Schlagwort-Archiv: Pallasstrasse

Der Bunker an der Pallasstraße – Ein Klotz am Bein der Stadt?

Sperrig, schmutzig, unglücklich, wozu ist er eigentlich nützlich? Der Hochbunker an der Pallastraße spaltet die Meinungen – Denkmal oder Klotz am Bein?

von HU-Gastbloggerin Nadia

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1977 wurde der Hochbunker mit dem Sozialpalast – heute Pallasseum – überbaut

Sind da Mäuse?“, höre ich, als ich gerade ein Foto vom Hochbunker an der Pallasstraße mache. Ich drehe mich und sehe einen alten Mann. „Wie bitte?“, sage ich ein bisschen erstaunt. „Ich fragte, ob sie da Mäuse fotografieren.Weiterlesen

Auf der Suche nach Entspannung – „Yoga-Guide“ für den Kiez

Von HU-Gastbloggerin Nina

Verkehrsschlagader, neue und traditionsreiche Läden, Straßenstrich, Kunst-Hotspot auf dem Sprung zur Gentrifizierung – auf der Potse ist viel in Bewegung, es herrscht großstädtische Vielfalt und Hektik, aber wo und wie kommt man hier mal zur Ruhe?

Wer innehalten und durchatmen möchte, den ganzen Trubel einmal ausblenden will und das – wie ich – am liebsten auf der Yoga-Matte tut, braucht ein bisschen Geduld, bis er den passenden Ort dafür findet. Weiterlesen

Handgefärbte Garne made in Schöneberg

Von HU-Gastbloggerin Ricarda

Als ich von der Pallasstraße in die Gleditschstraße abbiege, fällt mir zuerst der große AOK Komplex an der Straßenecke auf. Die Gleditschstraße selbst scheint wenig befahren zu sein und die Umgebung erweckt den Eindruck einer ruhigen Wohngegend. Vorbei an einem Malermeisterbetrieb, einem Physiotherapiezentrum und einer Hebammenpraxis, erreiche ich die Hausnummer 45. Ich trete einen Schritt zurück und ein Blick ins Schaufenster sagt mir, hier bin ich richtig. „Die Wollnerin“ steht dort in Großbuchstaben.

WollatelierDie Wollnerin“ heißt mit richtigem Namen Sabine Bornemann und hat hier im Viertel vor knapp vier Monaten das erste Wollgeschäft für handgefärbte Garne eröffnet. Handgefärbte Garne made in Berlin-Schöneberg, das ist wohl einmalig! Nachdem wir  es uns im hinteren Teil des Ladens an einem großen weißen Tisch gemütlich gemacht haben, halte ich mich gar nicht lange zurück und stelle Frau Bornemann die Frage der Fragen: Wie kommt man zu dieser Geschäftsidee? Weiterlesen

Geheimtipps Potsdamer Straße

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Anfang Mai 2014 erschien die zweite Auflage des Booklets „Geheimtipps Potsdamer Straße“, das Geschäfte und Restaurants im Gebiet vorstellen, die in ihrer Art einzigartig sind. In ihrer Gesamtheit zeigen sie die vielen Kleinodien, die AnwohnerInnen und BesucherInnen der Potsdamer Straße entdecken können. Sie machen den Charme der Straße aus, die von dem international geprägten Einzelhandel geprägt ist.

Die Texte des Booklets, das von LOK.a.Motion GmbH im Rahmen des Projektes „gemeinsam wirtschaften an der Potsdamer Straße“ erstellt worden ist, basieren auf ausführlichen Interviews mit den GeschäftsführerInnen. Dr. Sibyll Klotz, Stadträtin für Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung, war begeistert, denn auch sie als gute Kennerin des Gebietes entdeckte in ihm neue Orte: „Es zahlt sich aus, dass das Quartiersmanagement Schöneberger Norden seit Jahren einen hohen Wert auf das Arbeits- und Wirtschaftsleben im Kiez legt“, lobte sie und betonte, dass durch die persönlichen Geschichten und guten Informationen die Vernetzung von UnternehmerInnen im Kiez bestens gefördert werden.

