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Das Grünflächenamt auf dem Magdeburger Platz?!

Auf der Nachbarschaftsplattform nebenan.de waren in letzter Zeit mehrmals Aufrufe von der AG Magdeburger Platz des Stadtteil-Forums Tiergarten-Süd zu lesen. So auch vor vier Tagen: Seit einigen Wochen trifft sich die Arbeitsgruppe Magdeburger Platz des Stadtteil-Forums regelmäßig auf dem Platz und rodet Brennnesseln. Am kommenden Samstag [ heute – 6.5.2017 ab 11 Uhr] nun werden wir dann auf den ersten 200 m² bearbeiteter Fläche säen können, bald werden dort Kornblumen statt Brennnesseln sprießen.
An diesem Tag können wir auch mit weiterer Unterstützung rechnen, da wir uns an dem berlinweiten Aktionstag Berlin machen beteiligen.
Kommen auch Sie, bringen wir Leben auf den Platz, damit wir uns dort wohlfühlen können.

Doch wie wir nun aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, ist heute vielleicht gar nicht sooo viel zu tun oder es sind – im besten Fall – noch viel mehr freie Flächen zum Säen vorhanden. Denn seit einigen Tagen ist das Grünflächenamt-Mitte auf dem Magdeburger Platz tätig. Rupft die Brennnesseln, die doch die AG beackert.

Ob das was mit dem Aktionstag zu tun hat? Der Ankündigung, dass MitarbeiterInnen der Berliner Woche unterstützend mit dabei sein werden? Oder gar mit dem Besuch vom Stellvertretenden Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat Ephraim Gothe bei der Sitzung des Stadtteil-Forums Anfang Mai? Dort wurde er auch auf den Magdeburger Platz angesprochen, denn das Stadtteilforum hat einen ausführlichen Beschluss zu der gesamten Materie erstellt. Seine Antwort war mit Informationen des Grünflächenamtes unterfüttert, dazu später mehr.

Dass der Madgeburger Platz grüne Anteilnahme dringend nötig hat, sah auch HU-Gastblogger Lukas bei einem kurzen Besuch dort vor wenigen Wochen. Hier sein Beitrag:
Der Magdeburger Platz ist seit über 20 Jahren sehr vernachlässigt worden und benötigt dringend eine Umgestaltung. Gartenbau und Pflege sind seit langem eingestellt. In den letzten Jahren ist kaum passiert und Prostitution und Drogenhandel sind allgegenwärtig. HU-Gastbloggerin Steffi schrieb bereits vor einem Jahr darüber einen Artikel

In meinem ersten Artikel  in diesem Jahr schrieb ich über die beiden Landschaftsarchitektur-Studenten Lars und Luisa, die sich mit der Umgestaltung des Magdeburger Platzes in ihren Abschlussarbeiten beschäftigten.

Mit beiden Konzepten in der Hand ging ich daraufhin persönlich zu dem Platz um mir Anwohner-Meinungen einzuholen. Wie reagieren sie auf den Platz und die mögliche Umgestaltung?

Es ist der erste richtig warme Tag in diesem Jahr. So warm, das man sogar nur im T-Shirt draußen sitzen kann . Die Sonne scheint und der Himmel ist strahlend blau. Gegen 14 Uhr, an diesem Märztag, sitze ich auf einer der Parkbänke auf dem Magdeburger Platz und lasse ihn auf mich wirken.

Man sieht, dass hier wenig Arbeit investiert wird bzw. nur das Nötigste. An einer Stellen liegt ein Stapel gesägter Äste, die der nächst kräftige Windstoß vermutlich eh mitgenommen hätte.

Der Platz ist fast menschenleer, Wenige finden den Weg hierher. Gegenüber sitzen 2 Männer, eine Frau stößt mit ihrem Hund dazu. Scheinbar verbringen die drei öfter gemeinsame Stunden auf dieser Bank. Auf einer anderen Bank arbeitet eine junge Frau an ihrem Laptop. Ein Vater schaut seinem Sohn beim Schaukeln zu. Ein Mann schlendert eisleckend über den Platz.

