Schlagwort-Archiv: Lützowstraße

Die Evangelische Elisabeth Klinik

Von Gastblogger Volker Thomas

Das Haus liegt mittendrin im Kiez, bis zum Potsdamer Platz ist es nicht weiter als bis zum Nollendorfplatz und zum Park am Gleisdreieck. Zwischen diesen Koordinaten spielt sich das Leben rund um die „Potsdamer Straße“ ab: Hotels, Restaurants, Bars, Jugendherbergen und Luxusappartements, Galerien und eine bunt gemischte Bevölkerung. Für alle ist sie da: die Evangelische Elisabeth-Klinik, ein Haus, das 2012 seine 175-Jahr-Feier beging. Damit ist es – nach der Charité – die zweitälteste Klinik in Berlin. Weiterlesen

Und alle helfen mit

Von HU-Gastblogger Carsten.

Der 2003 gegründete, gemeinnützige Verein “Förderverein der Allegro-Grundschule e.V.” besteht aus Lehrern, Erziehern, Eltern und Freunden der Schule. Alle 56 Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und auch die Kinder können sich aktiv einbringen. Die Mitglieder versuchen die pädagogische Arbeit an der Schule in allen Bereichen möglichst gut zu unterstützen und zu fördern. Dafür wurden mehrere Projekte und Aktionen ins Leben gerufen, denen noch viele weitere folgen sollen.

allegro4

Da die Allegro-Grundschule nur Gelder vom Staat über einen immer geringer werdenden Etat verwalten darf, wurde der Förderverein ins Leben gerufen. Dieser darf im Gegensatz zur Schule auch Spenden sammeln und damit gezielt Projekte mit Geldern außerhalb dieses staatlichen Etats finanzieren.

Der Verein beschränkt sich jedoch nicht nur auf Finanzielles. Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit ist die aktive Beteiligung am schulischen Geschehen. Durch die enge Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern lässt sich der Lernweg der Kinder deutlich besser fördern. Ausdruck findet diese Zusammenarbeit z. B. in Form von Projekten zur Erlernung einer ausgewogenen Ernährung schon während der Schulzeit.

Weiterlesen

Ades` Wunderland – Schräger Humor im Schwulen Museum

Geschrieben von Gastbloggerin Christina Hirsch

Das Schwule Museum präsentiert sich selbstbewusst: die Räume sind modern, großzügig und lichtdurchflutet. Ein umfangreiches Archiv, wechselnde Ausstellungen sowie internationale Kooperationen – Seriosität wird groß geschrieben. 

In Kontrast dazu steht die neue Ausstellung „Ades` Wunderland – 50 Jahre Comedy-Cult“, jedenfalls scheinbar. Mit buntem Klamauk und jeder Menge Anzüglichkeiten sorgt Ades Zabel seit über 30 Jahren für Stimmung. Doch dazu gleich mehr…

Edith Schröder

Edith Schröder – Wie viel Ades Zabel steckt in ihr?

 Das Schwule Museum am neuen Standort in der Lützowstraße

Weiterlesen

Rettung des Kiezmosaiks

Zwischen 2009 und 2012 entstand an der Mauer des Seniorenheims der Evangelischen Elisabeth Klinik in der Lützowstraße auf einem circa 1 Meter hohen und 15 Meter langen Fries das „Kiezmosaik“, ein Projekt von Anita Staud und Regine Wosnitza.

Kiezmosaik

KiezbewohnerInnen, SchülerInnen der Allegro Grundschule, BewohnerInnen des Seniorenstiftes der Ev. Elisabeth Klinik, Klinikpersonal, Mitglieder der Malkurse von Anita Staud, BesucherInnen des Frauentreffs Olga, PassantInnen und KünstlerInnen aus dem Kiez Tiergarten-Süd bemalten einzelne Backsteine mit historischen und zeitgenössischen Motiven.