Insgesamt 16 Geschäfte entlang der Potsdamer Straße und in den Nebenstraße sind portraitiert worden. Hier findet man sie im Überblick. Das Booklet im Printformat erhält man in den jeweiligen Geschäften und im VorOrtBüro des Quartiersmanagements Pallasstraße 5, 10781 Berlin .

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Fotos: Carmen Jasmyn Hoffmann | Text & Layout: Göran Halit

Pallasstraße … Der Schein trügt …

Von HU-Gastbloggerin Abide

Die Pallasstraße ist einer der bekanntesten Straßen Schönebergs, einem Bezirk in Berlin.
Jeder, der diesen Straßennamen hört, denkt sofort an das Pallasseum, dem Hochbunker, die Satellitenschüssel und an die Lautstärke der Hauptstraße.
Doch der Schein trügt … Fangen wir mal von vorne an …
Ja, da ist das Pallasseum , ein langes, zwölfgeschossiges Wohnblock, der die Pallasstraße und den Hochbunker überspannt.


Am Anfang sollte es ein Musterbeispiel für modernes Wohnen sein, jedoch entwickelte es sich über die Jahre hinweg zu einem sozialen Brennpunkt. Aber die Bewohner sahen nicht tatenlos zu, als 1998 die Fassade abgereißt werden sollte. Zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserungen der Lebensqualität und ein engagiertes Quartiermanagment zeigten Erfolg. Die Nachfrage nach den großen Wohnungen ist so groß, dass es heute Wartelisten gibt.
Ja, da sind häßlige Satellitenschüssel, aber auch dafür haben die Bewohner eine Lösung gefunden. Die Bewohner suchten sich das Bild aus, das auf die Satellitenschüssel kommen sollte und der Künstler Daniel Knipping hat diese Bilder gemalt. Das sind nicht einfach Bilder, die auf Satelliten gemalt wurden … Jedes dieser Bilder erzählt eine Geschichte …


Genauso wie die Bilder auf den Wänden des Pallasseums. Das Ergebnis eines weiteren Projekts. 5 junge Fotograf/innen der FH Potsdam haben die Bewohner/innen professionell abgelichtet, 7 der Fotos hängen an den Wänden des Pallasseums und die restlichen Fotos konnte man in der Galerie Walden bewundern.
Und ja, es ist laut. Aber das ändert sich sobald man auf die andere Seite des Pallasseums geht. Denn da kommt man sich vor, als wäre man völlig woanders.
Direkt ins Auge sticht die Konditorei Palladin. Ein kleines schickes Cafe mit sehr vielen Leckereien.

Wenn man weiter Richtung Winterfeldtplatz geht, sieht man, dass es trotz der Hauptstraße viel ruhiger ist und die Häuser sind viel schöner gebaut als das Pallasseum.
Am Winterfeldtplatz sticht ein weiteres Objekt ins Auge … Nein, es ist nicht die rießen große St. Matthias Kirche mitten auf dem Platz … Es ist die Sporthalle, die nicht nur bekannt für seine außergewöhnliche Architektur ist, sondern auch für die Turniere, die in dieser Halle stattfinden. Jeder Fussballer in Berlin kennt diese Halle, denn die Vorrunden der Hallenmasters finden jedes Jahr dort statt. Aber den Namen dieser Sporthalle kennt so gut wie keiner. Obwohl diese Sporthalle nach der Ausnahme-Sportlerin Lilli Henoch genannt wurde, kennt jeder Sportler diese Sporthalle als Sporthalle mit der ungewöhnlichen Architektur am Winterfeldtplatz.


Also, der Schein trügt … Denn die Pallasstraße ist doch nicht wie auf dem ersten Blick viel zu eng, viel zu grau und viel zu laut … Wer die schönen Seiten der Pallasstraße entdecken möchte, sollte auf die andere Seite des Pallaseums gehen und Richtung Winterfeldtplatz laufen.

Pallasstrasse, Berlin vom Problem zum Vorbild

Die Pallasstrasse liegt im Berliner Stadtteil Schöneberg und ist ein Highlight das in kaum einem Stadtführer aufgeführt wird. Das Pallaseum und der Hochbunker gehören zu den sehenswerten Bauten an der Pallasstrasse.

Einen Überblick erlangen Sie in diesem kurzen Video.