Ich erhebe mich von der doch recht ungemütlichen Parkbank, um dem Skater, der sich gerade eine Zigarette dreht, ein paar Fragen zu stellen. Er ist Mitte 20 und verbringt gerade sein Mittagspause auf dem Magdeburger Platz, da er direkt um die Ecke arbeitet. Auf die Frage hin wie er den Platz findet antwortet er: „Nicht so schön, aber immerhin etwas grün“. Er weiß um die Probleme der Prostitution, groß aufgefallen sind sie ihm jedoch noch nicht (ich schätze tageszeitbedingt). Ich zeige ihm die Entwürfe von Lars und Luisa. „Wäre eine schöne Idee, nur ob sich das wirklich so lohnt ist eine andere Sache?

Ich spreche eine ältere Frau an, die sich gerade auf eine Bank gesetzt hat. Merklich unangenehm ist ihr die Situation und versucht mich abzuwimmeln: „Ich lebe hier erst seit Kurzem, dazu kann ich nichts sagen.“ Ich verabschiede mich höflich und setze mich ein paar Bänke weiter. Nach 5 Minuten kommt sie zu mir und fängt dann doch ein Gespräch an. Ich erfahre, dass sie nur heute ausnahmsweise hier sitzt, da sie krank ist. Normalerweise läuft sie viel oder fährt Fahrrad im Gleisdreieck oder am Landwehrkanal.

Ich frage warum sie so selten auf dem Magdeburger Platz ist, da sie ja direkt um die Ecke wohnt. „Das hier ist Pornografie vom Feinsten. Das ist ja nicht zum Aushalten. Das ist seit 50 Jahren schon so und das wird sich auch nicht mehr ändern“, sagt sie empört.

Ob sich der Magdeburger Platz ihrer Meinung nach verändert hat über die Jahre, frage ich. „In den 60ern gab es hier noch Gartenbau und man hat den Rasen gesprengt im Sommer. Die Pflege wurde aber vor circa 20 Jahren eingestellt.

Sie findet die Konzepte der Umgestaltung ansprechend und fügt hinzu: „Ich würde öfter hier her kommen, wenn es denn schöner wäre“.

Zum Abschied verrät mir die Frau sogar ihren Namen. Elvira.

Entwurf Lars Schöberl

Ich mache noch ein paar Bilder und mich dann auf den Heimweg. Schön ist der Platz nicht. Circa eine Stunde war ich dort und habe nicht mehr als 20 Menschen dort gesehen (und das bei schönstem Frühlingswetter). Auch ich bin der Meinung – hier sollte sich etwas ändern.
Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Centers an der Humboldt Universität.

Das Bezirksamt und die Entwürfe
Doch wie lautet nun die Reaktion des Grünflächenamtes auf diese Pläne. Misslich am Gestaltungsvorschlag sei – so übermittelt Stadtrat Gothe – dass Tiergarten-Süd gerade als Quartiersmanagement-Gebiet ausgelaufen sei. Dies sei ein ungünstiger Zeitpunkt. Und schließlich sei der Park gerade im Jahr 2000 umgestaltet worden. Im Herbst 2016 sei – auch auf Wunsch der AnwohnerInnen – ein Zaun installiert worden. Ein moderates Auslichten wäre vielleicht möglich. Doch aus Gründen des Naturschutzes sei ein Kahlschlag undenkbar. Und aufgrund der finanziellen Ausstattung des Amtes  sei an eine Beleuchtung und deren Unterhalt nun gar nicht so denken.

Doch so schnell lassen sich die Menschen, die sich seit Jahren hier engagieren, nicht abwimmeln. Das sei eine sehr konkrete Antwort auf einen nicht sehr konkret gemeinten Plan, einen Denkanstoß, um den Platz wieder zu beleben, gibt jemand zu bedenken.

Und da nun einmal ein Stadtrat direkt vor Ort bei den Menschen ist, kommt die Bitte um eine Terminvermittlung bei Bezirksstadträtin Sabine Weißler, zuständig aber nicht terminoffen für Fragen zu Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz im Bezirk Mitte von Berlin.

Das im Weiteren auftauchende * bezieht sich auf die Eröffnung des Zaunes und Pressetermines mit Carsten Spallek und Jürgen Götte, die am 15.8.2016 stattfand. Die beiden Herren erhielten fröhlich bunte Erinnerungsstücke, damit sie sich doch bald wieder auf den Platz betätigen können. Carsten Spallek hat inzwischen in Berlin-Mitte das Ressort gewechselt. Herr Götte ist weiterhin im Straßen- und Grünflächenamt Berlin-Mitte tätig.