Kiezmosaik_Aktion_20

Kiezmosaik_Aktion_08

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kiezmosaik_Aktion_29

Kiezmosaik_Aktion_15

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anfang 2012 ereilte uns die Nachricht, dass das Seniorenheim abgerissen werden sollte. Dies war nicht nur aufgrund der gemeinsamen kreativen Arbeit von so vielen Menschen am Kiezmosaik zu bedauern, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass das Gebäude eines der ältesten im Kiez ist. Denn die Evangelische Elisabeth Klinik ist nach der Charité das zweitälteste Krankenhaus Berlins. Errichtet wurde das Gebäude im Zuge der Bebauung der Potsdamer Straße Ende des 19. Jahrhunderts.

Glücklicherweise konnten wir während der Abrissarbeiten, die im April 2014 begannen, einen Stopp erwirken und zogen so mit Hammer, Meißel, Handschuhen und Muskeln dorthin, um wenigstens einen Teil der Backsteine zu retten. Herzlichen Dank an die Bauleitung und die Leitung der Evangelischen Elisabeth Klinik, die dieses möglich gemacht hat.

SAMSUNG SAMSUNG SAMSUNG SAMSUNG

 

 


 

 

 

 

Flinke Finger statt fiese Fäuste. Musik an der Allegro-Grundschule

von HU-Gastbloggerin Katarina Wagner

Musik macht Kinder selbstbewusst. Musik macht Kinder schlau. Musik macht Kinder sozial kompetent. Das sind die oft angeführten Ergebnisse von diversen Studien zur Auswirkung von Musikerziehung. Allerdings kann es doch etwas anstrengend für ein Kind sein, wenn es eigentlich mehr Lust hätte, frei zu spielen. Umso besser erscheint also die Idee, Musikunterricht in den Schulen auszubauen, wo die Kinder miteinander, im Klassenverband oder im Schulorchester musizieren können und das Ganze dann auch vorstellen können.

Das passiert in der Allegro-Grundschule in der Lützowstraße. In deren Aula sitze ich bei einer Infoveranstaltung. Übrigens eine sehr schöne, große Aula. Farbig bemalte, hohe Wände, großen Fenstern und auf der Bühne und auf Tischen sehe ich Überbleibsel der vergangenen Leseprojektwoche: Die Kinder haben Wörterschatzkisten und Köpfe aus Pappmaché mit Worthaaren gebastelt.

Die Schule ist im August 2010 aus der Fusion der Grips Grundschule mit der Fritzlar-Homberg-Grundschule entstanden. Die erste brachte das Leseprofil mit und die zweite die Musikbetonung.  Deswegen gibt es in dem riesigen Schulgebäude eine Bibliothek, in jedem Klassenzimmer Leseecken und viele Musikräume für die AG´s und den regulären Musikunterricht.

Musik! Kostenlos und für alle

Die Musikbetonung bringt allerdings keine Kosten für die Eltern mit sich, ein großer Vorteil gegenüber Privatunterricht. Der Instrumentalunterricht, das Spielen in einer Ensemblegruppe und das Ausleihen der Instrumente sind an der Allegro-Grundschule kostenlos. So hat jedes Kind die Möglichkeit Musik und Instrumente kennen und spielen zu lernen, gemeinsam zu üben und stolz aufzuführen und zwar unabhängig vom Geldbeutel oder Förderinteresse der Eltern, von Befähigung und Herkunft.

Miteinander und voneinander lernen

Und die Kinder kommen, typisch für den Kiez, aus Familien mit allen möglichen Nationalitäten und Migrationshintergründen. Das ist auch bei der Infoveranstaltung ein großes Thema. Manche Eltern befürchten wegen dadurch entstehender Konflikte ein schlechteres Lernklima an der Schule. Allerdings sind sich alle anwesenden Lehrer_innen einig, dass die Vielfalt an der Schule doch vor allem etwas Schönes ist.

Die Konrektorin Frau Varbelow zählt ungefähr 24 Nationalitäten auf der Schule, von denen aber eigentlich zurzeit keine überwiege. Die Kinder lernen nicht nur miteinander, sondern auch voneinander. Zum Beispiel bei den Ländertagen, an denen jedes Kind „sein“ Land und typische Musik und Gerichte vorstellt. Sie lernen also, andere (aus anderen Ländern und Kulturen und auch Kinder mit Behinderungen) zu akzeptieren und auch mit Konflikten umzugehen. So etwas könnte eine einzige Familie ja gar nicht leisten.

