Schlagwort-Archiv: Potsdamer Straße

Hedwig Dohm? Anton von Werner? Jörg Fauser? – Aber Fontane kennen Sie doch?

Von HU-Gastbloggerin Anna

In einem seiner Briefe schrieb Theodor Fontane 1891 über seinen Spaziergang Grand-Hotel Bellevue 1903von der Potsdamerstraße bis zu den Friedhöfen am Halleschen Tor: „Wir leben sehr still, Mama rückt überhaupt nicht von der Stelle, ich gehe jeden Abend um 9 bis an die Christuskirche (Paulus Cassel) umschlendere schließlich 2 mal den Leipziger Platz, schnopre etwas Lindenluft, gucke mir die Jüdinnen an, die unterm Zelt in Hotel Bellevue soupieren und bin um 10 wieder zuhause.“  Die Jüdinnen sind längst nicht mehr da.  Der Leipziger Platz sieht nicht mehr aus wie früher. Das Haus  mit Fontanes Wohnung  wurde 1906 abgerissen, das Grand-Hotel Bellevue 1928. Was vom Hotel übrig blieb, ist eine kurze Beschreibung des Gebäudes in Fontanes Roman Cécile.

Nicht nur Menschen und ihre Werke geraten in Vergessenheit, sondern auch Gebäude und ganze Plätze. Die Architektur der Bauten ermöglicht uns eine Zeitreise in die Vergangenheit und Schriftsteller und Künstler haben Jahrzehnte Deutschlands Kultur geprägt. Wir leben heute im Zeitalter der Digitalen Medien. Die neue Technik soll uns eigentlich verhelfen Informationen zu organisieren und zu verbreiten, doch sie lässt uns in der riesigen Informationsflut untergehen.  Jährlich kommen rund 90.000 Buchneuerscheinungen auf den deutschen Markt. Reiner Schmitz, deutscher Journalist und Buchautor, hat ausgerechnet, dass ein 90-Jähriger Vielleser in seinem Leben maximal 5.000 Bücher lesen kann.  Die Zahlen des Internets sind viel erschreckender. 2014 wurden in Deutschland insgesamt 14.596.087 Domains gezählt. Dies bedeutet, dass jeder fünfte deutsche Bürger eine Website (Social Media Seiten nicht mitgezählt) besitzt und somit Inhalte im Internet generieren kann. Wie kann deutsche Geschichte und Kultur diese Fluten überstehen?

Deutsche Digitale Bibliothek hat eine Lösung gefunden. Die Institution verknüpft alle deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen und ermöglicht somit den Zugriff zu Millionen von Büchern, Bildern, Musikstücken und Filmen. Seit dem 31. März 2014 ist die riesige Bibliothek in Vollversion für alle Nutzer freigeschaltet. Das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Deutschlands ist nun in digitaler Form frei und kostenlos gesichert.

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Auf der Startseite sieht man gleich die wichtigsten Neuigkeiten rund um das Thema „Digitale Bibliothek“. Der Suchkasten darüber ermöglicht eine schnelle Suche nach Medien. Es befinden sich rund 20 Millionen Objekte in der Bibliothek, um die 7 Millionen davon sind sogar digitalisiert. Die Suchmaschine kann man auch ohne Anmeldung benutzen.  Der Vorteil der Anmeldung besteht nur darin, dass man seine Suchanfragen und favorisierten Dateien online speichern kann.

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Ich habe die Suchmaschine gleich für meine Recherche über die Potsdamer Straße ausprobiert. Als Ergebnis wurden zuerst alle  Potsdamer Straßen, die es in Deutschland gibt, angezeigt. Mit den Filtereinstellungen kann man die Suche sehr gut eingrenzen. Zum Beispiel ist es möglich nach Zeit, Ort und Sprache zu filtern, aber auch nach dem Medientypen oder der Verwendbarkeit. Die Deutsche Digitale Bibliothek bietet außerdem eine außerordentliche Funktion, die Objekte zu vergleichen. Dazu muss man nur den Pfeil neben dem Digitalisat anklicken und anschließend im linken unteren Fenster auf Vergleichen gehen.

Erstaunlicherweise konnte ich bei meiner Recherche weder ein Bild von Fontanes Haus, noch den Brief an seine Schwester in der Bibliothek finden und musste zu der altbekannten Suchmaschine Google greifen. Die gesuchte Textpassage konnte ich innerhalb von wenigen Minuten finden: https://archive.org/stream/theodorfontanes00fontgoog#page/n267/mode/2up

Warum ist sowas Wichtiges nicht in der digitalen Bibliothek aufzufinden? Ich denke, die Digitale Deutsche Bibliothek hat noch einige Lücken zu füllen. Um Deutschlands Kulturerbe komplett zu digitalisieren wird es noch viele Jahre brauchen. Nichtsdestotrotz bietet die Deutsche Digitale Bibliothek einen sehr guten und vor allem einen kostenlosen Dienst an. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Deutsche Digitale Bibliothek in der Zukunft entwickeln wird.

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Der Artikel ist entstanden im Rahmen des Kurses „Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen“ des Career Center an der Humboldt-Universität.

Die Anfänge des Botanischen Gartens auf dem Areal des heutigen Kleistparks

Von Gast-Bloggerin Damjana Panic

Haben Sie eigentlich schon mal darüber nachgedacht, was der Heinrich-von-Kleist-Park mit der nach Johann Sigismund Elßholz benannten Straße zu tun hat, die ihn nach Osten hin begrenzt?