Das Statement eines weiteren AG-Mitgliedes: 2000 ist schon eine Weile her. – Hört! Hört! – Heute, im Jahr 2017, sollten sich Leute dafür stark machen dürfen, dass es eine Umgestaltung gibt. Außerdem hat sich die Prostitution anders entwickelt. Immer wenn es Wahltermine gibt* oder ein Stadtrat in den Kiez kommt, werden die Brennnesseln geholt. Wir machen seit Wochen eigene Gärtneraktionen. Wir brauchen kontinuierliche Aktionen und keine Hauruckaktionen vor Politikerbesuchen.

„Verooonika, der Bagger ist da“ – Familiengarten Kluckstraße in Not

Von HU-Gastbloggerin Kaya

Vorabmeldung: Am Donnerstag, den 14. April zwischen 10 und 16 Uhr wird auf dem Gelände gegärtnert bzw sind GärtnerInnen dabei, das Grün vor dem Baggern zu retten. Wer dabei helfen möchte, geht am besten direkt dorthin und packt an, wo es etwas zu tun gibt. 

Es ist ruhig, dafür, dass wir uns mitten in Berlin befinden. Der Familiengarten in der Kluckstraße ist ein kleines grünes Idyll. Am Zaun hängen Schilder mit Aussagen wie „Wir gärtnern ohne Torf.“ Da juckt mein nachhaltig interessiertes Näschen und ich tauche ab ins langsam aufblühende Grün und lasse die Großstadt hinter mir. Nichts scheint diesem Ort etwas anhaben zu können.

Aber Pustekuchen!
Demnächst soll eine Baustellenzufahrt durch den Garten führen. Eine Teilfäche wurde bereits gerodet, wobei quasi über Nacht der Kompost verschwunden ist. Das ist alles andere als idyllisch und frühlingshaft! Andererseits: Ein bedrohter Garten ist zwar weniger idyllisch, verdient es aber umso mehr, dass man über ihn schreibt.

Gemeinsam mit unzähligen anderen großen und kleinen Nutzern des Familinengartens wurden die einzelnen Holzlatten einen Sommer lang individuell bemalt.

Im Frühjahr 2010 begann das Projekt wachsenlassen den Gemeinschaftsgarten in der Kluckstraße aufzubauen. Seitdem ist viel gepflanzt, geerntet, gebangt und gelacht worden. Ausschlag für einen wichtigen Meilenstein war die Meinungsverschiedenheit mit den Wild-Kaninchen über den Gemüsegarten, woraufhin 2012 ein kunterbunter Lattenzaun gebaut wurde.

Kindergartenkinder und Auszubildende eines Sägewerks hobelten, sägten, schliffen und malten gemeinsam. „Der Zaun ist beispielhaft für unsere Art zu arbeiten„, erklärt mir Gabriele Koll. Wie bei allen Belangen war es ihr als Projektleiterin und allen Beteiligten wichtig, auf möglichst nachhaltige Weise vorzugehen. Das Holz für den Zaun stammt aus einheimischen Berliner Forsten und wurde nicht nachträglich mit chemischen Mitteln behandelt.

Die Baustelle
Das Kiezzentrum ‚Villa Lützow‚, auf dessen Gelände sich auch der Familiengarten befindet, soll schon seit langem saniert und ausgebaut werden. Eigentlich eine tolle Sache. Ursprünglicher Baubeginn sollte der 01.01.2016 sein; seitdem steht das Haus leer. Die unterschiedlichen Träger wie Gladt e.V., KomBi Kommunikation und Bildung, der Stadtteilverein Tiergarten, FiPP e.V. oder auch KIDZ e.V. mussten sich damals – teilweise in anderen Bezirken – neue Bleiben suchen. Bis Februar diesen Jahres wusste niemand, wie lange sich der Baubeginn noch verzögern würde. Nun soll es am 01. Mai losgehen. Und die Baustellenzufahrt soll genau durch den Gemeinschaftgarten führen.

Am Rande der gerodeten Fläche, da, wo zuvor der Komposthaufen war, liegen jetzt nur noch die Holzpaletten, die den Kompost vorher umgrenzt haben.

Vor ca. drei Wochen haben wir plötzlich entdeckt, dass ein Teil des Garten gerodet wurde. Der schöne Kompost, der dieses Jahr endlich einsatzbereit gewesen wäre, ist verschwunden,“ erzählt mir Gabriele Koll als wir auf der trostlosen braunen Erde stehen, die vor Kurzem noch von Büschen bedeckt war.