Flinke Finger statt fiese Fäuste

Gewaltprävention ist auch eines der Ziele des gemeinsamen Musizierens und all den anderen oft künstlerischen Projekten, bei denen die Schüler_innen lernen sich auszudrücken und zusammen zu arbeiten. Man kann natürlich nicht sagen, ob es ohne die Musikförderung an der Schule mehr Konflikte gäbe, allerdings sei hier auch keine übermäßige Aggressivität oder Ähnliches zu beobachten.

Ralph Braun, Leiter des Musikprofils, meint: „Unser subjektiver Eindruck ist, dass wir weniger Ausgrenzung haben. Schüler, die durch schlechte Leistungen im normalen Unterricht nicht akzeptiert wären, können durchaus durch eine Solostimme bei einer Aufführung mit dem Orchester unheimliche Anerkennung bekommen. Es gibt immer mal wieder Kommentare von Kollegen: ´Das ist ja toll, hätte ich nie gedacht, dass er so etwas kann, der ist ja wie ausgetauscht, da bin ich ja vollkommen beeindruckt.´

Der Musiklehrer erinnert sich: „Ich war erst einige Tage an der Schule und sah die Proben zu „Florian auf der Wolke“ und war so beeindruckt, dass mir fast die Tränen in den Augen vor Rührung standen. Ich hatte es nicht für möglich gehalten, was mit Schülern in diesem Alter möglich ist. Damit stand für mich der Entschluss fest, dass ich an dieser Schule bleiben möchte, so lange es irgend geht.”

Vom Klassenzimmer in die Philharmonie

Schon ab dem ersten Schuljahr werden alle Kinder in die Grundlagen der Musik eingeführt. Erstmal in die Rhythmik. Trommeln und so schwierig aussprechbare Sachen wie Xylophone. Dann kommt die Flöte im zweiten Schuljahr und dann, je nach Belieben, zum Beispiel die Geige oder die Gitarre. In der 4. Klasse kann noch dazu Schlagzeug gelernt werden, auch sehr beliebt.

„Es ist ja auch schön wenn die Kinder sehen, wie sie heranwachsen, wenn sie nicht mehr die Flöte brauchen, sondern schon Geige spielen können und das dann auch zeigen können. Das gibt ihnen schon viel Selbstbewusstsein, wenn sie dann auf der Bühne hochgejubelt werden. Vor allem die Schlagzeuger, das sind immer die Coolsten.“, erzählt Katrin Gödelitz, Lehrerin an der Schule, lächelnd.

Und die Kinder haben oft Möglichkeit, zu zeigen, was sie drauf haben, jedes Jahr gibt es die musischen Tage, bei denen jede Musik-AG und auch Klassenorchester auftreten. Manche Gruppen treten noch häufiger auf, z.B. bei Einschulungsfeiern, Schulkonzerten und –festen. Das Schulorchester hatte in den letzten Jahren sogar öffentliche Auftritte im ICC, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, im Olympiastadion und im Roten Rathaus.

Frau Gödelitz bemerkt, dass die Musikbetonung der Schule in dem Sinne ja auch Elternbildung sei. „Viele der Eltern waren ja zum Beispiel noch nie in der Philharmonie und trauen sich ja dort auch gar nicht rein. Die Eltern werden also auch an klassische Musik herangeführt und haben mal Gelegenheit in ein Konzerthaus zu gehen.“

Es ist also tatsächlich eine Schule für alle: für Kinder jeglicher Herkunft und Befähigung und sogar die Eltern können noch was lernen

Pumpe, Kumpel und Maultaschen

Schnellen Schrittes am Casino vorbei. Dann rechts um die Ecke. Ich bin angekommen: Lützowstraße, Berlin, Tiergarten Süd. Viel Zeit habe ich nicht. Mal sehn ob mir die Straße in unserem spontanen Blitzdate trotzdem etwas offenbart.