Elßholz wird 1623 in Frankfurt an der Oder geboren. Er gilt damals als einer der bedeutendsten deutschen Gelehrten der Naturwissenschaften. Er ist vielseitig interessiert und betätigt sich unter anderem auf den Gebieten Gartenbau, Botanik, Alchemie, Astrologie, Ernährungslehre und Medizin. Weiterlesen

Ayan Filipino Streetfood: Das ist es!

Von Gastbloggerin Lisa

Seit einem Jahr kann man im „Ayan Filipino Streetfood“ traditionell philippinisch essen gehen und einen besonderen Teil der Potsdamer Straße auf sich wirken lassen.

Von der Potsdamer Brücke aus sind es fünf Minuten Fußweg zum „Ayan Filipino Streetfood“. Vorbei an Carglass, der Galerie Michael Janssen und dem Blumenstudio Bohner. Ein Kontrastprogramm zum aufgedonnerten Potsdamer Platz, von dem ich gerade komme. „Ayan“ lässt sich hier leicht als neuer Laden identifizieren. Weiterlesen

Abstrakte Computerkunst in *meiner* Potse?

Zu finden zwischen Kurfürstenstr. und Bülowstr. auf der Frobenstr.

Ich – ein HU-Gastblogger – spazierte durch den Kiez, da fiel mir dieses Graffiti auf, und ich musste erstmal genauer hinschauen, um zu begreifen, dass ich nicht schielend doppelt
sehe. Man könnte meinen, der Künstler hätte ein normales Bild genommen und durch das Deep Dream-Programm gejagt. Weiterlesen

Auf der Suche nach Entspannung – „Yoga-Guide“ für den Kiez

Von HU-Gastbloggerin Nina

Verkehrsschlagader, neue und traditionsreiche Läden, Straßenstrich, Kunst-Hotspot auf dem Sprung zur Gentrifizierung – auf der Potse ist viel in Bewegung, es herrscht großstädtische Vielfalt und Hektik, aber wo und wie kommt man hier mal zur Ruhe?

Wer innehalten und durchatmen möchte, den ganzen Trubel einmal ausblenden will und das – wie ich – am liebsten auf der Yoga-Matte tut, braucht ein bisschen Geduld, bis er den passenden Ort dafür findet. Weiterlesen

Die Lützowbiene

Schon bei der Terminvereinbarung kommt mir Herr Krause Junior, der Chef der Lützowbiene, etwas gehetzt vor. Und bei meinem Interviewbesuch bestätigt sich dieser Eindruck; ob es zur Zeit viel zu tun gibt, frage ich – „Schulanfang, wir sind voll ausgelastet.“ Der Schulanfang ist für den Bürobedarf die Hauptsaison, quasi wie Weihnachten, Ostern und Halloween zugleich. Weiterlesen

Queen of Muffins

Das Café von vorne

Das Café von vorne

Von einem HU-Gastblogger

Queen of Muffins ist ein typisches Berliner Café am der Ecke Potsdamer Straße/Pohlstraße. Am Tag vor meinem geplanten Interview mit der Angestellten Lisa schaute ich inkognito vorbei und bestellte mir testweise einen Vanilleblaubeermuffin. Der Laden machte seinem Namen alle Ehre! Weiterlesen

„Rankommen“ zum leckeren Mittagstisch im Maiden Mother & Crone

Von HU-Gastbloggerin Nina

Die Jungs vom Maiden Mother & Crone sind Marktschreier deluxe – und zwar in der 2.0 Variante – auf facebook preisen sie ihren Mittagstisch ziemlich lautstark und unterhaltsam an.  Zum Beispiel so:

 „Die Woche endet mit ’nem Knall: Tandoori-Joghurt Chicken mit Safran-Kurkuma-Reis, Schmorkürbis & Za’atar-Chinakohl-Topping oder Koshari de luxe: ägyptisches Streetfood mit Linsen, Maccharoni-Reis, Gemüse-Harissa-Sugo, Karamell-Zwiebeln und Pistazien-crumble dazu Mango-Gurken-Möhrchen-Salat und dem BESTEN Oliven-Hummus EVER!! BAAAM!!“

Oder auch mal etwas schlichter:

„Morgen schön Jambalaya. Rankommen!“

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Migration Hub – Potsdamer 144 – ganz oben

Migration Hub_14Seit heute 17 Uhr füllen sich die zwei Räume im Dachgeschoss der Potsdamer Straße 144 stetig. Um 17.30 Uhr sind circa 50 Leute versammelt. „Es ging alles ganz schnell,“ sagt Paula Schwarz. Sie ist sozusagen die Gastgeberin. „Vor einer Woche hatten Katharina Dermühl und ich die Idee, mit dem Migration Hub Initiativen, Entrepreneurs und Aktivisten miteinander zu vernetzen, indem wir einen Co-Working Space initiieren.“ Weiterlesen

Rauschgefühle durch Stummfilmkomponist Stephan Graf von Bothmer

Geschrieben von HU-Gastbloggerin  Lucia.

Eine Geschichte vom Wintergarten zur Potsdamer Straße

Jeder kennt das Gefühl sich auf ein Fahrrad zu setzten und loszufahren, obwohl man ein halbes Jahr nicht gefahren ist. Manche wundern sich auch, warum sie eine unbekannte Melodie summen, welche sie vielleicht zuvor im Auto eines Freundes gehört haben. Unheimlich wird es, wenn man seinen kleinen Regenschirm vor dem  Verlassen des Hauses und bei strahlendem Sonnenschein einpackt und am Abend als einziger trocken durch den Regen läuft. Das Phänomen läuft unter der Bezeichnung der unbewussten oder intuitiven Wahrnehmung. Nur was hat das alles mit dem Stummfilm und vor allem der Potsdamer Straße zu tun, fragen sie? Eine ganze Menge! Weiterlesen