Mitglieder des Stadtteil-Forum Tiergarten-Süd waren entsetzt und verfassten Ende März einen Protestbrief an Carsten Spallek, Stadtrat für Schule, Sport und Facility Management: Mit Entsetzen haben die Projektleitung und das Stadtteilforum festgestellt, dass unabgesprochen großflächige Rodungsarbeiten auf dem Gelände für die Bauvorbereitungen durchgeführt und dabei bereits wichtige Flächen und Arbeiten des Projektes zerstört wurden. … Grundsätzlich halten wir es für unbedingt notwendig, dass die Planungen für die Baumaßnahme mit den Trägern vor Ort abgestimmt werden. Damit wurden 2009/2010, als der Familiengarten unter Federführung des Grünflächenamtes angelegt wurde, sehr gute Erfahrungen gemacht. … Das Stadtteil Forum wendet sich daher entschieden gegen die aktuelle Vorgehensweise, die die Arbeit im Familiengarten übermäßig behindert oder sogar zunichtemacht. Wir haben daher einen Lösungsvorschlag erarbeitet, der den Erhalt der Gärten sicherstellt und gleichzeitig eine ungehinderte Baustellenzufahrt ermöglicht. (der gesamte Brief als pdf download)

Aus dem Büro Spallek kam nach einer Woche lediglich die Information, der Brief sei an den Leiter des Facility Managements weitergeleitet, da dieses für die Organisation des Bauvorhabens zuständig sei.

Ob der Vorschlag des Stadtteil-Forums für eine alternative Baustellenzufahrt beim Facility Management abgewogen wurde, ist bis dato nicht bekannt.

Auch das Jugendamt Mitte engagierte sich noch einmal für alternative Pläne, trug noch einmal Bedenken vor, wurde jedoch auch nicht gehört. Es scheint, dass unbedingt am Baubeginn Anfang Mai festgehalten werden soll.

Umsetzaktion: Rettung oder Illusion?
Eine Übergangslösung für die zwei Jahre, in denen gebaut werden soll, wäre eine teilweise Umsiedlung des Gartens. Allerdings weiß niemand genau, wann die Zufahrt errichtet werden soll. In drei Wochen, in einer, morgen? So eine Umsiedlung kostet Zeit und Geld. Beides ist in einem ehrenamtlich beackerten Garten Mangelware. Zudem ist im letzten Jahr die Finanzierung für den Garten ausgelaufen, gemeinsam mit KIDZ e.V. sind Anträge bei Stiftungen und anderen Fördergeldgebern in Planung.

Es müssten ca. 40 Beeren-, Gemüse- und Blumenstauden sowie zahlreiche Gehölze ein neues Zuhause auf Zeit bekommen. Ob die Pflanzen einen Umzug überstehen, bleibt fraglich. Für Pflanzenumsetzungen hätte man sich keinen ungünstigeren Zeitpunkt als Anfang April wünschen können. Zudem müsste der bunte Zaun ab- und wieder aufgebaut werden.

Dass auch das Insektenhotel umgesetzt werden muss, wird den BewohnerInnen vermutlich gar nicht gefallen.

Besonders problematisch wäre auch die Umsetzung des Insektenhotels, dass seit zwei Jahren endlich bewohnt ist: „Die Natur passt sich nicht so einfach an solche Hau-Ruck-Aktionen an.

Bisher gärtnern auf dem Gelände zwei Kindergärten, vier Familien und zwei Einzelpersonen. Diese haben schon bereitwillig Hilfe angeboten und wollen auch während der Übergangsphase im zerteilten Garten weiter mit anpacken, um Stärke und Präsenz zu zeigen.

Leider sind all diese Überlegungen rein hypothetisch, solange es nicht wenigstens eine kleine Förderung für den Garten gibt. Allein mit der Hilfe der ehrenamtlichen Gärtner ist die Versetzung nicht zu stemmen. „Wir bräuchten Erde, Holz und Fachkräfte; das alles kostet“, seufzt Gabriele Koll.