Pallasseum

Das Pallasseum ist vielleicht nicht jedem Berliner ein Begriff, aber gesehen hat es fast jeder schon. Wir sprechen hier von dem Gebäude, das Jahrelang als „Wohnmaschine“ oder als städtebauliche Katastrophe bezeichnet wurde –  so der Tagesspiegel im Jahr 2009. Seither hat sich einiges getan. Der Wohnpalast hat sich zu einer respektierten und nachgefragen Wohngegend entwickelt. Das hat das Pallasseum seinen gut 1500 Bewohnern zu verdanken. Die Mieter stoppten einen geplanten Abriss des Gebäudes im Jahre 1998. Die Bewohner richteten einen Präventionsrat ein, der im Jahre 1999 von einem Quartiersmanagement ergänzt wurde. Diese Maßnahme sorgte dafür das saniert- statt planiert- wurde. Zu den Highlights der vergangenen Zeit gehören die Pallasseum Portraits über die auf dem Potseblog bereits berichtet wurde hier geht´s zum Artikel->  Der Künstler Daniel Knippig verpasste dem 70er Jahre Bau mit den vielen Satallitenschüsseln in dem Projekt „Von Innen nach Außen“ einen neuen Look. Knippig arbeitete mit den Bewohnern an der Verschönerung des Erscheinungsbildes- insgesamt wurden 70 Satellitenschüsse mit individuellen Motiven verziert. Mehr Fakten zum Pallasseum findet man natürlich auch auf Wikipedia hier klicken->

 

Hochbunker

Der Hochbunker an der Pallasstrasse liegt in unmittelbarer Nähe des Pallasseum. Genau genommen liegt er direkt unter dem Pallasseum. Der Hochbunker wurde als Rohbau in Zweiten Weltkrieg fertiggestellt. Heutzutage wird er als Ort der Erinnerung, vom Kunstamt Tempelhof-Schöneberg und vom Verein Berliner Unterwelten als Veranstaltungsort genutzt.

 

Standort:


Größere Kartenansicht

Artikel, Fotos und Video von Jan Radoch

Über Erinnerung stolpern

Von HU-Gastbloggerin Hannah Frühauf

Eine Musiklehrerin die den Freitod wählt um einer Verschleppung nach Theresienstadt zu entkommen. Ein Geschäftsmann der mit seinen beiden Söhnen deportiert und ermordet wird. Eine Familie die im Widerstand aktiv war und dafür sterben musste.

Über diese drei Schicksale kann man – neben vielen anderen – rund um die Potsdamer Straße „stolpern“. Kleine Messingplatten, die in den Boden gesetzt wurden erinnern als „Stolpersteine“ an das Leben von Maria Leo, an das von Abraham Fromm und an das von Betty, Peter und Hans Lippmann. Sie alle wurden von den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg ermordet.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat mit der Verlegung von so genannten „Stolpersteinen“ in den 90er Jahren begonnen. Er möchte so an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Die „Stolpersteine“ enthalten die biographischen Eckdaten einzelner Personen. Ihr Name, ihr Geburtsjahr, das Datum ihrer Deportation oder der Ort ihrer Ermordung – werden in eine Messingplatte eingraviert und von Demnig in den Boden gesetzt. Die Steine werden meist dort verlegt, wo die Menschen gelebt oder gearbeitet haben – bevor sie deportiert beziehungsweise ermordet wurden.

Vor den Hausnummern 3 und 12 der Pallassstraße (Berlin-Schöneberg) findet man die „Stolpersteine“ die an Betty, Peter, Hans Lippmann und an Maria Leo erinnern. Der Stein, der in Gedenken an Abraham Fromm gesetzt wurde, befindet sich in der Potsdamer Straße 102 (Tiergarten-Süd).

Hinter den „Stolpersteinen“ verbergen sich zahlreiche ergreifende Biographien – wie beispielsweise die von Maria Leo (1873-1942). Maria Leo war eine engagierte Musiklehrerin und gründete das erste private Musik-Seminar für Frauen. Diesen war um 1911 offiziell der Zugang zum Institut für Kirchen- und Schulmusik verwehrt. Lange war das Seminar die einzige Möglichkeit für Frauen, ein Musikstudium zu absolvieren. Unter der Nationalsozialistischen-Herrschaft musste Maria Leo all ihre Ämter aufgeben, da sie Jüdin war. 1942 wählte sie den Freitod, um einer Verschleppung in das Konzentrationslager Theresienstadt zu entkommen.

