruieren.

Kontemporäres und Zukünftiges

Momentan befinden sich in den Ausstellungsräumen der Galerie Werkinstallationen unter dem Titel „… Rudel …“ von der mit dem Benninghauspreis 2012 ausgezeichneten Tine Schuhman.

Weitere Vortragsreihen (Folgethema: „Kunst und Wirtschaft“), Projekte und Kooperation stehen bereits an und so kann in der Tat von einer gelungenen Neubelebung des Verein Berliner Künstler mit dem Arts Club Berlin gesprochen werden.