Wie können Sie uns unterstützen, unseren Garten zu erhalten?
Heute, am 8. April, veröffentlicht sie gemeinsam mit KIDZ e.V. einen Aufruf mit Unterstützerschreiben , in dem die Situation geschildert wird und es abschließen heißt:

  • Sich gemeinsam mit uns für eine dauerhafte Finanzierung des Angebots engagieren und dazu auch kreative Ideen entwickeln,
  • uns bei der Rettung von Pflanzen und des kunsthandwerklich gestaltetes Zauns um unseren ‚Bauerngarten‘ tatkräftig unterstützen,
  • uns als Referenz ein Unterstützerschreiben (siehe Rückseite) zusenden
  • uns finanziell mit einer Spende auf folgendes Konto unterstützen:
    KIDZ e.V.
    IBAN: DE 48 1007 0848 0440 3903 00
    BIC: DEUTDEDB110
    Die Arbeit von KIDZ e.V. ist als gemeinnützig und förderungswürdig anerkannt. Spenden und Förderbeiträge sind steuerlich abzugsfähig.

Ausgang offen. Und es bleibt die Frage: Wieso gibt es kein Geld für einen Garten, der zum geplanten Kiezzentrum dazu gehört und nachhaltige Arbeit im Bereich Umweltbildung leistet?

Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt Universität.

Denn sie hätten sonst keine Herberge

Werbung im Kiez

Bezirkspolitisch gehört das Krankenhaus natürlich zu Tiergarten-Süd, doch befindet es sich gleichzeitig im Kirchenkreis Schöneberg.

Viele der bestehenden Netzwerke und Halteseile des Kiezes sind unsichtbar aber sehr wohl funktionabel. So ist über das Engagement für Flüchtlinge der syrisch-orthodoxen Kirche in der Potsdamer Straße auf dem potseblog bereits berichtet worden.

Als nun im Herbst 2015 die von der Kirche angemieteten Wohnungen in der Monumentenstraße nicht mehr zur Verfügung standen, funktionierte das Netzwerk wunderbarst und ohne dass viel Aufheben darum gemacht wurde. 30 Menschen fanden eine neue Unterkunft auf dem Gelände der Evangelischen Elisabeth Klinik. Dort steht ihnen seitdem Petra Herms, Chefsekretärin des Krankenhauses , mit Rat, Tat und Anteil nehmender Fürsorge zur Seite. Weiterlesen

„Bier jeht immer“

Eingang_Magdeburge_Platz

„…von morjens um sechse bis abends um neune! “ Dahinter verbirgt sich nicht etwa ein persönliches Geständnis, sondern lediglich die Antwort auf die Frage, was sich im Bistro am Magdeburger Platz am besten verkauft.

So weit, so gut, ein typischer Späti eben. Aber weit gefehlt. Denn ein weiterer Verkaufsschlager: die belegten Brötchen und der Mittagstisch, zum Beispiel Soljanka oder Kartoffelsalat mit Boulette, selbstgemacht und für’n Appel und’n Ei. Damit locken Jürgen (wir duzen uns, alles andere wäre unpassend) und seine vier Kollegen täglich unzählige Kunden an. Da kann es schon mal richtig voll werden. Als ich mir am Vortag einen Kaffee bestelle, muss ich mir meinen Sitzplatz mit Blick auf den kleinen Park gegenüber regelrecht erkämpfen. Weiterlesen

Der letzte Tischler vor der Mauer

Von HU-Gastblogger Tony

Mit Tischlermeister Ernst Helmut Ißleib lernte ich heute einen offenen und redseligen Ur-Berliner kennen, der äußerst aufgeschlossen von seinem Betrieb und den Wandel rund um die Potsdamer Straße erzählt. Und er kann viel berichten, schließlich ist sein Tischlereimeisterbetrieb in der Lützowstraße 93 seit 1950 in Familienbesitz und wird es auch bleiben, da sein Sohn demnächst die Nachfolge antreten wird. Weiterlesen

Allegro-Grundschule erhält überdurchschnittliche gute Noten – trotz desaströsem BA Verwaltungshandeln

Oder:
Denn keiner weiß, was das Bezirksamt Mitte während den Ferien vorhat.

Allegro_Schulausschuss_Juli2015_10Ach wie schön wäre es, einfach nur zu unterrichten,“ seufzt die eine. „Na die Werbung für die Schule können wir uns ja in Zukunft schenken,“ die andere. „Ich nehme meinen Sohn jetzt mit in den Schulausschuss, damit er lernt, was wir seit Monaten dort diskutieren,“ die nächste. „Sind alle unsere Bemühungen für die Katz gewesen,“ eine weitere.