Wer sich genauer über einzelne Schicksale informieren möchte, für den ist die Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ im Rathaus Schöneberg eine interessante Anlaufstelle. Hier werden Biographien von Menschen vorgestellt, die im Zweiten Weltkrieg aus dem Bayerischen Viertel – genauer aus Schöneberg und Friedenau – deportiert wurden oder geflüchtet sind. Kleine Markierungen, die an einigen Portraits zu finden sind, deuten daraufhin, dass für diese Person auch ein Stolperstein verlegt wurde.

Eine Karteikartensammlung gehört ebenfalls zu der Ausstellung. Im Stil der „Stolpersteine“ findet man auf den Kärtchen biographische Eckdaten von 6.069 jüdischen Frauen und Männern, die während des Zweiten Weltkriegs gezwungen waren das Bayerischen Viertel zu verlassen. Die Informationen stammen aus Unterlagen der Geheimen Staatspolizei. Die Gestapo hatte damals ausführlich dokumentiert, welches Vermögen die Menschen bei ihrer Deportation aus Schöneberg zurückließen.  

Die Straßen und Hausnummern in denen die Jüdischen Familien zuletzt wohnten sind ebenfalls auf den Kärtchen vermerkt. Eine Mitarbeiterin der Ausstellung erzählt, dass viele Menschen aus der heutigen Nachbarschaft des Bayrischen Viertels die Ausstellung besuchen. Sie kommen um nachzusehen ob und wer aus dem Haus – in dem sie jetzt wohnen – deportiert wurde. Von manchen Adressen aus – wie zum Beispiel aus der Bozenerstr. 9 – wurden bis zu 30 Familien deportiert. Berührt von den Geschichten, die sich in ihren Häusern und Wohnungen abgespielt haben, entschließen sich einige der Besucher Stolpersteine für die Deportierten verlegen zu lassen. Aus bloßen Namen und Daten werden so lebendige und berührende Geschichten, die an den Schrecken und den Terror des Nationalsozialistischen Regimes im Zweiten Weltkrieg erinnern.

„Maikäfer flieg….“ – Hochbunker Pallassstraße

Wie die Geschichte lehrt, sind seit 1945 weiterhin beständig Kriege geführt worden. Dies kann als Motto der Ausstellung „Maikäfer flieg“ verstanden werden. Sie eröffnet am 1. September 2009 im Hochbunker Pallasstraße aus Anlass des 70sten Jahrestages des deutschen Überfalls auf Polen und des Beginns des 2. Weltkrieges. Im Mittelpunkt stehen Arbeiten des Künstlerehepaares Lilli Engel und Raffael Rheinsberg. Ergänzt durch die Dokumentation zur Geschichte des Hochbunkers und den KriegsKinderBilder „Mit anderen Augen.“

Die Arbeiten von Lilli Engel und Raffael Rheinsberg werden in zwei langen Schutzräumen präsentiert. An einer Wand, kleinformatige Bilder von Lilli Engel, verhängt mit schwarzem Tuch. Daneben steht das Datum, an dem der Irakkrieg ausbrach. Die Tücher eine Reminiszenz an Karfreitag, den Tag der Stille und Trauer, an dem in vielen Kirchen alle Bilder verhängt werden.

Lilli Engels großformatigen Bilder tragen die Namen afghanischer Städte. Die Künstlerin produziert sie in einem Prozess des Abreibens, Abkratzens und Tilgens von Farbe. Sie muten abstrakt an, doch tragen die Idee der Verletzung und Beschädigung in sich.

Raffael Rheinsberg beschäftigt sich immer wieder mit der deutschen Geschichte und ihren Folgen. In seinen Installation präsentiert er Relikte, Gegenstände und Materialien aus der Katastrophe Krieg. In diesem Fall sind hunderte Elemente und Maschinenteile aus U-Booten und Panzern auf dem Boden ausgebreitet. Exakt in Reih und Glied.

 

Weit hinten im Raum steht eine Figur von einem Tuch verhängt. Bei näherer Betrachtung entpuppt sie sich als Bombenattrappe. An den Wänden deutsche und russische Gebrauchsanweisungen vom Bau von Bomben, Flugtechniken uvm.