Frischer Asphalt liegt ihr zugrunde. Nicht minder frisch der Wind, der mir entgegen schlägt. In beide Richtungen breite Fahrradstreifen. Mangels Drahtesel ziehe ich notgedrungen den Gehweg vor. Doch das erweist sich als Glücksfall. So fällt mir nach wenigen Metern sofort die bunt bemalte Backsteinmauer auf. Jeder Backstein hält ein eigenes Bild für das wachsame Auge parat. Teils das Übliche wie es in alte Bäume in Parks geritzt ist: Menschen die ihre Zuneigung für einander verewigen. Aber auch Steine, die kleine bescheidene Gemälde andeuten. Und andere, die einfach schlicht bemalt sind. Was ist das bloß? Ein Blick in den Hauseingang verschafft Aufklärung: Ich habe das Kiezmosaik entdeckt.

Doch ich muss weiter. Die Lützowstraße ist lang und die Zeit knapp. Vorbei an der Elisabeth-Klinik, die sich hinter einem flachen Bauzaun nicht zu verstecken vermag. Dann folgt ein kleines Ensemble an Bauten, die einer Bungalowsiedlung ähneln. Die halbrunden Dächer fallen ins Auge. Wirkt irgendwie einladend. Und das ist auch gut so. Viel zu oft wirken Bibliotheken mehr abschreckend. Wer die Kommode am Bebelplatz kennt, weiß wovon ich rede. Aber die Stadtteilbibliothek Tiergarten-Süd heißt jeden bereits mit ihrer Architektur willkommen. Und wer viel Lesefutter seinem Hirn einverleibt, der braucht auch was für den Magen. Da hilft der Familiengarten gleich direkt neben der Bibliothek weiter. Doch wer hier etwas essen will, der muss auch vorher auch etwas angebaut haben.

Ohne Stärkung zieht es mich weiter. Von weitem sehe ich ein Schild, das mich nach links zum Arbeitsgericht schicken will. Passend dazu erkenne ich, dass de Gruyter seinen Sitz gleich um die Ecke hat. Man hat wohl nie so ganz Semesterferien. Doch meine Aufmerksamkeit wird von einer anderen Richtung her in den Bann gezogen: Calumet Photographics. Ein Blick durch die Schaufenster und ich bin mir sicher, dass Handykameras niemals eine richtige Spiegelreflex ersetzen werden können. Ein Geschäft als Paradies für Fotografen jeder Art: ob professionell oder auch nur hobbymäßig.

Mich von der Schaufensterscheibe wegzuzwingen fällt mir schwer. Doch lohnt es sich. Ein paar Schritte weiter, ein Blick um die Ecke und ich werde daran erinnert, dass Berlin vor langer Zeit einmal eine Industriestadt war. Ein hoher schmaler Schornstein aus Backstein lugt aus der Tiefe des Raumes hervor. Früher befand sich hier das alte Pumpwerk VII. Heutzutage ist hier die Eventlocation Alte Pumpe angesiedelt. Auf demselben Gelände unterhält die AWO das Jugendkulturzentrum Pumpe.

Fast habe ich das westliche Ende der Lützowstraße erreicht, welches am Lützowplatz mündet. Vorbeigehend an Backsteinhäuser 2.0 denke ich mir, es wäre angebracht ein wenig Namensforschung zu betreiben. Das Handy mit dem abgebissenen Apfel hilft mir weiter. Namensgeber für die Straße ist das ehemalige Dorf Lützow, welches 1719 von Charlottenburg okkupiert wurde. Handy schnell weggesteckt. Man möchte schließlich den morgendlichen Biertrinkern am Späti keine unnötige Angriffsfläche bieten.

Kehrtmarsch. Rückzug gen Osten. Ein Ziel hat die Lützow für mich noch zu bieten. Auf ein Absacker denke ich mir. Um die Eindrücke zu verarbeiten. Die Potsdamer ist erreicht nach einer Zigarettenlänge. Geschwind überquert. Schon stehe ich davor. Berlins berühmteste Absackerbar: Das Kumpelnest. Oder halt! Habe ich mich falsch erinnert? Sieht etwas marode aus. Ach ja: Berlin berühmteste Absturzbar. Das kommt der Sache begrifflich deutlich näher. Dann lieber konservativ. Man soll schließlich bei dem bleiben, was man ist. Die Maultaschen Manufaktur in unmittelbarer Nachbarschaft empfinde ich als einladender. Die schwäbische Kultur hat also nicht im Prenzlberg halt gemacht. Schlecht zu wissen.