Tatort BVV-Schulausschuss in Berlin-Mitte am 10. Juli 2015. Eine Gruppe von der Allegro Grundschule protestiert – mal wieder – gegen die räumliche Verkleinerung der Allegro Grundschule. Niemand hat darüber Buch geführt wie oft sie seit Herbst in diesen Räumen waren, um entweder beim Schulausschuss oder in der Bezirksverordnetenversammlung für den Erhalt der Schulklassen und Musikräume zu argumentieren und zu streiten. Weiterlesen

Ökomarkt an der Lützowstraße – auf einen Plausch mit den HändlerInnen

Oekomarkt_Voigt_02Ein Wildkräutersalat schmeckt am besten mit einer etwas süßlichen Vinaigrette,“ erklärt mir Conni. „Sie können aber auch Banane hinein pürieren.“ Am frühen Nachmittag stehe ich auf dem Stadtplatz der Evangelischen Elisabeth Klinik am Stand des Gärtnerinnenhof Blumberg . Weiterlesen

Arbeit und Anerkennung im Lützowtopia

Von Gastbloggerin Christine

Im Maggi-Haus in der Lützowstraße liegt das einzigartige „Lützowtopia“, eine Tagesstätte für Menschen mit HIV/Aids oder Hepatitis C, die eine seelische Behinderung haben. Hier dreht sich alles um Menschen, die aus verschiedenen Gründen durch das Netz der sozialen Absicherung gefallen sind. Durch Arbeit und Beschäftigung sollen sie ihrem Leben wieder Struktur geben.

Ein freundliches Lächeln und der Duft von Kaffee – mein Empfang bei Lützowtopia ist perfekt. Karin Waltz, Leiterin der Tagesstätte, sitzt gerade mit ihren Klient_innen beim Frühstück, begrüßt mich und bietet mir etwas zu trinken an. Die Leute am Tisch unterhalten sich ruhig, die Atmosphäre wirkt entspannt. Im Gespräch erklärt mir Karin Waltz, dass das tägliche gemeinsame Frühstück und Mittag zum Programm gehören. Dazwischen finden die diversen Arbeitsgruppen statt. Weiterlesen

Neueröffnung Maître Vite

Von HU-Gastbloggerin Senta

„Sie sind ja hier. Hallo, schön Sie zu sehen. Das ist ja klasse, Sie hier zu sehen. So geht das jetzt schon den ganzen Morgen,“ sagt Moni und strahlt. „So viele Potsdamerianer waren schon hier. Sie freuen sich sehr, dass das Maître Vite wieder einen Laden hat. Und ich freue mich, dass ich weiterhin an der Potsdamer dabei bin.

Maitre vite_06

Inhaber Dennis Pieczarka nickt bestätigend. „Seitdem die Schilder hier an den Fenster waren, habe ich immer wieder E-Mails und Nachrichten erhalten von Leuten, die wissen wollten, wann wir denn nun endlich aufmachen,“ sagt er. „Das ist schon sehr ermutigend.“ Weiterlesen

Wachsenlassen und die Grüne Bibliothek

Von HU-Gastbloggerin Luna

Wenn im Frühling die ersten Maiglöckchen zum Vorschein kommen, dann möchte man manchmal dem Alltag entfliehen und einfach die Natur genießen.

Im Gemeinschaftsgarten Wachsenlassen in der Kluckstraße 11 in Tiergarten-Süd wird den Bürgern des Kiezes genau das ermöglicht. Und wer sich vorher mit dem Thema urbanem Gärtnern vertraut machen möchte, kann in der anliegenden Grünen Bibliothek in einem der vielen Bücher zu diesem Thema schmökern.

Grüne Biblio2,1Das Fortbestehen der Bibliothek verdankt sich engagierten Bürgern, die sich im Januar 2013 zusammengeschlossen haben, um die von Schließung bedrohte Bibliothek Tiergarten Süd weiterzuführen. Gemeinsam mit dem Amt für Weiterbildung & Kultur Berlin-Mitte, Fachbereich Bibliotheken, dem Stadtteilverein Tiergarten e.V. und der IG Bibliotheken, haben sie das Konzept der Grünen Bibliothek entworfen. Sie ist ein generationsübergreifendes und interkulturelles Projekt, das Angebote im Bereich Urbanes Gärtnern, Do It Yourself und Sprach- und Leseförderung anbietet. Weiterlesen