Hier schließt sich der teuflische Kreis. Denn es waren russische ZwangsarbeiterInnen, die von September 1943 bis Anfang 1945 diesen Hochbunker als Bunker für das Fernmeldeamt in der Winterfeldstraße errichten mussten. Untergebracht waren sie und ihre Familien, inklusive kleiner Kinder, in der benachbarten Augusta Schule (heute Sophie-Scholl-Oberschule), aus der erst vor kurzem die Schülerinnen aus Sicherheitsgründen evakuiert worden waren. Es waren russische Soldaten, die diese Menschen aus ihrer Pein befreiten.

Der Bunker wurde nie fertig gestellt. War ab 1950 verschlossen. Wurde 1977 von der Wohnanlage Pallasseum überbaut. Und erst 1986 gegen erbitterten Protest wieder hergerichtet. Er hat noch heute die Funktion eines zivilen ABC-Schutzbunkers.

Die Geschichte des Bunkers, wiederum, haben SchülerInnen der Sophie-Scholl-Oberschule erforscht. Denn Mitte der 90er Jahre nahmen ehemalige ZwangsarbeiterInnen den Kontakt zu Berlin wieder auf und hatten das Glück an der ehemaligen Schule – der heutigen Sophie-Scholl-Oberschule – auf offene Ohren zu treffen. Im Jahr 2002 wurde das Schulprojekt „Ort der Erinnerung“, durchgeführt von Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften Bodo Förster und Andrea Busse und der in lebenden nordspanische Bildhauerin, Cristina Artola der Öffentlichkeit übergeben.

Während das Projekt der Sophie-Scholl-Schule die deutsche Vergangenheit in die Gegenwart holte, wandten sich eine andere Gruppe Berliner StudentInnen, LehrerInnen, SchülerInnen und KünstlerInnen im Jahr 1999 dem zu der Zeit tobenden Krieg im Kosovo zu. In Berliner Flüchtlingsheimen und in den überfüllten mazedonischen Lagern albanische Kinder ermutigten sie Kinder, ihre traumatischen Kriegserlebnisse zu zeichnen und zu malen. Kurz nach Kriegsende wurden dann Einweg-Kameras an Schulkinder in Prishtina, Prizren und Djakova verteilt, die in erdrückenden Bildern ihren Alltag im zerstörten Nachkriegskosovo festhielten. „Ich denke oft an den Krieg“, heißt das Projekt des Vereins MaikäferFlieg e.V.

 

Viele BesucherInnen werden den Hochbunker voller Neugierde betreten. Vielleicht waren sie noch nie in einem Bunker, vielleicht ist der Bunker ein Stück ihres Lebensalltags im Schöneberger Norden. Das ist spannend.

Von außen ist er grau und klotzig.  Drinnen ist zunächst alles hell. Weiß getünchte Wände, es riecht etwas muffig, doch ist nicht klaustrophobisch in den großen Ausstellungsräumen und dem hohem Treppenhaus.

In einem Raum wird dann das Licht ausgeschaltet sein. Die fluoreszierenden Streifen an den Wänden werden das einzige Lichtquelle sein. Ein bisschen dran an der Realität und dem Notfall in solch einem Gebäude, wenn der Strom ausfällt.

Und wenn man wieder hinaus gelangt, egal ob ins Sonnenlicht oder in grauen Septemberregen sieht man die kleine Grünfläche, die bunte Graffiti, die Zementwand gegenüber anders, hört den Verkehrslärm der Pallasstraße mit Erleichterung.

In ihren einzelnen Bestandteilen sowie in ihrer Gesamtheit an diesem authentischen Ort ist „Maikäfer Flieg…“ eine aufrüttelnde Inszenierung.

Veranstalter Kunstamt Tempelhof Schöneberg
Ausstellungsdauer: 02.09.-25.10.2009
Di- So 10-18 Uhr – Eintritt frei –
Hochbunker Pallasstraße 30
Eröffnung 01.Sept.2009 19.00 Uhr

Das Gebäude ist nicht barrierefrei
Kinder unter 14 Jahren nur in Begleitung Erwachsener
Sonderführungen für Kinder und Jugendliche
Anmeldung für Gruppen und Schulklassen Tel. 90277-6964