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Und es gibt sie doch – Kiezstudenten

                                           Eine Antwort auf den Artikel                                                    „Studentenwohnheim im Kiez, aber keine  Studenten

Geschrieben von HU-Gastbloggerin Christina

Meine Kumpels kommen gerne zu mir! Also kanns ja nicht so schlimm sein!“ sagt Max über sein Wohnheim und seinen Kiez. Max wohnt in dem riesigen, grauen Klotz – dem Studentenwohnheim in der Potsdamer Straße 61/63. Immer wieder hört man, dass die Studenten dort nur schlafen und sich sonst eher in Luft auflösen. Ein so extrem buntes Studententreiben, wie in Friedrichshain ist tatsächlich nicht auszumachen. Aber ist es wirklich wahr, dass die Studenten aus dem Kiez flüchten und nur für wenige Stunden zum Nächtigen zurückkehren?

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Die Wahl für das Wohnheim fiel nicht der Gegend wegen. „Es ist günstig, zentral und ich habe mein eigenes Bad – nicht immer selbstverständlich. Mein Umfeld habe ich erst mal ignoriert.“ sagt Max. Auch die Aussicht begeisterte und die fiel dann auch auf den Kiez. „Ich fühlte mich von Anfang wohl! Berlin ist hier ganz persönlich!

Im Kiez erkennt man sich, man grüßt sich und lächelt sich an: „Man gehört einfach zum Kiezbild.“ Und Max ist stolz dazuzugehören. Natürlich kennt nicht jeder jeden, aber die Menschen begegnen sich gegenseitig stets mit einer gewissen Offenheit.

DSCI0417Versuchen denn nun die Studenten ihrem heimischen Kiez aus dem Weg zu gehen? „Also der Supermarkt in der Nähe ist immer voll mit Studenten. Und woher will man wissen, dass es nicht draußen alles Studenten sind?“ antwortet Max. Recht hat er! Fakt ist allerdings, dass die Gegend nicht viele Partylocations beheimatet. Man wohnt und feiert einfach an zwei verschiedenen Orten. „Ich will ja auch nicht in der Party wohnen. In der Woche ist es hier schön ruhig. Es gibt keinen Terz.“ sagt er.

Natürlich hat aber auch der Kiez einiges zu bieten. Max: „Ich war früher ein paar Mal in der Potse – einem Jugendclub – bei Konzerten. Außerdem kann man hier an jeder Ecke sehr gut essen. Einige Bars sind auch ganz in Ordnung.“ Nicht zuletzt machen die zentrale Lage und die günstige öffentliche Anbindung den Kiez so attraktiv.

DSCI0414Sicherlich kann man nicht abstreiten, dass die Potsdamer Straße und Umgebung besonders in der Nacht auch mal seine unangenehme Seite zeigen. „Ab und zu gibt es Polizeisperren wegen Ausschreitungen in Clubs. Dann komme ich nicht durch und muss ewig diskutieren, dass ich hier wohne. Sowas braucht man nicht schön reden!“ sagt Max. Aber eigentlich stört ihn sowas weniger. Auch die Prostitution stellt für ihn kein Problem dar: „Die Frauen gehören einfach zum Kiezbild!“.

Das Studentenleben in der Potsdamer Straße ist abwechslungsreich, aufregend und niemals einsam. Die Straßen sind immer belebt und das Wohnheim bietet ein gewisses Gemeinschaftsgefühlt. Es werden Freundschaften zwischen Nachbarn geschlossen, es wird zusammen auf dem Balkon gegrillt und dabei die grandiose Aussicht genossen. Und zur Uni ist es auch nicht weit.

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Der Gegenbeweis ist also erbracht: Es gibt Studenten, die in und auch mit dem Kiez leben! Und nur weil sie sich nicht öffentlich zusammenrotten und die Cafés belagern, bedeutet dies nicht, dass es ein Kiez ohne Studenten ist!

WH Potsdamer Straße 61/63, 10785 Berlin

wer ist eigentlich paul?

Das Portrait ist entstanden im Rahmen des Sommerkurses 2013 “Online Journalismus – Recherchieren und Bloggen” des Career Center der Humboldt-Universität.

ganz entspannter typ, der lieber anonym bleibt [zumindest hier] / zweitname: paul / kommt aus berlin [berlin ist seine base] / ist auch gern in der welt unterwegs / moechte mehr von der welt sehen / studiert im achten semester Kulturwissenschaft – Musik ist seine große leidenschaft / zaehlt sich selbst nicht zu einer bestimmten Musikszene bzw. fühlt sich mehreren zugehoerig [interessiert sich für verschiedene Musikstile und ist da ganz vielseitig] /  feiert gern in den berliner nachtclubs der elektronischen tanzmusik / sein ziel nach dem studium: einfach musiker sein, musik produzieren und damit erfolg haben – freischaffend kreativ sein und sich selbst verwirklichen / plan b: filmvertonung oder mitwirkung im viralmarketing [selbstverstaendlich auf musikalischer schiene] / zeitweise schreibt er auch ganz gern [nur mal nebenbei] – natuerlich geht es um musik! / findet „Online-Journalismus“ daher ganz interessant und benoetigt studienpunkte / sehr sympatischer junger mann, der kreativitaet und gelassenheit ausstrahlt

Portraitiert von Laura

Von Pforzheim nach Shanghai

Pforzheim in Baden-Würtemberg, wer mag es Patrick verübeln, den Wohnsitz nach Berlin Mitte zu verlegen. Seit vier Jahren lebt er in einer ruhigen Wohninsel an der Jannowitzbrücke – und der gewünschte Trubel aus Clubs, Uni und Großstadt ist in alle vier Himmelsrichtungen mit dPatrickem Fuß oder Fahrrad zu erreichen.

Aus Pforzheim in Baden-Würtemberg – wenn man wie Patrick gerne elektronische Partys sowohl organisiert als auch besucht – gibt es auch hier nur einen Weg, und dieser führt ins elektronische Epizentrum Deutschlands, nämlich nach Berlin. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen. Was nach dem typischen zugezogenen Studentenklischee, Party Party Party, aussehen mag, täuscht. Patrick kann auch ohne Drogen Spaß im Golden Gate haben, er hangelt sich nicht vom einem Wochenende zum nächsten, sondern er spielt fleißig Fußball, engagiert sich in der Fachschaft und hat seinen Bachelor quasi in der Tasche. Berlin ist für ihn auch nicht das Ziel, sondern nur ein Sprungbrett – z.B. nach Shanghai.

Aus Pforzheim, Baden-Würtemberg nach Shanghai – das hört sich an wie die Geschichte vom Teller zum Millionär. Vielleicht wird sie das auch. Patrick ist fast fertig mit dem VWL-Studium: Wenn er nicht gleich ein verlockendes Jobangebot bekommt, legt er gerne noch einen Masterabschluss drauf. Was er genau macht, lässt sich nur mit einem Fachchinesischwörterbuch verstehen, aber es ist etwas mit Versicherungen. Und, ganz unser Patrick, geht er auch hier aufs ganze: „9 to 5 ist nichts für mich, ich muss darin aufgehen.“ Und auch eine Filiale darf es nicht sein, höchstens halt als Ziwschenstation auf dem Weg in die Zentrale.
Na dann, gute Reise Patrick.