„Wer sich ausziehen will, zieht sich aus“

Von HU-Gastblogger Lukas Hecht

Aus der Vitrine hinter dem Tresen blickt mir ein gewaltiger Dildo entgegen. Umgeben von barocken Gemälden im Goldrahmen und penetrant blinkenden Lichterketten baumelt ein Segelschiff unter der uralten Diskokugel. Lady Diana lächelt mir freundlich von einem Wandteppich zu.

Geschmacklos – sagen die einen. Kult – die anderen. Sicher ist, dass es nur wenige Orte auf der Welt gibt, an denen Geschmacksverirrung und kuschelige Wohlfühlatmosphäre so nah beieinander liegen wie im Kumpelnest 3000. Weiterlesen

Nissim Zacouto in der Lützowstraße

Menschen machen Orte lebendig. Und Menschen bekommen durch ihren Namen eine Identität.

SDC11591.JPG

Der Ort in Tiergarten-Süd, von dem ich hier spreche, ist die Lützowstraße 111 (Ecke Flottwellstraße). Auf dem heutigen Brachgelände, war Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Synagoge osmanischer und türkischer Juden in der Stadt.

Dort war Nissim Zacouto Schatzmeister. Im Jahr 1907 reiste er das erste Mal aus Konstantinopel nach Berlin, erkannte den Markt für Teppiche, zog mit Frau Norma und Sohn Fred hierher, baute eine Großhandlung auf und belieferte Wertheim ebenso wie das KaDeWe.

Als türkischer Staatsbürger war Zacouto nach 1933 zwar anfangs vor direkten Übergriffen geschützt. Da einige Konkurrenten antisemitischen Rufmord betrieben, wurden ihm aber ab 1935 die dringend benötignten Devisen nicht mehr zugestanden. Als im 1938 die türkische Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, entschloss sich Zacouto endgültig zur Auswanderung. Es gelang ihm, den Status eines protegé spécial français zu erlangen und 1939 mit seiner Familie nach Frankreich auszuwandern. Seine wertvollen Teppiche, die er zurücklassen musste, wurden an nicht-jüdische Konkurrenten verscherbelt,“ schreiben die Autoren Christoph Kreutzmüller und Björn Weigel in der Dezemberausgabe des Gemeindeblattes „Jüdisches Berlin“

Zacouto und seine Familie überlebte die Greuel des Dritten Reiches. Die gesamte Biographie dieses ungewöhnlichen Mannes entdeckten Christoph Kreutzmüller und Björn Weigel im Zusammenhang mit der Ausstellung „Verraten und Verkauft“ des Aktiven Museums Berlin. Ihre umfangreichen Recherchen haben Sie nun beim Verlag „Hentrich & Hentrich auf Deutsch und Türkisch veröffentlicht.

Nissim Zacouto

Nissim Zacouto. Jüdischer Wunderknabe und türkischer Teppichgroßhändler, Hentrich & Hentrich 2010, 64 S., per Klick zur deutschen Kurzbeschreibung und zur Bestellung

Nesim Zacouto

Nesim Zacouto: Mucize yahudi çocuğlu türk hali tüccari. per Klick zur türkischen Kurzbeschreibung und zur Bestellung

Die Autoren schreiben: Diese Übersetzung soll gerade in einer Zeit hitziger Integrationsdebatten einen Beitrag zur interkulturellen und interreligiösen Verständigung leisten und vor allem türkischstämmige Jugendliche über die faszinierende Lebensgeschichte Nissim Zacoutos mit zwei bisher noch wenig bekannten Aspekten türkisch-jüdischen Lebens vertraut machen: der Geschichte der sefardischen Gemeinde in Deutschland sowie der systematischen Entrechtung und Verfolgung türkischer Staatsbürger jüdischen Glaubens im Dritten Reich.